Von Generationen glatt geschliffen

 

Schon wenn
und dann
geflockte Worte
vom Tyrann
die Befehle
als Freiwilligkeit
verpflichtend
dem Gekürten
dankbar
beipflichtend
um nicht
einzubrechen
auf dem Eis
der Sprachwillkür
ihm den Rang
abzulaufen
denn wenn
und dann
gefrieren
die geflockten Worte
zu Wurfgeschossen
vom Tyrann
persönlich
von eiskalten
Spiegelkopien
angefeuert
keine Konkurrenz
die Sprachlizenz
gebührt nur
dem Diktator
selbst wenn
und dann
eisgespickte Worte
vom Tyrann
Sprachmeteoriten
alles ringsherum
vernichten
was soll‘s
der Bekränzte
auf dem
Siegertreppchen
lächelt
was kann ihm
schon passieren
fürs Scheißen
auf dem Absatz
ein Loch ist gebohrt
von Generationen
glatt geschliffen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kinderfeindlichkeit in Deutschland unübersehbar

Ganz besonders mit Hartz-IV-Gesetzen

Die Obrigkeit hat schon immer denen da unten gezeigt, wo es langgeht, sie mit harter Verachtung bestraft, gedemütigt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch die verantwortliche Politik handelt nach demselben Prinzip. Was vor achtzehn Jahren ausgerechnet die Sozialdemokraten zusammen mit den Grünen anstießen, das Hartz-IV-Monstrum, beschäftigt weiterhin all seine Kritiker.

Bei den neuen Hartz-IV-Regelsätzen kommen Kinder zu kurz! Trotz ziemlich belastender Kinderarmut gibt es keine Erhöhung bei den 6 bis 14-jährigen Kindern und Jugendlichen. Von gesellschaftlicher Teilhabe keine Einsicht in den Augen der politischen Klientel. Naja, wer ein Talar, also Diäten von über 10.000 Euro monatlich aus Steuermitteln erhält, der verliert schnell mal den Überblick, hat kein Empfinden für „die da unten“, was soll’s, könnte man schlichtweg zynisch kommentieren, oder?!

Fortsetzung der Schröpfung?

Bereits zu Beginn des bestehenden Jahres mahnten wir an, daß die Bundesregierung ihren Job richtig mies macht, zu Lasten der Hartz-IV-Betroffenen. Der sogenannte Sozialstaat entpuppt sich als kränkelnde Falle für die Empfänger, was er vordergründig erhöht, holt er sich auf anderem Wege.

Jene geschilderte Schröpfung setzt sich somit einfach fort? Erst recht in Corona-Zeiten sieht es danach aus, wo auch die sozial Schwachen nicht bedacht wurden, dafür etlichen Konzernen großzügig unter die Arme gegriffen wurden. Die Wohlhabenden unter sich halten prima zusammen, historisch betrachtet Normalzustand.

Es wird höchste Zeit für einen Politik-Wechsel

Mit einer Union à la Merz & Co. wird das allerdings nichts, gleichwohl mit einer derartigen SPD, die vergessen hat, was sozial tatsächlich für Betroffene und Bedürftige bedeutet, sie nämlich realistisch zu unterstützen.

Eine neue Regierung hat da ganz andere Maßstäbe anzusetzen, Vermögende endlich sinnmachend zu belasten, doch etwas abzugeben, was sie sich ohnehin genommen haben. Früher waren das Raubritter, heute sind es Kapitalisten, die es sich gemütlich machen per Politik, die dienlich ihnen agiert. Das gilt es, endlich nachhaltig zu ändern, wollen wir alle den sozialen Frieden bewahren, der sowieso längst flötengeht.

Nach dem Gedankengut einer faschistischen Einstellung, wie die Neuen Rechten dies in ihrem Sinne wollen, schaut es erst recht ganz Übel aus. Das sollte jeder im Land verhindern, der wenigstens eine Demokratie will. Bei denen herrscht dann sowieso das Recht des Stärkeren, Armut wird dann per se als nichtig erklärt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Das eine Mal

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Liebe mich
nicht
zum tausendsten Mal,
küsse mich
nicht
auf ewig und immer,
umarme mich
nicht
als könnten wir
uns in der Ewigkeit
verlieren,
streichle mich
nicht,
als würdest du
mit deinen Fingern
auf den Meridianen
entlang gleiten,
laß uns spüren
die Wirbel stürmischer Winde,
das aufgepeitschte Meer,
uns verirren
in geheimnisvollen Gefilden,
als wär es
das erste Mal.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wald in Deutschland stark gefährdet

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Folgen des Klimawandels unübersehbar

Der Begriff des Waldsterbens dürfte noch bei etlichen in den Ohren klingen, die voller Sorgen damals schon feststellen mußten, wie dramatisch hierzulande Bäume litten. Hauptverursacher  war sowohl die Industrie als auch der Verkehr. Keineswegs daran unbeteiligt die Landwirtschaft sein dürfte, angesichts einer fortschreitenden Massentierhaltung erst recht hiesige Konsumenten dies mit zu verantworten haben.

Immer mehr zerstörte Waldfläche in Deutschland, wobei Geschäftsführer Christoph Rullmann der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald betonte, daß das „große Problem“ der Klimawandel sei. Letztendlich nichts neues, eine derartig nüchterne Feststellung ist schon lange absehbar.

Wetterextreme tun ihr übriges

Ganz besonders die zunehmende Dürre, die bereits mit dem dritten Frühjahr in Folge jetzt erheblich dazu beigetragen hat, die Waldschäden zu vergrößern. Gleichzeitig spielen auch Monokulturen eine nicht unerhebliche Rolle. Rein wirtschaftliche Waldnutzung schadet somit dem gesamten Bestand.

Eine Bundesregierung, die auf Ausbeutung des Waldes setzt, macht sich insofern explizit mitschuldig. Es rächen sich ausbeuterische Entscheidungen zu Ungunsten der Vegetation, überall kränkeln daher die Waldbestände. Trotz etlicher Proteste seitens mehrerer Umweltorganisationen und –vereinen überdenkt die Politik mitnichten ihr Handeln.

Die Folgen kann niemand übersehen

Wer denn genauer hinschaut. Jedem Naturliebhaber sollte das zu denken geben, zumal auch die Tierwelt davon betroffen ist, kränkelnde oder sterbende Bäume bedeuten Dezimierung der Artenvielfalt, eine Kettenreaktion par excellence.

Vor zwei Jahren stellte Nordrhein-Westfalen den generell „schlechtesten Waldzustand“ fest, der bisherig je registriert wurde. Nur etwas mehr als ein Fünftel der Bäume trugen normal dichte Kronen, über ein Drittel waren deutlich gelichtet. Was für ein dramatisches Ergebnis. Allerhöchste Zeit, daß die Politik endlich richtige Entscheidungen fällt, bevor die Schäden noch mehr zunehmen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Stadt Überlingen spielt sich als kleinkarierter Spießer auf

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Unterlassungsklage gegen Kleingärtner

Während Urban Gardening an Beliebtheit sinnigerweise viel eher zunimmt, vor über vier Jahren berichteten wir über solch Gebaren im Städtchen Andernach, scheinen in Überlingen am Bodensee die Uhren ein wenig anders zu ticken. Der Kleingärtner, Dr. Viktor Schlak, hat im Urteil „im Grunde nichts anderes erwartet“. Erstaunlich mit welcher Gelassenheit er das kleinkarierte Verhalten des Stadtrats kommentiert.

Eigentümer werden per Gesetz besonders geschützt und entsprechend vertreten, selbst wenn deren Verhalten alles andere als sympathisch ist, man darf in diesem Fall viel eher von einer asozialen Handlung sprechen. Immerhin spendete der Kleingärtner sein angepflanztes Gemüse und die Kartoffeln großzügig bedürftigen Menschen. Bei weiterer Zuwiderhandlung droht ihm jetzt ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro oder ersatzweise ein halbes Jahr Ordnungshaft. Was für eine frappante Entscheidung!

Überlingen bewies gleichwohl wenig Fingerspitzengefühl

Im Umweltkrimi zur Platanenallee, dem am Ende die alten Platanen zum Opfer fielen. Über den Schlußstrich berichteten wir Ende Februar 2017, daß diese bald schon Geschichte sein wird. Auch in diesem Fall obsiegten die Stadtväter ohne jedwedes umweltpolitisches Gewissen. Eine Parallele zum jetzigen Urteil gegen den Kleingärtner darf man ruhig ziehen, was die Dreistigkeit anbelangt, wie vor Ort Politik gestaltet wird.

Nämlich zum Nachteil einer humaneren Gesellschaft, es zählt das Recht nach Gutsherrenart. Bloß nichts abgeben, mir das Meiste, Hauptsache ein grüner Rasen, was interessieren die Belange anderer. Während bei der Platanenallee noch erheblicher Widerstand sich formierte, bleibt es beim „Kartoffelkrieg“ verhältnismäßig ruhig. Allerdings bemühte sich der SWR wenigstens um einen kurzen Beitrag.

Eine Berufung wäre mehr als angebracht

Um das Urteil des Amtsgerichts Überlingen anzufechten, wobei das zuständige Landgericht in Konstanz in Frage käme. Jedenfalls gibt sich der 76-Jährige ziemlich kämpferisch. Vielleicht könnte auch eine Petition ihm den Rücken stärken. Je mehr Menschen vor Ort zu seinem Anliegen stehen, umso deutlicher erhält der Stadtrat einen Denkzettel.

Schikanen dieser Art haben angesichts eines solchen Engagements eben nichts verloren, unterstreichen viel eher eine herzlos egoistische Haltung, die es selbstverständlich anzumahnen gilt. Drücken wir ihm die Daumen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Leben – pulsierende Momente des Daseins

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Im Wechsel der Gefühle

Natürlich steigen Erinnerungen auf, wenn die Natur nach langem Winter erwacht, frühlingsmüde wir uns erheben, staunend jede neue Blume bewundern, dem balzenden Treiben der Vogelwelt zuhören.

Das Leben fordert sein Recht auf Erneuerung, pulsierende Momente des Daseins im Wechsel der Gefühle sich vergegenwärtigen, ganz ähnlich wie bei einer lästigen Fliege trübselige Gedanken weggewischt werden wollen. Kein Raum für düstere Visionen mehr zulassen, da klare Luft und heller Sonnenschein einem den morgendlichen Tag zu versüßen scheint. Was kann es schöneres geben, als hoffnungsfroh und positiv gestimmt am besten mit seinen Nächsten die Welt zu umarmen?

Ewiglich möchte man solch Anwandlungen festhalten, weil schon Sekunden oder Minuten später die Realität uns zurückholt in das dramatische Treiben einer Menschheit, die vergessen hat, warum sie geboren ward auf Erden. Aus dem Schoß der Mutter entsprungen in die gezielt geordneten Bahnen der eigenen Familienstruktur sich aussetzend, zusammen mit dem Korsett einer Gesellschaftserwartung gehen sie dahin, ganz dicht ihrer zugedachten Rolle gerecht werdend, funktionieren sie, wie es die Umstände einfordern. Das mag nach zynisch bitterem Vorwurf klingen, spiegelt allerdings die allseits stattfindenden Schicksale wider!

Welch wohltuende Lichtblicke all derer, die den Normen, fragwürdigen Vorschriften kess entgegenblicken und sich verweigern, querdenkend andere Wege suchen, finden und couragiert begehen. So gar nicht im Sinne bestimmter Häscher, die da andere Pläne sich erdachten. Der Widerstandleistende etwa in den Fokus gewisser Verdachtsmomente gerückt, an den politischen Pranger gestellt, mit dem Finger auf ihn zu zeigen, um vor eigenen Schandtaten abzulenken? Dieses alte Muster der simpelsten aller Strategien weiterhin bis heute noch funktioniert?

Und schon geschehen wieder schreckliche Ereignisse, ziehen die Menschen in den Bann der ohnmächtigen Trauer, die dennoch perfide sich einreihen ins Puzzle der Ignoranz, der Intoleranz und dem fanatisch extremistischen Gedankengut in die Hände spielt. Bewußt etwa nachgeholfen oder einfach Geschwätz von Verschwörungstheoretikern?

Die Wahrheit liegt bekanntlich irgendwo dazwischen. Vielleicht verträgt Mensch sie gar nicht in Gänze, wenn er alles wüßte, was real geschieht? Erneut das Grübeln und Fühlen sich abwechselnd, nahezu orientierungslos auf unbekannten Bahnen wandelnd gleitet. Lassen wir es zu, die Ideen, das Hinterfragen, das Trauern und Freuen, das Lieben und Reden, aber mitnichten den Haß, der schon so vieles zerstörte.

„Das Glück besteht darin, zu leben wie alle Welt und doch wie kein anderer zu sein.“ (Simone de Beauvoir)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Kreierte Tatsachen sind echter

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Da fragt man sich doch,
lohnt sich Wahrheit noch,
angesichts aufgespritzter Pos,
manipulierten Photos,
Fake News-Helden,
Zeitungsenten,
gekaufter Likes,
mit vergifteten Spikes
gespickten Wörtern,
nicht lohnenswert zu erörtern,
für welchen Zweck sie angewandt,
selbst dem Dümmsten bekannt,
mit dreisten Lügen
läßt sich mit Gold aufwiegen
jede Blödheit,
avanciert zur Wissenschaftlichkeit
werden die verbreiteten Idiotien
zu Ideologien
narzisstischer Personen,
die mit diesen Placebo-Methoden
nur ihre eigenen Tatsachen kreieren,
ihre Fans auf allen Vieren
zu ihnen kriechen um Niedertracht
als Oblate der Macht
für gespaltene Zungen zu erlernen,
um Aufrichtigkeit zu entfernen,
die Antwort hört man wirklich,
Fakten sind so immens schrecklich.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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