Der Schein vom Sein

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Phrasen dreschen allseits beliebt,
ob in Chefetagen oder in der Politik,
am Stammtisch oder zu Hause,
keiner vermißt sie, fallen sie mal aus,
zu viele gehen ihnen auf den Leim,
weil zu simpel ihr verborgener Schein.

Fakenews in den Social Media glänzen
neben Nachrichten als Infos,
während der kleine Mann verlernt,
zu unterscheiden, weil keine Zeit vorhanden
vor lauter Jobs, die garantieren
die Teilhabe am Leben, um nicht zu verlieren.

Zerbrochene Familien, Trennungen Hand in Hand,
Ablenkung soweit das Auge reicht,
Hauptsache der Spaßfaktor wird angeboten,
jedwedes Unheil anderswo ausgeblendet,
für gute Unterhaltung wird nonstop gesorgt,
ein sorgenfreies Leben dir angeblich geborgt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Trumpomanie läuft in Höchstform auf

Er kam, sah und log permanent

Jedes Wort ihn zu beschreiben, trifft mitnichten den Nagel auf den Kopf, er muß tagtäglich allzu kläglich übertreiben, jener bedauernswerte Tropf, so meint ihro Gnaden, der 45. US-Präsident, es könne ja nix schaden, zu löschen, obwohl es nirgendwo brennt. Kein Amtsträger hat wie er je zuvor dermaßen viele Fakenews verbreiten dürfen, aber Hauptsache Sektkorken knallen und Champagner schlürfen, he makes America great again, what’s about his brain?

Der Kopf ist träge, vom Inhalt sei hier die Rede, der Lügenpräsident wird ob dieser Rolle seinen Platz in der Geschichte erhalten, explizit bösartig das US-amerikanische Volk dabei spalten. Doch wer gern Steine im Glashaus schmeißt, der natürlich auf jedwede Wahrheit scheißt, das ist ziemlich dreist.

When Trump rings twice, greift mitnichten der Spruch „ohne Fleiß kein Preis“. Warum dies man ohne weiteres behaupten kann, weiß längst jedermann, klar doch jede Frau ist ebenso schlau. Die verachtet der Hochstapler und Narzißt in Social Media von Twitter bis Pinterest, er räkelt sich allzu gern im selbsterfundenen Nest.

Kaum ein Politikum, welches er nicht mißbräuchlich stiefmütterlich behandelt, sei’s drum, Hauptsache Trump hat verschandelt. Wir wissen doch allesamt, Trumps Rassismus erscheint widerlicher denn je, er ist der Garant fürs Selbstloben übern grünen Klee. Sagt sich, ach ist das schee, ich habe raus den ultimativen Dreh. Oh ne, dat tut aba weh!

Hatte es vor gut zwei Jahren noch geheißen, either Putin oder Trump – that’s the question, scheint jetzt was anderes ihn zu befleißen. What kind of reaction? Die Antwort liegt doch ganz offensichtlich auf der Hand, Trump schadet mehr als Putin dem eigenen Land. Während der Ex-KGB-Mann wenigstens clever seine Missetaten vertuscht, scheint dem Trump die Wirklichkeit hinfortgehuscht. Kein Problem für jenen Lebemann, dann sind erneut Fakenews mal wieder dran.

Was war da nochmals neulich zu sehen? Trumps US-Wahlkampf bestätigt dessen Unvermögen. Wie konnte das nur geschehen? Woran hat dies wohl gelegen? Na, das sollte man mit Leichtigkeit wissen. Den Menschen im Lande geht’s durch Trump erst recht beschissen. Inzwischen kippt die Stimmung gegen ihn, er wiederum kriegt’s erst recht nicht hin. Wer hat nun dabei den Spleen? Nö, nicht die Queen, sondern The Donalds Unsinn!

Doch der selbstgerechte Trump sitzt auf seiner ausgedachten Wolk, beleidigt, droht gegen das eigene Volk. Beschimpft Joe Biden als „Sleepy Joe“, doch wer greift wohl hierbei ins Klo? Sie wissen es längst, der blonde Dolle, der sich stets fühlt als der beste Hengst. Dabei beschimpf er jede Frau als eine „Olle“. Während die Nation unter dessen Tiraden leiden muß, über Politik davon zu reden, wäre der reinste Stuß, und zu allem Überdruß erhält er besonders gern von Despoten einen freundlichen Gruß. Humpty-Trumpty sollte last not least abgewählt werden, bevor noch mehr die Weltpolitik liegt durch ihn in Scherben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Ballermann-Mentalität offenbart dreiste Ignoranz

Ohne Maske säuft es sich wohl besser

Immer hoch die Tassen, wir wollen saufen und prassen, manche können es eben doch nicht lassen, Hunderte Deutsche feiern ohne Masken, das Entsetzen auf Malle ist entsprechend groß. Wen wundert’s wirklich? Vielleicht all diejenigen, die nicht wahrhaben wollen, was da vor ihren Augen geschieht. Von Einsicht nicht die geringste Spur.

Das erinnert an ähnlichem Verhalten, welches bereits besonders in Stuttgart und Berlin stattfand, gepusht von Querfrontlern, Verschwörungstheoretikern und einer rechtsradikalen Szene bis hinein ins Weiße Haus, wo The Donald per Ignoranz glänzt.

Auf Urlaub gibt es kein Corona

So die Einschätzung jener Feriengäste in Mallorca, die hundertfach angewandt das Gebot des Maskenschutzes mißachten und die Gesundheit anderer gefährden. Man sollte sie allesamt nicht nur außer Landes verbannen, sondern obendrein per Bußgeld empfindlich bestrafen. Solange der Gesetzgeber zu viel Milde an den Tag legt, ändern sich derartige Touristen mitnichten.

Spätestens nach etlichen Bieren vergessen die Ballermänner und –frauen jedwede Rücksicht, Hauptsache feiern bis zum Abwinken. Das hat wesentlich mit einem krankhaften Egoismus zu tun, den man auch sonst gern an den Tag legt. Eine Klientel, die ihre niveaulose Mentalität ungeniert pflegt. Da kann man letztlich nichts erwarten, schon gleich gar keinerlei Einsicht.

Mit Blick zur weltweiten Lage schaut es nicht gut aus

Covid-19 wird uns noch eine ganze Weile lang beschäftigen. Je länger die Pandemie anhält bei gleichzeitigem Fehlverhalten, desto mehr Opfer sind zu beklagen, umso länger dauert das Leid. Gute 64.000 Infektionen an einem einzigen Tag in den USA, wobei 774 Menschen in 24 Stunden offiziell verstorben sein sollen, offenbart eine Entwicklung, die weiterhin als hoch dramatisch gewertet werden muß.

Nach wie vor seitens Donald Trump keinerlei Rücksicht oder gar ein Gedanken eigener Verfehlung. Das wiederum beflügelt erst recht den „einfachen Bürger“ in den USA oder eben den Massentouristen wie in Mallorca. So brutal das klingen mag, ganz offensichtlich sind noch nicht genug Menschen gestorben, daß auch der Letzte erkennt, was hier offensichtlich geschieht!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Türkische Kirschen

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Meins waren sie,
schmeckten mir,
mir allein,
kein Stibitzen,
kein Verteidigen
des Gesammelten,
Haselnüsse, Veilchen,
Primeln, Walderdbeeren,
bevor ich sie teilen konnte,
weg waren sie,
nur sie nicht,
die Türkische Kirsche,
mein Baum, meine Früchte,
unter ihrem Schatten
im grünlich weißen Licht
viele Sommer lang
mein beschütztes Reich,
im wässrigen Weinrot
gespiegelt die Mauer,
hüfthoher Tisch,
Bettstatt mit Aussicht
über den See,
zu den Alpen,
Richtung Orient,
die letzten Tage
der Kindheit,
mehlig, wässrig, süß
nur für mich,
Kerne zum Abkauen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Im sibirischen Werchojansk viel zu heiß

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Leugner des Klimawandels tappen im Dunkeln

Als die Rede davon war, daß die Eisschichten der sibirischen Permafrostböden langsam aber sehr sicher dünner werden, ein sicheres Indiz zum rasant fortschreitenden Klimawandel, wollten viele dies nicht wahrhaben. Inzwischen erreicht der Klimawandel eine gefährliche Schwelle, im nordsibirischen Werchojansk wurden am 20. Juni morgens um 9 Uhr 38,0° C gemessen.

Während hierzulande teilweise der Sommer viel zu kühl sich präsentiert, nördlich des Polarkreises in einem der kältesten Orte der Welt derart hohe Temperaturen gemessen werden? Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu. Ganz genau, die Klimakrise offenbart der Menschheit eigenes Verschulden, schonungslos, live und direkt!

FFF mobilisierte sich rechtzeitig

Um einer ignoranten Welt den Stinkefinger zu zeigen, obwohl bereits seit Jahrzehnten z. B. der Club of Rome oder Greenpeace sowie Umweltschützer und Meteorologen auf die Problematik des Klimawandels hingewiesen haben. Davon wollte die verantwortliche Politik all die Zeit so gut wie nichts wissen, langsam dämmert ihr die Notwendigkeit der Problematik.

Der Klimawandel spitzt sich zu, auch die UNO warnt erfolglos. Was muß noch alles geschehen, bis der Ernst der Lage tatsächlich wesentlich entschiedener angegangen wird? Es reicht wohl ziemlich offensichtlich immer noch nicht, daß Wetterextreme den Klimawandel bestätigen, der Raubbau von Ressourcen hält genauso an wie der CO2-Ausstoß trotz etlicher Warnungen.

Mottenplage sucht ebenso Sibirien heim

Besonders dieser heiße Sommer in Sibirien fördert das Wachstum einer schädlichen Mottenart, deren Larven allzu gern sich von Koniferen ernähren, sich im rasenden Tempo dadurch vermehren. Das wiederum begünstigt die ohnehin schon vermehrt auftretenden Waldbrände, weil ohne Nadeln die Bäume schneller den Bränden zum Opfer fallen.

Ein gefährlicher Kreislauf in Russland, was zweifellos letztlich ziemlich mitentscheidend das Weltklima erheblich beeinflussen wird. Die Weltgemeinschaft wäre somit gut beraten, sich nicht einfach wegzuducken. Es betrifft uns alle.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Klima/Wetter

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Wellenfischen

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Flüchtig, zerbrechlich, kleine Perlen,
schimmernde gerundete Schuppen
aufgefangen mit meinen Händen,
zerspringen diese Wasserbläschen
zu schlängelnden Tropfentierchen,
die weich zwischen meinen Fingern
durchsichtig glitzernd zerrinnen,
unaufhörlich glucksend murmelnd,
wie meine Fangkunst ist zu sabotieren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Alles nur Zufall?

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Bild von Kaijee auf Pixabay

Nachmittags in irgendeinem Industriegebiet

Prasselnder Regen erscheint manchmal völlig unerwartet die Gedanken in verschiedene Richtungen kreisen zu lassen. Gerade mal noch alles weiß überzogen die Kälte des Winters den sehnsuchtsvoll erwarteten Frühling in weite Ferne verbannte, rückten milde Vorboten heran, um mit diesem Wolkenbruch einen Vorgeschmack lauer Tage zu liefern.

Ein blechern klingendes Geräusch gesellte sich zunächst kaum vernehmbar hinzu. Bei genauerem Hinsehen wurde schnell klar, wieso die Assoziation des Sounds dermaßen deutlich keinen anderen Grund zuließ. Eine Blechdose, gänzlich ohne Inhalt, das Etikett, welches mal einen Hinweis über ihn selbst lieferte, aufgeweicht ins Unleserliche nur am Bodenrand noch lose hing. Unweit der tristen Szene saßen zwei Obdachlose unter einem großzügigen Dachvorsprung einer Lagerhalle auf alten Matratzen, der eine in Gedanken versunken halb im Delirium vor sich hinsummend, der andere richtete sich just auf, verneigte sich und begann eine ernsthafte Rede vor imaginärem Publikum, welches tatsächlich außer der Blechdose nur noch aus ein paar eiligst davonhuschenden Mäusen bestand, die im nahen Gebüsch verschwanden.

„Meine sehr verehrten Damen und hochgeschätzten Herren, wie Sie allesamt sicherlich wissen“, verkündete er sichtlich bewegt, ein ganz klein wenig unmerklich schwankend, „überstürzten die Ereignisse der letzten Tage sich unaufhaltsam. Niemand hatte auch nur ansatzweise damit gerechnet, oder? Ob die plötzliche Amtsniederlegung des Heiligen Vaters, Pferdefleisch in Lasagne, in Pizzen oder sonst wo, die Gefahr aus dem All durch Meteoriten wie jetzt im Ural, Light-Limonade doch alles andere als gesund, um nur mal ein paar hier aufzuzählen, verdeutlichen sie uns etwas, dürfen wir als Hinweis werten, oder?“

Während der hagere, aber breitschultrige Mittvierziger kurzfristig innehielt, um sich umständlich eine schmale Flasche aus der grauen, langen Manteltasche hervorzukramen, streckte sein Kumpel sich der Länge nach hin, applaudierte heftig ohne bestimmte Rhythmik, sondern vielmehr unkoordiniert halbherzig, lachte kurz auf und drehte sich weg vom Geschehen. Angesichts der geringen Resonanz ob seiner Ansprache-Eröffnung, fühlte der selbsterkorene Redner sich aufgefordert, erst recht mit Nachdruck Argumente zu liefern.

„Was glauben Sie wohl, meine Herrschaften, was sich dahinter verbirgt? Haben Sie wirklich gedacht, daß alles sei purer Zufall oder geschehe einfach so? Nein, mitnichten!“, fuhr er sichtlich entrüstet fort, „man braucht nur eins und eins zusammenzählen, und schon haben wir nicht etwa zwei, sondern einen Zusammenhang, wer ihn denn sehen will. Die einen bezeichnen es als Sodom und Gomorrha, andere wiederum als Vorsehung, Wink des Schicksals, der uns jetzt sämtlich erreicht, einige haben schon immer den Weltenuntergang prophezeit, denken wir an die Zeugen Jehovas, die nunmehr ihre Stunde wähnen, und so weiter. Na, klingelt’s bei Ihnen? Nein, nicht?“

Der Regen ließ genauso plötzlich nach wie er gekommen. Die gereinigte Luft nutzte ein kleiner Schwarm Spatzen, um sich zwitschernd ganz in der Nähe des Mäusegebüschs niederzulassen. Der Liegende schnarchte längst im Tiefschlaf versunken, was den Hageren nicht davon abhielt, seinen Redefluß zu beenden.

„Also gut, ich verrate es Ihnen!“, verkündete er sich etwas vorbeugend, seine Stimme senkend, als ob dort die erste Reihe des vermeintlichen Publikums ganz besonders konzentrierte Neugier ihm bescheinigen würde, „Sie müssen das in einem weitläufigen Kontext betrachten, sowie interpretieren und wie ein Puzzle zusammensetzen. Davor geschah schon allerhand, oder? Denken wir an 9/11, den weltweiten fortsetzenden Sozialabbau, die aus dem Hut gezauberten Krisen, die alles andere als echt waren, die steigende Arbeitslosigkeit, die daraus schneller wachsende Armut selbst im ach so reichen Westen, und so weiter. Immer noch alles purer Zufall?! Na, sicher doch, es passiert immer was, lassen wir es doch einfach geschehen. Daß mein Kumpel und ich hier sind, daran sind wir doch selber schuld, sagen die Leute, die uns begegnen, ohne auch nur einmal ernsthaft uns zu fragen: wieso?! Ne ne, laßt man, ich habe schon verstanden. Wenn Sie nicht wollen, dann nur zu, einfach stets konsumieren, den Lauf der Zeit kritiklos hinnehmen, kann eh niemand ändern, hat bestimmt seine Richtigkeit.“

Ohne einen weiteren Kommentar sank er etwas in sich zusammen, schaffte gerade noch die paar wenigen Schritte zurück zum Matratzenlager und setzte sich im Schneidersitz neben seinen schnarchenden Kumpel. Die Spatzenschar fühlte sich nunmehr angegriffen und flog aufgeregt von dannen. Nur die Sonne zeigte ganz weit hinten am Horizont, daß der Nachmittag längst in den Abend überging. Wirklich ruhig war es nicht hier am Rande des zerfallenden Industriegebietes, irgendwo in der Ferne hörte man das Rauschen schnell fahrender Fahrzeuge.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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