Traumverloren

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Ohne verbindliche Regelmäßigkeit
schlich er sich in beliebige Leben,
nahm jedes Mal, stets, immer ein Stück
aus der realen Welt in sein Reich mit.

Es ergab sich keine Gelegenheit,
beim nächsten Träumen aufzuheben,
was erbeutet, wahrscheinlich zum Glück,
denn richtig vermißt wurde die Beute nicht.

Eher förderte es neue Beweglichkeit,
schaffte Platz für vielfältiges Streben,
wer erkannte, alte Fracht ließ man zurück,
tänzelt traumverloren in Schatten und Licht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Putin kurz vor der Alleinherrschaft

Lupenreine Demokratie schaut anders aus, Herr Schröder!

Väterchen Russland leidet weiterhin. Das kann auch kein Wladimir Wladimirowitsch Putin geradebiegen. Nach dem Zarismus und dem Kommunismus hatte man mit Glasnost Hoffnungsschimmer am Horizont erahnen können, zumal ein relativ junger Putin Oligarchen den Kampf ansagte.

Nichts blieb davon übrig, was der Ex-KGB-Mann vollmundig versprach, versickerte in eigene Kanäle, inzwischen darf man vom ewigen Präsidenten der „größten gelenkten“ Demokratie sprechen. The Winner is Wladimir Putin.

Nazideutschland war gestern, oder etwa doch nicht?

Die Corona-Krise verhinderte den Aufmarsch russischer Paraden des 75. Jahrestages zum Sieg Russlands über Nazideutschland. Stattdessen läßt Putin eine gigantische Militärparade auffahren, clever genutzt vom historischen Datum des 24. Juni 1945, der ersten Siegesparade nach Kriegsende in Moskau.

Doch was geschah danach tatsächlich hierzulande? Etwa eine lückenlose Aufklärung und Aufarbeitung der Naziverbrechen? Mitnichten! Viel zu engmaschig gestalteten und behaupteten sich vor allem die Seilschaften. Der NSU war lediglich ein Indiz dafür, inwieweit die Justiz weiterhin auf dem rechten Auge blindlings agiert, während die verantwortliche Politik immer noch viel zu halbherzig einer Neuen Rechten begegnet.

Sozialdemokratie erheblich belastet

So das Ergebnis des historischen Verlaufs zwischen dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Von einer lupenreinen Demokratie hat sich der Kreml längst verabschiedet, die SPD trug den Schaden davon.

Jetzt am nächsten Mittwoch, dem 01. Juli, läßt Putin die Russen über die Verfassungsänderung abstimmen. Versteht sich von selbst, daß es dabei gleichwohl nicht mit rechten Dingen zugeht. Viele werden eingeschüchtert, von einer unabhängigen, neutralen Wahl kann somit gar keine Rede sein.

Was seinem Amtskollegen in den USA nicht gelingen mag, setzt Wladimir Putin kurzerhand um. Vielleicht folgt Donald Trump dennoch mit „freundlicher Unterstützung“ seitens Russlands, bei der letzten Wahl zum US-Präsidenten hatte doch der Einfluß entsprechend Wirkung gehabt, auch wenn hinterher Trump erneut den Medien Lug und Trug vorwarf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Echo voll Leben

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Vorhin
gerade eben
im Tunnel
das Ende
war so klar
gewesen
hell bestrahlt
vom Tageslicht
die grauen Wände
der Unterführung
bedeutungsloses
Nichts
da durchschritt sie
ein Gedanke
der Weg
zum Tod
führt durch
eine düstere Halle
begeht sie
selbstverständlich
vielleicht
mit leichtem Gruseln
und am Ende
ein Blick zurück
Trostlosigkeit
von Licht
zu Licht
mit ihrem Lachen
ließ sie den Tunnel
kurz beleben
mit dem Wunsch
möge es lange
in dem hohlen Gang
schweben

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Dafür sind Sie hauptverantwortlich, Herr Präsident!

Donald Trump mobilisiert Terror in den USA

Was hierzulande u.a. ein Jürgen Elsässer, der Kopp-Verlag, Patrioten, die AfD, ein Lutz Bachmann als geistige Brandstifter verursachen, obliegt ganz offensichtlich dem Ansinnen des US-Präsidenten, der derzeit auf Wahlkampftour unterwegs zum zweiten Mal antritt, um die noch größte Wirtschaftsmacht weiterhin zu regieren. Jedes Mittel scheint ihm recht zu sein, den rassistischen Kurs nonchalant fortzusetzen.

Inzwischen dient gar das Auto als Waffe gegen unliebsame Anti-Rassismus-Demonstranten, die man auf diese Weise ungeniert attackiert, wie der Stern jüngst berichtete. Wahrlich, The Donald makes America great again. Nämlich darin, dessen jahrhundertelangen Rassismus in vollen Zügen auszuleben. Nach George Floyd und berechtigten Protesten fällt dem 45. Präsidenten nichts Besseres ein, diese als „linke Radikale“ zu verunglimpfen.

Die USA auf bestem Weg in den Bürgerkrieg?

Was mit Autowaffenbedrohungen und brutaler Gegenwehr seitens etlichen anderen rechten Gesinnungsgenossen im Zuge der Proteste geschieht, schaut nach gezieltem Vorgehen aus. Dahinter verbirgt sich neben dem Ku-Klux-Klan eine breite Front Rechtsradikaler, die aufgrund Trumps Verhalten sich aufgefordert fühlen, ihren Haß vollends auszuleben. Endlich darf Rassismus wieder offen ausgetragen werden, zumal gar Polizisten dies praktizieren, so deren Gedankengut.

Das können aufrechte US-Bürger nicht auf sich sitzen lassen, beste Bedingung für offene Straßenkämpfe, die sich entladen könnten. Vergessen sei in diesem Kontext nicht, daß generell Waffen schnell mit von der Partie sind bei Streitigkeiten. In den USA sitzt angesichts der Waffengesetze der Colt sowieso ziemlich locker, Erinnerungen an Hollywood-Western-Streifen werden wach.

Weiße Rassisten spielen sich als Herrenmenschen auf

Das kennt man allerdings aus der Geschichte, dürfte nichts neues sein, nur daß sie sich erschreckenderweise im noch jungen 21. Jahrhundert wiederholt. Fehlanzeige, wer geglaubt und gehofft hatte, dies sei überwunden.

Ohnehin verbirgt sich dahinter die Erkenntnis, daß Rassismus schon lange ein globales Problem ist. Hatten wir noch mit Barack Obama eine gewisse Beruhigung in den USA verfolgen können, wurde sie mit Donald Trump in Windeseile zunichte gemacht. Obendrein fühlen sich auch andere Länder berufen, den rechtsradikalen Weg einzuschlagen, wie man unschwer in Polen, Ungarn, Tschechien und Brasilien nachvollziehen muß. Gleichzeitig ein Aufruf all derer, die solche Entwicklungen nicht weiter dulden wollen. Solidarität ist mehr denn je vonnöten!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Trippeln um vier

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Er trippelte um vier
jeden Tag um vier
die Straße lang
sein Leben lang
Schichtbeginn um sechs
Fabriksirene heult um sechs
als Kind nicht geschont
als Mann daran gewohnt
sah ihn als Mädchen um vier
sah ihn als Frau um vier
mein Leben lang
trippelte er die Straße lang
er aß stets zu Abend um sechs
er starb sonntags kurz vor sechs
sein Körper war voll Granatsplitter
lebensfroh war er nicht verbittert
er trippelte um vier
schrie nachts vor Schmerzen um vier
scherzte öfters mit uns Kindern
vermutlich um seine Qualen zu lindern
mein jüngster Enkel ist nun sechs
ich sah den Kriegsversehrten mit sechs
sah ihn trippeln jeden Tag
er jeden Tag im Schützengraben lag
es ist nun kurz vor vier
gleich trippelt er vorbei um vier
Kriege enden niemals
mein Enkel Krieg ist keine Lösung jemals

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Fällt bei den Grünen endlich der Groschen?

Hartz-IV-Sätze anheben

Nachdem unter Gerhard Schröder die Arbeitslosenhilfe abgeschafft und jene desaströsen Hartz-IV-Gesetze ins Leben gerufen wurden, konnten auch die Grünen sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen als Koalitionspartner. Ein Makel, der ihnen seitdem anhaftet.

Damit soll jetzt endlich Schluß sein, wie auch die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt verkündete. Die Partei wolle Hartz-IV-Empfänger näher an die gesellschaftliche Mitte rücken, die Hartz-IV-Sätze verändern. Im Einzelnen endlich sie anheben.

Kein Armutsrisiko in der Corona-Krise

Lautet die Vorgabe, die die Grünen sich auf ihre Fahne geschrieben hat. Die Linke fordert das von Beginn an, seitdem diese im Deutschen Bundestag sitzt. Die Grünen verschoben eine Richtigstellung auf die lange Bank. Endlich Einsicht vorhanden?

Nachdem im November letzten Jahres Sanktionen immer noch nicht abgeschafft worden waren, folgt nunmehr eine Rückkehr zu sozialer Notwendigkeit? Das wäre doch mal ein positives Signal. Zumal gerade in der Corona-Krise Hartz-IV-Empfänger besonders betroffen sind, bedenkt man, daß die Tafeln bundesweit geschlossen waren.

Gleichzeitig rufen Überlegungen zur Erhöhung der Regelsätze verständlicherweise jene auf den Plan, die ein BGE (Bedingungsloses Grundeinkommen) fordern. Was spricht dagegen, dies auch umzusetzen?

Mit der Union wird es harte Verhandlungen geben

Sollte ein Friedrich Merz als Bundeskanzler für die Union regieren, die Grünen mit ihr koalieren, dürften solche Überlegungen schwierig werden, sich durchzusetzen. Ein Black-Rock-Man ist weitentfernt von solchen sozialen Gedanken. Im Gegenteil, er entpuppt sich viel eher als „Aasgeier“ der Reichen. Wen wundert’s wirklich?!

Das paßt auch zu dessen Auftreten. Seine Haltung spiegelt sich facettenreich in Gestik, Körpersprache und etlichen Argumenten wider, die er gern vollmundig zum Besten gibt. Die Union schmunzelt insofern lieber über alle Erhöhungsüberlegungen. Das entspricht exakt ihrer heuchlerischen „christlichen“ Haltung. Erneut ein Indiz dafür, endlich das „C“ ihres Parteinamens zu verbannen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Wo die Liebe hinfällt

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Blendendweiße Zähne lächeln dich freundlich an,
und du grübelst, was da noch geschehen mag.
Bis nach langen Gesprächen und Blicken irgendwann –
wie soll es anders sein – sie in deinen Armen lag.

Wo die Liebe hinfällt, kann kaum jemand bestimmen,
sehr viele Facetten tragen geheimnisvoll dazu bei.
Mal sind wir ganz klar im Kopf, mal wie von Sinnen,
am Ende glaubt man zu wissen: Wir lieben uns, wir zwei.

Verliebte blenden aus die Alltagssorgen,
verschwenden kaum Zeit für andere Gedanken,
was jetzt ist, das zählt. Was interessiert da morgen?
Was heute sich gut anfühlt, könnte morgen schwanken.

Drum halten viele Beziehungen nicht auf Dauer,
weil im Rausch schöner Gefühle die Macken nicht sieht,
wer nicht erkennt, daß neben Sonne da sind auch Regenschauer.
Auf diese Weise schon mal die Liebe entflieht.

Halten wir uns dran, suchend, uns dennoch zu finden,
denn die Liebe gehört zum Leben ohnehin.
Man möcht’ sie nicht missen, dafür gern sich schinden,
und so sich sagt: Liebe hat ihren tieferen Sinn.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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