Eine Hellseherin

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Mir schien,
es schien mir
mit seinem Lichte
der Mond
in mein Angesichte,
so hell und klar,
Mittagshitze
denkbar war,
die Teer
zum Schmelzen
brachte,
mein Gefühl
daraufhin dachte,
und es dachte
weiter,
warum stimmt
mich das nicht heiter,
das war eine Frage,
erkannte ich,
ich ging zu Bette
erinnerte ich mich,
las in einem Roman,
der mich in
seine Geschichte
aufnahm,
die Welt am Rand
der Apokalypse,
ein Bildnis
für die Kulisse,
Licht erhellt,
wo Furcht sich aufhält,
enthüllt, was verschleiert,
der Erde Umlaufbahn
in Wahrheit leicht eiert,
es hebt sich der Vorhang,
Erkenntnis ist kein
Untergang,
meine Nachttischlampe
scheint eine Lehrmeisterin,
sie scheint,
sie ist eine wirkliche
Hellseherin.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Liberaler Populismus mit verantwortungsloser Haltung

Wolfgang Kubicki lehrt uns das Fürchten

Hinlänglich bekannt dürften all die politischen Entgleisungen jener FDP sein, ob seitens der Herren Möllemann, Westerwelle, Lindner oder immer mal wieder Wolfgang Kubicki. Das paßt zu jenem neoliberal verzweifelten Bild einer Partei, die gar eine Legislaturperiode pausieren mußte, am Wählerwillen selbstverschuldet scheiterte.

Im Zusammenhang bei Anne Wills Corona-Talk meinte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Freien Demokraten, Wolfgang Kubicki, „wenn jemand Angst hat, soll er zu Hause bleiben.“ Erneut ins Fettnäpfchen getreten, exemplarisch für jene Parteivertreter.

Schon wieder ein sogenannter Corona-Experte im TV

Man mag es kaum noch betonen, aber von jener Sorte gibt es zu viele, abgesehen von den Verschwörungsschwurblern, Querfontlern bis hin zu den Rechtsradikalen und einer zunehmenden Masse im Volk selbst, die sich dadurch verunsichern oder gar beeindrucken läßt. Da hat das Lunte werfen jenes FDP-Mannes erst recht dementsprechend seinen gewissen Anteil, der explizit als gefährlich zu werten ist.

Wer eine „Eigenverantwortung“ in der Corona-Krise einfordert, um im selben Atemzug unberechtigt Besorgte als „Ängstliche“ zu diffamieren, der hat den Ernst der Lage mitnichten verstanden. Obendrein entlarvt sich der Politiker mittels Unwissenheit, wenn er schon herumrätselt, was es mit der R-Zahl auf sich hat. Bläst da etwa jemand ins selbe Horn wie all jene, die unmaskiert protestieren, der Staat würde ihnen sämtliche Grundrechte nehmen wollen, in dem er mit Unwissen obendrein in einer Talk-Show glänzen will?

Wieviele Tabubrüche dürfen die Liberalen sich denn noch leisten?

In einer gut funktionierenden Demokratie kann man dies als irrelevant bezeichnen, weil ziemlich schnell der Wähler solche Parteien entsprechend abstraft. Allerdings schwingt viel Vergeßlichkeit und Schnellebigkeit mit, daß in der Praxis dies leider nicht fruchtet. Eine Ausnahme war die Abwesenheit der FDP im Deutschen Bundestag von 2013 bis 2017.

Das sollte sich eigentlich nach Kubickis letzter Entgleisung, erst recht bei Lindners peinlichen Auftritten wiederholen, obendrein hat Thomas Kemmerichs Tabubruch ebenso seinen Anteil gehabt. Trotzdem kratzt sie laut Emnid und Forsa die 5%-Hürde in den Prognosen. Noch sind keine Bundestagswahlen, aber die Liberalen bedeuten schon steigende Waagschalen unter so viel Wählerverlust. Was für ein Frust!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Corona einfach eine Fata Morgana

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Einerlei, Hauptsache wir alle sind frei

Es ist herrlich zu leben, mein Kind, es ist herrlich, weil wir alle freie Menschen sind. Was interessiert ein Corona-Virus oder gar die Bevormundung durch die Regierung. Das lassen wir keinesfalls zu, schließlich gibt es doch Freiheit für alle Zeit. Merkel muß jetzt endgültig weg, der Drosten ist an allem schuld. Jener neue Widerstand sei jetzt Kult.

Beim neuen Widerstand pfeifen Gleichgesinnte auf die braune Brut nebenan, selbst wenn Querfrontler mit jenem KenFM sich dazugesellen, Hauptsache unser Demorecht einfordern, egal mit oder ohne Abstand, Corona einfach ohnehin eine Fata Morgana. Was wir nicht sehen, riechen oder hören können, bringt uns allesamt nicht zum Flennen. Hey, Bulle, da magste rennen, wir passen dennoch auf, wenn auch im kleinen Hauf.

Hast du den Attila vorhin gesehen? Was war denn mit dem geschehen? Solch guter Koch wohl etwa doch den faulen Braten roch? Ja, doch, Bill Gates hat schuld, Schluß mit unserer Geduld. Nö, wir glauben nicht jeden Stuß, schon gleich nicht ist schuldig der Russ‘, entweder haben China oder die USA den Daumen drauf. Inzwischen mag man jenem Trump kaum noch was glauben, selbst wenn Mainstreammedien so gar nichts taugen.

Die blöden Kameras überall nerven uns schon viel zu lang, was interessieren die sich so für uns? Schließlich weiß doch längst Hinz und Kunz, daß die Regierung uns zwangsimpfen lassen will. Mannomann, ist das schrill. Niemand das haben will. Die Pharmariesen wollen wohl wieder ordentlich Knete machen. Na, dann muß es halt krachen.

Selbstverschuldet suchen sie neue Opfer, wir sind jetzt in aller Munde, das macht längst überall die Runde. Sollen sie doch berichten, weglassen oder dazudichten! Was meinen Sie? Wir nehmen keine Rücksicht, nie? Mögen doch die Corona-Gläubigen ihre Masken tragen, uns zu zwingen, sollen sie mal wagen! Wir lassen das nicht zu, so, jetzt ist mal Ruh.

Die Demokratie soll gefährdet sein? Welche Behauptung, nein. Wir bestehen auf unsere Meinungsfreiheit, die tun wir weiterhin überall kund. Egal ob die Bullen uns verjagen, dann erscheinen wir woanders an sämtlichen Tagen. Solange, bis jeder weiß, wir verachten euren Scheiß. Widerstand ist oberste Pflicht, selbst vor jedem deutschen Gericht.

Wir lassen uns nicht von diesem Virus beirren, dann werden halt ab und zu Fensterscheiben klirren. Das gehört zum protestierenden Ton, wer schweigt, läßt andere auf den Thron. Sollen doch die angeblich Kranken sterben, unsere Freiheit wird niemand verderben, egal ob’s Land hinterher liegt in Scherben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Frieden auf Erden unerwünscht

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Spekulation einer Illusion oder Lebenseinstellung?

Ein Zusammenleben ohne Gewaltausübung umfaßt den Sinn und somit die Bedeutung des Friedens, wie ihn wohl der Großteil der Menschheit sich herbeisehnt. Denn kein Mensch wird als Amokläufer, Massenmörder, Vergewaltiger, Diktator geboren, sondern genau deshalb, weil die Schöpfung ihm Leben einhauchte  und er wie ein aufgezogenes Uhrwerk es gestalten möge.

Was danach geschieht, hängt von den Lebensumständen ab, inwieweit die Umwelt Einfluß nimmt zusammen mit den eigenen charakterlichen Stärken und Schwächen, die sich Wege der Erkenntnisse suchen und finden werden bei entsprechendem Handeln. Und da alles Tun in Abhängigkeit einer Ja-Nein-Entscheidung steht, können wir es auch friedlich gestalten. Frieden auf Erden somit in erster Linie nur eine Spekulation einer Illusion oder aber einfach eine Lebenseinstellung?

Konfliktaustragung Bestandteil einer friedlichen Koexistenz

Überall gibt es Konfliktpotential beim Zusammenleben, das läßt sich keineswegs vermeiden, weil der Mensch fühlt, sich in Trauer, Freude, Schmerz, Einsamkeit, Geselligkeit, Liebe und Haß offenbart. Dabei schwingt das ewig gültige kosmische Gesetz der Polarität nach Hermes Trismegistos, im siebten kosmischen Gesetz, wo es u.a. lautet: „Gegensätze sind ihrem Wesen nach identisch. Die Wahrheit Gottes ist Eins. Urteile und werte nicht. Verurteile nicht. Erkenne auch die Gegenmeinung an. Alle haben Recht. Alles hat seine Berechtigung. Alles ist gut.“ Solange Mensch genau diese klaren und durchaus einfach verständlichen Prinzipien beherzigt und somit lebt, wäre kein Frieden gefährdet.

In dem Buch „Die Weisheit des Verzeihens“ vom Dalai Lama (erschienen im Lübbe-Verlag) fragt der jahrzehntelange Weggefährte und Co-Autor, Victor Chan, ihn selbst: „Die Fähigkeit, unseren Feinden zu vergeben, kann also unsere spirituelle Entwicklung vorantreiben?“ Worauf  der Dalai Lama antwortet, sie sei ganz entscheidend. Sie gehöre zu den wichtigsten Dingen. Sie könne unser Leben verändern. Um Haß und andere zerstörerische Gefühle zu verringern, müsse man deren Gegenteil entwickeln – Mitgefühl und Güte. Versöhnlichkeit ermögliche den Kontakt mit diesen positiven Gefühlen. Dadurch würde das spirituelle Wachstum gefördert.

Diese Fähigkeit umzusetzen folglich der Schlüssel für einen Weltfrieden? Auf alle Fälle, es liegt nur am Mensch selbst, ob er diese Zusammenhänge erkennt und lebt.

Gibt es bedingungslosen Frieden oder aber zieht absolute Macht eine scharfe Grenze?

Bevor man sich dieser Frage nähert, betrachten wir die indogermanische Sprachwurzel für Frieden: pri, was wiederum „nahe“ bedeutet. Das Beieinandersein, sich nahe sein, muß somit als Quelle des Friedens betrachtet werden, zumindest im sprachlichen Umgang. Für die Goten stand gafridon für „versöhnen“ und Friede selbst die Germanen fripu nannten. Gewaltloses Zusammenleben verdeutlicht wohl am ehesten einen Frieden. Dieser, der von Familien ausgehen möge bis hin zu Staaten, setzt auch ein nichtkriegerisches Verhalten in Friedenszeiten voraus. Die Sehnsucht nach friedlichen Zeiten spiegelt sich besonders hier in Europa wider, nach den schrecklichen zwei Weltkriegen, die sogar tatsächlich umgesetzt wurde, wenn wir mal die Ausnahme des dramatischen Jugoslawien-Konflikts ausklammern.

Letztlich durchkreuzt die kalte Wirklichkeit jedwede friedliche Absichten. Frieden selbst muß bisher leider als eine Utopie bezeichnet werden, selbst wenn Staaten wie Schweden auf eine sehr lange Friedenszeit ohne Kriege zurückblicken können (von 1815 bis heute) oder die neutrale Schweiz (von 1848 bis heute). Nur wenn der Mensch sich von seinen Fesseln befreit, diesen ewig machthungrigen Prozessen eigener Verfehlungen, eben unfriedlich zu teilen mit seinen Mitmenschen durch Kriege, Haß, Zerstörung, besteht eine Chance, daß die Welt auch wirklich friedlicher wird. Das kann unmöglich von heute auf morgen geschehen, auch nicht in langsamen Schritten, solange keine echte Bewußtseinsänderung sich in die Seelen der Menschheit manifestiert.

Muß das durch Haß, Krieg und Zerstörung verursachte Leid groß genug sein, damit Mensch wirklich begreift? Wenn wir den Verlauf, das Ausmaß bisheriger Gewaltverbrechen an der Menschheit, dem Leben selbst uns vergegenwärtigen, scheint es leider keinen Leidensstop zu geben. Praktizierter Humanismus findet schon mal im Kleinen statt, aber sobald gewisse „Mächte“ meinen, ihren Tribut fordern zu müssen, dreht sich das Rad der Gewalteskalationen!

Norman Mailer schrieb passend zum Thema: „Eine friedliche und einträchtige Welt ist der geheime Alptraum der Offiziere und Advokaten.“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Corona-Krise: Laissez-faire der Lockerungen rächt sich

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Mit dieser Ungeduld zum nächsten Shutdown?

Ein Schritt vor, zwei zurück, so die Lage auch hierzulande der Weg zu erneutem Unglück. Ziemlich offensichtlich kapituliert die Bundesregierung, verläßt ihren bisher geduldigen Kurs, um ewigen Wirtschaftseiferern nachzugeben, vorneweg die NRW-Gruppe um Laschet und Lindner, eine CDU-FDP-Allianz, die alles andere als guttut, fast schon käme man in Versuchung, sie woanders zu verorten.

Allerdings wäre das eher zweifelhaft, jener kriminelle Widerstand 2020 ist die Tastatur und das Papier nicht wert, vertiefter zu thematisieren. Es sollten sich mit ganz großer Mehrheit vernunftbegabte Menschen einfinden, die genau solches eben nicht zulassen. Unkenrufe, die der Kanzlerin jetzt Schwäche vorwerfen, verblassen aber hinsichtlich der weiteren Gefahr jenes Covid-19, die keineswegs gebannt ist.

Katja Kippings Kritik durchaus berechtigt

Die Linken-Chefin mahnt die Lockerungsdynamik an, in der Summe wäre sie kein Ausweg aus der Corona-Krise, sondern würde reinführen in die zweite Welle, ein erneuter Shutdown drohe dann. Die SPD steht zu den Beschlüssen als Koalitionspartner, aber SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert dennoch scharf den Wiederbeginn der Bundesliga.

Kann das wirklich verwundern, weil schließlich viel Geld König Fußball mitbestimmt? Letztendlich nicht, wie wir gleichwohl bei der Autolobby beobachten können. Einerseits sind vor allem kleinere und mittlere Betriebe in der Corona-Krise extrem in Mitleidenschaft gezogen, nur die Automobilindustrie berappt man ziemlich freizügig und ohne jede Scheu. Ein Fauxpas und Armutszeugnis, was mal wieder den Kurs einer bestimmten Politikklientel unterstreicht.

Wider die Wissenschaft – Drostens Bedenken werden beiseitegeschoben

Welche Dramatik besonders Vorsichtige beobachten und feststellen müssen, die da aufwartet. Statt wesentlich mehr Geduld an den Tag zu legen, diese extreme Krise vorausschauender zu entschärfen, greifen nunmehr jene beschlossenen Lockerungen. Obwohl der Virologe Christian Drosten einerseits berechtigt darauf hinweist, daß er nur Empfehlungen geben kann, die Politik solle dann entscheiden, reagieren besonders die Ministerpräsidenten der einzelnen Länder viel zu freizügig. Selbst der sonst besonnene Markus Söder stimmt ein in den Reigen eines Laissez-faire.

Skepsis bei all jenen, die mit äußerst mulmigem Gefühl eine zweite Welle befürchten, wie auch Alexander Kekulé anmahnte. Man kann allen nur zustimmen. Die Corona-Krise ist eben längst nicht vorbei, sie wird uns noch lange beschäftigen, hoffentlich ohne vermehrte Todesopfer, hierzulande, weltweit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Ich allein zu Haus

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In meinem Zimmer
starrt sie mich an,
die Ecke,
ich frag sie
dann und wann,
zu welchem Zwecke,
sie bleibt stumm,
das ist fürchterlich
dumm,
unangenehm
dieses Fixieren,
will sie mein Herz
einfrieren?

Möbel, Tücher,
kein Zweck,
sie starrt weiterhin,
die Eck,
ich frag nicht mehr,
eine Lösung
muß her,
ich handle,
in ein Rund
ich sie umwandle,
nun grinst sie ständig,
ich erwürg sie
eigenhändig.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Berufsfindung – die Qual der Wahl

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Auf dem Weg der Selbsterkenntnis

Schon lange bevor Heranwachsende ihren Schulabschluß beenden, stehen sie vor dem Problem der Berufswahl. Während für den einen bereits seit einiger Zeit feststeht, womit er in Zukunft seine Brötchen verdienen möchte, bereitet dem anderen die Qual der Wahl schlaflose Nächte. Das gilt natürlich genauso für den Haupt- und Realschulabgänger wie auch dem Gymnasiast.

Ob es eine bevorstehende Lehre sein soll oder ein Studium, entscheiden sollten sie sich schon. Aber was geschieht mit denjenigen, die nach dem Abschluß weiterhin keine Wahl getroffen haben? Sicherlich kann hierbei ein Berufsfindungsjahr eine Hilfestellung bieten, wobei auch dort je nach Einrichtungsangeboten bestimmte Berufsfelder nur in Frage kommen, was ebenso zumindest mit einer ungefähren Berufsrichtung- oder eingrenzung verbunden ist.

Die wirtschaftliche Notwendigkeit widerspricht der Entwicklung

Wir Menschen sind allesamt Individuen, so daß allein schon aus diesem Grund eine Vereinheitlichung der eigentlichen Entwicklung widerspricht. Nun könnte man ja meinen, früher wurde gar nicht lange gefackelt, der Sohn hatte gefälligst in die Fußstapfen des Vaters zu treten oder  zumindest einen artverwandten  Beruf zu erlernen, Töchter wurden kurzerhand einfach verheiratet.

Doch inzwischen hat die Gesellschaft sich von diesen alten Geschlechterrollen befreit, die Autorität in der Erziehung fand ihr Ende in der generellen Liberalisierung zu Hause, in der Schule und im Alltag selbst. Aber die Belange des Menschen haben sich keineswegs prinzipiell geändert, so daß es eben nicht immer jedem so leicht fällt, sich für einen Beruf zu entscheiden. Und je nachdem, wie das soziale Umfeld mit denjenigen „umgeht“, können erst recht Probleme auftauchen. Vom Mobbing an Schulen, Vernachlässigung oder gar Gewalt zu Hause bis hin zur zunehmenden Isolation können die Entwicklungen von manch Heranwachsenden nicht nach dieser allgemein bestimmenden Norm fruchten.

Daß dabei oftmals sich für Berufe entschieden wird, die dem Betroffenen so gar nicht liegen, stellt leider keine Ausnahme dar. Unzufriedenheit, Frust breitet sich aus, was schon zum Abbruch führen kann. Das gleiche gilt auch für Studierende, wenn Eltern sehr hohe Erwartungen in ihre Kinder setzen. Die äußeren, gesellschaftlichen Umstände bestimmen den Berufsweg, ohne auf die eigentlichen Belange der Betroffenen einzugehen, sie zu berücksichtigen. Die Dunkelziffer derjenigen, die die „verkehrten“ Berufe erlernt haben und sie ausüben, dürfte somit nicht unerheblich sein.

Verborgene Talente wollen gefunden werden – Idealismus vs. Wirtschaftlichkeit

Schön, wenn Eltern die Muße haben, sich Zeit nehmen und auch das entsprechende Kapital mitbringen, um ihren Kindern die Chance zu geben, sich auszuleben, die eigenen Talente bei sich zu entdecken, die dann gefördert werden. Von diesem Glück profitieren nur sehr Wenige. Die große Masse hat sich vom Ideal zu trennen und danach zu richten, was scheinbar wirtschaftlich den besten Nutzen erbringt. Es macht somit wenig Sinn, einen Beruf zu erlernen, ein Studium zu beginnen, wo man von vornherein weiß, daß hinterher die Arbeitslosigkeit winkt, weil zu viele sich für die gleiche Stelle bewerben werden. Allerdings ändern sich die Märkte auch fortwährend, es gibt eben keine verläßlichen Prognosen, insofern herrscht große Verunsicherung.

Andererseits, was spricht dagegen, nochmals neu zu beginnen, nach Erstberuf einen Zweitberuf zu erlernen, zumal diesem Trend ohnehin schon viele gefolgt sind, da der Arbeitsmarkt ein sehr hohes Maß an Flexibilität abverlangt? Eigentlich nichts, und dennoch dürfen wir auch hierbei nicht verallgemeinern. Was der eine meistert, mag dem anderen eben nicht gelingen. Hinzu kommt, daß weiterhin viele Arbeitgeber am Liebsten einen jungen, dynamischen Mitarbeiter sich erwünschen, am besten mit jahrzehntelanger Berufserfahrung, was faktisch natürlich Unsinn ist. Ältere Mitbewerber ziehen dennoch meist den Kürzeren. Auch das stellt ein Indiz dar, warum so viel Wert darauf gelegt wird, sich in jungen Jahren für den „richtigen“ Beruf doch zu entscheiden, damit beim Altern keine zweite Berufswahl zum Armutsrisiko wird.

Der Mensch hat sich folglich nach wie vor der Wirtschaft untergeordnet. Eine eigentliche Befreiung hin zum Humanismus schaut anders aus. Zufriedene Menschen leisten mehr, tragen vor allem entscheidend mit dazu bei, daß mehr Liebe und Umsicht herrscht, in sämtlichen zwischenmenschlichen Abläufen würde Rücksicht, Toleranz gelebt, sogar eine sinkende Unfallrate wäre festzustellen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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