Verstreute Noten

© Doris Mock-Kamm

Es klockte,
erhallte auf
Gassen,
Plätzen,
Bars,
Treppen,
besonders auf
Schultreppen,
morgens,
zur Pause,
mittags,
klockte es,
klock, klock,
vielstimmige
Clogs
bannten
jede Stille
von diesem
Trabanten.

Die Erde,
Bäume,
Felsen,
Gewässer
vernahmen
den Klang,
atmeten tief
durch und ein
bis in ihre
feinsten Adern,
das soll es
gewesen sein,
klock, klock,
imitierten Winde,
raunte die Erde,
Wasser verströmte
die Töne,
verstreuten Noten
für Punkrock.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Auf weiter Flur mal wieder dieser Nuhr

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Wer verpaßt diesem Dieter Nuhr
endlich mal eine Rasur?
Billig über Angela Merkel lästern,
wahrlich ist von gestern.

Rechtes Geschmeiß
fabriziert ständig solch scheiß.
Dann sollte jener Vollpfosten
mitnichten beleidigen Christian Drosten.

Wer schon gegen FFF austeilt,
auch gern woanders verweilt.
Ohne Stil und Geist
der Nuhr beleidigt ziemlich dreist.

Das Publikum hat’s in der Hand,
falls es dessen Geschmacklosigkeit erkannt.
In Zeiten der Hetze und Pöbelei
bricht dadurch die Gesellschaft entzwei.

Aber wer über eigene Witze lachen muß,
der hört wahrlich nicht den Schuß.
Auf weiter Flur mal wieder dieser Nuhr
gänzlich ohne eine Richtschnur.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Tragende

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Tragende,
verantwortungstragende,
stützende Kräfte,
wollen sie sein,
jammern, klagen,
zerschlagen
Worte, Begriffe, Sinn,
zerschlagen
Fenster, Autos,
zerschlagen
Gesichter,
ohne zu weinen,
ohne zu fragen,
ohne zu sein.

Tragende,
verantwortungstragende,
stützende Kräfte
wollen sie sein,
jammern, klagen,
zerstören
Mitleid,
zerstören
Brücken,
zerstören
Menschen,
ohne Gefühl,
ohne Verstand,
ohne zu sein.

Tragende,
verantwortungstragende
Mütter, Väter,
zerschlagen,
zerstören,
niemals,
des Kindes Charakter,
gemeinsam sie formen,
formulieren ihr Wesen,
so funktioniert auch
demokratisches Gemeinwesen,
ihr seid bloß
finanzgeile,
herrschsüchtige,
unzufriedene
Schergen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Konserven haben Verfallsdatum

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Als es begann, in mir zu bleuen,
was hinsichtlich, stur bin ich halt,
weil es nicht wirklich sinnvoll erschien,
geschweige denn, einleuchtend war,
ich vermute, es ist die rote Katze,
die nachts, von mir aus morgens
auf meinem Fußabtreter pausiert,
darf sie, er ist aus Kokosfasern,
verständlich, daß sie die Matte liebt,
ihre erlegte Beute, allerdings tot,
wie jeder sich vorstellen kann,
diese zuweilen vergißt mitzunehmen,
oder ist es ein Freundschaftsbeweis,
ein Dankeschön daß sie ungehindert
bescheißen darf meine Gartenbeete,
also als es begann, in mir zu bleuen,
übel wurde mir, es rumorte im Magen,
nein, ich lief nicht blau an, gerötet,
mein Gesicht allenthalben, a little bit,
euer blau gefärbter Konservatismus,
Nationalstolz als Gewährleistung
aus der Dose mitessen zu dürfen,
deren Inhalt gegen Existenzangst,
Zukunftssorgen und Toleranz,
die bewährten Mittel der Tradition,
der Einheitlichkeit, der Treue
beinhalten, konserviert auf ewig,
bestens geeignet für Mitläufer,
die auch mal gerne verschwörerisch
als Nachtisch quasi, Orgien feiern,
den unerläßlichen Kameradschaftssinn,
den Zusammenhalt, jawohl, zu stählern,
dieser braune Eintopf stinkt nicht nur
nach Vereinnahmung der Individualität,
der geistigen Vielfalt, überhaupt der Vielfalt,
er beweist die Idiotie eurer Ideologie,
wenn’s aus eurer gepriesenen Konserve
nichts mehr gibt zu verteilen, leer ist leer,
beißt ihr auf Blech oder wahrscheinlicher,
ihr beschießt damit den Nächsten,
Krieg kommt von kriegen, kapiert,
beschissen dieses eingebleute Verhalten,
ach ja, die Katze bescheißt mich nie,
sie kackt zwar voll meinen Garten,
überläßt mir aber die individuelle Freiheit,
ob ich sie, ihre Scheiße oder die Beute lieb.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Krise: Wirtschaftswunder vs. Gesundheitsprophylaxe

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Liberale und Rechtsradikale rügen die Kanzlerin

Während der Virologe Christian Drosten inzwischen gar Morddrohungen erhält, die Ungeduld hierzulande teilweise zunimmt, etliche Unbelehrbare weiterhin das Corona-Virus verharmlosen, fallen der FDP, dem Bundesverband mittelständischer Wirtschaft sowie den ewig gestrig lamentierenden Rechtsextremen nichts Besseres ein, als Angela Merkel vorzuwerfen, sie würde nicht schnell genug die Wirtschaft wieder hochfahren, von einer „einseitigen Fixierung, Spiel mit der Zukunft“ ist gar die Rede.

Bedarf es etwa wesentlich mehr Tote im Lande, so wie in Italien, Spanien oder in den USA? Kein Blick übern Tellerrand oder eigene Landesgrenzen, um nachzuvollziehen, daß die Maßnahmen unserer Regierung letztlich folgerichtig mehr Menschenleben gerettet haben? Das scheinen die benannten Kritiker einfach auszublenden, richten ihren Fokus auf wirtschaftliche Nachteile, während Menschenleben zweitrangig betrachtet werden.

Maskenpflicht Stein mancher Anstöße

Mit der Maskenpflicht begann ebenso eine gewisse Verharmlosung, weil Lockerungen ganz offensichtlich zu einem getrübten Urteilsvermögen beitragen. Keineswegs unbeteiligt jene bösartigen Hetzer, die weiterhin meinen, Covid-19 verleugnen zu müssen. Der Riß durch die Gesellschaft wird bei zunehmender Ungeduld in der Bevölkerung eher zunehmen.

Vielleicht hätte die Bundesregierung wesentlich früher eine Maskenpflicht anraten müssen. Im Nachhinein sind viele schlauer, obwohl Virologen auch erst nach bestimmten Erkenntnissen beratend Empfehlungen der Politik weiterleiten können. Die Entwicklung dieser Corona-Krise vermag niemand in ihrer tragischen Gänze voraussagen oder einschätzen, das ist genau das Dilemma, jene Gratwanderung, diese Dialektik, daraus Entscheidungen abzuleiten.

Warum keine konsequente Schul- und Kitaschließung bis nach den Sommerferien?

Wo beginnt eine wirklich allumfassende sichere Abwägung? Obwohl auch Christian Drosten weiterhin eher dafür plädiert, Schulen und Kindergärten besser nicht jetzt zu öffnen, reagiert die Kanzlerin, dem Druck nachzugeben, von baldigen schrittweisen Lockerungen ist die Rede. Die Nerven liegen natürlich blank, versteht sich von selbst.

Auf der einen Seite vor allem Kinder, die raus wollen aus der Isolation, Eltern, deren Arbeitsplätze gar wegbrechen, andererseits die reale Gefahr dieses Virus. Wer zieht die Grenze zwischen Ungeduld und Vernunft? Bis jetzt hat die Bundesregierung vieles richtig gemacht, vor allem mit dieser weitsichtigen Bundeskanzlerin. Das gilt es natürlich nicht zu verspielen, wie Christian Drosten zu Recht mehrfach warnte. Solange ein R-Faktor nahe 1,0 sich bewegt, sind Schul- und Kitaöffnungen keine Option.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Runde dimmen

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Aufgetürmt die Schatten,
weißgrau bis schwarz,
niemals blieben sie haften,
verbanden sich stets neu,
wollten auf kreativ machen,
chaotisch hip jetzt sei,
seitdem bestürme ich Schalter,
schummrig bis grell,
dimme bis sie auseinanderfallen,
bleibt zwar auch nichts haften,
aber mein Gemüt sich freut.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Ahnen

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Seit ich euch weiß,
was weiß ich schon,
Name, Geburt, euren Tod,
weiß ich, steht geschrieben,
auf Papier mit Stempel,
beurkundet, das weiß ich,
viel ist das schon,
für mich viel,
die ich nicht wußte,
die ich nicht weiß,
eure Augen, euer Lächeln,
eure Tränenflut,
eure Angst, eure Liebe,
was weiß ich schon,
was ihr wußtet,
gerochen, gefühlt,
gefürchtet, genossen,
von mir wußtet ihr nichts,
wußtet nicht,
daß es mich einst gibt,
hattet keine Ahnung,
keinen Namen,
kein Wort für mich,
seid dennoch meine Ahnen,
mein Ahnen, was weiß ich,
kann euch keine Stimme geben,
seit ich euch weiß,
was weiß ich schon,
durch mich fließt
weiter euer Leben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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