Corona geht Ulla mächtig auf die Nerven

https://pixabay.com/de/photos/corona-spielplatz-ausgang-gesperrt-4968050/

Bild von Carola68 auf Pixabay

Keine Geduld mehr

Kann es nicht mal endlich verschwinden, sich vom Acker machen, diese Krise hält schon viel zu lange an, ist ja nicht mehr zum Aushalten. Und die Blicke erst, meiner Nachbarn, jene Häme, wenn die Kinder erneut dermaßen laut getobt hatten. Menno. Die Karin hat ihre Plagen wirklich nicht im Griff, müssen die ständig so trampeln! Der Otto von nebenan hat volle Möhre seine Schlagermucke an, das stört keinen, aber wehe Max und Florian rennen den Flur mal lang.

Gestern erst, dieser Zinnober, jene blöde Wut von der Alten im dritten Stock. Schmeißt die doch nen Blumentopf der Anna hinterher, hat sie fast getroffen. Und in der Glotze faselt der Lanz was von Geduld haben müssen, sollten uns alle ein Beispiel an Italien nehmen, dort herrschen andere Zustände als in Germania. Schon klar, der hat gut reden. Eine Nanny wird es wohl richten. Unsereins muß mit School-Office klarkommen und Lehrern, die man eh nicht erreicht, wenn man sie mal braucht!

Soll doch der Laschet mal Taten folgen lassen, endlich am besten alle Schulen und Kitas öffnen, egal, wat dat Virus angeblich so anstellen mag. Hier in der Nachbarschaft waren es ohnehin  nur vier Leute, wie mir neulich die Edith verklickert hat, die das Zeitliche gesegnet haben. Dabei bemerkte sie noch, zwei von denen hatten vorher schon allerlei Krankheiten gehabt, eine an der Lunge. Sag ich doch, alles übertrieben.

Andererseits hat heute Morgen der Julian, ein Freund vom Florian, gemeint, das Virus würde zurückkommen, wenn wir allesamt nicht aufpassen würden. Na, woher denn wohl? Genau, Rücksendung aus China. Die sind sowieso alle schuld, stand neulich in der BZ, in großen Lettern. Ne, wat das Trampeltier aus Amerika lamentiert hat, von wegen Desinfektionsmittel spritzen, da brochste keen Doktertitel, um zu wissen, dat das Schwachsinn ist! Soweit kommt es noch. Das is ungefähr dat gleiche, wie wenn man gegen Aids mit zehn Homos Gruppensex ohne Gummi hat, Hauptsache man bekleckert sich gegenseitig, es möge der Immunisierung helfen. Da lachste, wa?

Ne, jetzt aber mal im Ernst. Merkel ist schuld, wie immer an allem. Soll sie doch endlich mal ihren Hut nehmen. Ja, ick weeß, hat ja keenen uff. Dann von mir aus ihr Toupet. Hat sie och nich? Na, denn die Raute wechlassen. Menno! Der Söder am besten ihr Nachfolger? Völlig verkehrt, weil bisher durfte noch kein CSU‘ler einen auf Kanzler machen, daran is schon damals der Strauß gescheitert. Und der Söder ist bestimmt nicht schlauer als der Franz-Josef war!

Schluß mit lustig, Ignoranz ist immer noch das beste Mittel. Augen zu und durch, wird schon schiefgehen. Ach, meinste? Eine Gefahr für andere, vor allem Ältere? Na und, die treten doch eh bald ab, da ham sie’s wenigstens gleich hinter sich. Autsch! Wieso haste mir jetzt eine geballert?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Corona-Krise zwischen Demos und solidarischem Verhalten

https://pixabay.com/de/photos/berlin-coronavirus-virus-5010633/

Bild von Rebecca Holm auf Pixabay

Das Virus bleibt für manche harmlos trotz weltweiten Leids

Was kann man hierbei dermaßen verkehrt verstehen? Covid-19 breitet sich weltweit aus, die meisten Regierungen, Wissenschaftler und Ärzte mahnen zu äußerster Vorsicht, über 2,8 Millionen Menschen sind infiziert, fast 200.000 bereits verstorben, davon in den USA gar ca. 52.000 (Stand 18:30 Uhr, 25.04.2020), trotzdem tönen Rechtsradikale, die Querfront, darunter auch Linksextreme etwas von Lug und Trug, von einem Diktat, einer Fremdbestimmung.

1000 Menschen drängen sich bei Berliner Corona-Demo, während die Polizei durchgreift, dabei selber sich in Gefahr begebend ihren Job macht. Eine solche Demo vor der Volksbühne war mitnichten genehmigt, obendrein gänzlich ohne Sicherheitsabstände. Wer das Virus verleugnet, für den gibt es keinerlei Gefahr. Was für ein Hohn, welch Uneinsichtigkeit!

Ein Riß quer durch die Gesellschaft

Dabei die Gelegenheit, undurchsichtige, völlig an den Haaren herbeigezogene Verschwörungstheorien und Falschmeldungen verlautbaren zu lassen. Versteht sich von selbst, daß es exakt diejenigen sind, die ohnehin alles negieren, was unsere Demokratie sich mühsam seit bald 75 Jahren aufgebaut hat, Hauptsache man ersinnt Mittel und Wege, eigenes Gedankengut als das Nonplusultra zu verkaufen, notfalls per Gewalt wie dem angekündigten „Tag X“ oder in den Parlamenten per rechtsextremer AfD.

Der Staat hat noch genug Geduld mit jener Partei, obwohl zunehmend vom Verfassungsschutz beobachtet. Allerdings fraglich, ob das ausreicht. Angesichts zunehmender Gewalt und Ignoranz sollte ein Parteiverbotsverfahren längst eingeleitet sein. Dieses Verharren und Hinauszögern wird sich rächen.

Viel Lob seitens der Polizei – Union weiterhin nahe 40 Prozent bei Wahlprognose

Einkaufslockerungen bestimmen das letzte Wochenende im April, während die Bevölkerung ziemlich vorbildhaft wenigstens in Hessen und Rheinland-Pfalz sich verhält, Abstandsregeln befolgt, wie Focus berichtet. In Stuttgart treibt die Initiative „Querdenken“ ihr Unwesen, meint, Grundrechte würden eingeschränkt werden bei der Corona-Krise. Makadomo respektiert die vorbildliche Haltung der Bundesregierung, denn „quergedacht“ retten wir dadurch Menschenleben!

Laut Forsa punktet die Union weiterhin mit 39 Prozent Zustimmung bei der Wählerschaft, die SPD wäre zweitstärkste Kraft im Land mit 16 Prozent, während jene Alternativlosen den zweistelligen Bereich verlassen. Noch besser wäre eine Tendenz gen Null.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Aus den Wolken gefallen

https://pixabay.com/de/photos/paar-beziehung-regen-mond-2365518/

Bild von handsoftmz auf Pixabay

Fürderhin war bekannt geworden,
der Mond wäre in tiefer Sorge,
zu aufgeregt wäre er gewesen,
nicht rechtzeitig zu erscheinen,
schließlich sollte, hätte er,
zu fest anberaumter Stunde
als Stargast auftauchen sollen,
nun es war allerdings eher
der Vorfreude wegen gewesen,
sein zappeliges Verhalten,
auch war es keinesfalls altersbedingt,
wie einige zu wissen meinten,
den Ablauf wollte er noch einmal lesen,
schließlich die noble Gesellschaft
hatte versprochen, mit leuchtenden Raketen
für sein pünktliches Erscheinen zu danken,
da fiel ihm das kleine Programmheftchen
aus den Händen, fiel so ungünstig,
fiel mit den aufgeschlagenen Seiten
auf ein schneebedecktes Gebirge,
fiel donnernd längs den Felsen ins Tal,
da fiel der Regen aus allen Wolken,
korrekterweise aus seiner Badewanne,
in der er traumentspannt den Duft
von exotischen Früchten genoß,
schließlich es war Samstagabend noch,
vor Schreck fiel er samt Wanne
längs des bereits oben erwähnten Gebirges
funkensprühend hinunter ins Tal,
fiel punktgenau auf die Feiernden,
fiel auf das Programmheftchen,
das aufgeschlagen offen enthüllte,
wem es als Gedankenstütze diente,
was gibt es noch zu sagen,
vergeßt nie auch den Regen einzuladen,
dann duscht er bloß zuweilen,
dafür läßt er den Mond pünktlich scheinen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Lauter Spritzen gegen Trumps Verblödung

Ein Mann, ein Wort

Damit erhältst du einen sicheren Ort zum Leben, es wird dir ewiges Glück gegeben. Von wegen er möchte Amerikas Macht anstreben, welch gewaltiges Beben, uns allen bringt er damit den nötigen Segen. Wenn Sie ins Weiße Haus gehen, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker besser mal, wollen Sie jene Corona-Krise durchstehen, sonst wird’s für Sie ne endlose Qual.

Ärzte und Gesundheitsexperten üben massive Kritik an Donald Trump, das ist allerdings kein lustiger Schwank, sondern blanke Realität. Noch ist’s nicht zu spät, man könnte ihn doch stoppen oder aber läßt sich einfach weiterfoppen. Die Amis wollten nun mal jenen cholerischen Narzißt, erinnert ein wenig ans Musical Die Schöne und das Biest. Nur mit dem Unterschied zur Bühne steht am Rednerpult stets jener blonde Kühne, der mit seinen göttlichen Weisheiten hausieren geht. Mannomann, ist das verdreht!

Obendrein will er starkes Licht in Körper bringen. Aha, welch geniales Ringen, nur wird’s ihm wohl eher nicht gelingen. Wer hat schon UV-Licht oder gar ne echte Sonne getankt? In welchem Märchen solch Unsinn rankt? Nichts wird diesem Genie gedankt. Er bemüht sich redlich mit all seinen tollen Ideen, was soll denn noch alles geschehen, damit man ihn auf einem Throne setzt? Stattdessen wird gegen jenen armen Tropf gehetzt. Jetzt ist er aber mit seinem rechten Fuß aufstampfend echt verletzt!

Sollen doch die Staaten, ach, am besten gleich die ganze Welt leiden, er wird dennoch sich in applaudierender Menge weiden, schließlich ist The Donald der amtierende Präsident, ein würdiger Regent. Seine Widersacher und Fake News Medien-Arschgeigen mögen auf die Barrikaden steigen, ihm scheint das nichts auszumachen, er tut sie eher allesamt auslachen. Wer mit solch billigen Tricks Wahlkämpfe gewinnt, der schießt überall gegen den Wind.

Die Mafia hingegen noch ein Kleinformat, Trump in der Tat, der hat US-amerikanisches Format. Storyteller dieser Welt, einzig und allein zählt ein Haufen Geld. Und sind sie nicht willig, so braucht’s halt Gewalt. Das klingt zwar billig, doch jene Weisheit ist uralt. Per Korruption kannst du alles kaufen, selbst wenn die Administration entpuppt sich als Sauhaufen. Vollkommen egal, hinterher treten sie auf, völlig legal. Setzen noch einen drauf.

Da hockt er nun, der Donald Trump, wie ein gackerndes Huhn, die USA werden zunehmend krank, während weltweit sich alle Sorgen über die Corona-Krise machen. Humpty-Trumpty hingegen läßt’s lieber krachen, ob im eigenen Oberstübchen voller Inbrunst oder aber per angeblicher Staatskunst, mit unsinnigen Ideen möchte er Untergebenen die Köpfe verdrehen. Was muß noch alles geschehen? Wollt Ihr nicht dessen Dummheit sehen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Sie schwieg

https://pixabay.com/de/photos/zug-landschaft-land-transport-2327501/

Bild von Robert Davis auf Pixabay

Schweigen
Falten rannten
von Stirn zu Stirn
man konnte sie leiden
ihr Leid
schweigen
man ließ sie in Ruhe
verließ sie
den Ort der Kindheit
vergessen
gegen Hunger
zu essen
schweig
Tränen bewässern
nicht neues Leben
Trauer Mienen beleben
schweig
Glück suchte sie
vergebens
vergeben
wir ihr
vergeben wir uns
flüsternde Lippen
reihum
schweigt
formt nicht ihr Wesen
als wär es nicht
ihr Eigenes gewesen
schweigt
stets pünktlich
der Zug kam
der sie mitnahm
ihr Dasein zu bezahlen
sie schwieg
Worte für das Kind
endeten mit
dir die gleiche
Laufbahn ersparen
sie schwieg
in guter Hoffnung
auf dieser Strecke
gab’s kein Entgleisen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Das Innenleben im Theater

https://pixabay.com/de/photos/leistung-tanzen-haar-theater-tanz-709972/

Bild von Mojca JJ auf Pixabay

Ein kleiner Rundgang

An keinem anderen Ort kommen so viele Künste zusammen wie in Theaterhäusern, die sich als Gesamtkunstwerke ihrem Publikum nach langer Proben- und Herstellungszeit dann auf den Bühnen präsentieren. Das Ganze wird noch erheblich spannender abgerundet, wenn man bedenkt, daß es sich um lebendige Kunst handelt, die mit der authentisch Darstellenden Kunst noch einen zusätzlich entscheidenden Aspekt erhält.

Dabei ist im Groben in drei Sparten zu unterscheiden: dem Schauspiel, dem Musiktheater und dem Ballett. Innerhalb dieser drei großen Bereiche sind natürlich noch umfassendere enthalten. Beim Schauspiel reicht die Palette vom Klassischen Theater, den Boulevard-Komödien bis hin zum Kinder- und Jugendtheater sowie dem Kabarett. Das Musiktheater beinhaltet den Oper- und Operettenbereich, aber auch die Musicals. Und selbst das klassische Ballett hat eine große Bereicherung erhalten durch das moderne Tanztheater. Unternehmen wir einen kleinen Rundgang in das Innenleben der Theater.

Begeben wir uns in die einzelnen Berufssparten, die ineinandergreifend mit absolut notwendigen Teamverhalten beim Theater zum Einsatz gelangen, aber auch in die unterschiedlichen Künste, wenn schon die Rede von einem Gesamtkunstwerk ist. Dabei muß erwähnt werden, daß jedes größere Theater einer ganz bestimmten Struktur unterliegt, damit das herauszufordernde Pensum organisatorisch überhaupt bewältigt werden kann. Dies jetzt in eine hierarchische Ecke zu stellen, wäre vielleicht etwas zu streng interpretiert, obwohl es durchaus Häuser gibt, wo dies so stattfindet. Jedes Theater hat einen Intendanten, manche großen Häuser benennen diesen Generalintendant, ihren obersten Chef, der sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Hause selbst die Interessen des Theaters bewahrt und vertritt. In kleinen Häusern ist dabei natürlich noch eine wesentlich familiärere Verbundenheit zwischen der Chefetage und allen Mitarbeitern deutlich zu spüren, was letztlich in der Natur der Sache sich begründet. Die Intendanz legt den Spielplan fürs ganze Jahr fest, damit alle planerisch vorgehen können und das Publikum informiert wird, welche Theaterstücke gezeigt werden.

Betrachten wir zum Beispiel einmal die Vorgehensweise von der Festlegung eines Theaterstücks bis zur Verwirklichung der Premiere, die als erste Aufführung so benannt wird, anhand eines Klassikers von Berthold Brecht: Die Kleinbürgerhochzeit. Zunächst finden sich die künstlerisch-leitenden Hauptakteure ein: der Regisseur, der Bühnenbildner und der Kostümbildner (manche Bühnenbildner sind auch Kostümbildner, dann entfällt diese extra zu besetzende Stelle). In diesen ersten Besprechungen wird die Ausrichtung der Inszenierung dargestellt, denn es wäre für alle Zuschauer eine höchst fragwürdige Zumutung, wenn Die Kleinbürgerhochzeit jedes Mal mit dem gleichen Bühnenbild, der gleichen Inszenierung daherkommt. Das ist das Wesen des Theaters, daß immer wieder ein neues Gesamtkunstwerk sich auf der Bühne präsentiert. Dabei haben auch große Häuser wiederum sogar Dramaturgen an der Hand, die in Zusammenarbeit mit dem Regisseur, – der diese sogar selbst der Intendanz empfehlen kann wie auch die Bühnenbildner -, den Text bearbeiten, aber auch die gesamte Öffentlichkeitsarbeit organisieren, vertreten.

Sobald die Konzepte stehen, werden die jeweiligen Abteilungen unterrichtet, damit die Verwirklichung konkrete Formen annehmen kann. Der Regisseur hat in der Regel einen Probenzeitplan von vier bis acht Wochen, je nach Organisation und Stück innerhalb der Theater. Bei unserem Beispiel sind vier Wochen durchaus ausreichend. Dabei beginnen die ersten Proben mit den Schauspielern bereits mit deren eigenen Vorbereitungen im Vorfeld, d.h. der Text wurde bereits gelernt, wobei manchmal bei größeren Rollen der ein oder andere Charakterdarsteller schon noch mit Textbuch auftritt. Die Rolle des Regisseurs besteht nun darin, seine Vorstellungen der Inszenierung mit den jeweiligen Stärken und Schwächen der Schauspieler in Einklang zu bringen, damit das bestmögliche Ergebnis erzielt werden kann.

Diese zwischenmenschliche Zusammenarbeit kann dichter und emotionsgeladener nicht sein. Denn eines wird auch hier überdeutlich: Theater hält seinem Publikum immer einen äußerst scharfsinnigen Spiegel hin, beschäftigen sich doch alle Stücke im Wesentlichen mit den Abgründen, aber auch Stärken des Menschseins. Ganz besonders bei der Kleinbürgerhochzeit, wo immerhin neun Personen äußerst kommunikativ überwiegend in einem Raum wirkend sich dem Publikum zeigen, wird diesem selbst eine relativ hohe Konzentration abverlangt, damit das Geschehen in der Kürze dieser Zeit gänzlich begriffen werden kann. Hierbei sind sowohl der Regisseur als auch die Schauspieler sehr gefordert, dies darstellerisch umzusetzen.

Der Bühnenbildner stellt sein Bühnenbild der gesamten Technik vor. Dabei sind somit auch die künstlerischen Fähigkeiten der Beleuchtung und des Tones gefordert. Bühnenmeister, Bühnentischler, Schlosser und Requisite bilden den technischen Bereich ums Bühnenbild. Der Kostümbildner arbeitet eng mit den Gewandmeistern und Schneidern zusammen. Was meinen Sie, was sich in einem großen Theaterfundus so alles verbirgt? Neben dem Kostümfundus gibt es auch noch die Requisiten, die jeweiligen Möbel, etc. Das alles will geordnet, gelagert und bei Bedarf herbeigeschafft werden. Daß dabei eine große logistische Herausforderung besteht, braucht nicht unbedingt betont zu werden, oder?

Es gibt große Häuser, so auch in Deutschland, die beschäftigen sogar 2.000 Mitarbeiter und mehr. Dabei sind im Bühnenbereich bis zu drei Schichten keine Seltenheit. Im Musicalbereich wurden angesichts zunehmender Beliebtheit gleich Extra-Häuser gebaut, wie z.B. das Theater am Marientor in Duisburg für das Musical Les Misérables.

Wenn dann die Probenzeit ihr Ende findet, kommt es zu den Hauptproben. Dabei wird auch zum ersten Mal in der Kulisse gespielt, ebenso im neuen Kostüm. Schließlich folgt die Generalprobe, die letzte vor der Premiere, in der auch nach Möglichkeit keine Unterbrechung zwecks Korrektur stattfinden sollte. Oftmals werden Generalproben vor ausgesuchtem Publikum präsentiert. Wußten Sie übrigens, daß Theaterhasen ganz bewußt nicht die erste Vorstellung nach der Premiere anschauen? Wieso denn das, werden Sie jetzt vielleicht fragen? Nun, bei einer Premiere wird alles gegeben, daher sind solche in der Regel ziemlich erfolgreich, abgesehen von berechtigter Kritik an manchen Inszenierungen. Danach ist aber erst mal „die Luft raus“ bei den Schauspielern, so daß die erste Vorstellung nicht mit ganzem Einsatz erfolgt.

Sollten Sie also mal wieder ein Theaterstück sich anschauen, und das ist durchaus nicht nur nach dem Lesen dieses Artikels empfehlenswert, dann haben Sie nunmehr ein wenig mehr Einblick erhalten, welche Arbeit dahintersteckt. Übrigens gibt es bei vielen Theatern den Tag der offenen Tür, wo Sie durchaus mal das Innenleben sich zeigen lassen können. Würdigen wir die Theaterwelt, sie ist eine äußerst große Bereicherung und trotz TV- und Computerwelt immer noch nicht ersetzbar, weil dort Menschen auf den Bühnen sich mit all ihrem Geist und ihrer Seele zeigen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kulturelles

Veröffentlicht unter Kulturelles | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kleine Dinge

https://pixabay.com/de/photos/natur-blumen-feld-landschaft-2606256/

Bild von StockSnap auf Pixabay

Nicht reifer
wurde mein Herz,
nicht verwundbarer
meine Seele,
nicht klarer
mein Verstand,
wenn kleine Dinge
fehlen.

Wenn kleine Dinge
fehlen,
zerbirst das Herz,
beschmutzt die Seele,
erschwert den Verstand,
kann man nicht mehr
fühlen,
spüren,
verstehen.

Kleine Dinge
durch Leben führen
Sternschnuppe
im Dunkel,
der Baum, dein Vertrauter,
Schatz
im Blütenmeer,
der Platz, deine Sicherheit,
Träume
im Wolkengebilde
die Bank, deine Phantasie.

Aus der Asche der Kindheit
bewahrte prägende Kristalle,
Splitter von kleinen Dingen
bespielen die Wesensmelodie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar