Einmal tief durchatmen

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Die Krönung der Schöpfung hat den Schlüssel
in ihrer Hand,
nur wo kein Schloß, fährt sie ihr Dasein an die Wand.

Anstatt die richtigen Lehren zu ziehen
in all der Zeit,
ist verantwortliche Politik keineswegs dazu bereit.

Wundert das den aufgeklärten Mensch
trotz jener fundierten Informationen?
Darüber zu verzweifeln, darf sich aber nicht lohnen.

Veränderung in absehbarer Aussicht
vielleicht Abhilfe schaffen kann.
Am besten gleich direkt, nicht irgendwann.

Zögert die Menschheit weiterhin,
sehenden Auges ihrem Untergang entgegen,
wäre dies für die Umwelt und Natur dennoch ein Segen.

Am Ende darf Mutter Erde durchschnaufen,
der Kosmos einfach müde grinst.
Sie meinen, das sei ein Hirngespinst?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kurz vorm Urteil

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Gleißendes Licht
im hohen Gericht.
Bedeckt das Gesicht
vom angeklagten Wicht.
Er redet nicht,
sein Anwalt nicht erpicht,
der Staatsanwalt verspricht,
seine scharfe Sicht
ihn am Ende bricht.
Des weisen Richters Pflicht
niemand reell anficht,
wenn dieser widerspricht,
entfilzt das Dickicht,
entlarvt die Uneinsicht,
so steht’s im Bericht,
fertig das Gedicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Krise fördert Notstandsgesetz in Ungarn

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Premierminister Viktor Orbán darf ohne Parlament regieren

Auf den Punkt gebracht entspricht nunmehr Ungarn einer Diktatur, deren demokratisches Prozedere auf Gedeih und Verderb in den Händen jenes despotischen Premierministers ausgesetzt sein wird, nachdem das ungarische Parlament am Montag das umstrittene Notstandsgesetz billigte.

Freie Fahrt, wichtige Bürgergesetze auf Gutdünken auszuhebeln, die ohnehin schon ziemlich eingeschränkte Pressefreiheit kann man somit als geschöntes Wortkonstrukt betrachten, Orbán wird alles daran setzen, kritische Stimmen zu untersagen. Zeitlich gibt es gleichwohl keine Vorgabe, wann jenes Notstandsgesetz aufgehoben wird, da kein gesichertes Ende der Corona-Krise vorhergesagt werden kann.

Ein zielsicherer Weg hin zur Alleinherrschaft

Parallelen zu anderen sogenannten Demokratien kommen in den Sinn, denkt man ans kleine Ungarn, ob Polen, Russland oder die Türkei, wo jeweils deren Staatsführer die Zügel fest in ihren Händen halten. Gleichwohl nationalistische oder rechtsextreme Tendenzen, die allesamt eines vehement negieren, den Zusammenhalt der Europäischen Union.

Einerseits partizipieren besonders Polen und Ungarn von den Annehmlichkeiten der EU, streichen gern deren Gelder ein, andererseits werden keine Gelegenheiten ausgelassen, sich vor wichtigen Beschlüssen zu drücken, diese gar zu umgehen, sei es in der Migrations-, der Umwelt- oder Klimapolitik. Mit Blick gen USA oder Brasilien ein ganz ähnliches Bild, bloß keine weltpolitische Verantwortung übernehmen, aber Profite selbstverständlich einstreichen.

Unterhöhlen rechte Kräfte erst recht ganz gezielt die EU?

Während Straßburg und Brüssel mit viel zu viel Nachsicht Orbáns Ungarn gewähren läßt? Man darf nicht nur, man sollte sich unbedingt wundern, was dabei verkehrt läuft. Erst werden Kunstschaffende gegängelt, im Anschluß liebäugelt Orbán mit dem ehemaligen deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger? Von Zufall kann dabei wohl keine Rede sein.

Das Ganze hat offensichtlich Methode, die EU soll demoralisiert werden, um erneut Nationalismus zu fördern. Ein kleines Schrittchen weitergedacht eine zielsichere Argumentation der Waffenlobby, die Rüstungsindustrie kann sich vor Aufträgen ohnehin kaum noch wegducken, während Demokraten pikiert jedwede kritische Hinterfragung als dringende Notwendigkeit rechtfertigen. Kein Schelm, wer dabei Böses denkt, vielmehr blanker Zynismus der übelsten Sorte sich offenbart.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Lesen im Zug

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Sind sie schon einmal Zug gefahren?
Ja, natürlich, wie konnte ich nur fragen.

Sind sie schon einmal Zug gefahren
und ihr Gegenüber blinzelte ihnen zu?
Ja, natürlich, hätte ich mir denken können.

Sind sie schon einmal Zug gefahren
und ihr Gegenüber blinzelte ihnen zu,
ständig, andauernd, ohne Pause?
Ja, natürlich, wenn die Sonne blendete.

Sind sie schon einmal Zug gefahren
und ihr Gegenüber blinzelte ihnen zu,
ständig, andauernd, ohne Pause,
an einem regnerischen Sommertag?
Ja, natürlich, wo sie so nett aussehen.

Sind sie schon einmal Zug gefahren
und ihr Gegenüber blinzelte ihnen zu,
ständig, andauernd, ohne Pause,
an einem regnerischen Sommertag
und sie wollten nur in Ruhe lesen?
Ja, natürlich, wer kann das nicht verstehen.

Sind sie schon einmal Zug gefahren
und ihr Gegenüber blinzelte ihnen zu,
ständig, andauernd, ohne Pause,
an einem regnerischen Sommertag
und sie wollten nur in Ruhe lesen
und ihr Gegenüber schreit plötzlich?
Ja, natürlich, vielleicht brennen die Augen.

Sind sie schon einmal Zug gefahren
und ihr Gegenüber blinzelte ihnen zu,
ständig, andauernd, ohne Pause,
an einem regnerischen Sommertag
und sie wollten nur in Ruhe lesen
und ihr Gegenüber schreit plötzlich,
unverschämte aufdringliche Person?
Ja, natürlich, dies war nicht höflich.

Sind sie schon einmal Zug gefahren
und ihr Gegenüber blinzelte ihnen zu,
ständig, andauernd, ohne Pause,
an einem regnerischen Sommertag
und sie wollten nur in Ruhe lesen
als ihr Gegenüber plötzlich schreit,
unverschämte aufdringliche Person,
kaufen sie sich selbst eine Zeitung?
Ja, natürlich, der hatte leicht reden,
er ist ja auch nicht kurzsichtig.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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In Freundschaft ohne Sehnsucht oder Besitzansprüche

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Wertvolle Errungenschaft, wer sie hegt und pflegt

Wir können uns in einem großen Bekanntenkreis bewegen, dort nach viel Abwechslung und Amüsement dem tristen Alltag entrinnen, in Feierlaune die einfache Ablenkung genießen, doch eine echte Freundschaft mag dies niemals ersetzen. Während der eine sich in belanglosen Gesprächen meint, hierbei präsentieren  zu müssen, zieht es der andere vor, viel eher zurückhaltend aufzutreten.

Ihm bedeutet eine wahre Freundschaft noch etwas, entspricht sie doch einer tiefverwurzelten Sehnsucht ohne irgendwelche Besitzansprüche. Man könnte jetzt kritisch anmerken, daß hier ein kitschiges Klischee beschrieben wird, ein simples Schwarz-Weiß-Denken, welches nur zwischen den beiden Gegensätzen, nämlich einer oberflächlichen Bekanntschaft und einer engen Freundschaft unterscheidet. Solche Einwände werden eines Besseren belehrt, wenn wir uns dem Thema ein wenig genauer zuwenden.

Früh übt sich, was später lange währt?

So manche Sandkastenfreundschaft endete schließlich in eine Liebesbeziehung, die keineswegs näher vertieft werden sollte, weil das große Thema der Liebe zwar unbedingt mit Freundschaften vieles gemein hat, aber dennoch diese selbst sich durch das Fehlen des Sexus wesentlich unterscheidet. Wer kennt nicht die Versuchung, mit dem besten Freund oder der besten Freundin sich auf einen Flirt einzulassen, der schließlich im Bett enden kann? Und schon beginnt die Ursprünglichkeit einer freundschaftlichen Beziehung sich zu verkomplizieren, was nicht bedeutet, daß Paare in Freundschaft gleichzeitig verbunden sind. Nein, hier soll aber eben die kameradschaftliche Freundschaft betrachtet werden.

Die aus dem Italienischen entstammende „Kammergemeinschaft“ (camerata) dürfen wir ruhig wörtlich nehmen, was bedeutet, daß aus einer Zweckgemeinschaft automatisch eine solidarische Verbundenheit Menschen zusammenschweißt, wenn wir z.B. an Schulklassen oder sportlichen Mannschaften denken. Immer dann, wenn das gemeinsame Ziel die Gruppe fordert, eben gegenseitige Loyalität zu bewahren, zusammenzuhalten, entsteht diese tiefe Verbundenheit der Kameradschaft, die letztlich in eine Freundschaft münden kann.

Der beste Schulfreund mag ein Leben lang uns begleiten, wir mögen ihn unter Umständen aus den Augen verlieren, aus manchmal unterschiedlichen Gründen, dennoch hat eine solche langjährig dauernde Erfahrung ihre positiven Spuren in uns hinterlassen. Wir übten schon früh, das Wesen der Freundschaft zu begreifen, was somit vorbereitend dienlich war, um daher auf andere Menschen zugehen zu können.

Was eine gute Freundschaft ausmacht

Eine wahre Freundschaft vertraut bedingungslos, weil diese wichtige Basis ihr genau die Stütze gibt, die sie so wertvoll macht. Aus diesem Grund vermag der Außenstehende kaum bis gar nicht vorzudringen, sollte er die Absicht hegen, sie anzuzweifeln oder gar zerstören zu wollen. Beispiele von solch tollen und wertvollen Freundschaften kennt wohl jeder.

Wir mögen uns mit dem Elternhaus verkrachen bis hin zum längeren Kontaktabbruch, wir trennen uns vom Partner, aber ein guter Freund während solcher Zeiten vermag eine stützende Schulter bedeuten, eine hilfreiche Hand, ein guter Zuhörer, der mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn die eigene Welt zusammenbricht.

Völkerverständigung – freundschaftlich verbundene Nächstenliebe

Im Grunde genommen möchten die Menschen in Frieden leben, Krieg und Zerstörung führen nur zu Armut und Elend, sind Zeugnis eines unnötigen Haßes. Gerade deshalb trugen stets manch engagierte Politiker entscheidend dazu bei, die Völkerverständigung voranzutreiben, erinnern wir an die „Neue Ostpolitik“ Willy Brandts, an seine Initiative und den erreichten Ostverträgen, denken wir nur an den Moskauer- (12.08.1970), den Warschauer- (07.12.1970), den Grundlagen- (21.12.1972) und den Prager Vertrag (11.12.1973), dann wird schnell ziemlich deutlich, welch großartige Leistung der vierte Bundeskanzler vollbrachte, die schließlich auch als Wegbereitung zum Mauerfall bezeichnet werden darf. So verkündete er am 09. November 1989 am Brandenburger Tor: „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört.“

Selbst wenn dennoch der Ost-West-Konflikt zwischen den beiden deutschen ehemaligen Staaten einiges an Verständigungsschwierigkeiten parat hatte, der Willen zur Völkerverständigung bleibt bei den Menschen ungebrochen. Vergessen wir nicht die Deutsch-französische Freundschaft, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Beginn durch die Europa-Erklärung von Robert Schumann und Jean Monnet im Jahre 1950 hatte und schließlich mit dem Élysée-Vertrag knapp 13 Jahre später besiegelt wurde. Ein Beispiel einer gelungenen und äußerst wichtigen Völkerverständigung, die einmal mehr verdeutlicht, was Freundschaft ausmacht. Sie schafft nicht nur ein friedliches und harmonisches Miteinander, sondern sie beinhaltet das Herzstück des Humanismus, die gelebte Nächstenliebe.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Ihr stiller Freund

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Als sie fortlief,

nachts,
als alles schlief,
die Eisenbahnschienen
glänzend,
vom Mond beschienen,
sie, die Fremde,
für die, die Heimat
sich schämte,
ein letzter Blick
auf den See,
nicht zurück,
blinzelte er,
sie wußte, ihm fiel
ihr Abschied schwer.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Weißt du noch?

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Weißt du noch, wie wir Träume hatten von
Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit?
Sie gingen verloren in einer Welt spitzer Ellenbogen,
in der wird betrogen, Verwobenes anerzogen und gelogen,
nur damit Eliten ihre Pfründe zählen in ihrer Scheinheiligkeit.

Weißt du noch, wie wir gemeinsam „Love and Peace“ zelebrierten,
als Worte von Hesse, Gandhi und Fromm etwas galten?
Sie bleiben unbeachtet vor lauter Brot und Spiele,
weil brillant inszenierte Ablenkung dient nur einem Ziele:
den Reichtum ins Unermeßliche anhäufen und verwalten.

Weißt du noch, wie wir auf die Straße gingen, um zu demonstrieren
für Nicaragua, gegen AKWs und den Natodoppelbeschluß?
Am Ende siegte das Kapital, brauchte es zwei GAUs und fiel die Mauer,
um der Menschheit zu offenbaren, Humanismus sei nicht auf Dauer, –
Nahrung, Energie, Wissen vorhanden für alle, im Überfluß.

Weißt du noch, wie wir meinten, machtlos resignieren zu müssen,
obwohl so viele Mißstände uns täglich ermahnten?
Wie unbedarft selbstgefällig Ignoranz sich Wege der Ablenkung sucht,
während unsereins sich abmüht zu helfen, den Mammon verflucht?
Wie schon damals sich gewisse Entwicklungen ungebremst anbahnten?

Weißt du noch, wie wir erhobenen Hauptes meinten, uns durchzusetzen,
wenngleich Lohnnullrunden und Sozialabbau aufkamen?
Das war der Anfang vom Ende einer gerechten Gesellschaft,
wer’s nicht duldete, sich wehrte, stand im Abseits, wurde begafft!
Beziehungen entzweit, im Alltag immer mehr Familiendramen.

Weißt du noch, wie wir trotzdem im Kleinen versuchten, uns zu finden,
in dem ein neues Bewußtsein sich Wege der Entfaltung ersann?
Anfangs zögerliches Staunen die Folge, sich dennoch viele aufrafften,
die Ausharrenden, verloren Geglaubten überredeten, es schafften,
der Welt das wiedergefundene Sein zu zeigen. Du fragst: wann?

Weißt du, es mag alles als eine hoffnungslose Illusion anklingen,
in der wir scheinbaren Hirngespinsten nachjagen.
Doch wer nicht bereit, eine bösartige Entwicklung zu erkennen,
muß mit dem Vorwurf leben, vor Problemen wegzurennen,
anstatt die eigentlichen Urheber unerschrocken anzuklagen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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