Leistungsgesellschaft auf Abwegen

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Alles dreht sich um das Merkmal der Superlative

Jeder Tag hat 24 Stunden, die Menschen allerdings ziemlich unterschiedlich nutzen. Die klassische Dreiteilung in jeweils acht Stunden für Freizeit, Arbeit und Schlaf steht im Gegensatz zur angewandten Praxis. Vor allem in unserer Leistungsgesellschaft auf Abwegen, wo sich alles um das Merkmal der Superlative dreht.

Woran liegt es, daß wir uns diesem hektischen Run hingeben, diesem Messen an Statussymbolen, Reichtum und ewigen Glück hinterherhecheln? Die unabsehbaren Folgen billigend in Kauf nehmen, nur um mitzuhalten, sich und anderen etwas beweisen zu  wollen?

Hoch hinaus – ein gefährlicher Trugschluß

Im Grunde genommen geben sich die meisten Menschen im ureigenen Sinn zufrieden mit ihrem Dasein, vorausgesetzt keine tragischen Schicksalsschläge wie eine schwere Krankheit, Arbeitsplatzverlust, Partnertrennung und andere Verluste oder Widrigkeiten treten ein. Gleichzeitig gaukelt uns die schöne neue Welt einer gigantischen Werbeindustrie ständig Defizite auf sämtlichen Lebensbereichen vor, die es ziemlich simpel zu überwältigen gilt. Das hat natürlich seinen Preis, weil jeder Kaufmann nichts zu verschenken hat.

Hoch hinaus, ein hehres Ziel oder eher ein gefährlicher Trugschluß? Einerseits mag es sicherlich erstrebenswert für viele Menschen sein, sich gewisse Zielsetzungen im Leben vorzunehmen, weil sie dazu beitragen, sich in jeder Hinsicht zu bemühen. Doch genau an diesem Punkt beginnt bereits die Meßlatte der Möglichkeiten. Hand aufs Herz, wer trickst und täuscht nicht im Leben seine Mitmenschen, um Anerkennung zu erhalten? Ob per Mobbing, inszenierten Intrigen oder einfach kompletter Lügengebilde, wenn es darum geht, den eigenen Wert ins beste Licht zu rücken, können manche Gesellen ohne weiteres sehr erfinderisch agieren.

Dabei spielt Faktor Zeit eine zentrale Rolle im Aufwärtsstreben der eigenen erfolgreichen Vita. Im schlimmsten Fall mutieren solche Menschen zu Workaholics, taumeln gefährlich in Burnouts bis hin zu weiterführenden Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs. Ist das ein erstrebenswerter Preis, die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen?

Eine Welt der Muße, der Freude und Herzlichkeit

Betrachten wir den umgekehrten Fall, den Müßiggang im positiven Sinne. Unsere Gesellschaft muß sich dorthin entwickeln, daß Entspannung, gute Ernährung, viel mehr Freizeit, was übrigens jedem harmonischen Familienleben zugutekäme, ein liebevolles Miteinander und eine völlig andere Defintion vom Arbeitsleben sich durchsetzt. Jeder Streß macht krank, besonders wenn Stechuhren, zu lange Arbeitszeiten, gar mit vielen Überstunden, Wechselschichten den biologischen Rhythmus komplett durcheinanderwirbeln.

Überall lauern die Werbeversprechen ewig gestriger Superlative, die ohnehin nur sehr Wenige zu realisieren vermögen, weil entsprechender Familienrückhalt, meist mittels gewissem Reichtum vorhanden. Die große Masse geifert diesen unerreichbaren Zielen hinterher, um letztlich daran zu scheitern.

Es gilt somit, den Fokus auf mehr Muße, Freude und Herzlichkeit zu richten. Dazu bedarf es keineswegs der Verarmung, nur weil genau jene Bescheidenheit dem eigenen Wohl dienlich. Wenn die gesamte Gesellschaft darauf ausgerichtet, in der natürlich kein Raum mehr vorhanden für Überreichtum, ein exzessives Dasein der Rücksichtslosigkeit, dann werden Wirtschaftsmodelle mit einem BGE durchaus realisierbar.

Gleichzeitig gesundet folglich das zwischenmenschliche  Miteinander, Gewalt hat letztlich keinen Platz mehr, da die erstrebenswerten materiellen Ziele völlig unwichtig werden, das eigentliche Sein im Mittelpunkt steht, Mensch seine Neigungen, seine Gefühle und Liebe endlich ausleben darf. Existenzängste haben dann ebenso keinen hohen Stellenwert mehr in einer Welt, die wieder beginnt, das geschehene Zerstörungsmaß abzubauen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Anbringen

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Summende
Bienen
plätschernde
Tropfen
rieselnder
Sand
tausende
Worte
Sonne
verbrennt
den Horizont
Dunkelheit
verwischt
den Tag
Zeit
darzubringen
deinen Ton
der Welt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Krise Schlüssel zur weltweiten Katastrophe

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Bricht etwa der gesellschaftliche Konsens auseinander?

Müssen wir alle uns von einer freiheitlichen Ordnung verabschieden, wenn die Staatsmacht durchgreift, ob die Anordnungen allesamt gerechtfertigt sind oder nicht? Wie lange eine Gesellschaft einen Shutdown tatsächlich durchhalten kann ohne Blessuren oder gar den inneren Frieden zu hinterfragen, aufs Spiel zu setzen?

Entzweit die Coronakrise nicht nur Paris und Berlin, sondern auch andere Länder untereinander? Nationale Empfindlichkeiten sind so gar nicht zielführend, passen nicht zum erklärten Willen, diese schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg zu bewältigen. Das Gegenteil trifft eher zu. Mit friedlicher Koexistenz haben derartige Beschuldigungen und Beschimpfungen nichts gemein. Wie im Großen so im Kleinen, schleicht sich der Verdacht manch stillem Beobachter ein. Während Bella Italia über „Kartoffelfresser“ herzieht, prügeln sich hierzulande Kunden wegen WC-Papier-Hamsterkäufe.

Angst letztlich ein guter Ratgeber

Das Virus offenbart ziemlich offensichtlich eine kaum noch zu übersehende Krise in der Krise. Die Gesellschaft gefährdet sich selbst. Was nutzen wichtige Gebote und Verhaltensregeln, wenn eine Minderheit die Ordnungsmächte auf den Plan ruft, die wiederum uns alle einschränken werden, nur noch mit Passierschein sich bewegen zu dürfen, im Extremfall heißt es „Klappe halten, daheim bleiben, Lebensmittelrationierung“. Das entspricht Kriegsszenarien, halt nur ohne Granaten und Bomben.

Gleichwohl sind dramatische Auseinandersetzungen in den Social Media zu beobachten. Auch dort ein Widerspiegel der Krise in der Krise? Der Einwand hat durchaus Berechtigung, wer genauer hinschaut. Doch nutzen solche Erkenntnisse im Endeffekt? Darf man bejahen. Sich darauf einstellen, macht Sinn, besonders bei der weiterhin latent vorhandenen Gefahr seitens etlicher extremistischen Gruppierungen, die sich in letzter Zeit vermehrt organisierten.

Zu lange wurden jene Strukturen nicht mit der nötigen Entschiedenheit verhindert, man hat sie einfach gewähren lassen. Das könnte sich inzwischen rächen, besonders in Krisenzeiten, wo das Vertrauen in den Staat noch mehr wankt. Andererseits bedarf es gerade jetzt, eben nicht in Panik zu verfallen. Angst ist dennoch ein guter Ratgeber, im Gegensatz zum irreführenden Spruch, weil sie die Sinne schärfen vermag, wer dabei den Überblick eben nicht verliert. Darauf kommt es an. Bleiben wir erst recht wachsam!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Entwaffnungsarsenal

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Nicht immer
ist es gleich
mein Lächeln
von verschmitzt
bis gehässig
alles auf
der Palette
arrogant
und genant
kann ich auch
und entwaffnen
glückt damit
weil jeder dies
gleiche
Waffenarsenal
von Geburt an
besitzt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Menschheitsgeschichte kein Buch mit sieben Siegeln

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Jeder ist seines Glückes Schmied – eine Verhöhnung

Eine Kette von zufälligen Geschehnissen läßt sich aneinanderreihen, daß einem schier schwindelig sein könnte, möchte man sie denn allesamt als logische Schlußfolgerung interpretieren. Doch diese bleibt gänzlich auf der Strecke, sobald ein „warum“, eine  Hinterfragung auftaucht oder das eine oder andere Detail gar nicht so stattgefunden hat, wie man es der Weltöffentlichkeit halt zuvor verkaufte.

Muß man dann, weitergedacht, davon ausgehen, daß ohnehin die Geschichtsschreibung niemals den Anspruch erheben darf, sie entspräche vollumfänglich der Wahrheit? Wer hat somit gezielte Interessen, den nebulösen Schleier über bestimmte Tatsachen zu ziehen, klare Indizien verschwinden zu lassen, Menschen dafür gar zu töten, bloß um eigene Vorteile zu erreichen? Sie ahnen es schon. Natürlich all jene, die ungern bzw. gar nicht ihre Macht abgeben wollen, sondern vielmehr alles daran setzen, sie mindestens zu halten oder gar zu vergrößern.

Befinden wir uns beim gedanklichen nächsten Schritt nicht längst im Bereich eines verschwörungstheoretischen Vakuums, wenn man sich mühevoll daran begibt, derartige  Vorfälle aufzuklären, Licht ins Dunkel ungereimter Geschehnisse zu bringen? Auf alle Fälle sollte man dies in Betracht ziehen. Dennoch machen es sich gerade unkritische Zeitgeister ein wenig zu leicht, alles, was nicht logisch nachvollziehbar, eindeutig bewiesen wurde, einem Schwarz-Weiß-Denken entsprechend in eine Schublade der Verschwörungstheoretiker zu stopfen, um sogenannte wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse als die Errungenschaft zu verglorifizieren. Dazwischen existiert eine Grauzone, wo viel wahrscheinlicher die Wahrheit im Verborgenen liegt, man manchmal sogar eingestehen muß, daß man nicht ihre Spur jemals finden wird.

Wer mit solchen Überlegungen die gesamte Menschheitsgeschichte betrachtet, der könnte schon ins Grübeln geraten, ob nicht vielerorts sehr gezielt nachgeholfen wurde, ganz gewisse Machenschaften, man sollte sie viel eher beim Namen nennen, nämlich Verbrechen, vertuscht oder gar dermaßen bewußt verkehrt dargestellt wurden, so daß die eigentlichen Übeltäter meist ungeschoren davonkamen. Das läßt tief blicken, erst recht, weil trotzdem beherzte Mitmenschen oft todesmutig keine Ruhe gaben, bis Intrigen entlarvt wurden. Dann fiel halt mal die ein oder andere Macht. Gemessen am mehrfach praktizierten Unheil war dies gerade mal die Spitze eines Eisbergs.

Insofern vergessen wir mal ganz schnell das Buch mit den sieben Siegeln, wer mag schon den christlichen Hintergrund, Glaubenssache kann sicherlich helfen, aber gleichzeitig sind gerade auch Religionen hervorragende Machtinstrumente gewesen und üben bis heute ihren Einfluß aus, manipulieren Menschen für eigene Zwecke, selbst wenn in ihrem Namen Gutes getan werden mag. Die süße Versuchung des Machtmißbrauchs hat stets sehr viele Zeitgenossen dazu veranlaßt, sie unerschrocken anzuwenden. Umso deutlicher gilt es, genau das zu verhindern.

Ganz pragmatisch gedacht, haben wir Menschen es selbst in der Hand, inwieweit das Zusammenleben sich gestaltet. Bei anhaltender Gewalt muß stets mit Gegengewalt gerechnet werden, das ist genauso sicher wie die unsinnige Redewendung vom eigenen Glück, was jeder sich schmieden kann. So simpel schaut die Realität nicht aus, denn wer am falschen Ort, unter verkehrten Familienverhältnissen aufwuchs, obendrein gar verlogene Begleiter trifft, kann durchaus noch so kämpfen, das Glück bleibt auf der Strecke. Schön, wenn solche Sprüche beim ein oder anderen zutrafen, als allgemeinverbindlichen Rat wird solche „Weisheit“ mitnichten dem Verzweifelten einen Hoffnungsschimmer geben. Dann besser den eigentlichen Tatsachen ins Auge schauen und das Beste draus machen.

„Der Fortschritt der Menschheit besteht in der Zunahme ihres problematischen Charakters.“  (Egon Friedell)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Mit dir ohne Eile

© Doris Mock-Kamm

Ein langer Moment
ohne Eile
inniger Liebe
voller Vertrauen
ein langer Moment
ohne Eile
hast du
dein Leben
kennengelernt
habe ich
von deinem Wesen
geschwärmt
ein langer Moment
ohne Eile
nicht mehr
im selben Raum
Zeit die uns trennt
gibt es nur im Traum
ein langer Moment
ohne Eile
für diese Reise
mein Herz
dich begleitet
ein langer Moment
ohne Eile
deine Seele
mein Herz
weitet

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Rücksichtslosigkeit die rote Karte zeigen

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Jahr Eins der Corona-Krise

Das Gezeter war groß, verächtliche Vergleiche fielen im Vorfeld der Corona-Pandemie über Ebola, Schweinegrippe und andere Virengefahren. Doch Sars-CoV-2 nötigt uns, ganz schnell und entschieden zu handeln, keine Zeit mehr vorhanden für verunsichernde Diskussionen oder gar Ignoranten, die ihren Egotrip ausleben. All denjenigen gegenüber, die hochgradig gefährdet sind bis hin zur lebensbedrohlichen Ansteckung eben mit diesem Virus.

Solidarität darf und muß sogar eingefordert werden, weil wir keine andere Chance haben, wollen wir alle nicht erkranken oder sterben. Unkenrufen zum Trotz, ganz besonders aus rechtsradikalen Kreisen, darf und sollte man ruhig auch mal unsere Bundeskanzlerin loben, ihre gestrige Rede brachte es auf den Punkt. Jeder Einzelne hat es selbst in der Hand, jener Krise mit entsprechendem Augenmaß zu begegnen, zum Schutze aller. Darum geht’s.

Abends am 17. März waren es noch unter 10.000 Infizierte hierzulande, knapp 24 Stunden später sind schon über 2.000 hinzugekommen. Längst kann keine Rede mehr von einigen Wochen der Gefahr sein, realistischer beinhaltet dieses Szenarium mehrere Monate. Vielleicht muß man auch tatsächlich jetzt vom Jahr Eins der Corona-Krise reden, so daß ein weiteres oder gar mehr folgen. Der Blick in die Zukunft nützt nicht wirklich, weil niemand zu wissen vermag, was dann folgt.

Eines sollten wir aber keinesfalls verkennen, unser Verhalten im Alltag und ganz bestimmt jetzt in dieser Krisenzeit. Somit gilt, mit Nachdruck rücksichtsloses Verhalten zu ahnden, zu benennen und solche Menschen auch zu maßregeln. Es kann nicht sein, daß unter ihnen andere zu leiden haben. Genau das macht eine gesunde Gesellschaft aus, sich gegenseitig zu stützen, zu helfen, wo und wann immer möglich.

Mit schönen Worten allein wird es nicht getan sein, könnten andere einwenden, was die Rede von Frau Merkel anbelangt, erst recht, wer den bisherigen politischen Verlauf betrachtet, die vielen sozialen Schieflagen. Sicherlich diskussionswürdig, gerade hier in diesem Blog zig mal thematisiert. Nur jetzt gelten andere Zusammenhänge, paßt jene Kritik nicht ins Konzept dieser Belastung, die es zu überstehen gilt.

Insofern mögen auch jene unsinnigen Hamsterkäufe nochmals angemahnt sein. Egoistischer geht es wohl kaum noch, oder? Was der eine sich zuviel gönnt, fehlt an anderen Stellen, oftmals gerade bei denen, die ohnehin ziemlich belastet sind, eventuell gar in Krankenhäusern Beschäftigte oder in Lebensmittelgeschäften an den Kassen. Das Wesen der Solidarität beinhaltet die Rücksicht, das Augenmaß und eben das eigene Ego hinten anzustellen. So schwer zu verstehen? Italien macht es uns bereits vor, daß es auch anders geht.

Diese Situation ist tatsächlich sehr ernst, wie die Bundeskanzlerin in ihrer Rede betonte, und sie bleibt auch offen. Möge sie gut ausgehen für uns alle.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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