Die nicht vergaßen

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Warum lacht er so?
So hämisch.
So schadenfroh.

Über den Tod.
Ein Fresser weniger.
Für ihn mehr Brot.

Schämt er sich nicht?
So ein Christ.
So ein Bösewicht.

Über alle Maßen.
Über die Nächstenliebe.
Über die Jesus Worte nicht vergaßen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Das große Scheitern von Revolutionen hat Methode

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Nur ein Bewußtseinswandel beendet bestehende Ungerechtigkeiten

Zeigen Sie mir Revolutionen, die wirklich im Nachhinein dafür gesorgt haben, daß ihre Ziele umgesetzt wurden, und zwar auf lange Sicht. Die meisten haben sich als Trugschluß entpuppt bis hin zum Verrat der eigenen, ursprünglichen Gedanken, wofür sie ins Leben gerufen wurden.

Ob im Geheimen initiiert und behutsam vorbereitet oder mittels schnellem Anwachsen in einer deutlich sichtbaren Massenbewegung, Revolutionen fanden stets statt, nachdem das Leid für die Betroffenen unerträglich wurde, nach Massendemonstrationen und Streiks weiterhin sich nichts änderte, eskalierte schließlich die Gewalt, folgten revolutionäre Aufstände.

Aber warum kommt es dennoch immer wieder zu solchen weltweiten Reaktionen, obwohl die historisch gemachten Erfahrungen nach den Revolutionen alles andere als befriedigend zu bezeichnen sind? Meist kehrten dieselben oder ähnliche Mißstände wieder zurück, ganz so, als ob sie nie stattgefunden hätten. Hat das etwa Methode?

Wenn Revolutionen Diktatoren stürzen

Kein Diktator kann seine Macht ausüben ohne das Hofieren bestimmter Kräfte, die ihn einfach dulden, damit sie im Hintergrund zu ihrem eigenen Vorteil agieren können. Insofern dürfen wir von einer sinnvollen Symbiose reden, wovon beide Seiten profitieren. Gleichzeitig sind es stets die Menschen im Volk selbst, die sich fügen und einen Diktator gewähren lassen, kollektives Mißtrauen und eine enorme Angst selbst als Widerständler entlarvt zu werden, entpuppen sich als hervorragende Umstände, jede Kritik und jedes Zweifeln an der Herrschaft im Keim zu ersticken.

Und dennoch entsteht bei anhaltendem Leid der Gedanke der Revolte, das sich Auflehnen trotz aller damit verbundenen Gefahren. Ein Leben ohne Menschenrechte, einer abhängigen Justiz und einer Zensur der Presse und Medien, dieses Gemisch aus Terror am Volk mit Geheimpolizei und totaler Kontrolle entspricht eben nicht dem freiheitlichen Drang des Individuums. Folglich befreien sich die Menschen ihrer Fesseln unter Anwendung von Gewalt.

Das war in Chile unter Augusto Pinochet nicht anders. Die Chilenen hatten von 1973 bis 1990 unter seiner Herrschaft gelitten, jedoch gelang durch den Druck der USA zumindest der Erlaß einer Verfassung (1980), acht Jahre später in einer Volksabstimmung die Alleinkandidatur Pinochets nicht mehr geduldet wurde, freie Wahlen folgten und der Diktator wurde nicht mehr im Amt bestätigt. Daher kam es in Chile zu keiner Revolution, obwohl das Volk allen Grund dazu gehabt hätte, nachdem Zehntausende unter seiner Herrschaft verfolgt, gefoltert, verschleppt und getötet wurden.

Keine Revolution, sondern höchstens eine andere Protestkultur

Vielleicht relativiert sich der revolutionäre Gedanken aber auch, zumal in sogenannten demokratischen Systemen sie viel eher keinen Platz haben, es fehlt das zu definierende Feindbild. Die Menschen dürfen ja frei wählen, es gibt die Pressefreiheit, auch wenn diese manchmal parteipolitisch gegängelt wird, ein Grundgesetz sorgt für die Menschenrechte, selbst wenn andere Institutionen wie die EU diese über Nacht aushebeln können. Nein, Revolutionen haben keinen Platz im europäischen Westen, nebenan im Osten mag das noch anders aussehen, denken wir nur an Weißrussland.

Selbst wenn Revolutionen sogar erfolgreich waren, so haben sich hinterher fast immer die eigentlichen Herrschaftsverhältnisse eben nicht geändert, obwohl ein anderes System folgte. Die Menschen müssen begreifen, daß nur ein Bewußtseinswandel tatsächlich bestehende Ungerechtigkeiten langfristig beenden lassen wird, eine Revolution vermag das eigentlich nicht, höchstens eine neue Form der Protestkultur, die durchaus auch friedlich verlaufen darf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Beim Kaffee Luz

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Sie trafen sich
in der Wirtsstube
weit oben,
die Zeit und
die Umtriebigkeit,
dem Gipfel nah,
tranken Kaffee Luz
viele Tage,
vergaßen und wußten
alles über sich
und den anderen,
wurden zur
umtriebigen Zeit
beim Kaffee Luz,
dem Himmel fast nah,
lernten zu schweigen,
halfen der Stille,
sich auszubreiten,
waren zeitig umtriebig,
und sich so nah
in der Stube des Lebens.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wider menschlicher Nächstenliebe

Politische Kaltschnäuzigkeit zeigt ihre bösartige Fratze

Alle Welt weiß es, dennoch möchte Mensch weiterhin die Realität ausblenden, möglichst verdrängen mittels Ablenkung, von der genügend Mittel vorhanden, sei es durch TV-Konsum, PC-Spiele oder anderweitige Luxusgüter. Sie haben richtig gelesen. Während hierzulande Wohlstand im Großen und Ganzen den Alltag ausmacht, sorgt Not und Elend anderswo für Widersprüche.

Die lassen sich ignorieren, solange man nicht betroffen sein unbeschwertes Leben fortführen vermag. Wehe, europäische Außengrenzen dulden jene Flüchtlinge, dies gilt es zu verhindern, wie auch voller Inbrunst jener CDU-Mann Merz fordert. Was für eine heuchlerische Moral- und Ethikvorstellung! Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Der goldene Westen macht fleißig Waffengeschäfte, auch mit den syrischen Kriegsbeteiligten, um dann Flüchtlinge daran zu hindern, ihr Leben zu retten.

Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg – man stelle sich vor, alle anderen Länder unterlassen es, hilfreich dem zerstörten Land unter die Arme zu greifen, Flüchtlinge aufzunehmen. Was damals dennoch geschah, gilt heute nicht mehr. Jetzt regieren maßlose Ausbeutung, Finanzgeschäfte, Wachstum bestimmt den politischen Kurs, die Richtschnur sämtlicher Abwägungen. Es wird weder gebettelt noch wirklich geholfen, nur wer klotzt, darf am Pokertisch Platz nehmen.

Auftrieb für die Neue Rechte, der einmal besiegt geglaubte Faschismus bahnt sich neue Wege, kommt daher in anderem Gewand, zeigt sich nahezu unerkannt, ein wenig Autokratie hier, ein bißchen despotisch sein dort. Beschönigt und gedeckelt mittels geschickt korrumpierten Parlamentarismus, gleichgeschalteten Medien und einer fatalen Mischung durch Fakenews, während im Internet Social Media manipuliert ihr emsiges Treiben an den mündigen Bürger abarbeiten, der ahnungslos nahezu alles glaubt, was ihm aufgetischt.

Bequeme Menschen stellen keine Fragen, obendrein per geschickter Überwachung und Erpressbarkeit über Arbeitsplatzangebote lassen diese sich gängeln, weil ein gewisser Konsum ihr antrainiertes Rückgrat zu stärken scheint, welches schnell in sich zusammenfällt, wenn Zivilcourage gefragt. Populisten kalkulieren genau das ein, den inneren Schweinehund nicht zugeben zu wollen, lieber schweigend in Opferbereitschaft an bessere Zeiten glauben zu wollen, schon erhebt sich erneut Führerkult.

Kant hat versagt, weil die Mündigkeit des Menschen nicht umgesetzt, Fromm ist ohnehin vertagt, da zu wenig er wurde hinterfragt. Was nutzen philosophische Erkenntnisse, wenn Nächstenliebe nicht ansatzweise greift. Religion als Halt genausowenig ihre Bedeutung lebt, alles Lug und Trug, am Ende zählt das nackte Überleben, während eine fiese Elite kaltschnäuzig siegessicher wie die Made im Speck verweilt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Einen Haken druff

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Mach den Mund nicht auf,
sei schlau,
halte dich bedeckt,
dann bist du nett,
kommst ungeschoren
davon,
wir regeln das schon,
sorgen für dich,
wir sind verlaust,
die alten Klamotten
stinken auch,
das macht nichts,
das ist Tradition,
je verfilzter
das Deckmäntelchen
zum Schutz
der Allgemeinheit,
desto weniger
juckt dich
der Gestank
nach Altherrenart,
Überheblichkeit
das Diktat,
diese Doktrin
führt zwar in den Ruin,
schon immer,
das weiß jeder,
aber schlimmer
wäre es,
den alten Muff
nach Geld
zu ignorieren,
denn nur Gierige
können Macht delegieren,
sie kennen
die Schwächen
von denen,
die jedes Wort
statt Brot brechen,
drum halt deine Klappe,
sonst kriegst du
einen Haken druff.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Netzkrieg nur mit rechten Trotteln?

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Wenn doch alles so simpel lösbar wäre

Zugleich eine Beleidigung in der Frage der Überschrift? Mitnichten. Rechtsradikalismus ist immer eine Einbahnstraße, wer diesen bemüht, begibt sich nicht nur auf sehr dünnes Eis, sondern er verläßt jeglichen gesellschaftlichen Konsens, weil Gewalt keineswegs ein friedliches Miteinander bedeutet.

Das gilt ebenso für die Social Media, selbst wenn ein Jost Müller-Neuhof im Tagesspiegel äußert: Wer seine Gegner bekämpft, macht sie womöglich stärker. Funktioniert natürlich nur, wenn dessen Schlußsatz tatsächlich beherzigt würde – Stell dir vor, im Netz ist Krieg, und nur rechte Trottel gehen hin: Es wäre ein Frieden ohne Verluste. Wer einen Blick ins russische Netzwerk „vk“ wirft, kann dies dort beobachten, es tummeln sich recht gräßlich dort viele rechtsradikale Figuren.

Der EuGH hat gute Vorarbeit geleistet

In Sachen Rechtsprechung Haß-Posts effektiver entgegenzutreten wie im Fall von Eva Glawischnig, so daß Facebook mit dem EuGH-Urteil solche Posts löschen muß. Doch dies scheint die deutsche Gerichtsbarkeit eher viel harmloser umsetzen zu wollen, was auch Sawsan Chebli beim Freispruch des rechten Bloggers spüren mußte. Der Makel, auf dem rechten Auge blind zu sein, bleibt für die hiesige Justiz bestehen.

Im September 2019 bemerkten wir bereits, daß die Justiz Tür und Tor für Pöbeleien öffnet, in dem das Landgericht Berlin seinerseits Renate Künast in den Rücken fiel. Die einmal auf den Weg gebrachte Saat mittels Zäsur der Herren Trump und Putin scheint sich zu verselbständigen. Die Würde des Menschen darf einfach angetastet werden.

Meinungsfreiheit versus Menschenwürde

Mag ja sein, daß ein Bundesverfassungsgericht am Ende stets die Meinungsfreiheit hochhält, wie Jost Müller-Neuhof im Artikel betont, andererseits heißt dies im Umkehrschluß ein Freifahrtschein für rechtes Gesocks, sich wesentlich mehr in der Öffentlichkeit austoben  zu dürfen. Dann sollte unsere Gesellschaft sich keinesfalls wundern, wenn der Ton rauher, häßlicher wird, Gewalt wesentlich mehr zunimmt bis hin zu rechten Terror.

Insofern sollte da tatsächlich eine Reißleine gezogen werden, die im Sinne einer friedlichen Gesellschaft reale Grenzen zieht. Früher durfte man nicht Bulle sagen, heute schaut die Polizei hinweg. Wer gezielt beleidigt, beschimpft und vor allem verunglimpft, der provoziert stets eine Gegenreaktion. Ein derartiger Vorgang ist zu stoppen, weil ziemlich destruktiv. Basta. Niemand will ernsthaft mit Wattebäuschchen diskutieren, aber Respekt und Anstand sollte in der Regel stattfinden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Strümpfe hochziehen

Knicks gemacht
Lächeln fiel herab
wie brav
Strumpf hochziehen

Kniend gebetet
Lächeln fiel herab
wie brav
Strumpf hochziehen

Lächeln fiel herab
Strumpf hochziehen

Affinität gekappt
herabziehen

Lächeln nach oben
Strümpfe runtergeschoben

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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