Fehlhaltung

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Die Schokolade zerfloß
in ihren Händen auf dem Schoß,
Ruhe wollte sie sich gönnen,
mit Pralinen sich verwöhnen.

Eine Schaufensterpuppe
war den Nachbarn schnuppe,
soll sie sitzen auf dem Balkon,
das ist doch keine Sensation.

Vorbei Herbst, Winter, Frühling,
ausgezogen die Frau Schilling,
verbringt Lebensabend im Süden,
ihre Gebeine imitieren Attitüden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Chapeau, Ai Weiwei, in Sachen deutsche Gründlichkeit

Vorurteile sollte man mitnichten pflegen

Die Berliner Zeitung verfaßte einen Artikel, ein Interview, welches Susanne Lenz mit dem chinesischen Konzeptionskünstler führte, in dem sie diesen mit einem Satz von  ihm betitelte, der ziemlich sauer aufstößt: „Berlin ist die hässlichste, langweiligste Stadt, die es gibt“.

Die Hauptstadt Deutschlands mit all ihrem Flair, ihren Ecken und Kanten hat sich ganz sicher nicht hin zu einer der langweiligsten Städte entwickelt, die obendrein urplötzlich häßlich geworden sein soll. Nicht nur eine Beleidigung all derer, die Berlin lieben, sondern obendrein zeugt diese Behauptung von wenig Fairneß. Nach nur knapp vier Jahren meint Ai Weiwei, sich dazu hinreißen lassen zu müssen?

Deutschland toleriert in der Tat Faschisten

Man kann seinem Statement zustimmen, daß es nur um die Wirtschaft in Deutschland geht, obendrein Trump wenigstens ehrlich ist mit dessen America First. Genauso wie zur gut beobachteten Feststellung, die Liberalen täten so, als seien sie liberal, sie hätten tief drinnen die Nazi-Kultur verinnerlicht. Das hat sich doch in Thüringen bestätigt.

Natürlich sind viele Rechte dumm und Linke in der Regel eben nicht. Aber Linke gefährlicher? Dem muß ich widersprechen, Herr Weiwei. Einfach mal die vielen Mordopfer rechtsradikaler Verbrechen verinnerlichen und mit Straftaten von Linken vergleichen. Na, klingelt’s? Mein Chapeau an ihn in Sachen deutscher Gründlichkeit bröckelt, auch wenn man durchaus nachvollziehen kann, was er im Interview meint. Aber jedes korrupte System birgt Gefahren, bis hin zu faschistischen Strukturen, die man auch woanders beobachten kann, in Italien oder leider hochaktuell in weiten Teilen Südamerikas.

Deutsch-chinesische Interessen widersprechen sich dennoch

Um sich zugleich zu einigen, was den wirtschaftlichen Nutzen anbelangt, den Ai Weiwei völlig zu Recht anprangert. Während im Reich der Mitte Umweltschutz und Menschenrechte sichtbar mit Füßen getreten werden, scheint hier ein anderes Bewußtsein zu herrschen. Das Wörtchen „scheint“ weist auf anhaltende Mißstände hin, die er natürlich berechtigt beanstandet.

„Wenn China sich erkältet, niesen alle.“ Logisch, weil, wie er selbst bestätigt, China für die halbe Welt produziert. Kapitalismus sei brutal, zerstöre die Natur und unsere Moral. Hand aufs Herz: Nichts Neues. Brauchen wir einen Ai Weiwei, der uns belehrt? Nein. Aber es tut gut, wenn man die Perspektive wechselt, ob mit oder ohne Vorurteile. Vielleicht grübelt der ein oder andere. Liest dessen deutliche Rügen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Gedruckte Reise

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Gelöscht die Gedanken,
die längst bekannten,
der Zug fährt langsam,
verständlich der Text,
kein Mord durch Gewalt,
zerfleddert die Seele,
kalt liegt die Landschaft,
schwarz verschmiert auf weiß.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Deutsche Parteienlandschaft lässt sich von Rechtsradikalen foppen

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Es gibt nur einen Weg, sie stoppen

Das Thüringen-Desaster darf man als die Spitze des Eisberges betrachten, selbst in milden Zeiten, wo von Winter kaum eine Spur, eher ein Orkan wie Sabine über Deutschland fegt, welch Parallele nach den vergangenen letzten Tagen. FFF, ein cholerischer Donald und eine perfide Nazi-Partei sorgen für entsprechenden Diskussionsbedarf.

Die Zusammenstellung paßt ins Konzept einer politischen Ausrichtung, die sich nach den Vorgaben einer Elite hält, ganz ähnlich wie eine minutiös geplante Regieanweisung, wobei die Darsteller ihren Rollen gerecht werden. Dennoch sitzen im Publikum Buh-Rufer, die nicht gedankenlos einfach Beifall klatschen, sondern sehr kritisch hinschauen.

Nazis braucht kein Mensch

Trotzdem duldet ausgerechnet Deutschland sie in ihren Parlamenten, getarnt als angebliche Konservative, gar als Alternative, die per Proteste die anderen Parteien ermahnen und beschimpfend beleidigen. Dazu gesellt sich eine Ablehnung demokratisch verbriefter Rechte, wird das Grundgesetz in Frage gestellt genauso wie das Land selbst, wer das Reichsbürgergeschwätz mit einbezieht, welches stets präsent als Begleiterscheinung geduldet wird als Mittel zum Zweck.

Der lautet, den Status Quo zu untergraben. In Thüringen gelang es, wer mal hinter die Kulissen schaut. Das ließe sich doch permanent fortsetzen, wo doch eine CDU und FDP längst verunsichert sind. Ziel erreicht. Nur braucht kein Mensch Nazis, diese selbst werten sich gern als Übermenschen, wenn man sie nicht strikt ausbremst.

Regierungsbündnis gefährdet – was folgt im Anschluß?

Schon steht die Frage Raum, wer den Kanzler bei der Union stellt, wo doch, letztlich eben nicht unerwartet, AKK zurückgetreten ist. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sieht bereits dunkle Wolken aufziehen, ein nächster Kanzlerkandidat würde kein Kanzler werden, wenn man so weitermache. Aha. Welch clevere Schlußfolgerung. Wer mit einer AKK nichts zu lachen hat, dem traut man erst recht kaum was zu, das möge gar nicht so verkehrt sein. Insofern passen Merz, Spahn und andere sowieso nicht als CDU-Kandidat, die Grünen laufen ihnen eher den Run ab!

Mal schnell die jüngsten Sonntagsfragen zur Bundestagswahl außer acht lassen, zu viel Ungereimtheiten offenbaren sich gerade in den letzten Tagen, vor allem die simple Masche jener Rechtsradikalen läßt tief blicken. Das beweist nämlich besonders eins: Diese Demokratie steht auf ziemlich wackligen Beinen, weder der Verfassungsschutz noch manch andere Organe wie Bundeswehr oder Polizei können Verläßlichkeit bieten. Umso wachsamer muß Politik jetzt handeln. Solange aber z.B. ein Sven Liebich tönen darf, hat sie alles falsch gemacht!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wir, das sind ich

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Wir,
das sind
ich, ich
und nochmal
ich,
damit
kein Zweifel
aufkommt,
ich sind wir.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kuckuck ruft’s bald nicht mehr aus dem Wald

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Klimawandel verhindert Eierschmuggel in fremde Gehege

„Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald. Lasset uns singen, tanzen und springen! Frühling, Frühling wird es nun bald!“ – so die erste Strophe des bekannten Liedes, welches August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1817 geschrieben hatte. Doch schon sehr bald ruft’s nicht mehr aus dem Wald, wenn der beobachtete Rückgang anhält, der u.a. dem Klimawandel zugeschrieben wird, dadurch den Eierschmuggel in fremde Gelege verhindert.

Auf einem Baum ein Kuckuck

„Sim sa la bim, bam ba, sa la du, sa la dim, auf einem Baum ein Kuckuck saß“, werden wohl die meisten von uns noch aus Kindertagen kennen, dieses Lied, dessen Komponist und Texter unbekannt ist, ein Volkslied aus dem Bergischen Land, erstmals erschienen im Jahre 1838.

Der fast turteltaubengroße Kuckuck, ein Meister darin, die Eier in fremde Nester zu legen, sich einfach bestimmter Wirtsvögel zu bedienen, erreicht immerhin eine Flügelspannweite von 55-60 cm. Dabei frißt das Kuckucksweibchen durchaus ein bis zwei Eier der Wirtsvögel, ehe es das eigene, sehr selten zwei, den potentiellen zukünftigen Adoptiveltern unterschiebt, die es dann schön brav ausbrüten, füttern und großziehen.

Was für eine clevere Taktik der Natur muß man feststellen! Bevorzugte Wirte sind Bachstelzen, Braunellen, Grasmücken, Neuntöter, Pieper, Rohrsänger, Rotschwänze  und Zaunkönige. Aber noch viel raffinierter, sonst würde der Schwindel ja auffliegen, sind die farblich angepaßten Eier bei der Ablage, die jeweils denen der Wirtsvögel verblüffend ähnlich sehen.

Kuckuck steht auf Vorwarnliste der Roten Liste wandernder Vogelarten

Bedenken wir, selbst viele Wirtsvögel sind explizit betroffen aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume, bei denen der Mensch erheblichen Anteil hat. Kein Wunder, daß der Kuckucksbestand um 25 Prozent geschrumpft ist, man auf den Klimawandel zurückführen muß. Milde Winter nutzen somit ihre Wirtsvögel, um wesentlich früher mit Balz und Nestbau zu beginnen. Erreichen dann zu Beginn des Mais die Kuckucke aus Afrika kommend Deutschland, ist es oftmals zu spät. Ebenso der starke Rückgang von Maikäfern und Schmetterlingen, wichtige Nahrungsmittel für den Kuckuck, der mit erhöhtem Pestizideinsatz zusammenhängt, trägt dazu bei, den beliebten Vogel zu verdrängen.

Während die vom Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) erstmals am 10. März 2014 erstellte „Rote Liste wandernder Vogelarten“ den Kuckuck auf die Vorwarnliste der Gefährdung setzt, vermerkt die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources), er sei beim weltweiten Status mit „Least concern“, somit als „nicht gefährdet“ zu bezeichnen.

Mag ja sein, aber hierzulande und im gesamteuropäischen Raum wird der Kuckuck zurückgedrängt. Grund genug sich Sorgen zu machen, Gegenmaßnahmen einzuleiten, die sicherlich nur in kleinen Schritten erfolgen können, wenn sie denn überhaupt den Rückgang zu stoppen vermögen.

„Warum Vögel den Menschen nie verstehen werden? Körner im Winter – Vogelscheuchen im Sommer.“  (Markus M. Ronner)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Schutz durch Hasardeure

Ständig ändern sie ihre Namen,
schließlich sind sie Kameraden,
um sich zu erkennen,
reicht es das Codewort zu nennen,
sie lieben die Geheimniskrämerei,
verneigen sich vor einem Konterfei,
den sie als Helden stilisieren,
damit ihnen kann nichts passieren,
unter seinem Schutz
selbst ein Nichtsnutz
wird zum Kommandeur,
läßt sich feiern als Hasardeur,
mit Rücksichtslosigkeit
wird gekämpft gegen Menschlichkeit,
sie stoisch stets auf Arroganz beharren,
ansonsten sie fühlten sich als Narren,
die sie auch tatsächlich sind,
aber ihre Blickwinkel sind blind,
wer haust in dunklen Höhlen,
dessen Geist und Sinne veröden,
auf Maskerade verstehen sie sich exzellent,
großzügig gesponsert von Finanzprominenz.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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