Nasser Glanz

https://pixabay.com/photos/moon-sea-moonlight-landscape-6234627/

Image by Tumisu from Pixabay

Ich schreibe,
Denken hört auf,
wird zum Gesagtem,
wird Wort.

Satz, Punkt,
manchmal rieselnder Sand,
manchmal Dynamit,
ich höre, Blätter rauschen.

In der Tragetasche Fische,
spüre ihre fließende Bewegung,
leicht ihre Körper,
verwandeln Wasser in Mondlicht.

Im Meer Straßenabschnitte,
übriggebliebene Muster,
Liniennetze zum Ausgang Labyrinth,
diese sinnlose Hetze,

schreibe ich,
die Fische schwärmen aus,
ich schwärme von den Schuppen,
nasser Glanz in meinen Augen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Ich flenne

https://pixabay.com/photos/weeping-grief-woman-face-sad-girl-3332113/

Image by Karen Nadine from Pixabay

Ich dachte,
weißt du noch, wie ich lachte,
vielleicht schwebt dein Erinnern
nur in meinem Innern,
weil du bereits gegangen bist
und dein Leben nicht vermißt.

Tränen näßten mein Gesicht,
sah dich nur verwischt,
hinter Sturzwasserfontänen
kann man sich in Sicherheit wähnen,
weil sie jedes Geräusch verschlucken,
und ich sah deinen Körper zucken.

Du warst wie ich perplex,
etwas hatte uns verhext,
unsere Bauchmuskeln schmerzten,
nur noch Reflexe mit uns scherzten,
weil ich den Grund nicht mehr kenne,
und ich dachte, -weißt du warum ich flenne?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Geld regiert die Welt

Vorbildlich,
die Amis,
ein Präsident
vor Gericht,
oberste Pflicht
geht nicht,
kein Problem,
zu alledem
darf er gewählt werden,
so sind halt Schergen.

Die Welt
schaut
erstaunt zu.
Welch schräge Ruh‘.
Vor dem Gesetz
sind nich alle gleich,
manch einer ganz reich
fühlt sich wie ein Scheich.
Im Land unbegrenzter Möglichkeiten
Mafiosi sich alles erstreiten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Abschied von einfachen Feindbildern

https://pixabay.com/illustrations/background-mountains-night-ocean-7929609/

Image by Jim Cooper from Pixabay

Eine neue Weltordnung absurder denn je

In der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts tobten die beiden Weltkriege, warfen die USA zwei Atombomben auf Japan, die Welt hielt den Atem an, fast wäre ein Atomkrieg entbrannt zur Kuba-Krise, der noch verhindert werden konnte. Etliche Kriege folgten weiterhin trotz UNO, Nato und Friedensdemonstrationen, die Menschheit verzettelte sich in ein Wettrüsten, während mit Michail Gorbatschow zumindest die Mauer fiel, der Eiserne Vorhang.

Doch anstatt diese Chance zu nutzen, zogen die beiden Supermächte es vor, weiterzumachen. Wladimir Putin wurde komplett unterschätzt, nachdem er erfolgreich den Westen spaltete, am 24. Februar 2022 die demokratische Ukraine angriff, Russlands Führung jedweden Respekt zur Weltpolitik verliert.

Der erbitterte Kampf um die Vormachtstellung

Keinesfalls verwunderlich, daß China sein wahres Gesicht offenbart. Folgt man den Spuren der Geldflüsse, war dies ohnehin schon lange absehbar. Wirtschaftliche Abhängigkeiten und Verflechtungen offenbaren uns tagtäglich, wie die politische Weltbühne eigentlich tickt. Mit Blick zu Großkonzernen und mafiösen Strukturen, die überall brutal mitmischen, verharrt die Politik nahezu in Tatenlosigkeit, wirken rechtsstaatliche Maßnahmen wie ein Tropfen auf den heißen Stein, sie verdampfen jäh fortlaufend.

Wer gewinnt am Ende das Rennen um die Weltmacht? Die USA haben genug mit sich selbst zu tun neben wachsam beäugten Konflikten wie den Ukraine-Krieg, den Pazifik in Südostasien, die Ressourcen in der Arktis, etlichen anderen weltweiten Kriegskonflikten. China wartet lächelnd ab und plant längst eigene Maßnahmen, während andere Staaten gleichwohl mitkosten wollen an der Vormachtstellung zur Weltherrschaft.

Indien, Iran und Russland bleiben nicht tatenlos

Bündnisse wie die Nato, die G7-Staaten, die UNO oder BRICS zeigen deutlich erkennbar, wohin die Weltpolitik es verschlägt. Sie taxiert Möglichkeiten, Kriege zu vermeiden und neue ins Leben zu rufen, je nach Bedarf. Ein dramatisches Kalkül, wobei stets Zivilgesellschaften zu leiden haben, Flüchtlingsströme eher zunehmen, das Ganze flankiert von einer menschenverursachten Klimakrise, die keinesfalls zielsicher gelöst wird. Zu viele potentielle Gegner dieser Erkenntnis glänzen per Ignoranz, nur die eigenen Vorteile im Visier.

Während das westliche Bündnis bröckelt, fühlen sich die BRICS-Staaten berufen, eigene Wege zu ersinnen, die Weltherrschaft zu übernehmen. Ob das ihnen gelingt, bleibt mal dahingestellt. Allein solche politischen Scharmützel bedeuten noch mehr Leid, neue Kriegsgefahren, einen dritten Weletkrieg mal ausgeklammert, der jederzeit entflammen kann.

Der Abschied von einfachen Feindbildern hat sich längst vollzogen, die rasant technische Entwicklung zusammen mit Machtphantasien besonders von gewissen Despoten ermöglichen unberechenbare Spannungen, die nicht nur in Kriegen ausarten, sondern ganze Völker erpressbar machen, Katastrophen hervorrufen, die ein Vielfaches an Leid bedeuten. Überschaubare Entwicklungen waren gestern. Die Zukunft verheißt nichts Gutes, es sei denn, Mensch besinnt sich noch rechtzeitig, bevor der Zug abgefahren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Eine Politik der lauten Töne

https://pixabay.com/illustrations/fractal-art-fractals-3d-3126013/

Image by Shabinh from Pixabay

Marktgeschrei statt konstruktive Lösungen

Mit Blick zur Menschheitsgeschichte hat sich stets auch das politische Geschehen geändert, unabhängig von Eroberungen, Kriegen, Katastrophen und Fehleinschätzungen, die allesamt für sehr viel Leid sorgten. Insofern gab es wohl kaum Gewinner, sondern viel eher Verlierer. Im alten Rom sorgten Brot und Spiele für entsprechende Ablenkung, um das Volk stillzuhalten. Heutzutage erledigt dies sowohl der Fernseher als auch das Internet. Lerneffekt gleich Null?

Was zeichnet wohl den mündigen Bürger aus, der weiterhin sich viel eher rar macht, obwohl Immanuel Kant ihn so gern aktiv miterlebt hätte? Trägheit, Politikverdrossenheit, desillusioniertes Verhalten wider den Verstand? Eine schier ignorierende Geschichte trotz all unseres Wissens, irgendwelchen Verschwörungsmythen hinterherhechelnd? Dramatische Umkehrung logischer Konsequenz, um im Fatalismus zu verharren, unfähig Fakenews von realen Begebenheiten zu unterscheiden? Ein trauriges Fazit, vor allem hoch gefährlich im Sinne unserer Freiheit, die dabei flöten geht!

Hierzulande tönt eine AfD, gestärkt hervorgegangen aus minderbemittelten Parteien und rechtsradikalen Strömungen, die zuvor ein Schattendasein fristeten. Schon plärren gewisse Herren der Union ins selbe Horn, nutzen die gleichen Parolen wie jene Nazischergen, üben sich in platten Phrasen, unverhohlen, weil’s so schrecklich simpel funktioniert, der trägen Masse damit zu imponieren. Gewisse Medien nutzen dies gleichwohl, um selbst Gewinne damit einzufahren. Kurt Tucholsky hätte ohne weiteres sich erneut umgebracht angesichts solcher Entwicklungen mitten in Europa, ausgerechnet in Deutschland.

Da erfreuen sich jene angeblich konservativen Medien, die Ampel madig zu machen, erhoffen sich ein Stück vom faschistischen Kuchen, der überall angepriesen, während Scholz und Co. nahezu stumm verharren. Was sollen sie auch dem entgegensetzen, außer an ihrer Politik festzuhalten? Unkenrufen zum Trotz verbleiben jene Prognosen, was dann passieren würde, sollte sonntags gewählt werden. Eine wiederauferstandene Union und diese Nazis mit großer Mehrheit. Was noch direkt nach dem 2. Weltkrieg nie wieder geschehen sollte, fast achtzig Jahre später möglicher denn je?

Viel Marktgeschrei statt konstruktive Lösungen besonders von einer Opposition, die schon bald hierzulande politisch wieder ran darf. Möge uns das explizit erspart bleiben, 40 Jahre Union war alles andere als gute Politik. Zusammen mit den Nazis bedeutet dies Totalversagen, auch wenn Herr Merz seine Brandmauer beschwört. Sie fällt in sich zusammen, wenn Schwarz-Grün auf Bundesebene eben nicht stattfindet! Auch eine Sahra Wagenknecht kann’s mitnichten richten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Stumm und blind

Für mich kein Wort
mehr übrig,
jeder Hauch, eure
Stimme zu schade
für mich.

Espen flüstern
ihre Lieder,
Weiden schwenken
hängende Zweige im See,
ihre rhythmische Sprache
nicht fremd für mich.

Nur ihr, die ihr mich
kennt seit Kindertagen,
ihr verweigert jeden
noch so leisen Laut,
weil eure Augen mich
nicht spiegeln, seid ihr
stumm und blind für mich.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Keine Zeit

https://pixabay.com/illustrations/time-money-puppet-time-is-money-1594638/

Image by Thomas Skirde from Pixabay

Keine Zeit zum Reden
dafür etliche Fehden
Keine Zeit zum Schlafen
dafür Opfer begaffen
Keine Zeit für Frieden
dafür sich bekriegen
Keine Zeit zu teilen
dafür in Palästen verweilen
Keine Zeit zu lieben
dafür fremd getrieben
Keine Zeit zum Träumen
dafür vor Haß schäumen
Keine Zeit verantwortlich zu sein
dafür Lügen nur so zum Schein
Keine Zeit Kinder zu erziehen
dafür in andere Beziehungen fliehen
Keine Zeit
so gar nicht bereit
alles andere als gescheit

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar