Konservative und Nazis im Vormarsch

Unfähigkeit und Unzufriedenheit zeichnet Wähler aus

Kurz vor Ostern überraschen uns die deutschen Wähler durch ihr Unvermögen, denn von Weitblick, Einsicht oder gar Cleverness nicht die geringste Spur. Laut Umfrage YouGov, Stand 06. April 2023, würden die Union 30%, die SPD 20%, die Grünen 15%, die AfD 17%, die FDP und Die Linke jeweils 6% der Wahlstimmen erhalten. Was für ein Desaster und hoher Vertrauensverlust der derzeitigen Ampel-Regierung!

Es stellt sich die wichtigste Frage, nämlich woran dies wohl liegen mag? Andersherum wird vielleicht trotzdem ein Schuh daraus. Wieso? Blicken wir doch mal zurück in die Vergangenheit, schließlich hat die Union mehr oder weniger mit Helmut Kohl und Angela Merkel gar 32 Jahre lang regiert. Mit dem gewaltigen Unterschied, es waren andere Zeiten und Bedingungen.

Des deutschen liebstes Kind und eine angebliche Wirt-schaftskompetenz?

Eine zeitlang waren die Grünen im Vormarsch, die Union dümpelte vor sich hin, die Sozialdemokraten erhielten plötzlich Aufwind im Spätsommer 2021, das Ganze im Zenit jener Corona-Krise. Danach übernahm die Ampel die Regierung allen Unkenrufen zum Trotz. Im Anschluß marschierten russische Truppen in die Ukraine, Europa hat seitdem seinen gefährlichsten Krieg, die Weltpolitik muß sich komplett neu orientieren.

Wieso wächst das Vertrauen in die Union, die alles andere als eine umsichtige Unweltpolitik verkörpert, selbst wenn so manche Unionspolitiker meinen, sie hätten das Bio-Siegel erfunden? Der Klimawandel zusammen mit den Protesten der letzten Generation sorgen für Zweifel bei all denjenigen, die noch an den Allesbrenner beim geliebten Auto festhalten wollen. Von Einsicht oder Rücksichtnahme keine Spur! Dabei verharren sie felsenfest in dem unabdingbaren Glauben, die Union sei die Wirtschaftskompetenz. Welch fataler Irrtum!

Am Ende zahlen Folgenerationen die Zeche

Ein wenig mehr Weitblick wünscht sich der kritische Wähler. Wie kann man nur die Augen vor der Realität verschließen? Klimawandel, Umweltbelastung und soziale Spannungen zusammen mit einer Dekadenz der Superreichen sind Grund genug, genau den Parteien Vertrauen zu schenken, die solche Zustände eben nicht mehr dulden, ändern wollen.

Ziehen wir die viel zu hohe Zahl der 17% hinzu, jene Nazi-Wähler, dann könnte man schnell über Nacht ergrauen. Erst recht mit Blick gen USA, in europäische Nachbarländer wie Ungarn, Italien oder Finnland, wo rechtsradikale Politik sich durchsetzt. Nichts dazugelernt aus der Geschichte, eben was Despoten anrichten können? Brauchen wir die Fortsetzung jenes Leids, wobei die Freiheit in Demokratien mit Füßen getreten wird? Zahlen dann erneut Folgegenerationen die Zeche?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Viva Italia

Mit Giorgia Melonis Partei gibt’s kein englisches Einerlei

Die Anglomanie hat’s ihr angetan, Verbote sind ab jetzt in Italien dran. Wer in Zukunft statt Italienisch Englisch schreibt oder spricht, darauf sei sie nunmehr erpicht, soll empfindliche Strafen zahlen. So ihr resolutes Prahlen. Nun denn, viel Spaß ihr Italiener, wie bringt ihr das auf einen gescheiten Nenner?!

Man denke mal nur ein Stückchen weiter, das wird alles andere als heiter. Ein Volk wird derart tröge bestraft, nix mehr Konsumieren simpelst unbedarft, hinweg mit synchronisierten Filmen oder Liedern, jetzt lautet’s, italienisch anbiedern. Ein Hurra auf römischen Nationalismus, was für ein Stuß!

Als ob Italien, Europa und die Welt keine anderen Probleme bereithält. Das habt ihr nun davon, mit dieser Präsidentenperson, welch Hohn! Ihr Wahlslogan Gott, Vaterland, Familie greift nunmehr auf ganzer Linie. Welch krude Kehrtwende Giorgia Meloni hierbei vollführt, was ist hierbei wohl passiert? Wir bedenken, im Wahlkampf warb sie auf Englisch mit dem Slogan „Made in Italy“, plötzlich gab’s den ab jetzt wohl nie?!

Doch die Logik mögen wir bei rassistisch-nationalistisch geprägten Wesen eher nicht einkalkulieren, da wird manch Schräges noch passieren. Bedenken wir nur mal kurz den Fall Domenico Lucano. Der vollzog sich daramatischerweise so: Domenico »Mimmo« Lucano wurde 2010 als drittbester Bürgermeister der Welt ausgezeichnet. Elf Jahre später wurde ihm zur Last gelegt, Beihilfe zur illegalen Einwanderung, Amtsmißbrauch, Betrug und Erpressung, die Staatsanwaltschaft hatte dafür eine Strafe von sieben Jahren angeregt, das Gericht brummte ihm fast doppelt soviele Jahre auf, 13 an der Zahl. Welch brutale, unverständliche Zahl!

Im Land der Mafia ist so manches klar! Kein Staat in Europa hat soviele Regierungen wie in Italien kommen und gehen sehen. Was ist dort wohl all die Zeit geschehen? Von Zufall mag kaum die Rede sein, einzig und allein dort eher das Chaos regiert, kriminell und ungeniert! Die Menschen sollten vor Ort ihr Handeln gründlichst überdenken, sich lieber mal eine dramatische Wahrheit schenken, in den Spiegel schauen, sich mehr Courage zutrauen.

Wie die wohl lauten muß, und das sei wahrlich weder Stuß noch Überdruß, liegt auf der Hand. Schreibt es auf jede Wand: Sprachen verbieten, Bücher verbrennen, Kultur zensieren No Thanks, wahrlich in großen Lettern dick und fett, das wäre doch mal nett. Ganz genau, Frau Präsidentin Meloni Oberschlau. Die Welt wird sich weiterdrehen, Ihr ändert ganz sicher nicht deren Geschehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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April, April

Die Realität springt doch nicht von der Schippe, oder?

Reisewillige unterwegs auf Abwegen, das kennen wir doch? Schlußendlich hat jeder so seine Träume, nur mit dem Unterschied, sie nicht verwirklichen zu können. Manch Glücklichen wird dies nicht verwehrt, auch wenn sie keinerlei Gefühl dafür aufzubringen vermögen. Ignoranz oder schlichtweg Unwissenheit gepaart mit Arroganz? Schauen wir mal etwas genauer hin, wie alles begann.

Oktober 2021, Putinversteher schließen sich einer Reisegruppe an, die mal wieder auf Randale aus ist, im Visier ein großer Platz in Sachsens Dresden. Eine weitere Erläuterung erübrigt sich, Sie wissen sowieso, von wem die Rede nur sein kann. Jenes Nazipack traut sich viel zu, schließlich hält niemand sie auf, auch wenn hierzulande bald die Sozen wieder das Regierungszepter in die Hand nehmen, jene Pfeife, dieser Maaßen, den Hut nehmen mußte. Verfassungsschutz, was für ein gebeuteltes Wort, welches seiner Rolle nicht im Geringsten gewachsen. Sei’s drum.

Zeitgleich gezielte Beobachter ganz in der Nähe, mit versteckten Kameras, empfindlichen Richtmikrophonen. Ihre Skepsis mehr als angebracht, jenes Regime im Kreml hat ganz offensichtlich manches geplant, sie trauen den Russen so ziemlich alles zu. Wer dermaßen offensichtlich Europa, den Westen spalten will, der hat Bösartiges im Gepäck. Ein Raunen in den Reihen der Gruppe, sie tauschen sich aufgeregt aus. Hat jener Putin tatsächlich vor, seiner Armee den Befehl geben zu wollen, die Ukraine anzugreifen? Welch fatales Szenario, schießt es ihnen durch den Kopf.

März 2022, die Wirklichkeit hat konkrete Formen angenommen, der Angriffskrieg mitten in Europa tobt, die Welt hält den Atem an. Manche wundern sich, weil Kriege weltweit ohnehin stattfinden. Nur daß diesmal der Imperialismus zurückkehrt, bzw. sich mehr zutraut, seine versteckten Gedanken hinter vorgehaltener Hand frechweg zu kaschieren mit dem simplen Argument des US-Bashings. Putin läßt den Kalten Krieg erneut aufleben, erwünscht sei das großrussische Reich zu Sowjetzeiten. Ein widerlich fataler Rückschritt! Autokratie vs. Demokratie, das steht auf weltpolitischem Spiel.

Ein Jahr später, am Ende des ersten Frühlingsmonats, die Welt dreht sich still und behäbig weiter, Klimawandel umtreibt zumindest all jene, die noch Hoffnung haben, Mensch werde Vernunft annehmen, wider besseres Wissen. Jahrzehntelange Versäumnisse längst entlarvt, während eine überreiche Klientel sich beleidigt wegduckt, weil man deren Verfehlungen beim Namen nennt. Was nützen all jene Bemühungen, wenn atomare Szenarien in den Köpfen weniger Despoten, die keinerlei Rücksicht nehmen wollen, außer ihre eigene Macht auszuleben?

Scherze unangebracht. April, April hallt es durch manche Flure oder Räume, denken wir ans Wetter, macht er sowieso was er will. Mensch übertrifft das noch. Aufwachen aus sorgenvollen Träumen, mögen wir aus der Historie die richtigen Schlüsse ziehen, in denen ein völkerrechtlicher Angriffskrieg weder in Eurropa noch sonstwo mehr stattfinden darf. Mensch hat es stets in der Hand, sicherlich auch, wenn er die Statuten der UN überdenkt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Sprachverloren bei jeder Witterung

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Ich schau sie mir an, die Wand,
grau, Moos in den Ritzen,
Sonnenstrahlen reflektierend,
rötlich schimmernde Konturen,
Gesichter, die verschwimmen.

Ihre Tränen nicht verwischt,
Tropfenrinnsale auf Wangen,
Lippen, Kinn beglänzt
durch Wasserlichtreflexe, weil
kein Trost den Schmerz trocknet.

Die Wand eine Mauer voll Leid,
sprachverloren jeder Witterung
ausgesetzt, ich sehe ihr Blinzeln,
die Worte ihrer Verletzlichkeit
fließen in meine Augen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Mordor, also Russland, du Tor!

Geht uns auf den Senkel, Medwedew’sches Putingeplänkel

John Ronald Reuel Tolkien ein Hellseher sondergleichen, denn was beim Herrn der Ringe so anklinge, sollte letztlich reichen, Russland mit Mordor zu vergleichen. Lesen wir doch mit Interesse die Äußerungen jenes Dmitri Medwedew, welch bösartiges Gekläff, schaut es in dieser unfriedlichen Welt gar nicht gut aus, per eigenem Haß fordert er Applaus. Die angebliche Spezialoperation gen Ukraine gleicht einer Lawine von Schuld und Sühne, sie gehöre nun mal zu Russland, das liege doch auf der Hand. Wer ein Land einfach überfällt, der brauche wohl nicht die Genehmigung beim Rest der Welt. Er fühle sich sicher mit China als Freund, nun denn, bald hat’s sich ausgeträumt!

Mal Hand aufs Herz, welch dummdreister Scherz! Hatten wir bereits im Kalten Krieg keinen Gewinn oder gar Sieg, faseln die neuen Herren der Krim vom selbstgemachten Klimbim. Wer die Geschichte dermaßen durcheinanderbringt, bei dem keene Glocke mehr im Hirn richtig klingt. Sie sollten mal lieber die Kirche im Dorf lassen, statt weiterhin dermaßen zu prassen und zu hassen. Das Leid nimmt durch sie weltweit zu, was für eine schräge politische Crew!

Zurück zu Tolkiens Herrn der Ringe, auf daß dieser uns Hoffnung bringe. Der Vergleich keinesfalls so verkehrt, wie uns die Vergangenheit wohl lehrt. Mit einfacher Dialektik wird’s dennoch nicht getan sein, dies wäre eher ein trüber Schein. Betrachten wir’s lieber mal nüchtern, nur nicht so schüchtern. Was will dieser Despot Putin mit seinem Krieg erreichen? Nix danach mit davonschleichen! Oder hat er etwa ein brutales Ende geplant, wie manchem vielleicht schwant? Deshalb die Androhung mit russischen Atomwaffen? Gänzlich ohne dabei zu blaffen?

Rätselraten bingt uns dennoch nix, verflix‘. Die Menschheit wäre gut beraten, nicht nur vor lauter Angst abzuwarten. Selbst diplomatische Wege mögen immer noch fruchten, auch wenn etliche den Putin bisher verfluchten. Es geht um Menschenleben retten, zu lösen jene teuflischen Ketten, die nur Leid bringen, bis in unsere Träume erklingen. Die Welt braucht keinen letzten dritten Weltkrieg, der ohnehin bringt keinerlei Sieg, sondern eine besonnene Politik mit sehr viel Weitblick.

Den hat die Heerschar im Kreml vollkommen ausgeblendet, russisches Menschenleben dabei mit verschwendet, um die eigene Propaganda per Fakenews zu bestücken, wahre Zusammenhänge zu unterdrücken. Denn wer sein Mordor rechtfertigen will, dem ist recht jedweder Drill, um sich selbst als unfehlbar zu nennen, dabei dem eigenen Volk nichts Gutes zu gönnen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Am Scheideweg

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Die Welt zerfällt,
ein Hoch auf Despoten,
Demokratie unerwünscht,
Chaos auf bestem Wege,
Kriege die Konsequenz,
keine Chance auf Resilienz.

Es regiert das Geld,
Kritik dabei verboten,
die Wahrheit übertüncht,
auf daß sie sich nicht mehr rege,
Propaganda heißt die Audienz,
hinweg mit jeder Intelligenz.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Morgen

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Morgen, sagte sie der stickigen Luft
in der Küche, die soeben durch
ein weißlich gelbes Licht ihren
vollgestellten Raum wiedersieht.

Später wird die Kamera
eine geöffnete Schublade zeigen,
in ihr eine Mappe, auf der
mit großer Schrift morgen steht.

Morgen, flüsterte sie zur Wand,
auf der Eiskristalle warteten,
um in ihrer Pracht bewundert zu werden,
bevor sie als Tropfen ins Gemäuer versinken.

Später wird das Photo auf dem Sessel
hinter zersprungenem Glas eine Lokomotive
zeigen, auf den beschlagenen Fenstern
in Schreibschrift zu lesen, bin morgen bei dir.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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