Im Krieg wird nicht gesiegt

Stell dir einmal vor,
es ist Krieg in der Ukraine
und niemand glaubt an eine
militärische Sonderoperation,
weil zu viele Zivilisten sterben,
aber ein Herr Selinski noch lebt.
Was Putin wohl bevorschwebt,
die Welt vor Erzürnung bebt?

Stell dir einmal vor,
es gäbe kein Krieg in der Ukraine
und niemand glaubt an ein
friedliches Europa oder an eine EU,
weil Nationalismus erneut erwacht,
der Pöbel sich manches zusammenreimt.
Das Großkapital im Hintergrund schleimt,
die Mafia etwa mit der Politik vereint?

Stell dir einmal vor,
es beginnt weltweit überall Krieg
und niemand glaubt an einen
wirklichen Friedenswillen,
weil die Menschen resignieren,
eine Minderheit dennoch nicht aufgibt.
Die Hoffnung bedeutet, nicht genug geliebt,
am Ende der Überlebenswillen siegt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schmerz, der Metall zersplittert

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Bild von Rowan auf Pixabay

Schreie zerbersten in der Kehle
wie Wasser, das Orkane
an die Felsen peitschen.

Angst lähmt Körper,
sich der Ohnmacht hinzugeben,
sie experimentiert mit Eis
und Feuer, das sie in die Leiber
abwechselnd injiziert.

Kein Donner erschallt ohne Blitz,
so sehr sie sich es wünschte,
nur dieses Mal, damit sie erwache.

Vor ihren Augen treiben Buchstaben
in ihren Tränen auf dem Papier
zu Inseln aus schwimmenden Strichen.

Hintereinander stürzen die Flöße,
drei kleine, drei große, drei kleine
über die Buchseiten auf ihre Hände.

Sie schlagen auf wie Hagelkörner,
save our souls, zärtlich das klingt,
wäre das Leben nicht schon verloren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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God save the Queen – jetzt König Charles III.

Nachruf und Chancen des britischen Empires

Dürfen wir an die musikalische Herausausforderung und kritische Haltung der Sex Pistols erinnern, die es wagten, mit ihrem Song God Save The Queen direkt in zweiter Zeile The facist regime verlautbaren zu lassen, was da wohl falsch gelaufen sein muß im britischen Königshaus? Wer sich die Historie vergegenwärtigt, kann dies nicht abstreiten, dennoch sollte man Milde walten lassen.

Die Queen, Elisabeth II. verstarb am 08. September auf Balmoral Castle, Aberdeenshire, ein Tag später hält König Charles III. seine erste Ansprache, hat einen Satz  für Harry und Meghan, auch wenn etliche den beiden bis heute ihre Entscheidung, den Rücktritt von königlichen Pflichten vollzogen zu haben, ziemlich Übel nehmen. König Charles III. läßt unverkennbar Milde walten. Etwa ein erstes Signal dessen, wie er das britische Königshaus zu führen mag?

70 Jahre im Dienst des britischen Empires

Wobei der Weg des Commonwealth äußerst blutig und brutal war, so wie die gesamte europäisch-weltliche Geschichte von heftigen Kriegen begleitet, viele Millionen Tote, Elend und Leid verursachten, einmal aufzeigten, was Menschen sich antun, um die eigene Macht auszubauen und aufrecht zu erhalten. Dies hat sich bis heute nicht geändert, außer daß besonders in Europa die wohl längste Friedenszeit mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein jähes Ende genommen hat.

Als Elisabeth II. am 06. Februar 1952 als noch 25-Jährige den Thron bestieg, um mit ihrem Gemahl Prinz Philip das britische Empire zu regieren, konnte sie nicht wissen, wie lang ihre Zeit als Queen andauern würde. Keine englische Königin erreichte eine siebzigjährige Amtszeit wie sie, die am Ende ihres Lebens trotz der zeitweiligen Mißstimmung aufgrund ihres Verhaltens Lady Di gegenüber die Königin der Herzen in Großbritannien wurde und somit bleiben wird. In diesem Kontext haben Massenmedien, allen voran die Boulevardpresse ihren nicht unwesentlichen Anteil daran, die Queen in ein schlechtes Licht zu rücken. Das wird ihr keinesfalls gerecht!

König Charles III. hat keine leichte Aufgabe

Mal Hand aufs Herz, man möchte nicht unbedingt in dessen Haut stecken, seine neue Rolle darf alles andere als leicht zu bezeichnen sein mit diesem Erbe. Und doch sollten wir abschließen mit dem ewigen Thronfolger Prinz Charles, den größten Skandalen des Altprinzen. Sie zeigen doch gleichzeitig, wie Mensch sich zu ändern vermag.

Schließlich läßt er inzwischen Milde walten, was seine Worte an seinen jüngeren Sohn Harry und Meghan verdeutlichen, in dem er seine Liebe zu ihnen und ihrem Leben in Übersee anerkennt. Geben wir König Charles III. die gleiche Chance zurück, lassen ihn schalten und walten, vorurteilsfrei, aber kritisch genug.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Distanz nannte sie ihren Tanz

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Für sie existierte
in the middle of the night
nicht
nachts schlugen keine Uhren
den Takt der Stunden
davon

Kein Schauer zwängte
ihre Gedanken
ein
flackerndes Licht schob
Gespenster an den Wänden
vorbei

Es erblühte eine Sprache
der Offenheit an ihren Lippen
auf
getränkt von der Stille
nahm die Übereinstimmung
zu

Hinter dem Geäst der Bäume
blinzelt ein gelborangenes Licht zu ihr
herein
der Mond ertastet den neuen Tag
ihr Tanz auf der Bühne erneut
beginnt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Faltenreicher Eindruck

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Gelb fehlte
wobei es fraglich blieb
wer war der Dieb
als sie die Farben zählte

Das gespiegelte Blau
war längst verschwunden
letzte Zuflucht Fuchsbau
kein Tropfen mehr gefunden

Rot hinterließ seine Spuren
in schwarzer Kohle
kein Geläut der Kirchturmuhren
wer springt als letzter von der Bohle

Mensch immer noch grün
hinter den Ohren
Gottheiten sich wenig bemühn
wenn Leben geht verloren

Sie betrachtete das Blatt
das weiß unbefleckt und rein
ihre Hände strichen es glatt
zerknüllt wird es nur Wut dienlich sein

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Gewalt regiert die Welt

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Kriege des Menschen Begleitung,
obwohl unnötig wie ein Kropf,
doch wer entfacht jene Schlachten,
wonach dem anderen trachten,
denn selbst der ärmste Tropf
liest aufmerksam mal Zeitung.

Dort entnehmen wir all die Not,
die durchleuchtet beschrieben,
weil Reichtum den Kurs bestimmt,
das weiß längst jedes Kind,
Sie meinen, dies sei übertrieben,
nun denn, warum soviel Tod?

Friedenszeiten nur ein Intermezzo,
weil Luftholen der Sinn und Zweck,
Vorbereitung fürs nächste Ziel,
zur Liebe gehört in der Tat ganz viel,
Brutalität verfolgt Abschaum, der letzte Dreck,
dadurch wird unsere Welt so gar nicht froh.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Moderner Rattenfänger

Wegen dir
falte ich kein Papier
zu einem Drachen,
es ist schlichtweg zum Lachen
für wen du gehalten werden willst,
wenn du Menschen mit Spenden stillst.

Ein verkannter Wohltäter, der Kreide frißt,
damit deine Lügen niemand vergißt,
veränderst du nicht der Worte Schreibweise,
das Verändern der Bedeutung flüsterst du leise,
sei Meinungsfreiheit, eher ist es die Absicht,
mit diesem Trick zu stehen im Rampenlicht.

Mit der Investition in Lügen
läßt sich jedes Weltbild verbiegen,
der Drache wird zum Gönner, der alle erfreut,
geheimnisvolles Getue zu Wissen, das nicht reut,
weil Verblödung zu Stumpfsinn heranreift,
du bist ein Rattenfänger, der Idioten zu sich pfeift.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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