Mensch kein Vorbild friedlichen Zusammenlebens

https://pixabay.com/de/illustrations/feuer-neues-jahr-funken-wunderkerze-2055766/

Bild von Dmitri Posudin auf Pixabay

Endzeitszenarien eine Fata Morgana, weil der Kosmos anders antwortet?

Wenn der Verstand einsetzt, könnte man dazu übergehen, angenehme Lebensverhältnisse zu erschaffen, zumal gerade der Mensch in den zurückliegenden Jahrtausenden, besonders in den letzten Jahrzehnten sehenswerte Erkenntnisse gewann. Doch anstatt der eigenen Spezies alles zu gönnen, beflügelt ihn Mißgunst, Kriegslist und sich eskalierender Haß.

Aus Mutters Schoß entsprungen, trotz behüteteter Kindheit in trautem Umfeld aufgewachsen, schaffen es immer wieder gewisse Zeitgenossen, ein Bündel voller Bösartigkeiten loszulassen, unter denen die Umwelt zu leiden hat. So weit so besorgniserregend. Das Leben zwischen Gut und Böse beschäftigt ganze Heerscharen von Philosophen, Lehrern, Politikern und schließlich Eltern selbst, die allesamt tagtäglich es in der Hand hätten, Heranwachsende in eine Welt voller Liebe und Harmonie zu begleiten.

Allerdings verhindern die bisherigen Geschehnisse den Hauch einer Änderung. Zwar versucht stets die Gesellschaft, Rahmenbedingungen und daher Ordnung zu schaffen, dennoch spielt der Alltag gerade in den Grenzbereichen sich ab, und zwar stets dort, wo eben keine Gerechtigkeit sich etablieren darf. Soziale Spannungen, ihnen vorausgehende Chancenungleichkeiten, um es auf den Punkt zu bringen, der Geldbeutel bestimmt den weiteren Verlauf des Lebens. Die lapidare Behauptung, „Ohne Fleiß, kein Preis“, mag oftmals seine Berechtigung betonen, in der nüchternen Realität offenbart sich der Preis als trügerisch. Viel eher gilt, daß Klüngelei, kriminelle Energie und eiskalte Abzocke meist den Weg des Erfolges ersuchen und finden. Dabei zu beklagende Opfer gehören zum „Geschäft“.

In anderen Worten, der Berechnende setzt sich durch, der Gutmütige hat das Nachsehen? Im Prinzip muß Mensch dies eingestehen, obwohl tatsächlich genügend Oasen der angewandten Nächstenliebe in allen gesellschaftlichen Konstellationen und Ländern gelebt werden, sonst gäbe es erst recht nur noch Mord und Totschlag. Aber die an den gesellschaftlichen Rand Gedrängten nehmen zu, nicht nur äußerst einfach sichtbar in den Slums und Ghettos riesiger Ballungszentren, sondern selbst in der Mitte der Gesellschaft, wenn Konsumrausch sich nicht weiter entfalten kann, weil entweder zu gesättigt oder aber Grenzen der Langeweile längst überschritten, Ventile neuer Gewalt gesucht werden.

Gewalt ein Mittel, von eigener Frustration abzulenken, den anderen dies strafend spüren zu lassen?  Haß die letzte Instanz, bevor jedwede Ethik und Moral ausgeblendet wird? Mensch hat bis heute keinen Weg des friedlichen Zusammenlebens gefunden, ihn oftmals beherzt versucht, in weiten Teilen funktioniert er sogar. Doch die Ausnahmen entfalten sich mit zunehmenden sozialen Schieflagen, die stets Ursache eines Überreichtums und Armut in sich birgen. Da weder Wirtschaft noch Politik, die Macher aller Gesellschaften, es nicht verstehen, das Gleichgewicht herzustellen, werden Gewalt und Kriege anhalten.

Endzeitszenarien trotz alledem eine Fata Morgana, zumal hausgemacht durch Menschen selbst? Am Ende die Natur obsiegt, keine Frage im Raum steht, inwieweit Mutter Erde es juckt, ob Homo sapiens sich selbst vernichtet. Die Antwort befindet sich in den Weiten des Kosmos, der lächelnd dem Treiben auf dem Blauen Planeten zuschaut, wissend, welch Sinn sich hinter allem verbirgt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Richtiges Zeichen

https://pixabay.com/de/photos/offene-t%c3%bcr-ranke-schlingpflanze-1531763/

Bild von kerttu auf Pixabay

Keine Spur
der Schnur,
die ich spannte,
damit ich mich auskannte
an fremdem Ort.

Nun ist sie fort
und ich allein
muß Richtungsgeber sein
für das nächste Ziel,
das ist zu viel

Verantwortung.
Keine Entschuldigung
mehr für mein Verhalten,
nichts bleibt beim Alten,
wenn ich keine Schnur,

die mir dient als Spur,
nicht ins Fettnäpfchen zu treten.
Da hilft nur noch beten.
Gib mir die richtigen Zeichen.
Hab‘ ich gerade!
Deshalb mußte die Schnur weichen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Aus Sehnsuchtsstarre erwacht

https://pixabay.com/de/photos/das-fenster-dawn-das-licht-der-sonne-5114786/

Bild von pasja1000 auf Pixabay

Gefühlter Frühling
streift ums Haus,
lässig die Sonnenstrahlen
in die Fenster streckend.

Als wäre es Weekend,
das Leben handlungsfrei,
in das Tempo ich schalte
der Bären Winterschlaf.

Keine Schafe, kein Schaf
springt über den Zaun,
dagegen ich blind tobe,
mein Haus eine Staubhöhle.

Meinen Körper ich nicht öle,
Schmutzwasser ich anstarre,
den Rest vom Wochenende
ich als Murmeltier verpennt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Was wäre, wenn…

 

https://pixabay.com/de/photos/milchstra%c3%9fe-himmel-sterne-kosmos-4526277/

Bild von John_Nature_Photos auf Pixabay

Eigentlich wollen Menschen friedlich leben,
doch in Wirklichkeit gibt es Kriege.

Eigentlich zerstören Kriege so ziemlich alles,
doch in Wahrheit wäre Frieden angesagt.

Eigentlich könnte die Welt viel friedlicher sein,
doch Mensch strebt ständig nach Reichtum.

Eigentlich führt Ausbeutung stets zu Ungerechtigkeit,
doch die Politik schützt die Würde des Geldes.

Eigentlich gehören Besitztum und Geld abgeschafft,
doch es wird sich genau an diesem geklammert.

Eigentlich sind Superreiche real ganz einsam,
doch sie wollen einfach mit niemand teilen.

Eigentlich gönnt uns Mutter Erde ein Paradies,
doch wir erkennen weiterhin nicht die Schöpfung.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Schmutzige Deals insbesondere in der Politik

Stell dir mal vor, es ist Krieg, und Geld fließt sofort

Kaum hatte der russische Despot seine Armee gen Ukraine und Kiew ziehen lassen, faßte sich Olaf Scholz ein Herz, um drei Tage später in dessen Regierungserklärung das Wort der Zeitenwende ins Spiel zu bringen, ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro locker zu machen, die Bundeswehr solle endlich folgerichtig erneuert werden, bevor Putin uns allen das Fell über die Ohren ziehen könne.

Letzteres bemerkte der Hanseat mitnichten, doch nunmehr tut es bei Annalena Baerbock richtig weh, sie bestand doch damals unbedingt darauf, daß eben nicht alles in die Bundeswehr fließen solle, sondern auch in den Zivilschutz, in Cybersicherheit und in die Ertüchtigung von Nato-Partnern. Das hat nunmehr vor allem Herr Merz vereitelt, was unverkennbar die Grünen im Deutschen Bundestag wenn auch eher verhalten kommentierten. Es rumpelt in der Ampelkoalition. Oder glätten sich am Ende wieder die Wogen?

Kriegsrhetorik das passable Rezept gen despotische Angriffe?

Wer heute tatsächlich noch glaubt, Frieden schaffen ohne Waffen, sei von Erfolg gekrönt, hat den Ernst der Lage nicht verstanden. Einen AH hätten die Alliierten ohne Waffen vor über 77 Jahren keineswegs gestoppt. Das gilt insofern gleichwohl für jenen Wladimir Putin. Der Vergleich hinkt eben nicht, zumal der Größenwahn des russischen Despoten weiterhin anhält.

Andererseits funktionieren gewisse Selbstverständlichkeiten, die Hochrüstung, und zwar weltweit bei all den Staaten, die es sich leisten können. Hatte jahrelang selbst die Union die geforderten 2 Prozent bei der Bundeswehr nicht aufbringen können, sieht ein Herr Merz sie jetzt als immer noch zu wenig, der Ruf nach noch mehr Waffen erschallt in Berlin. Olaf Scholz wird Zögerlichkeit vorgeworfen, der Oppositionsführer verkauft sich als Macher. Doch für welchen Preis? Eine Aufrüstungsspirale wollten wir doch alle verhindern, oder?

Er nützt nicht wirklich viel der schmutzige Deal

Zumal insbesondere die Union hierzulande es fertigkriegt, stets heuchlerisch angeblich fürs Volk zu entscheiden, um gleichzeitig den Sozialstaat zu schröpfen, die Hochfinanz, elitäre Konzerne zu hofieren. Hatte noch ein Helmut Schmidt zurecht gezögert in Anbetracht eines neoliberalen monetaristischen Sozialdarwinismus à la Reagan und Thatcher, der durch die Lambsdorff-Papiere der Liberalen umgesetzt werden sollte, setzte dies die sechzehn jahrelange Kohlregierung knallhart um, folgte ohne wenn und aber diesem Weg ein Gerhard Schröder.

Mit der Union in der Opposition und deren Mehrheit im Bundesrat gehen wir keinen rosigen Zeiten entgegen. Schmutzige Deals sind nicht nur vorprogrammiert, sie werden nonchalant beschlossen. Annalena Baerbocks Bedenken waren berechtigt. Ob zuviele Kompromisse eher schädlich sind, wird sich schnell zeigen, spätestens dann, wenn weiterhin sozial Benachteiligte betroffen sind.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Stein der Erinnerung

https://pixabay.com/de/photos/kind-steine-ufer-drau%c3%9fen-spielen-961270/

Bild von dife88 auf Pixabay

Er war ein Stein, mein Stein,
eher ein Steinchen,
ein großes Steinchen,
das mich begleitete.

Wir hatten uns gefunden,
als die Tage zu kurz waren,
um zu erleben,
was es zu erleben gab.

Wißt ihr, daß so ein Begleiter
Hunger stillen kann,
nicht nur Hunger nach Nahrung,
Hunger für alle Sinne.

Am Ufer eines Sees
verabschiedeten wir uns,
der Hunger nach Erinnerung
bleibt uns beiden erhalten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Auf Messers Schneide

https://pixabay.com/de/photos/flagge-schweden-finnland-norwegen-7222493/

Bild von Marek Studzinski auf Pixabay

Haut den Despoten
mal kräftig auf deren Pfoten,
so richtig mit Elan
wie beim türkischen Sultan,
sie wollen es nicht verstehen,
dadurch Übles am Geschehen.

Schmeißt die Türkei aus der Nato,
das macht den Westen froh,
Erdogan ohnehin sich zuviel erlaubt,
dies fürs Bündnis gar nichts taugt,
laßt besser Finnland und Schweden hinein,
es wäre alles andere als gemein.

Es spitzt sich gar Böses zu,
nur wer zieht an jenen Schuh,
der verharmlosend Fake News verbreitet,
kriegerische Absichten bestreitet,
die so offensichtlich uns alle betreffen?
Ein Herr Putin tut Stalin nachäffen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar