Blanker Zynismus vs. berechtigtem Humanismus

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Wieso das Böse allzuoft obsiegt

Die Nachkriegenerationen gewöhnten sich an eine Friedenszeit in Europa, die noch nie in der Geschichte dieses Kontinents so lange währen durfte, wobei gleichzeitig als Folge des Kapitalismus ein nahezu ungebremster Konsumrausch für viel Ablenkung und Bequemlichkeiten sorgte, von den Verlierern am Rande der Gesellschaft mal abgesehen, die es ohnehin schon zuvor gab.

Etwa eine positive Entwicklung, die obendrein freie demokratische Staaten veranlaßte, Europa zu vereinen, autokratische Strukturen zunächst verpönt waren? Als Folge kann man dem nur zustimmen hinsichtlich der Europäischen Union, die ganz besonders ihren Anteil daran hatte trotz etlicher kritischen Stimmen. Das haben Demokratien auszuhalten, entspricht ihrem Wesen, eine Meinungsfreiheit zu dulden, ohne diese in irgendeiner Form zu beschränken.

Trotzdem schlummerten in manchen Köpfen die Überbleibsel vergangener Zeiten, was sich per Ignoranz historisch belegter Geschehnisse ausdrückte, sei es die Leugnung des Holocausts oder der Ruf nach einem erneuten Führer, der es richten müsse. Genau jene rechtsradikalen Umtriebe erhalten bereits seit drei Jahrzehnten vermehrt neuen Zulauf, der uns aufhorchen lassen sollte. Warnende Stimmen signalisierten immer wieder, wie gefährlich solche Entwicklungen seien, diese den Staat unterhöhlen, bis hin zu gezielten Umsturzplänen.

Dabei nutzen jene menschenfeindlichen Subjekte jede Krise als willkommene Gelegenheit, um erst recht Verunsicherte in ihren Bann zu ziehen. Gewaltverherrlichung kontra Gutmenschentum, so deren Argumentation. Im Wesentlichen wirkt Zerstörung schnell und sichtbar, während ein friedfertiges Zusammenleben als gegenseitige Rücksichtsmaßnahme einer Schwäche gleicht, die es zu vermeiden gilt. Welch Trugschluß! Warum? Weil dadurch nur der angeblich Stärkere siegt, der Schwächere auf der Strecke bleibt.

Inzwischen hat Putin mit seiner Armee die benachbarte Ukraine überfallen, offenbart sich nackte Gewalt gegen die dortige Zivilbevölkerung, hinterläßt der russische Despot eine blutige Spur, die er frechweg als „militärische Sonderoperation“ deklariert, mit seiner langgeplanten und gezielt instrumentalisierten Medienlandschaft propagandiert, ukrainische Nazischergen zu bekämpfen. Die gibt es tatsächlich dort, aber nur punktuell, wie unschwer die letzten Wahlen in der Ukraine offenbarten. Hingegen Putins Nazischergen eiskalt im Donbas wüten, selbst in Russland ganz offen jedwede andere Meinung unterdrücken.

Erleben wir jetzt einen weitläufigen Krieg von Autokratien gegen Demokratien? China, Russland, Iran, Nordkorea, Indien, Brasilien, Ungarn, Tschechien gegen die anderen? Das kann wohl kaum jemand von der Hand weisen. Blicken wir gen Frankreich und zur nächsten USA-Wahl, stehen uns noch andere Unwägbarkeiten bevor. Man möchte sich lieber nicht vorstellen, wie eine Welt ausschaut, in der die freiheitliche Ordnung demokratischer Staaten durch totalitäre Systeme ersetzt werden!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Tränen verschmoren

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Rot, die Bank,
mein Blick
auf die Wand,
bübchenblau,
ließ mich hoffen,
schließlich,
unendlich
das Weltall,
Inspiration,
die Sicht
nicht ausreicht.

Weiß, die Bank,
mein Blick
geneigt,
bunte Farben
auf dem Papier,
die sich alle
vertragen,
je kontrastreicher,
desto mehr
Sichtweisen
gibt es zu bewahren.

Blau, die Bank,
mein Blick
ein Horizont,
feuerrot,
es wälzt sich
das Gift
des Hasses,
in die Augen,
verbrennt
jede Aussicht,
Tränen verschmoren.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verwahrloste Seele

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Fünf Uhr,
niemand im Flur,
Stille im Land,
keine Geisterhand
Menschen vertreibt,
kein Geist reibt
an einer Flasche,
nach schwelender Asche,
nach Größenwahn,
meist Mann,
giert,
dafür friert
er ein seine Gefühle,
Leid ihn sonst aufwühle,
er braucht Haß und Wut,
sonst geht es ihm nicht gut,
verwahrlost seine Seele,
weil ihm Liebe fehle?

Nein, sein Liebstes,
er liebt es,
zu zerstören,
damit alle schwören,
ihm zu huldigen,
die alleinig Schuldigen
an Kriegen
sind jene, die abwiegen
zwischen Gut und Böse,
sie zeigen ihre Blöße
der Angreifbarkeit,
der Verletzlichkeit,
das ist weibisch,
ich sitze am Tisch,
Sirene erschallt,
den Kindern ist kalt,
mein Körper sie schützt,
verwahrloste Seele keinem nützt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona: Von der Pandemie zur angeblichen Endemie

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Lauterbachs kläglichen Versuche ein Armuts-zeugnis

Politik ist ein schmutziges Geschäft, erst recht in Krisenzeiten. Seit über zwei Jahren beschäftigt uns das Coronavirus, sind auch hierzulande viele Todesopfer zu beklagen, inzwischen über 130.000, weltweit knapp 6,2 Millionen. Trotzdem entfällt jetzt die Maskenpflicht selbst im Einzelhandel, auf daß eine Durchseuchung es richten mag. Welch fatales Signal und Versagen seitens verantwortlicher Politik!

Vor allem die FDP mit ihrem Justizminister Marco Buschmann setzt sich vollmundig in Szene, schmückt sich mit dessen Freedom Day, mögen doch die Bundesländer bei Hotspots reagieren. Wohin dies führt, kann man anschaulich in Thüringen mit Bauchschmerzen beobachten. Die dortige Landesregierung vermochte sich im Parlament eben nicht durchsetzen, nahezu sämtliche Corona-Regeln entfallen.

Auf freiwilligen Schutz setzen?

Selbstverständlich werden etliche weiterhin ihre Maske tragen, sich freiwillig schützen, egal welche Regeln da aufgehoben werden. Allerdings frohlocken andererseits all jene Corona-Leugner, tragen erst recht dazu bei, Mitmenschen lebensgefährlich zu bedrohen mit ihrem Verhalten.

Karl Lauterbach trat als hoffungsfroher Gesundheitsminister an, die FDP hat sich letztendlich durchgesetzt, ihren Kurs politisch verwirklichen dürfen, während die beiden anderen Ampelparteien dies zulassen. Die Corona-Pandemie hat uns weiterhin im Griff. Vollumpfänglich!

Diese Ignoranz kaum mehr zu ertragen

Zumal schon zuviele Opfer auf der Strecke bleiben, von den Long-Covid-Betroffenen mal ganz zu schweigen. Individuelle Freiheiten kontra Vernunft? Was nutzen Impfungen und eine zweijährige Zeit von Corona-Maßnahmen, wenn beim Höhepunkt dieser Pandemie Politik einknickt und eine Durchseuchung zuläßt, deren Tragweite heftige Folgen haben wird?

Von einer Endemie kann gar keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. 6,2 % der Weltbevölkerung hat sich bereits mit dem Coronavirus angesteckt, die Dunkelziffer dürfte ein Vielfaches höher liegen. Wenigstens sind etwas über 5 Milliarden Menschen komplett geimpft. Doch das Virus läßt sich weiterhin nicht beeindrucken, neue Varianten lauern, die Pandemie ist somit längst nicht überstanden. Umso erstaunlicher die Leichtsinnigkeit der Politik!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Kein Frieden mehr in Europa

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Umgedreht,
gen Himmel gefleht,
viel zu spät,
nichts mehr geht,
rien ne va plus,
Sirenen per tatü.

Nachgefragt,
das Gewissen nagt,
Putin angeklagt,
Haß herausragt,
Ohnmacht sich anbahnt,
das Glück davongerannt.

Zurückgelehnt,
nach Frieden sich sehnt,
Gespräche ausgedehnt,
Krieg die meisten lähmt,
welch tragische Zeit,
es ist mal wieder soweit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Krieg, Feind der Worte

Eisige Worte gebären
ein Leben in Kälte.

Mit kalten Herzen
werden Tote gesammelt
für die Siegertreppe.

Jeder Schuß keine Blume,
ein Menschenleben,
im Krieg kein Mord,
Trophäen für Orden.

Leidgetränkte Schlachtfelder,
Bombenlärm statt Rummel,
Gräber statt Medaillen,
Worte verbrennen in Büchern,
Asche verdunkelt die Welt.

Jeder Krieg ein Feind der Wörter,
Held wer Menschenschlächter,
Jubelgesänge für Vernichtung,
Bibliotheken voll leerer Dichtung,
blutrote Wiesen im Paradies,
verkohlter Apfel, Biß für Idiotie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Gefrorene Blumen

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So gerne will ich sie berühren,
sie zwischen meinen Fingern spüren,
doch Vorsicht ist geboten,
jede Berührung verboten,
zu empfindlich ihr Dasein,
ihre Kälte ihr Heiligenschein,
verletzbar beim kleinsten Hauch
und zerbrechlich auch,
aus Eis geformt,
wie Blühendes nicht genormt,
Schönheiten soweit das Auge reicht,
doch Zärtlichkeit sie nicht erreicht,
lang und gerne bin ich hier,
spiele mit meinen Finger Klavier,
bis sich die Luft im Häuschen erwärmt,
draußen es immer lauter lärmt,
die Eisblumen beginnen zu schmelzen,
ich muß mich aus der Stimmung wälzen,
muß den Blicken der Leute standhalten,
die kein Verständnis lassen walten,
weil sie ihre Notdurft wollen verrichten,
ich will über gefrorene Blumen dichten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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