Herr am Steuer

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Entspannt zurücklehnen,
die Landschaft genießen
beim Autofahren.
Was interessieren Spritpreise,
Hauptsache auf Rädern,
dem Alltag entfliehen.
Der Umwelt einfach trotzen,
andere sollen verzichten,
du brauchst das mitnichten.
Ein Rausch von Freiheit
an dir vorbeizieht
in solchen Momenten.
Keine Sorgen mehr,
belastenden Fragen entflohen
im Geschwindigkeitsrausch.
Zuhause die Realität dich einholt,
gleich zweimal geblitzt,
zu hoch das Bußgeld.
Von Reue keine Spur,
stets andere haben Schuld,
ausgebremst die eigene Ungeduld.
Morgen schon erneut unterwegs,
Lerneffekt gleich Null,
stets angeeckt auf rauhem Asphalt.
Eine Polizeikelle dich stoppt
wie schon oft zuvor,
Handschellen klicken.
In der Zelle Gedanken kreisen,
der Anwalt die Rettung in der Not,
doch von Einsicht keine Spur.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Australische Flutkatastrophe exemplarisch für Ignoranz

Klimawandel zeigt erneut seine Schreckens-szenarien

Im Sommer des letzten Jahres starben in West- und Mitteleuropa über 220 Menschen, davon mindestens 184 in Deutschland an den Folgen der Flutkastrophen, die das Tiefdruckgebiet Bernd verursachte. Die Schäden beliefen sich auf 46 Milliarden Euro, somit die zweitteuerste Naturkastrophe des Jahres 2021, wärend der Hurrikan Ida wohl die schlimmsten materiellen Folgen nach sich zog.

Kürzlich hat es im Osten Australiens eine erneute historische Über-schwemmung gegeben, allerdings kann von einer unvorhergesehenen Flutkatastrophe kaum die Rede sein. Was haben Australiens Regierung und die zuständigen Behörden verkehrt gemacht, wurde ganz offensichtlich übersehen oder gar ignoriert?

Vor fünf Jahren gab es bereits die letzte große Flutkatastrophe

Völlig berechtigt hinterfragt Anna-Lena Janzen in Lismore für T-Online mit ihrer Bemerkung: „Diese Katastrophe hätte verhindert werden können“. Wenn Premierminister Scott Morrison mit gestellten Photos punkten will, dann bedeutet dies ein Armutszeungnis sondergleichen, beweist einen hohen Realitätsverlust. Auch in Australien scheint das ganze Ausmaß des Klimawandels keinesfalls angekommen zu sein.

Ein punktueller Aktionismus bringt den Menschen vor Ort letztlich nicht viel. Im Gegenteil, statt aus der letzten Flutkastrophe vor fünf Jahren die richtigen Schlüsse zu ziehen, um entsprechende Vorsichtsmaßnahmen umzusetzen, versäumt auch die neue Regierung des Premiers, der am 24. August 2018 in seinem Amt antrat, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wer dermaßen verharmlosend in Sachen Klimawandel unterwegs ist, darf sich nicht wundern, wenn ihn dieses Problem einholt!

Einer Welt ohne Kriege steht aber der Klimawandel entgegen

Natürlich kann man den Worst Case einer atomaren Bedrohung anführen, besonders angesichts jüngster Drohungen seitens Wladimir Putins, der sich obendrein im Recht wähnt mit dessen Angriffskrieg in der Ukraine. Doch tatsächlich steht der Menschheit ein schier unlösbares Desaster bevor, sollte sie weiterhin die Folgen des Klimawandels dermaßen ignorieren. Die Klimakrise ist die größte Bedrohung der Menschheit, ob sie das wahrhaben will oder nicht, die Folgen spüren wir bereits im Hier und Jetzt.

Was müssen noch für menschengemachte Katastrophen geschehen, bis auch der Letzte begreift, wie ernst die Lage real uns betrifft? Offensichtlich scheint es noch etliche zu geben, die meinen, sie könnten mit Tricksereien oder gar Ignoranz die bevorschwebenden Gefahren umgehen. Das haut nicht hin. Insofern sollte die Politik wesentlich ernsthafter jetzt handeln, bevor es tatsächlich zu spät ist.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Klima/Wetter

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Europas Frieden mit jähem Ende

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Dieser zynische Unterton,
er spricht von einer militärischen Spezial-Operation,
als ob es keinen Krieg gebe,
man den Kampf gegen Terror anstrebe.
Dabei sind real zivile Opfer zu beklagen
seit den letzten kriegerischen Tagen,
doch Putin fühlt sich schlichtweg im Recht,
angesichts des Leids wird vielen schlecht.

Dieser grauenvolle Hohn
mit der Behauptung einer militärischen Spezial-Operation,
die mitten in Europa tobt,
er sich und seine Helfer lobt.
Die Ukraine solle sich unterwerfen,
solch tröges Gerede kostet uns Nerven,
zumal Despoten ohnehin im Unrecht sind,
das weiß längst jedes Kind.

Der ewige Präsident wähnt sich auf einem Thron,
faselt von einer militärischen Spezial-Operation,
Europas Frieden findet ein jähes Ende,
die Ukraine nunmehr ein gefährliches Gelände.
Möge jener Krieg nicht von Dauer sein,
erst recht nicht nur so zum Schein,
schließlich gefährdet Putin den Weltfrieden,
was haben dessen Hirnzellen nur vorangetrieben?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Es ist so kalt um mich herum

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Lachen eingefroren
weil es stört,
wenn man auserkoren,
es verdrängt die Ernsthaftigkeit,
wenn man die Welt befreit
von kreativen Akteuren,
von besserwissenden Gören,
die stets Widerworte geben,
wenn ich bestimm‘ ihr Leben.

Ich bin der Erwählte,
weil meine Unzufriedenheit
mich quälte,
meine Ansichten keinen interessierte,
deshalb ich die Meinung frisierte,
so wie mir es kommt zu paß,
mit Lügen schicke ich Leute auf die Straß‘,
damit sie Unruhe stiften,
das Gemeinwohl vergiften.

Handlanger finden sich immer,
die für mich
die Umstände verschlimmern,
sie genießen den Trubel,
denn für sie fließt der Rubel
oder eine andere Währung,
Hauptsache sie haben die Gewährung,
unbehelligt zu bleiben
für strafbares Treiben.

Stets siegen die Diktatoren, Kaiser,
die Machtwillen zeigen,
kein einziger Weiser
konnte je mit seinem Wissen
Menschen führen zu Erkenntnissen,
die langfristig zu Frieden führen,
das funktioniert nur, wenn sie spüren,
wenn sie fühlen die Knute,
deshalb ich bin der Gute.

Darum ist es kalt um mich herum,
wenn ich solch Gerede hör,
und zu viele bleiben stumm,
weil die Einschüchterung von Despoten
mit Ängsten und Verboten
nur wenigen die Kraft verleiht‘,
für gesetzeskonforme Gleichheit
ihre Herzen zu erwärmen,
ihre Stimmen statt Bomben lärmen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Im Taumel des Weltschmerzes

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Abstand kann durchaus guttun

Komm und rück sie raus, die freudenstrahlende Welt, die in solch vielfältiger Art sich in den Köpfen der Menschen austoben darf, während die Wirklichkeit in einem schrecklich tristen Erwachen endet. Was helfen hierbei ethisch oder moralische Grundsätze, verinnerlicht einem Ideal entsprechend formuliert und aufgestellt, wenn sie tagtäglich mit Füßen getreten in die Erde gestampft? Gleicht der Weg des Buddhismus vom allgegenwärtigen Leiden einem Moloch, den Menschenwesen nach sehr langer Zeit verlassen werden, ganz ähnlich wie aus einer Puppe ein Schmetterling schlüpft? Um sich mannigfaltig nach schier unendlicher Kette der bisherig angewandten Gewalt dem Leben gegenüber zu erkennen den ureigenen Sinn allen Seins: den Respekt zur Schöpfung, gleichgültig welch Bezeichnungen vielfältige Religionen ihr verleihen?

Reize niemals die Kräfte der kreativ friedlichen Gedanken, die im Eins-Sein letztlich nur Gutes wollen, sonst verwandeln sie sich, gänzlich ohne jedwede Rachegedanken zum Selbstschutz gegen all das, was ihnen Wege versperrt. Kämpfend und niedergerungen am Boden zerstört, mögen sie von dannen kreuchen, die es wagten, geistreiche Momente voller Ideen ins Nichts entsenden zu wollen! Merken sie nicht, welch unsäglich bösartige Brut sie damit erzeugen? Denn einmal auf die Reise geschickt, sie sich entfalten, um in ihrer Selbstherrlichkeit jeden niederzuwalzen, der ihnen nicht gehorsamst dient. Einem Virus gleich, weit verzweigt solch Übel sich in manch labile Herzen geschlichen, die nichtsahnend wie ein Uhrwerk der Schöpfung zum Trotz auf Zerstörungskurs verweilen.

Sehnsuchtsvolle Gedanken eines friedvollen Miteinanders, jedweder Illusion beraubt, im Gleichklang allen Seins sich verflüchtigen, fast schon entblößt hilflos dastehend gen Himmel blicken, um der Schöpfung fragend einzugestehen: warum das Ganze? Und die Antworten längst vollzogen Zeugnis darlegen im Schein eines eiskalten Lichts, gewissenlos ohne jedwede Reue ob übler Schandtaten.

Genug der Missetaten, die stetig immer noch geschehen, ein Wandel wird vollzogen, den niemand aufzuhalten vermag. Kein Glamour, keine dumpfe Ablenkung oder Sinnlosspiele mögen leichtfertige Herzen je wieder erreichen. Vorbei die Zeiten der hohen Rosse, des Neids und der Mißgunst, des nimmersatten Materialismus, auf daß des Geistes tiefst beseeltes Sein sich mannigfaltig im rasenden Tempo über den Globus verteilt, die frohe Botschaft zu verkünden vom Ende allen unnötigen Leids.

Sacken lassen, jene Sätze, im Reigen der eigenen Befindlichkeiten. Manchmal braucht es den Abstand zu allem, ohne gleich mit Gewohntem zu brechen, gar fluchtartig Hals über Kopf sich zu entfernen. Innehalten, Geschehenes überdenken, stets im Ganzen fühlen, dabei nicht den Anspruch hegen, zu viel auf einmal zu fordern. Alles was wächst, braucht eine Weile der Entfaltung, so auch der Einfall, die Gedanken, das Anpacken und Gestalten, obwohl am Ende erneut alles zerfällt, was mal war. Doch nichts geschieht zufällig, hat unbedingt seinen Sinn im Kreislauf kosmischer Fügungen, die wir nicht durchschauen.

Wollen diese Sätze Hinweise geben, was zu verändern so naheliegt, obwohl Mensch noch weit entfernt? Was vermag mit der Verwandlung zu spirituelleren Ebenen alles an Neuem geschehen? Wir werden es wissen, wenn dem so weit. Bis dahin ein Stück des Weges uns noch erwartet, der steinige Fortsetzung verlangt, weil ursprünglich gesät, um uns von den Fesseln der Bösartigkeit zu befreien, sie endgültig zurückzulassen mit dem Ende physischer Manifestation.

„Glück ist kein Geschenk der Götter, sondern die Frucht innerer Einstellung.“ (Erich Fromm)

„Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es auf jeden Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.“ (Hermann Hesse)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Tränen erhellen

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Regen rast vorbei,
schlaftrunken,
blinzende Kristalle,
taumeln,
Nebelmorgen,
Gaukler des Seins.

Gaukler der Sinne,
du würfelst,
dein Schnarchen,
er rasselt,
schläfrig ins Grau,
ich kenne diese Melodie.

Melodien berauschen,
gespielt
mit fließenden Tropfen,
verwischen
Glück und Trauer
in helles Dunkel.

Im Dunkel kein Schein
fühlt,
die Tränen niemand
sieht,
die vorbeiströmen,
Hoffnung in sich bergend.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Die Illusion vom friedlichen Ton

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Seht her, eine Vogelschar
durch die Lüfte schwebt.
Mit dem russischen Zar
wird so gar nicht frei gelebt.

Schaut weg, ein gefakter Star
eine Diktatur eiskalt anstrebt.
Keine Gewißheit, unberechenbar
wird Angst und Schrecken gepflegt.

Schreit’s heraus, weltweit Kriegsgefahr
bei Menschen sich erneut einprägt.
Es überschlägt sich so mancher Kommentar,
wer wohl dabei die Verantwortung trägt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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