Nestlose Geburt und Heimatlos Dasein

Nestlose Geburt entstand im Jahr 1995, wir wurden drei Jahre zuvor Besitzer dieses Hauses in Raubach, im Vorgarten befand sich eine kleine Fichte, die mir sofort gar nicht gefiel angesichts der Tatsache, daß zuviele davon bereits im Westerwald wuchsen. Doch ihr kleiner Stamm sollte mir dienen, die Skulptur zu stützen. Das Fichten-Ei befand sich im Müll des Schloßtheaters Neuwied, welches ein Maler-Kollege mir schenkte. Selbst aufgewachsen in desolaten familiären Verhältnissen, prägten mich davon, waren die Initialisierung für den Titel. Ein Schlosser-Freund schweißte den Stahlschnabel.

Neun Jahre später hat der Schaden am Fichten-Ei überhandgenommen, es war verfault. Eine Lösung mußte her. Die Idee zur Weiterentwicklung der Folge-Skulptur Heimatlos Dasein war letztendlich für mich schlüssig. Das Holz der Libanesischen Zeder, welches ich vor dem Kleinen Theater Bad Godesberg ergattern konnte, sollte als Sockel dienen, so daß ich leichten Herzens den ebenso verfaulten Fichtenstamm entfernte, als Vogel, der nunmehr geschlüpft, dient Pflaumenholz. Die Skulptur installierte ich an derselben Stelle. Mit dem Umzug nach Waldbröl hat sie jetzt ihren Platz dort gefunden.

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Der Mitgefangene

Materialien: Acryl, Acrylfarben, Gips, Hainbauche, Stahl, Weißdorn
1998
30 x 41 cm

Dieses Werk ist räumlich, also dreidimensional aufgebaut, was man nicht unbedingt am Photo erkennen kann.

Der Baum (hier der Weißdornast) befindet sich in einem Gefängnishof, zu erkennen am Gitterfenster (ein alter Zelthering diente als Gitterstahl) im Hintergrund.

Der entstandene Schatten ist auf der verputzten Mauer mittels einer künstlichen Lichtquelle projiziert und nachgezeichnet worden, um ihn anschließend mit schwarzer Acrylfarbe betont darzustellen.

Der „Putz“ im Spritzwasserbereich, also ganz unten an der Mauer, ist nicht zufällig so ausgebrochen, sondern eine reale Nachempfindung, wie es draußen in der Wirklichkeit ebenso sich verhält.

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Patti Smith

Bleistiftzeichnung
1979
14 x 20 cm

Zeichnen, eine wunderbare Art und Weise sich auszudrücken, wer die Technik beherrscht oder sie insoweit anwendet, daß der Betrachter aufmerksam wird. Dies begann bei mir in Kindertagen und erreichte einen ersten Höhepunkt bei meinem Lehrer Karl Godek, einem begnadeten Berliner Surrealisten. Er war es, der mir die handwerklichen Mittel des Portraitzeichnens damals zeigte. Nie werde ich sein entrüstetes Erstaunen vergessen, als ich ihm widersprechen mußte. Er schaute auf das Portrait von „Patti Smith“, welches ich tags zuvor gezeichnet hatte, in einem knapp einstündigen Rausch, und meinte:“Tolles Photo- eine gute Vorlage zum Zeichnen“… es dauerte eine Weile, bis er erkannte, daß es sich um eine Bleistiftzeichnung handelte. Mit ruhiger Hand auf meiner Schulter meinte er, daß ich wohl auf bestem Wege sei…

Patti Smith habe ich damals hoch verehrt, in dieser Zeit des Punk und New Wave. Die Vorlage befand sich im Tip-Magazin, damals das Veranstaltungs-Magazin in West-Berlin, und war gerade mal 2 mal 3 Zentimeter groß.

Fast alle Werke, die ich herstellte, habe ich vorher skizziert, gezeichnet – es dient mir unbedingt, um ein planerisches Vorgehen zu erleichtern – die Idee wird auf diese Weise „festgehalten“.

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10 Jahre makadomo

Ein Rückblick mit viel Wehmut und Geduld

Heute vor zehn Jahren erschien der erste Artikel unter der Überschrift Nach Paris – hält die Menschheit den Atem an?, damals noch mit dem Blog Quergedachtes. 674.000 Mal wurde makadomo aufgerufen, 4.401 Beiträge bereichern die Seite, verteilt in 44 Kategorien. Die größte umfaßt 1.707 Gedichte, gefolgt von Quergedachtes mit 448 Artikeln und Politik mit 393. Immerhin führte ich 22 Interviews mit einer interessanten Bandbreite von wichtigen politisch-gesellschaftlichen Belangen, es lohnt sich daher, dort mal zu stöbern.

Einschließlich meiner selbst wirkten 13 Autoren. Anfangs gab es noch zahlreichere Kommentare zu den Beiträgen/Artikeln, was auch aufzeigt, daß das Interesse leider nachläßt. Andererseits nicht unbedingt verwunderlich, schließlich wird häufig in den Social Media sich ausgetauscht, sorgen viele Probleme für entsprechenden Unmut.

Selbstverständlich gehören auch Satiren dazu, immerhin erschienen bisher 265 in diesem Zeitraum, sowie 200 Kurzgeschichten; besonders hervorzuheben sind die 341 Kolumnen, ein interessantes Potpourri vielseitiger Thematiken und Gedanken.

Alles in allem Grund genug, sich zufrieden zurückzulehnen, möchte man meinen. Schade, daß in letzter Zeit lediglich Doris noch an meiner Seite wirkt, ich allerdings meist selbst mich durchringen muß, etwas zu schreiben. Das hat natürlich seine Gründe.

Zehn Jahre später möchte ich ein Resümee ziehen, was wohl übriggeblieben vom anfänglichen Enthusiasmus. Anfangs mit einigen Bedenken, andererseits jetzt erst recht wir uns sagen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: PR-makadomo

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Viele Stunden

Image by meisterbuehler from Pixabay

Ich fuhr in die Stadt,
und ich schlief,
unruhig,
es blinkten Lichter,
erhellten kurz
die Straßen,
für Momente
Helligkeit
von trüben Tagen,
für Momente
kalte Sonnen
in den Fenstern
der Hausfassaden.

Ich fuhr in die Stadt,
und ich schlief,
unruhig,
es roch nach
Schweiß in den Betten,
Urin glänzte
auf dem Gehweg,
Erbrochenes
erzählte vom Hunger,
für Momente
kalte Herzen
loderten in den Gassen
der Vergessenen.

Ich fuhr in die Stadt,
und ich schlief,
unruhig,
die Wirklichkeit
erschien traumhaft,
ich weiß nicht mehr,
viele Stunden
ertranken im Nebel,
verloren im Dickicht,
für Momente
bauten sie Burgen, Schlösser,
Wehranlagen und Grenzen,
um sich aus dem Weg zu gehen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Nie wieder Faschismus

Image by Lucky16 from Pixabay

Keine Moral,
keine Ethik,
welch Qual,
diese Politik,
SPD und Union
als KleinKo
ein gewisser Hohn,
eine schräge Show.

Weder Menschlichkeit
noch Weitsicht
machen sich bereit,
man vorm Mammon kriecht,
weil nur Reichtum zählt,
das Soziale verlorengeht,
kein Gewissen mehr quält
bei jedem verlogenen Gebet.

Mit diesem Kompaß
die Welt ihr Ende einleitet,
nichts mit Freude und Spaß,
Despoten sind gut vorbereitet.
Wir müssen sie stoppen,
bevor alles zerfällt,
Gerechtigkeit kann’s toppen,
am Ende jedes Leben zählt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Deutschland schiebt sich ab

Weil Merz bringt die Nazis wieder auf Trab

Ja, mei, wat is des schee, es tut scho lang net mehr weh, die Union schadet sich selbst und erst recht mit der SPD. Nein, mal Hand aufs Herz, so janz ohne Schmerz, erneut versemmelt von jenem Merz. Erst hat er mit dessen Stadtbildgeschwätz gesorgt für bundesdeutsche Hetz, Migranten stören allenthalben, dat wußten schon sämtliche Nazifalben, nunmehr schießt er gen Wadepfuhl, oh, weih, wie hohl.

Nachdem die Talibanflagge in Berlin unerschrocken wehen kann, ist nunmehr Syriens Präsident al-Sharaa mal dran, um mit diesem über Abschiebungen zu plauschen. Was fürn schräges Politrauschen! Mit Merz ham die Nazis im Land wieder allerlei Mögliches in der Hand, welch Schand. Obendrein ätzt im Hintergrund jener Spahn wie ein Höllenhund: „Wir werden nicht gemeinsam sterben mit denen“, gemeint sind alle SPDler, die großen und die kleenen. Was jene KleinKo angeblich Tolles liefern soll nach all dem vorherig inszenierten Ampelgroll, fragt sich der mündige Wähler mit langem Gesicht, von Wahlbetrug zurecht er spricht.

Wo soll dies alles wohl enden, Deutschland vergißt offensichtlich seine gestandenen Legenden. Mit Merz‘ Gurkentruppe erleben wir mitnichten ein positives Gewuppe. Ganz im Gegenteil, alles andere als affengeil. Habeck hatte es doch zurecht vorhergesagt, doch wer nicht fragt und nichts wagt, dem folgen ewiglich dumme Wähler lieber erneut angeblicher Wirtschaftskompetenz, die Union bequemt sich auf altbackenen, bekannt faulen Lenz. Zurück zur fossilen Zeit, man sei mitnichten bereit, den Klimaschatz ernst zu nehmen. Wie in den USA dieselben unbequemen Themen.

Trumpismus scheint och die Union sich auf deren Fahnen zu schreiben, sie werden es links-grün Versifften schon zeigen, wohin steuert der neue bundesdeutsche Reigen. Welch fataler Irrtum, nur zu dumm, daß Kunst und Wissenschaft es stets rafft mit all ihrer kreativ-cleveren Kraft, die politschen Fehler klar zu benennen. Da helfen weder tröges verlogenes Bekennen, erst recht kein Zusammenschluß mit jener braun-blauen Nazihorde, sondern vielmehr deutlich klare Worte.

Genügend kritische Stimmen halten noch still, ihr Schweigen verhallt die Tage merkwürdig schrill. Höchste Zeit, daß sich mehr Menschen zusammentun und nicht eher ruhn, bis Merz und Konsorten verbannt an anderen Orten. Verpassen wir jene letzten Chancen, erleben wir ganz schrecklich andere Avancen. Die sollte sich nicht nur Deutschland ersparen, bevor das Land versenkt den demokratischen Karren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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