Brasiliens größte Umweltkatastrophe entlang des Rio Doce


flickr.com/ Senado Feneral/ (CC BY 2.0)

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Notfallmanagement des Minenbetreibers Samarco folgt viel zu spät

Als ob das fünftgrößte Land der Erde nicht schon genug an Umweltpoblemen bisherig zu leiden hatte, denken wir an den enormen Regenwaldabbau, an das Belo-Monte-Wasserkraftwerk, an die Folgen der Bergbauindustrie mittels Vertreibungen etlicher indigener Volksstämme, an die Ölpest am Fluß Iguaçu, so steuert Brasilien jetzt auf seine größte Umweltkatastrophe entlang des Rio Doce zu, seitdem am 05. November zwei Dammbrüche in einer Mine des Bergwerkbetreibers Samarco oberhalb der Ortschaft Bento Rodrigues eine gewaltige Schlammlawine auslösten.

An die 60 Millionen Kubikmeter vergiftetes Abwasser begruben bisherig etliche Dörfer, minimum 17 Menschen kamen dabei zu Tode, Hunderte verloren schlagartig ihre Heimat. Man muß davon ausgehen, daß rund eine Viertel Millionen Betroffene ohne sauberes Trinkwasser verharren müssen, wenn keine schnelle Hilfe rechtzeitig eintrifft. Jedoch griff viel zu spät das Notfallmanagement des Minenbetreibers Samarco, auch die verantwortliche Regierung Brasiliens handelte viel zu träge!

Staudämme – nicht nur unfallgefährdet, sondern ökologisch-sozial fragwürdig

Sicherlich, Wasserkraft trägt einen großen Anteil zur Energieversorgung bei. Aber das Auffangen von giftigen Abwässern per Abraumbecken mittels Staudämmen beim Bergbau von Eisenerzminen steht in keinem sinnvoll verantwortbaren umweltpolitischen Verhältnis, zumal obendrein die Sicherheitsmängel inzwischen in den Fokus der Kritik seit der Rio Doce-Dammbrüche geraten sind.

Unbegrenzte Ausbeutung unter anderem mittels Staudämmen zu Lasten der Natur muß gerade im riesigen Schwellenland Brasilien mit seinem enormen Energiebedarf viel genauer unter die Lupe genommen und in der Zukunft verhindert werden. Dabei kann man auch dort auf alternative Energiegewinnung durch Sonne und Wind setzen.

Dennoch wurde Samarco viel zu gnädig seitens der Regierung behandelt, das schwache Erdbeben zum Zeitpunkt der Dammbrüche, auf der Richterskala wies es gerade mal die Stärke Drei auf, soll sie ausgelöst haben, was als Unsinn betrachtet werden muß, zumal derartige Beben an der Tagesordnung sind. Vielmehr drückte sich der Konzern vor Sicherheitsmaßnahmen, die die Regierung 2013 bereits bemängelt hatte. Die geringe Summe von 250 Millionen Euro, welche Samarco laut Regierung zur Wiedergutmachung entstandener Schäden zu zahlen habe, stehen in keinem Verhältnis zu den eigentlichen und den zu erwartenden Folgeschäden.

Noch unverständlicher muß man die Reaktion des Bergbaukonzerns werten, der doch tatsächlich behauptete, der hochgiftige Schlamm sei für Mensch und Natur ungefährlich. Der Rio Doce wird laut Biologen noch sehr lange als toter Fluß dahinplätschern, der Schlamm habe alles Leben im und am Wasser vernichtet, darüber hinaus wird das artenreiche Ökosystem an der Küstenregion des Mündungsgebietes in den Atlantischen Ozean mit jenen Schäden in heftiger Mitleidenschaft gezogen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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1 Response to Brasiliens größte Umweltkatastrophe entlang des Rio Doce

  1. Avatar von mistkaeferchen mistkaeferchen sagt:

    GUTER KOMMENTAR.
    DANKE. ES IST EINFACH NICHT ZU FASSEN WAS DA ABGEHT.ES FEHLEN EINEM DIE WORTE, OB DIESER VERHERENDEN VON SAMARCO VERURSACHTEN UMWELTKATASSTROPHE. DA SIEHT MAN,S MAL WIEDER WER GUT SCHMIERT FÄHRT GUT. WER LEIDET SIND DIE ARMEN BEWOHNER DORT , UND DIE NATUR.

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