Xavier Naidoo: Künstler zwischen Redefreiheit und Diffamierung


flickr.com/ Quadratestadt Mannheim/ (CC BY-SA 2.0)

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Wer den Mainstream kritisiert, kommt aufs Abstellgleis

Laß dir niemals den Mund verbieten, solange du noch ein Podium findest, um dich zu artikulieren. Denn nichts versetzt Systeme mehr in heuchlerische Aufregung, als wenn gerade Prominente und erst recht Künstler sich öffentlich äußern. Kein Wunder, daß seit einiger Zeit der Mannheimer Sänger Xavier Naidoo angeblich polarisierend zwischen Redefreiheit und Diffamierung aufs Abstellgleis geschoben werden soll.

So ergeht es allen, die den Mainstream kritisiern, nur zu dumm, daß der Sänger mit der wunderschönen Soulstimme sich nicht davon beeindrucken läßt, sondern konsequent an seinen Meinungen festhält. Müssen wir davon ausgehen, daß eine pro-westlich US-orientierte Einstellung sehr viele Türen öffnet, während ein Verständnis für Putin, das Infragestellen des Zwei-Plus-Vier-Vertrages sehr schnell die Nähe zum Rechtsextremismus unterstellt? Wir müssen nicht nur, es findet exakt so statt!

Einmal ESC und zurück – welch fadenscheinige Hetze

Die Öffentlich-Rechtlichen geraten schon lange in Verdacht, nicht nur unter einer parteipolitischen Unterjochung zu stehen, weil gerade die bundesdeutschen Parteien dem „Club der Bilderberger“ verpflichtet. In sofern erleiden sie dasselbe Los wie die privaten Fernsehsender, die ja ohnehin gänzlich abhängig von ihren wirtschaftlichen Auftraggebern.

Genau deshalb sollte man sich nicht in vorschnelle Euphorie verstricken, da hat wohl Russia Today die perfiden Machenschaften der ARD gänzlich unterschätzt, auch wenn hinterher die Überschrift wenigstens einen deutschen Meinungsterror und Gesinnungswächter tituliert. Die Rechnung ging wohl nicht auf, enttäuschte doch das anfänglich offenherzige Angebot, Xavier Naidoo als Vertreter beim ESC 2016 zu nominieren. Angesichts der langanhaltenden Verurteilung, den Sänger in der verschwörungstheoretischen Ecke und obendrein als Antisemit und Nazi zu wähnen, folgte prompt die Zurücknahme der Nominierung. Die sogenannte öffentliche Kritik als Begründung war somit von Beginn an mit einkalkuliert.

Unser Song für Malmö – beim ESC 2013 Vorentscheid traten die Söhne Mannheims an

Damals allerdings ohne Xavier Naidoo, der es lieber den Kollegen überließ, die dann mit „One Love“ sich bewarben, aber nur auf Platz Drei landeten, während die Gruppe Cascada mit der Frontsängerin Natalie Horler beim ESC schließlich antrat. Somit Naidoos jetzige, kurze Nominierung eine Hommage von damals? Mitnichten, viel eher eine regelrechte Vorführung.

Das allerdings kann den bodenständigen Sänger nicht im geringsten imponieren. Und schon geht man locker zur Tagesordnung über? Vielmehr wird sich die Öffentlichkeit nicht nur warm anziehen dürfen, noch herrscht im Lande die Möglichkeit, sich entsprechend zu äußern, darüberhinaus müssen die Systemmedien sich ernsthaft fragen lassen, ob ihre “billigen Maschen“ nicht langsam mal ein Ende finden sollten und sie endlich einkehren mögen zu einer ernsthaften, aber kritischen Auseinandersetzung angewandter Politik. Nicht nur innenpolitisch, sondern noch besser im Kontext einer weltweiten Betrachtung.

Wie formulierte mal Erich Kästner sehr zutreffend, was auch im Falle Xavier Naidoos sich widerspiegelt:

„Das Gewissen ist fähig, Unrecht für Recht zu halten, Inquisition für Gott wohlgefällig und Mord für politisch wertvoll. Das Gewissen ist um 180 Grad drehbar.“

Ihr

Lotar Martin Kamm

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2 Responses to Xavier Naidoo: Künstler zwischen Redefreiheit und Diffamierung

    • Avatar von K. Koch K. Koch sagt:

      @ Tim Buktu
      Ich würde jetzt nicht mehr antreten, wenn man noch einen Funken von Selbstwertgefühl hat! Die Petition habe ich aber trotzdem unterschrieben.

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