Syrien-Krieg: Putin droht angeblich – türkische Truppen im Irak


flickr.com/ DonkeyHotey/ (CC BY-SA 2.0)

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Fortsetzung der Destabilisierung des Nahen Ostens

Nachdem der Syrien-Gipfel in Wien zunächst dem Anschein nach Hoffnung auf eine baldige Befriedung des seit vier Jahren tobenden Krieges in Syrien gab, hat ausgerechnet die BRD mit ihrer Zusage und der eiligst beschlossenen Entscheidung, die Bundeswehr per Tornados aktiv zu beteiligen, ziemlich deutlich aufgezeigt, wohin die eigentliche Reise geht: die Fortsetzung der Destabilisierung des Nahen Ostens.

Widersprüchlicher kann die verantwortliche Politik kaummehr agieren, wobei sich erneut zeigt, in wie weit alle westlichen Bündnispartner sich von den USA instrumentalisieren lassen, diese den Weg bestimmen. Hinzu kommt das anhaltende Verhalten der Systemmedien, die gleichwohl den Presseagenturen folge leisten. Zunächst droht demnach angeblich Putin erneut, während Erdoğan nichts besseres im Sinn hat, als türkische Truppen im Irak einmarschieren zu lassen.

Associated Press gänzlich der US-amerikanischen Propaganda verfallen?

Die Nachrichten- und Presseagentur AP (Associated Press), mit Hauptsitz in New York, ließ nachfolgendes verlautbaren, was man sowohl in der Welt als auch bei N24 nachlesen konnte. Während letztere mit der Überschrift „Putins atomare Drohgebärde“ direkt mit der Tür ins Haus fällt, erscheint bei Google-News der Hinweis zum Welt-Artikel: „Marschflugkörper: Russland droht mit Möglichkeiten atomarer Waffen“, mit Klick auf den Link man zu Welt weitergeleitet wird, dort die Überschrift: Russland schießt Marschflugkörper von U-Boot ab zu lesen ist.

Die AP in etwa gänzlich der US-amerikanischen Propaganda verfallen? Dem Eindruck kann man sich kaum entziehen, zumal gerade Wladimir Putin stets betonte, den Syrien-Krieg nicht unnötig weiter zu forcieren, obendrein viel später als die USA selbst dort mit der Luftwaffe eingriff.

Erdoğans zwiespältige Politik alles andere als friedlich

Das bekam die Russische Föderation mit dem Abschuß einer SU-24 durch türkische Militärs mittels eines F-16 Jägers über Syrien deutlich zu spüren. Anstatt sich an den Vorgaben der NATO-Bündnispartner zu halten, versucht der türkische Präsident per Alleingänge sich im Großraum des Nahen Ostens zu beweisen, seinem „Größenwahn“ gerecht zu werden.

Wollen daher türkische Truppen im Nordirak etwa „Verluste in Richtung Syrien wettmachen“, wie Sputniknews hinterfragt? Da locken wohl große Ölvorkommen in der Provinz Ninawa, im Nord-Westen Iraks? Erdoğan sieht sich im Recht, weil nach dem Ende des Ersten Weltkriegs der Türkei damals jene Provinz genommen und Irak sie erhielt, wie Stanislaw Iwanow betonte.

Welch fadenscheinige Argumente, die in das Weltbild Erdoğans passen, aber entscheidend seine zwiespältige Politik mit dazu beiträgt, den Nahen Osten und so auch Syrien immer mehr zu destabilisieren. Andererseits muß man sich dennoch wundern, daß der US-amerikanische Einfluß vordergründig nicht bis nach Ankara reicht. Läßt man diesen türkischen Präsidenten gewähren, zumal nunmehr gar die türkisch-russischen Beziehungen auf diese Weise einen Tiefpunkt erlangten, die genau so erwünscht? Spekulationen führen nicht wirklich weiter, aber so abwegig scheinen sie nicht, zumal der Westen, die Türkei, Saudi-Arabien und besonders die USA al-Assad fallen sehen wollen, um sich Syrien einzuverleiben, Iran dadurch empfindlich zu schwächen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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