Extreme unter sich ein politisch gewollter Zustand


flickr.com/ ubiquit23/ (CC BY-NC 2.0)

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Nach den Leipziger Straßenkämpfen

Gewalt stets eine äußerst willkommene Antwort, um selbst im Stillen, daher kaum bemerkbar, agieren zu können? Die Redewendung, daß wenn zwei sich streiten, der Dritte sich freuen darf? Auch nach den jüngsten Straßenkämpfen in Leipzig, als linke Gegendemonstranten einen Naziaufmarsch stören wollten, beruhigt sich der Kern der Lage wohl kaum: Extreme unter sich in etwa ein politisch gewollter Zustand?

Diese entscheidende Frage muß man bejahen. Nichts besseres wie Gewaltexzesse vermögen sogenannte politisch Gemäßigte beglücken, wähnen sie sich doch in der Gewißheit, ihre eigenen Ziele auf diese Weise durchsetzen zu können. Das Volk beschäftigt, wenigstens die Teile, die sich dem einen oder anderen Extrem anschließen. In einer Welt kontinuierlicher Ungerechtigkeit aufgrund weiterhin anhaltender Ausbeutung formieren sich stets Widerstände, die wiederum Extreme gern aufgreifen, für ihre eigenen Zwecke argumentativ einsetzen.

Links, schmuddelig und gewaltbereit

Das schwarz vermummte Herz eines Antifanten schlägt höher, wenn vor ihm Pflastersteine liegen, die man sich gern mal gönnt, um sie gegen die Staatsmacht, die uniformierte Polizei zu schleudern, egal, welchen Schaden sie anrichten. Ein einzelner Pflasterstein vermag im ungünstigsten Fall einen Menschen töten, aber dies wird in den Momenten ganzer Wut in Kauf genommen, zumal Polizisten ähnlich wie die früheren Ritter gut geschützt gerüstet sind.

Vorneweg der Jenaer Jugendpfarrer Lothar König, der lediglich Frieden stiften will, in dem er per Lautsprecher in seinem Bus für eine Deeskalation sorgen möchte, sich zwischen die verfeindeten Lager stellt. Aus der Sicht der Polizei, die einerseits eine kleine Gruppe der sogenannten Nazis schützen soll, auf der anderen Seite eine nahezu zehn Mal größere, äußerst gewaltbereite Gruppe der Antifa ihr gegenübersteht. Der fällt nichts besseres ein, als Steine zu schmeißen, Autos anzuzünden oder Schaufenster zu zerstören. Beste Voraussetzung für die Spirale der Gewalt.

Die Ursachen der Extreme

Ein Pfarrer, der nachweislich keinen Landfriedensbruch begangen hat, eine Meute der Antifa, eine kleine Gruppe der Rechten und dazwischen eine hilflos, überforderte Polizei, die das richten soll? Das kann natürlich nicht gutgehen, zumal die Politik selbst in diesem Lande keine Antwort parat hat. Ganz im Gegenteil, noch Salz in die Wunden verunsicherter Bürger streut mit Verunglimpfungen wie die des Herrn Gabriel, der die Bürger als „Pack“ beschimpft. Politisch stehen sich inzwischen zwei Parteien gegenüber: die Linke und die AfD.

Beide beanspruchen für sich, friedlich das Volk zu mäßigen, erklären obendrein, eine Wurzel allen Übels sei die Herrschaft dieser USA. Andererseits verhalten sie sich zwiespältig zur gewachsenen Gegenkraft in Russland: Wladimir Putin, Willkommen und negiert. Das paßt nicht zusammen. Feindbilder sind stets trügerische Illusionen einer oftmals ungenügender Auseinandersetzung realer Fakten, die schnell verwässert werden, um sich Vorteile in der jeweils eigenen Argumentation zu verschaffen.

Die mit dem NWO-Anspruch schossen allerdings weit übers Ziel hinaus, die Menschen nachhaltig zu überzeugen. Wer bisherig immer noch nicht begriffen hat, daß den USA keineswegs an dem Wohl und dem Frieden gelegen, der sollte mal wesentlich genauer den Ablauf der jüngsten Geschichte sich vergegenwärtigen. Aber wollen dies überhaupt viele Bürger? Darunter befinden sich etliche, die den Glauben an die Politik verloren haben, selbst eine Demokratie als Lachnummer negieren. Beste Voraussetzung sich an diejenigen zu wenden, die das Zepter in die Hand nehmen: Der Kreis schließt sich, erneut sollen einzelne Führer es richten, die Menschheit wiederholt die historischen Verfehlungen, das Alpha-Wolf-Prinzip fruchtet nach wie vor. Kein Wunder, daß dadurch Extreme sich aufgefordert fühlen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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