
flickr.com/ Micdes 2013/ (CC BY-ND 2.0)
Wenn der Rahmen runterfällt,
die Wand noch das Bild festhält.
Habe ich noch Zeit zu reden
oder war’s das dann gewesen?
Schlittschuhlaufen auf dem See,
die Schuhe zu klein, armer Zeh.
Kirschen klauen, was ein Spaß,
Kindheit, die ich längst vergaß!
Wenn der Rahmen runterfällt,
die Wand noch das Bild festhält.
Gibt’s noch etwas zu sagen,
oder bleiben übrig all die Fragen?
Schulbrote liebevoll geschmiert,
doch oft nicht mal angerührt.
Flaschenkreisen auf den Feiern,
erste Küsse, danach reiern.
Wenn der Rahmen runterfällt,
die Wand noch das Bild festhält.
Gibt es wirklich noch Sachen,
über die wir jetzt zusammen lachen?
Im Winter der Rauch der Schornsteine,
die Dampflok fuhr, ach, nicht daß ich weine.
Sobald es dunkelt, zu Hause sein,
wie oft gehaßt, das war gemein.
Wenn der Rahmen runterfällt,
die Wand noch das Bild festhält.
Sind auch alle gut versorgt,
kein Mitleid geborgt?
Hab nie alles mögen essen,
Geschmack von Quitte unvergessen.
Etwas hat uns zueinander geführt,
Zufall, Schicksal, bin immer noch gerührt.
Wenn der Rahmen runterfällt,
die Wand noch das Bild festhält.
Du bist immer so liebevoll nah,
wir finden uns wieder, alles klar?
Ich hab dich vermißt,
da kannten wir uns noch nicht.
Nein, häng den Rahmen nicht mehr auf,
schad um den Nagel, ich find schon raus.
Nafia
Herrlich, einfach super frisch und doch tiefgehend.
Liebe Grüße
Sylvia
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