Eins, zwei, drei, vier Eckstein


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Ich sitze auf der Rampe, nicht im Licht,
im Schatten, da sieht man mich nicht.
Früher bin ich auf einen Baum geklettert,
das galt als unfair, haben sie gewettert.

Langsam schlafen meine Beine ein,
in der Hocke, auf Dauer nur noch Pein.
Auch stinkt es hier nach faulem Obst,
erinnert mich ein wenig an Apfelmost.

Hunger fühl ich plötzlich ganz arg,
ich will nicht sterben in diesem Grab.
Dunkel ist es auf der Bahnhofsrampe,
auf dem Vorplatz flimmert eine Lampe.

Wieder bin ich nicht gefunden worden,
sicher macht sich Mutter schon Sorgen.
Im Verstecken bin ich der absolut Beste,
hoffe, Papa freut´s und haut nicht so feste.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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3 Responses to Eins, zwei, drei, vier Eckstein

    • Ich habe in einer Zeit meine Kindheit verbracht, da gehörte Schlagen zu den „Spielregeln“ des Lebens. Eltern schlugen, Lehrer schlugen, Pfarrer schlugen, jeder wußte, ahnte, jeder schwieg, wenige mahnten. Einige richteten ihre Handlungsweisen danach, andere rebellierten in Abhärtungen oder flüchteten vor ihrer eigenen Traute in wankende Unsicherheit. – Und ich, ich kann es nicht lassen, zu erwähnen und mich zu erinnern.

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      • Avatar von sunnymoeller sunnymoeller sagt:

        Und das ist gut so. Heute wird es zwar nicht mehr öffentlich gebilligt, aber ich weiß, heute gibt es immer noch physische Gewalt und die psychische wird immer schlimmer, wie ich selbst schon erfahren habe. Danke für deine Worte!😍

        Gefällt 2 Personen

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