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Greta Thunbergs Worte verhallen ungehört
Ganz besonders beim Klimawandel hat Nationalismus so gar nichts verloren. Jene tiefgreifend logische Erkenntnis kam aber keineswegs an bei den verhandelnden Mitgliedern der UN-Klimakonferenz in Madrid. Sie endet ohne Einigung in wichtigen Punkten. Erneut vertagte sie eines der notwendigsten Themen, nämlich wie Industrieländer Klimaschutz auch im Ausland betreiben können.
Wirtschaftliche Interessen standen weiterhin im zentralen Mittelpunkt der viel zu zähen Verhandlungen. Svenja Schulzes Klimapäckchen kann niemand wirklich ernst nehmen, erst recht nicht ihr Unmut über den Ausgang der Klimakonferenz.
Seit 40 Jahren Weltklimakonferenzen
Vom 12. bis 23. Februar 1979 fand die erste First World Climate Conference (WCC-1) in Genf statt, neun Jahre später die zweite in Toronto, 1990 erneut in Genf, um schließlich 1992 beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro eine globale Klimakonvention, die Agenda 21, ins Leben zu rufen. Danach folgten 10 Klimakonferenzen bzw. 11, 2001 mußte die 6. von Den Haag in Bonn fortgesetzt werden, mit einer Einigung über die Ausgestaltung des Kyōto-Protokolls. Ab 2005 fanden jährlich die UN-Klimakonferenzen statt.
Die viel zu geringen Verpflichtungen der Industrieländer zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen, wie sie im Kyōto-Protokoll festgeschrieben wurden, verdeutlichen die Verharmlosung jener Konferenzen, der Ernst der dramatischen Lage wurde keineswegs wirklich verstanden.
Opposition verärgert – manche Staaten blockierten Entscheidungen
Vierzig Stunden nach dem geplanten Ende der UN-Klimakonferenz kam es dennoch zu keiner Einigung, den globalen Handel mit Klimaschutz-Gutschriften zu regeln, ein Armutszeugnis. Gretas Anmahnung in Madrid haben die Mitglieder wohl nicht beherzigt. Katja Kipping bemängelte, daß Madrid die Chance geboten hätte, klare weltweite Regulierungen einzuführen, um das Zwei-Grad-Ziel erreichen zu können.
Der klimapolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Lukas Köhler, vermeldet hingegen gedämpften Optimismus, die lang diskutierten Regeln könnten Grundlage für eine internationale Zusammenarbeit bilden, Taschenspielertricks wie die doppelte Anrechnung von Emissionsminderungen sollten allerdings rigoros ausgeschlossen werden.
Weit entfernt von irgendwelcher Einsicht sind Staaten wie die USA, Brasilien, Saudi-Arabien, Australien und Polen. Ob im nächsten Jahr in Glasgow die COP 26 als wohl wichtigste Weltklimakonferenz seit dem Pariser Weltklimaabkommen zu verbesserten, dringend notwendigen Ergebnissen führt, darf angezweifelt werden.
Lotar Martin Kamm
Kategorie: Klima/Wetter
Diese Konferenzen ausfallen zu lassen, wäre ein erster Schritt Richtung Klimaschutz…
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