Wahldesaster oder nüchterne Erkenntnis?


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Bundespolitik wird davon kaum betroffen sein

Höchste Zeit, Faschisten und Neonazis endlich mal wesentlich deutlicher paroli zu bieten. Ganz besonders hierzulande nach dieser dunklen Zeit von 1930 bis 1945! Kein Wunder, daß ein Björn Höcke am frühen Abend ins ARD-Wahlstudio trat, um bei der ersten Frage an die Decke zu gehen. Schließlich könne doch in dessen Augen nicht sein, weiterhin seine Partei als gesichert rechtsextrem eingestuft werde. Die unübersehbare Realität wird auch von ihm schlichtweg ausgeblendet. Schlimm genug, daß seit 2017 im Deutschen Bundestag jene angebliche Alternative für Deutschland ihr Unwesen treiben darf!

In den Landtagen Thüringen und Sachsen wurde gestern gewählt. Rund siebzig Prozent demokratische Parteien zusammen mit den üblichen Nichtwählern, das heißt, leider immerhin ein knappes Drittel nimmt billigend in Kauf, wieder Nazis gewähren zu lassen.

Der britische Deutschlandkenner James Hawes erklärt es uns

Das T-Online-Interview titelt, die Einheit 1990 war ein schwerer Fehler. Mit Sicherheit, erst recht mit Blick zur diesjährigen Wahl, die Rechnung Helmut Kohls mit dessen blühenden Landschaften hat sich von Beginn an als Trugschluß entpuppt. Nur wollte es kaum jemand wahrhaben. Westliche Ritter und Siedler eroberten das Land jenseits der Elbe und Saale in der Mitte des 12. Jahrhunderts, wie Hawes gezielt ausführt, während damals bereits Köln auf eine tausendjährige Geschichte zurückblickte.

Heidnische Slawen wehrten sich somit, fanden sich eben nicht damit ab, daß Ostelbien gewaltsam erobert wurde. Das sitzt ganz tief im dortigen Volk und schwingt bis heute nach. Der Ruf nach einem starken Staat, der daher radikal Bedrohungen entgegentritt, so führt der britische Germanist aus. Kein Wunder, daß sie während der Nazizeit und auch in DDR-Zeiten stillhielten. Vergessen wir nicht Lichtenhagen und die Pegida-Bewegung, alles im Osten Deutschlands sich ohne zu zögern austobte.

Konservative Medien wittern Oberwasser

Und das schon seit geraumer Zeit, deutlich sichtbar beim täglichen Regierungsbashing. Da wittern die Herrn Söder und Merz Oberwasser, wollen schon heute sich in Regierungsverantwortung wähnen. Dieser Kelch bleibt uns bisherig erspart, selbst wenn ausgerechnet die Liberalen nachtreten, die erneut in Landtagswahlen sichtbar scheiterten, das Getöne von Wolfgang Kubicki kann nur als kläglicher Versuch gewertet werden, billig abzulenken.

Ob die Bundespolitik nach diesen beiden Landtagswahlen, eine dritte steht uns noch in Brandenburg bevor, vom Aufwind der Nazipartei betroffen sein wird, bleibt dahingestellt. Im Westen können die Blauen keinesfalls so deutlich punkten, wie die Wahlprognosen uns zeigen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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