Diagnose Prostatakrebs


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Mein persönlicher Befund

Welch ein Horror bei Frauen, die Vorstellung an Brustkrebs zu erkranken, zumal hierzulande über 17.000 Frauen daran jährlich versterben. Bei Männern schaut es gleichwohl nicht gut aus, immerhin sterben jährlich in Deutschland an Prostatakrebs zwischen 12.000 und 14.000. Umso wichtiger die Vorsorge, wobei inzwischen wir selbst aktiv uns im eigenen Interesse daran beteiligen können, wie ich dies gleichwohl jährlich tat.

In der Coronazeit habe ich keinen Urologen aufgesucht, und zwar aus dem einfachen Grund, mich nicht einer eventuellen Ansteckung in Gefahr zu begeben. Somit erwog ich auf der einen Seite wie bei einer mathematischen Gleichung das Risiko einer Prostatakrebserkrankung, auf der anderen an Covid-19 zu erkranken, in beiden Fällen mit einem gewissen Todesrisiko. Im Nachhinein würde ich heute anders entscheiden, habe aber letztlich Glück gehabt, in dem ich doch einen Urologen aufsuchte.

Dazu habe ich mich im November letzten Jahres entschieden, machte den PSA-Test. Dort wird die Messung der PSA-Konzentration im Blutserum vorgenommen. Ich hatte einen Wert von 4,3, was meinen Urologen zu hoch war, er mir eine erneute Untersuchung im Februar empfahl. Natürlich folgte ich seinem Rat, es wurde ein Wert von 5,1 ermittelt. Grund genug, eine Biopsie vorzunehmen, die ich im Waldkrankenhaus Bad Godesberg am 15. Mai anging. Zuvor wurde mittels eines MRT eine gezielte Diagnose erstellt, die dahingehend wichtig war, detaillierter bei der Biopsie zu ermitteln, wo sich Krebszellen befinden.

Der Befund war eindeutig, es wurden zwei Herde in der Prostata entdeckt, die allerdings „geschlossen“ waren, insofern noch nicht gestreut hatten. Um dies abzusichern und auszuschließen vor einer notwendigen Prostata-OP, die Entnahme dieser selbst, unterzog ich mich noch einem Knochenzintigramm, bei dieser nuklearmedizinischen Untersuchungsmethode soll ausgeschlossen werden, daß Krebszellen bereits Knochen befallen haben, was sich nicht in Folge bestätigte. Beim Adomen-CT ergaben sich gleichwohl keine Befürchtungen.

Beide Ergebnisse bedeuteten, der anstehenden OP im Klinikum Siegen hoffnungsfroher entgegenzublicken. Sie fand am 29. Juli statt und verlief ohne Komplikationen. Die Ziehung des Blasenkatheters eine Woche danach empfand ich nicht als schmerzhaft, dafür ein Tag nach der OP eher die Ziehung des Harnröhrenkatheters. Aber Hauptsache den Krebs besiegt, dem Tod von der Schippe gesprungen. Ein gewisser Galgenhumor bleibt nicht aus. Vom 22. August bis 12. September genoß ich die sehr professionelle Hilfe in der VAMED Rehaklinik Bergisch-Land in Wuppertal. Die dortigen Therapeuten haben mir wichtige Übungen vermittelt, um möglichst gezielt wieder die Kontinenz zu erlangen.

Jetzt am 22. November ließ ich den routinemäßigen PSA-Test vornehmen, der wiederholt sich bei negativem Ergebnis zunächst vierteljährlich, später halbjährlich und dann wieder jährlich zusammen mit einer ausführlichen Kontrolluntersuchung. Trotz erfolgreicher OP besteht immer ein Restrisiko, daß doch noch gewisse Krebszellen sich „vorbeigemogelt“ haben können, um in Zukunft sich in mir zu vermehren. Das soll aber laut Dr. Mahmoud Farzat, dem Chefarzt der Urologie des Siegener Diakonie Klinikums jung-stilling, der mich per Vinci-Operationssystem, dies geschieht mit dieser speziellen Robotertechnik, operierte, sehr sehr selten geschehen, sei eher unwahrscheinlich. Dennoch ein Muß für mich, you never know!

Soweit so gut. Ich kann nur allen Männern ab 45 anraten, macht den jährlichen PSA-Test beim Urologen. Inzwischen gibt es gar einen DNA-Speicheltest in den USA, bei dem eine Biopsie hinfällig wird, weil bei diesem Ergebnis besser erkennbar sein soll, ob und wo die Prostata befallen ist oder eben nicht. Allerdings dauert es wohl noch eine Weile, bis auch hierzulande jener bessere Test genehmigt wird, hat mit dem Prozedere des Zulassunsgverfahrens zu tun.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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6 Responses to Diagnose Prostatakrebs

  1. Ich drück dir die Daumen!

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  2. Avatar von hraban57 hraban57 sagt:

    Heute das Ergebnis vom PSA-Test erhalten, der Wert beträgt 0,02, also alles super soweit.

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  3. Avatar von hraban57 hraban57 sagt:

    Ergebnis von weiterem PSA-Test am 24. Februar: 0,008, somit noch weiter gesunken. Was will ich mehr. 😉

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  4. Avatar von hraban57 hraban57 sagt:

    Weiterhin wie üblich der nächste Vierteljahrescheck, also PSA-Test vom 23. Mai: 0,008, damit alles okay. 😉

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  5. Avatar von hraban57 hraban57 sagt:

    Ergebnis des PSA-Tests vom 25. August 0,002, insofern alles gut.

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  6. Avatar von hraban57 hraban57 sagt:

    Es bleibt dabei, der PSA-Wert mit 0,01 weiterhin unauffällig. Gut so.

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