In Balance zwischen innen und außen


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Auf großer Fahrt oder eher in tiefverwurzelter Demut?

Reisewillige soll man ziehen lassen in weite Fernen, wo doch Mutter Erde so wunderschöne Orte und Landschaften bietet, die gesehen und erlebt werden wollen. Wer kennt es nicht, dieses Gefühl aus Neugier, gutdurchdachter Planung und dem sich treiben lassen, gänzlich seiner Intuition folgend. Wer weiß, was da noch an Über-raschungsmomenten uns begegnen?

Dasselbe gilt natürlich ebenso für die Entdeckungsfahrten ins Innenleben, wenn wir nachdenklich zurücklehnend, innehaltend das bisherige Dasein reflektieren. Gab es nicht schon immer gewisse Sehnsüchte, die man beiseiteschob, verdrängte im hektischen Alltag, die selbst in Stunden der Besinnung keine Wege der Entfaltung fanden? Was verbirgt sich eigentlich auf großer Fahrt oder eher in tiefverwurzelter Demut?

Im Einklang mit sich selbst sein, eine Grundvoraussetzung

Was im Buddhistischen jenes „So wie oben, so auch unten“ verdeutlichen will, dieser Mikrokosmos gleich Makrokosmos, gilt natürlich für alle Menschen: im Einklang mit sich selbst sein, eine Grundvoraussetzung. Für was, werden vielleicht manche fragen? Ganz bescheiden und pragmatisch: um harmonisch im Gleichgewicht sämtlicher Kräfte im Innen und Außen zu wirken.

Sobald diese Balance sich ändert, mittels disharmonischer Umstände gestört wird, beginnt das Zurechtrücken, die Bemühung um Schadensbegrenzung, wer denn wirklich daran arbeitet, sich dessen bewußt. Je weniger Ballast, Sorgen und materielle Abhängigkeiten, desto gelassener vermögen wir die Dinge zu überschauen, sie zu ordnen und sorgenfreier zu leben.

Leichter formuliert als umgesetzt. Erklären Sie das mal all jenen, die am Existenz-minimum herumkrebsen müssen. Spitze Zungen kommentieren dann gern, jeder sei seines Glückes Schmied, was man keineswegs so bestätigen mag. Lebensumstände können wir ein Stückweit verändern, beeinflussen, doch beim Heranwachsen in bestimmten Elternhäusern werden Denkmuster und Strukturen gewisser Angewohnheiten sowie sozialer Bindungen manifestiert, von dessen Fesseln im Laufe des Lebens sich befreit werden muß – eine zeitaufwendige Entwicklung, die manche ausbremst im Schaffensdrang, sie unter Umständen ablenkt vom eigentlichen Kurs. Wie wichtig offenbart sich hierbei der gefestigte Charakter, der eine Chance bedeutet, entsprechend gegenzusteuern.

Liebe – ureigentlich eine Botschaft der inneren Gelassenheit

Nichts ist zerstörerischer als abgrundtiefer Haß, wie uns allen tagtäglich vor Augen geführt wird. Um so wichtiger, sich der ureigentlichen Botschaft der inneren Gelassenheit zu widmen. Und nur eines kann ihr dabei hilfreich zur Seite stehen: die größte Kraft im Kosmos – die Liebe. Lassen wir sie zu, verinnerlichen sie, damit sie in allem wirkt, was wir erschaffen. Dieser Prozeß verbrieft uns eine tiefe Harmonie im Sein selbst, wenn wir ihn verinnerlichen und ausleben. Insofern jede Reise zunächst dort beginnt, wo das eigene Ich sich aufmacht, mit dem Außen zu kommunizieren.

Warum reisen wir? Auch dies, damit wir Menschen begegnen, die nicht meinen, daß sie uns kennen ein für allemal; damit wir noch einmal erfahren, was uns in diesem Leben möglich sei – es ist ohnehin schon wenig genug. (Max Frisch)

Die einzige Weisheit, die wir erwerben können, ist die Weisheit der Demut: Demut ist ohne Ende. (Thomas Stearns Eliot)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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1 Response to In Balance zwischen innen und außen

  1. Avatar von Gamma Hans Gamma Hans sagt:

    Die Reise nach Innen fordert den ganzen Menschen heraus.

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