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Hauptsache die Geschäfte laufen gut
Ob Liza Minelli oder Pink Floyd, money makes the world go round, that’s the sound. Alles richtet sich danach, Familien, Gesellschaften und die Weltpolitik. Der Satz, haste nix, biste nix, hat kein bißchen an Bedeutuung verloren, trotz sozialer Anstrengungen in Ländern, die noch Menschenrechte auf ihre Fahnen schreiben, obsiegen am Ende bestimmte Notwendigkeiten, die einmal mehr aufzeigen, wie Mensch tickt.
Insofern darf niemand sich wirklich wundern, wenn extremistische Gruppierungen entstehen, die auch nur ein Stück vom Kuchen wollen. In einer Welt des Raubtierkapitalismus hat der Kommunismus ohnehin nicht die geringste Chance, andere politische Systeme richten sich nach den Geldflüssen, wollen sie überleben. Business as usual auf allen Ebenen. Was heute verkündet, mag morgen nicht mehr gelten.
Deutsche Politik tanzt auf dem Vulkan
Zumal der Nahe und Mittlere Osten als Pulverfaß weiterhin die weltpolitische Lage in Atem hält. Nordkorea dient wohl der Ablenkung, die scheinbar gelöst werden kann. Im letzten Jahr sorgte der damalige Außenminister Sigmar Gabriel für Unmut mit seiner Bemerkung vom „Abenteuertum“ gen Saudi-Arabien, obwohl akribische Beobachter ihm nicht unbedingt Glauben schenken sollten, das Königreich zog die Konsequenz, sein Botschafter wurde aus Berlin abgezogen.
Doch Heiko Maas macht mobil, – nicht bei Arbeit, Spaß und Spiel-, vielmehr bedauert die Bundesregierung angebliche Mißverständnisse, starke strategische Verbindungen mit dem Königreich Saudi-Arabien werden hervorgehoben. Wenn’s um Geld und Macht geht, fällt Moral hinten über. Wen interessieren schon Todesurteile, Steinigungen, Folter und Frauenrechte im Land konsequent angewandter Scharia? Von kriegslüsternen Gedanken oder Terrorrekrutierungen ganz zu schweigen. Das gilt im übrigen für viele Staaten!
Beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gelten dieselben Maßstäbe, – Maas-Stäbe als Wortspiel paßt ein großes Stückweit -, dessen früherer SPD-Kollege und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfängt den türkischen Despoten, allerdings nimmt Angela Merkel am Staatsbankett nicht teil. Geschickt inszeniert, glaubhafter wird sie dadurch mitnichten.
The Donald prahlt mal wieder
Ein gewohntes Bild narzißtischer Selbstverherrlichung, in dessen Rede vor der UNO erklärt er der Welt die Welt. Kein Kalauer, sondern erbarmungslose Realität, die noch folgenschwer uns alle beschäftigen wird. Man mag darüber witzeln, dennoch stellt uns dieser 45. Präsident vor vollendete Tatsachen: Die Welt wird dadurch nicht friedlicher. Ganz im Gegenteil, die USA beharren auf ihre militärische Dominanz als größte Wirtschaftsmacht.
Wer nicht mit ihm zieht, wertet er kurzerhand als seinen Gegner. Keine Zeit für diplomatisches Geplänkel, zumal er bereits auf das Ende der Hälfte seiner Amtzeit zusteuert, im nächsten Jahr bereits ein erneuter Wahlkampf beginnt.
Lotar Martin Kamm