Ein Diktator weniger – Assads Sturz eine gute Nachricht?


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Das syrische Volk hat wahrlich ein Recht auf Frieden

Abu Mohammed al-Golani und dessen Organisation Hajat Tahrir al-Scham (HTS) hat mit dem Feldzug seit Ende November dieses Jahres endlich bei der Einnahme Damaskus‘ den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad von dannen gejagt, so daß dieser per Flugzeug mit seiner Familie gen Moskau flog, um dort politisches Asyl anzunehmen, welches Putin ihm gewährte. Das syrische Volk atmet auf, die weltweiten freudigen Kundgebungen veranschaulichen beispielhaft die Erleichterung nach jener gewaltvollen Herrschaft dieses Diktators.

Syriens Bürgerkrieg war von Beginn an ein dramatisches Rätsel, zu viele Parteien hatten sich in der zentralen Republik des Nahen Ostens eingefunden, wobei die Beteiligung von etlichen anderen Staaten ihn keineswegs zu entschärfen vermochten, im Gegenteil, es wurde immer komplizierter, mehrere Millionen Menschen verließen das Land, laut UNICEF muß von etwa einer halben Millionen Todesopfern ausgegangen werden.

Verhängte Ausgangssperre in Damaskus zunächst eine richtige Entscheidung

Die Ausgangssperre, die islamistische Kämpfer der Gruppe Hajat Tahrir al-Scham (HTS) bis zum frühen Montagmorgen verhängten, darf als folgerichtige Entscheidung gewertet werden, um eben Plünderungen und andere Verbrechen auszuschließen. Schließlich fanden am Sonntag Nachtmittag bereits Plünderungen im Präsidentenpalast statt, wurde eine Empfangshalle in Brand gesetzt.

Das katholische Hilfswerk Missio verkündete, daß keine Übergriffe gegen Christen oder religiöse Minderheiten beobachtet wurden. Jordaniens König Abdullah II. bin al-Hussein rief dazu auf, jeden Konflikt zu vermeiden, der in Syrien zu Chaos führen könnte.

Irans Rolle steht vor einer Herausforderung

Während Assad nunmehr im russischen Exil verweilt, hat der Iran einen wichtigen Verbündeten im Nahen Osten damit verloren, zunächst keinen Einfluß mehr auf Syrien. Der Westen zeigt deutliche Erleichterung ob des Endes jenes brutalen Bürgerkriegs. Emmanuel Macron erklärte im Onlinedienst X, „Der Staat der Barbarei ist gestürzt. Endlich“, während der noch amtierende Bundeskanzler Olaf Scholz von einer „guten Nachricht“ sprach.

Hier zeigt sich erneut, wie unsicher alle Akteure verharren. Auf der einen Seite die berechtigte Freude ob dem Ende jener brutalen Herrschaft seitens Assads, andererseits die Hoffnung, daß in Syrien schnellstmöglich eine politische Lösung fürs gebeutelte Volk gefunden wird, somit weder islamistische Rebellen oder gar andere Akteure wie der Iran oder Russland sich einmischen, was im Übrigen gleichwohl für den US-Westen gelten mag. Die Syrer selbst haben es in der Hand, ein Recht auf Frieden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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