Alles murks oder eher realpolitisches Desaster?
Komische Zeiten, Trump will Grönland kaufen, während hierzulande ein Linnemann in alter Hartz-IV-Manier hetzt, Zwangsarbeit fordert, deutsche Wirtschaftsdaten letztlich positiv sind, der Industriestrompreis sank von 21,4 ct/kwh im Jahr 2021 auf 17,9 ct/kwh im letzten Jahr, im Oktober 2021 gab es 45,1 Millionen Erwerbstätige, drei Jahre später 46,3 Millionen, aber die Ampel unter Robert Habeck hat angeblich versagt, drum durften die Liberalen auch der „chaotischen“ Bundesregierung in den Rücken fallen, was die Vertrauensfrage provozierte, wir in rund sechs Wochen Neuwahlen haben. Alles so gewollt, denn eine Union sei ja wirtschaftskompetent.
Tatsächlich? Unter Merz wird alles besser, glaubt er selbst, obwohl die Union keine wirklichen Ideen im Wahlprogramm vorweist, die eine Wirtschaftskompetenz rechtfertigen, zumal sie erneut auf Kernenergie setzt, obwohl diese nachweisbar überteuert gefährlich bleibt. Mit Blick gen Weidel, Musk und Trump, letzterer behauptet als „Experte“ Windräder produzieren Wind, folglich sie allesamt abbauen, dann sei der Klimawandel Geschichte. Ignoranz seitens jener rechtsradikalen Klientel wider die Wissenschaft, ein Fauxpas sondergleichen, aber Hauptsache per Fakenews tönen, um im selben Atemzug Medien zu verunglimpfen. Propaganda wie im Dritten Reich oder aktuell in Russland!
Laut Sonntagsumfragen wollen hierzulande die Wähler die Union zwischen 29 und 32% wählen, der AfD zwischen 19 und 22 % ihr Stimmlein geben, während die SPD zwischen 14 und 17 % schwankt, die Grünen zwischen 12 und 15 %. Die Liberalen, wo manche gar an ein zweistelliges Ergebnis glauben, dürften froh sein, überhaupt wieder im Bundestag sitzen zu können mit 3 bis 5%. Die Linken schaffen’s eher nicht, dieses BSW schwankt zwischen 4 und 7 %. Zwei Optionen offenbaren sich, entweder Schwarz/Rot oder Schwarz/Grün, mit einem Fall jener angeblichen Brandmauer hätte Deutschland ohnehin fertig, sollten die Nazis als Regierungspartner geduldet werden, siehe Österreich. Abwegig? Mal schauen, Pessimismus macht sich breit.
Und global betrachtet? Zu viele Kriegsschauplätze im Nahen Osten, in der Ukraine, im Sudan, im Kongo, in Jemen, in Libyen, in Mali, in Äthiopien, in Armenien und etliche andere. Während in Syrien Assads Sturz zunächst als gute Nachricht gewertet werden kann, bleibt abzuwarten, wie sich die Lage dort entwickelt. Besonders die EU wirft ein kritisches Auge gen Syrien, wichtiger denn je, daß sich die Großmächte USA und Russland heraushalten, aber auch der Iran.
Was die Folgen des Klimawandels anbelangt, kann keine Entwarnung gegeben werden. Ganz im Gegenteil, mit der Haltung Trumps schaut’s ziemlich düster aus, aber wir sollten auch hierzulande uns nicht verzetteln, solche Reaktionen wie die von Kachelmann treffen die Falschen und geben all denen Recht, die den Klimawandel nicht wahrhaben wollen.
Lotar Martin Kamm
