
https://www.flickr.com/photos/vfutscher/28583147987/sizes/z/ (CC BY-NC 2.0)
Steve Witkoff letztlich Putins Schenkelklopfer
Zum Haareraufen jenes Dilemma, Wolodymyr Selenskys Ukraine hat keine Zeit, den ominösen Friedensplan, für den Donald Trump bereits bis Thanksgiving eine Zustimmung fordert, in Gänze zu hinterfragen. Was für eine gezielte Absicht, zumal Trump noch in Wahlkampfzeiten tönte, er würde den Ukraine-Russland-Krieg binnen 24 Stunden beenden, gleichzeitig aus ukrainischer Sicht eine Kaptitulation, ein Diktatfrieden.
Wo sehen wir eine direkte Intervention Europas? Die EU hält ziemlich still, obwohl der Telegraph verlauten läßt: „Angesichts einer stark geschwächten Ukraine würde Putin mit ziemlicher Sicherheit zurückkommen und eine dritte Invasion starten, um seinen Nachbarstaat ein für alle Mal von der Landkarte zu tilgen.“ Da helfen auch manche Punkte im sogenannten Friedensplan reichlich wenig. Seit wann berücksichtigt der Kremlherrscher internationale Abmachungen, wenn er sich Vorteile erhofft? Eben, keine!
Trump ein Spielball des Kremls
Der Verdacht liegt sehr nahe. Schließlich hat Trump über die Köpfe der europäischen Regierungschefs hinweg mit Russland verhandelt, ebenso Selensky ignoriert. Und das vom bisherigen Nato-Bündnispartner, den USA. Dies läßt ziemlich tief blicken, die Vermutung, daß Putin gewisse Untaten aus Trumps Vergangenheit für seine Zwecke nutzt, liegt auf der Hand, insofern nachvollziehbar die Reaktion des 47. US-Präsidenten, diplomatische Gepflogenheiten außer acht zu lassen.
Genau während dieser wichtigen Entscheidung muß Europa und allen voran Deutschland jetzt handeln, bevor es zu spät sein sollte. Nette Telephonate zwischen Merz und Trump mögen hierbei nicht viel helfen, zumal ein JD Vance frechweg aufzeigt, was er selbst von der Ukraine hält. Nach dessen Fasson hat diese sich gefälligst wegzuducken, sie dürfe nicht von einem möglichen Sieg träumen, es sei reine „Phantasie“, die Ukraine könne den Krieg nicht gewinnen. Herr Vance verkennt offensichtlich, daß Putin die Ukraine überfallen hat. Es geht nicht um Träumereien, sondern um das Recht auf Selbstverteidigung und die Souveränitat der Ukraine. Ein Diktatfrieden ist inakzeptabel. Punkt.
Solange die Europäer weiterhin zögern, triumphiert Putin
Wobei Trump das westliche Bündnis aufkündigt. Das ist die Erkenntnis dieses merkwürdigen Friedensplans. Während Putins Forderungen sich in diesem widerspiegeln, hat die Ukraine stillzuhalten, Washington sich auf die Seite Moskaus gestellt. Ein Farce par excellence!
Es bleibt zu hoffen, daß Wolodymyr Selensky den Friedensplan nicht zustimmt, obendrein Europa ihm beisteht ohne großes Lamentieren. Gleichzeitig sollte das westliche Bündnis die USA hinterfragen, weil Trump mit diesem Friedensplan ihm in den Rücken fällt!
Lotar Martin Kamm