Zugefügtes Leid

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Sie lehnt sich gern zurück
auf ihr zerschlissenes Polster,
abgewetzt von allen alten Tagen,
in denen Leid sich zugetragen,
ihr Schmerz zugefügt wurde,
beleidigt sie deshalb tapfer bereit
ihr gequältes Ich drauf zu betten,
zu genießen ihre fadenscheinige Not,
dahinter kann sie sich gut verstecken,
für anderes Leben nicht erreichbar,
für diese Ruhe ist sie dankbar,
sie meint, es sei zu ihrem Schutz,
dies Horten von Leid bei Leid,
obwohl sie längst sicher weiß,
sie damit ihr Dasein selbst abnutzt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Sand knirscht wie Schnee

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Bild von Наталья Коллегова auf Pixabay

Die Luft da draußen ist so mit Wasser gefüllt,
der Dampf dichter als in der Waschküch‘,
würde jetzt die alte Emma vor sich hinmurmeln,
sie sprach nicht mehr viel, eher war’s ein Flüstern,
das sie hin und wieder uns jungen Mädchen schenkte.

Die Schneeflocken waren kaum zu erkennen,
wären sie nicht an dem Fenster hängengeblieben,
ich laufe den ganzen Tag mit Sand in den Schuhen,
weil der genauso knirscht wie gefrorener Schnee,
und Emma sagte, Sand unter den Füßen beruhige.

Ohne die geringste Eile sammeln sich die Flocken
auf dem Fensterbrett zu einer weißen Hügellandschaft,
Emmas Stimme wispert mit dem gehauchten Wind,
der Sand verteilt deine Kraft zu einem Abdruck,
ewig bleiben sie nur den Körnchen in Erinnerung.

Hinter dem weißen Hügel verschmiertes Grau,
die Schneekristalle verbinden sich zu einer Decke,
zu schnell, es wirkt wie schon ewig lange vertraut,
jung war ich, Emma alt, damals in der Mangelstube,
wie schön doch Sand knirscht, wie gefrorener Schnee.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wegschauen im Land der Dichter und Denker

Alles erlaubt, was unsere Freiheit beraubt

Deutschland im Wahlkampf, eine längst vorhersehbare Katastrophe, während halbherzig ein Klimawandel festgestellt wird, tatenlose Ignoranz verhallt, der potentielle Kanzlerkandidat der Union Schmidt- oder Schröder-Like in Gummistiefeln vor die Kamera tritt, hinter dem Bundespräsidenten lachend feixt, sich offenkundig unglaubwürdig danach entschuldigt. Vorschußlorbeeren schauen eigentlich anders aus, im Land der Dichter und Denker hat aber Wegschauen Tradition.

Das wußten wir schon direkt nach der Nazi-Ära, als deren Schergen nonchalant Pöstchen und Posten erhielten, als sei nichts geschehen. 74 Jahre später urteilt die Justiz dramatisch halbherzig, nach NSU-Prozeß fühlen Rechtsradikale sich erst recht bestätigt. Wie ein roter Faden wiederholt sich die Geschichte auch hierzulande. Was die Republikaner zu Beginn der 1990er versuchten, aber nicht für den Einzug in den Deutschen Bundestag ausreichte, gelang schließlich jener AfD, die zuvor eine Pegida unterstützte. Kaum saßen Nazis wieder im Bundesparlament, offenbart sich die Polizei als Handlanger gewaltbereiter Pegida-Demonstranten.

Noch nicht genug, das kann getoppt werden! Im Namen der Meinungsfreiheit dürfen etliche „Geistesgestörte“ sich vor der Öffentlichkeit tummeln, es dient der braunen Sache. Schon steht die berechtigte Frage im Raum, wann wird endlich dieser Vegankoch eingesperrt? Ihm wird quasi der rote Teppich ausgerollt, er darf in die Türkei verschwinden, seine Heimat, wo ein Despot ohnehin für Ruhe und Ordnung in dessem Sinne sorgt, Pressefreiheit, Frauenrechte, Demokratie ade!

Das Faß ist längst übergelaufen, nur kaum jemand will es wahrhaben, Allensbach bescheinigt dieser Union am 20. Juli gar 31,5 %, den Grünen noch 18%, der FDP satte 12%. Was ist da los mit den Menschen? Simple Tricks fürs Volk zur Bundestagswahl, welch irrsinnig unverständliche Qual?! Was muß denn noch alles geschehen, bis Menschen endlich sehen, wie sie an der Nase herumgeführt werden?

Dieser Staat gleicht einer handlungsunfähigen Nation. Oder wie soll man das „Querdenker“-Nest werten, sie nutzen die Not der Flutopfer aus, haben gar echte Ex-Polizisten an der Seite, die mitmischen. Wie war das nochmal mit dem Mann und der Uniform, die ihm gegeben, um diesen zu beflügeln, tatkräftig auszuteilen? Erneut darf der Corona-Leugner Nummer 1, dieser HNO-Arzt, Spendengelder eintreiben, real für dessen eigenes Wohlergehen. Auch hier schaut unser Staat pikiert weg. Welch Selbstzweck! Alles erlaubt, was unsere Freiheit beraubt. Ihr es immer noch nicht glaubt?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Blender allerorten

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Bild von MasterTux auf Pixabay

Politische Verantwortlichkeit
sich äußerst selten zeigt,
es wird lieber geschweigt.
Doch Politik hat’s vergeigt,
manch einer nicht abgeneigt,
es dadurch ziemlich übertreibt,
lachend vor Kameras sich zeigt.
Hauptsache Öffentlichkeit,
welch simple Weisheit,
man sei als Kanzler bereit,
Nachtreten ginge zuweit.
Solch jemand ist nicht gescheit,
galt schon eh für alle Zeit.
Doch das Volk erneut soweit,
obwohl gewählt, danach bereut.
Was hat man Menschen eingebleut?
Die Wahrheit sich wegduckt, gar scheut.
Komisches Volk, merkwürdige Leut‘.
Dann lieber gut ernährt beleibt
für jene Union es erneut übertreibt.
Obwohl vorhanden eine andere Gelegenheit,
suhlen sich Wähler in Gedankenlosigkeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Gewalt im Schulalltag hat weitreichende Konsequenzen

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Ein Spiegelbild unserer Gesellschaft

Die Verrohung der Gesellschaft nimmt ihren Lauf, und zwar fast unaufhaltsam. Ganz besonders deutlich wird dies bei jungen, heranwachsenden Menschen. Wie sollte bei diesen auch das weltweite Geschehen spurlos vorbeigehen? Tagtäglich sind sie einer sicht- und fühlbaren Gewalt ausgesetzt. Ob es durch das Fernsehen transportiert wird, überhaupt durch die Medienvielfalt, insbesondere das Internet selbst, aber auch im Alltag, ist zunächst eine Feststellung, über die man sich wohl kaum entziehen kann.

Richtig schwierig wird es für Menschen, die an der Gewalt selbst zu zerbrechen drohen. Das drückt sich in verschiedenen Formen aus, sei es durch Gegengewalt nach außen hin oder zu sich selbst. Dabei sind einer Eskalation fast keine Grenzen gesetzt, wenn man bedenkt, wie unklug die Gesellschaft selbst mit diesem Thema umgeht. Statt tatsächlich allumfassend über die Problematik sich nicht nur Gedanken zu machen, sondern die bekannten Ursachen stückweise zu beheben, wird einfach eine lasche Justiz dem entgegengesetzt und vor allem eine Ignoranz, die sich schon längst begonnen hat zu rächen. Es reicht eben nicht, die unüberschaubaren Gewaltszenarien zu verdrängen, schönzureden, die Schuld bei Eltern zu suchen. Vielmehr sollten endlich durchdachte Konzepte greifen.

Welche Gewaltprävention ist hierbei vonnöten?

Zunächst muß klar festgehalten werden, daß sowohl die Schule als auch das Elterhaus Dreh-und Angelpunkt einer Prävention sind. Dabei sollte dieses Umfeld in behutsamer Zusammenarbeit erfolgen. Gleichzeitig kann dies nur im Einklang mit der Berufswelt der Eltern funktionieren. Dies bedeutet somit, daß allein schon die Schieflage am Arbeitsmarkt selbst einen erheblichen Anteil hat, Spannungen bis ins Elternhaus zu tragen.

Was nutzen alle Präventionen, wenn beide Elternteile an Zeitmangel leiden, daraus resultierend unnötiger Streß vorprogrammiert ist, obendrein durch zu geringe Löhne die Familie im Ganzen zu leiden hat. Eine Wirtschaftspolitik der „Geiz-ist-geil“ Mentalität, die damit einhergehenden Niedriglöhne, ist daher ziemlich kontraproduktiv und trägt viel dazu bei, daß über soziale Miseren Gewalt erzeugt wird. Dies gilt es daher mit einzubeziehen in eine allumfassende Prävention.

Schulalltag verändern

Es muß endlich begriffen werden, daß eine völlig neue Schulkultur sich zu entwickeln hat. Dabei darf auch nicht davor Halt gemacht werden, alte Strukturen neu zu überdenken. Es kann nicht angehen, daß z.B. Lehrer wegschauen, Gleichgültigkeit an der Tagesordnung ist bei Gewalteskalation unter den Schülern, sei es aus Angst oder anderen Gründen. Projekte, die klassenübergreifend agieren, wie Schulzeitung, Schulfeste, Theater, Sportveranstaltungen, einem Schülerrat, sind erste gute Vorschläge, die Lernenden erhalten eine höhere Verantwortung, und sei es, wenn ältere für jüngere eine Patenschaft beispielsweise übernehmen.

Eine wesentlich freundlichere Klassenzimmer- und Schulgestaltung kann durchaus auch mit dazu beitragen, das Klima untereinander zu verbessern, vergessen wir nicht, daß Kinder und Jugendliche sich tagtäglich dort aufhalten. Die Umgebung hat dabei einen nicht unerheblichen Einfluß auf das seelische Wohlbefinden. Wichtig daher ist natürlich, alle mit einzubeziehen in den Gestaltungsprozeß.

Dennoch muß sich die Bildungspolitik den Fragen sozialkritischer Menschen stellen. Und diese prangern völlig zurecht die derzeitigen Zustände an Schulen an. Dieses Schulsystem hat in vielen Bereichen letztlich versagt. Klar doch, es sind nicht alle Schüler gleich Amoktäter, wie sie in letzter Zeit vermehrt leider zu erleben waren. Aber eine latent zunehmende Gewalt hat längst einen nicht unerheblichen Raum eingenommen. Die wenigen Ausnahmen, wie die Monatszeitschrift GEO sogar auf dem Deckblatt präsentiert hatte, über äußerst beliebt kreative Lehrer, die dadurch den Schulunterricht mit viel Herz und Spaß gestaltet hatten, können nicht die große Masse der Problematik wettmachen.

Es bleibt zu hoffen, daß die Gesellschaft selbst endlich die Tragweite dieser Misere nicht nur erkennt und benennt, sondern auch Taten folgen läßt, damit Schule wieder wirklich Spaß macht, und zwar weitgehendst gewaltfrei.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Katastrophale Häme

Unglücke geschehen,
Gefahren lauern überall,
ob im Liegen, Sitzen, Stehen,
etwas bringt etwas zu Fall.

Schrecklich solche Fälle sind,
Katastrophen, Tragödien,
schrecklicher lehrt man jedem Kind,
all jene, die singen darüber Parodien.

Die, die sich am Leid ergötzen,
waren sie es, die stellten dir ein Bein,
um über dich als Opfer zu hetzen,
um der Prahlhans zur ersten Stunde zu sein.

Laut und unüberhörbar
ihre Possen und Späße sie treiben,
mit Häme und Arroganz
sie sich in ihrem Narzißmus weiden.

Diese Schandmäuler könnte man vergessen,
wäre da nicht ihr jubelndes Publikum,
die gierig jedes böse Wort auffressen,
sich suhlen auf dem verachtungswürdigsten Podium.

Deutschland. Aber normal,
Deutschland Gemeinsam Machen,
plakatieren welche für die nächste Wahl,
darüber kann ich nicht mal mehr lachen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Die Union darf’s erneut tun

Was bedeutet schon Schuld
für den Armin,
die wird weggebetet,
bereuen halt eher verspätet.
Von Einsicht keine Spur,
mitnichten ein Spleen,
ein christdemokratischer Kult,
genau das zählt nur.

Und sowas wird bald regieren
als Bundeskanzler in diesem Land,
eine Mehrheit dies wohl will,
wirkt schon ziemlich schrill.
Woher jenes blinde Verhalten?
Der Verstand wird aberkannt,
aber im Baerbock-Bashing sich nicht zieren!
Das machten zuvor schon die Alten.

Nichts dazugelernt aus der Geschicht‘?
Haben Kohl und Schröder nicht gereicht?
Ein Laschet soll’s jetzt richten?
Schluß mit beherztem dichten,
im Herbst ist alles gelaufen.
Im Grunde wäre vieles ganz leicht,
wenn nicht mancher auf Profit erpicht.
Zum Haare ausraufen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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