Despoten kennen keine weltpolitischen Regeln

Lukaschenkas Regime entführt Blogger Roman Protassewitsch

Da spitzt sich langsam aber zielsicher etwas Ungeheuerliches zu, nämlich die Ausbreitung faschistoider Politik, immer mehr Alleinherrscher bestimmen ihren destruktiven Weg, rücksichtslos, menschenverachtend. Das gilt somit auch für Belarus, die einzige tatsächliche Diktatur Europas. Nach der denkwürdigen Flugzeug-Umleitung der Ryan-Air-Maschine verliert sich die Spur vom entführten Blogger in Minsk.

Man muß davon ausgehen, daß dieser in irgendeinem Verlies ausharrt, womöglich von den Schergen des Regimes gefoltert wird. Eine freie Presse unerwünscht, somit gleichwohl Blogger, die es wagen, Alexander Lukaschenkas Präsidentschaft in Frage zu stellen.

Russlands Verbindungen zu Belarus sprechen Bände

Während ein Gerhard Schröder vom lupenreinen Demokraten Wladimir Putin schwärmte, entpuppt dieser sich tatsächlich als ein Freund von Despoten, ein Steigbügelhalter rechtsradikaler Gruppierungen, schließlich sind AfD-Politiker in Moskau gern willkommene Gäste, fließen etliche Gelder in eine braune Flut im Internet, von Hackerangriffen bis ins Weiße Haus mal ganz zu schweigen.

Weißrussland entpuppt sich nachhaltig als Europas Diktatur, während die EU selbst nahezu ohnmächtig dem Treiben jenes Regimes zuschaut. Ob gewisse Sanktionen tatsächlich fruchten, bleibt mal dahingestellt. Bekanntlich beeindrucken Despoten derartige Maßnahmen nicht im Geringsten, sie schöpfen viel eher daraus, ihren harten Kurs fortzusetzen bzw. zu vertiefen.

EU prangert aggressive Haltung Russlands auf dem Sondergipfel an

Da kommt so einiges zusammen, was die weltpolitische Lage nicht gerade entzücken dürfte. Insofern fragt auch die Tagesschau, wie weiter mit Russland. Schließlich setzt der Kreml ziemlich offensichtlich viel daran, das eigene Regime zu stärken, darüberhinaus andere Despoten tatkräftig zu unterschützen. Keine gute Ausgangslage für ein friedliches Miteinander.

Es schaut viel eher danach aus, an jenem Szenarium eines Wettrüstens festzuhalten, obendrein Demokratien generell in Frage zu stellen. Da wächst zusammen, was den Weltfrieden erheblich gefährdet, obendrein Menschennrechte bishin zur Pressefreiheit. Jedwede Kritik wird hart angegangen, das Wesen des Faschismus sucht bereits wieder neue Spielwiesen, sich auszubreiten, im Hintergrund agieren gezielte Kaptialgeber, um ihren eigenen Reichtum zu vergrößern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Wirklichkeit selten erquicklich

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Bild von Basil Smith auf Pixabay

Über Nächte kann man schreiben,
in denen sich Geister rumtreiben,
die tagsüber über den Weg flanieren,
über die läßt es sich bloß spekulieren,
im Gegensatz zu den Nachtgespenstern
hocken sie hinter blinden Fenstern,
weder ihre Gestalt noch ihre Motivation
sind zweckdienlich, das weißt du schon,
nicht verzaubert, verkleidet sie sind,
drehen sich mit dem kleinsten Wind,
mit ihnen kann man nicht träumen,
nicht wirklich Gedanken säumen,
vertieft mit phantastischen Worten,
verweilen in gruseligen oder schönen Orten,
wer will schon Geschichten in Bücher lesen,
in denen Wirklichkeit nur Qual gewesen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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65. ESC in Rotterdam mit einem Jahr Verspätung

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Måneskins Rocksong „Zitti e buoni“ siegt mit 524 Punkten

Im Nahen Osten standen die Zeichen auf Krieg zwischen den Hamas und Israel, kurz vorm 65. ESC greift eine Feuerpause, man hofft auf eine Lösung, zumal die USA sich stark machen mit ihrem neugewählten Präsidenten Joe Biden. Da paßt der Titel von Jendrik Sigwart für den deutschen Beitrag gut dazu, I Don’t Feel Hate hatte tatsächlich einen anderen Ursprung wie er selbst auch in der kurzen Dokumentation Der unglaubliche Weg zum ESC erläutert.

Während viele Menschen vor den Bildschirmen mitfiebern, sind parallel auch wieder all jene unterwegs, die den ESC als Kommerz verreißen, ihn madig machen, wo doch weltweit so viel Leid und Ungerechtigkeit herrsche. Sicherlich, das geschieht. Aber den europäischen Gedanken eines friedlichen Miteinanders sollte man nicht verkennen, unterschätzen, schließlich lauern bereits all jene Despoten, denken wir an Russland, Ungarn, Türkei, Weißrussland, die letzten drei nehmen gezielt nicht am ESC teil, die gern ihren Nationalismus ausleben wollen.

I Don’t Feel Hate – Jendrik Sigwarts Song erreicht nur den 25. Platz

Der Sänger Damiano David kreischte noch ins Mikrofon „Rock’n’Roll never dies“, um wiederholt den Siegertitel dem kleineren Publikum (3.500 Gäste) in der Veranstaltungshalle Rotterdam Ahoy in dortiger Ahoy Arena zu schmettern. Der dänischen Baßistin Victoria De Angelis zuliebe gaben sie ihrer Band den Namen Måneskin, was Mondschein bedeutet. Bereits zuvor beim Sanremo-Festival 2021, welches vom 02. Bis 06. März im Teatro Ariston stattfand, holten sie sich den dortigen Sieg.

Am Ende des langen ESC-Finales, den erneut der langjährige Journalist Peter Urban für Deutschland in der ARD moderierte, erreichten die Italiener ihren 3. Titelsieg (zuvor 1964, 1990), zitti et buoni für „leise und brav“, ist alles andere als still, schlagerartig popig, sondern ein Rocksong. Dahinter reihen sich dann doch die Franzosen mit Barbara Pravis Voilà ein, nachdem zuvor des Öfteren eher die Schweizer mit ihrem Songtitel Tout l’univers als aussichtsreicher Zweitplatzierte gehandelt worden waren.

Deutschland wurde als vorletzter Act und gerade mal mit 3 Punkten letztlich ziemlich ungerechtfertigt abgestraft sowohl von den Jurys als auch dem europäischen Publikum. Kreativer Pep ist zurzeit so gar nicht gefragt, auch keine leise Kritik gegen Haß, Jendrik Sigwarts Auftritt als blamabel zu bezeichnen, darf mal als billige Häme werten. Mitnichten war dies so. Ganz im Gegenteil, der Hamburger Musicaldarsteller nahm es voll Freude mit Humor. Den letzten Platz des englischen Songwriters und Sängers James Newman mit abgestraften 0 Punkten sollte man als durchaus gerechtfertigt bezeichnen. Sein Song ist zu träge genauso wie dessen Bühnenpräsenz.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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Von wegen freie Liebe – in Russland herrschen weiterhin Männer

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Wladimir Putins Bild vom Macho spricht Bände

Sex and Drugs and Rock ’n‘ Roll, mit etwas anderer Schreibweise auch Ian Durys Songtitel, der einmal mehr den Zeitgeist jener Ära in den späten 1960ern und frühen 1970ern aufzeigt. Keine Macht den Drogen hat durchaus ihren wertvollen Sinn, zumal genügend Opfer weltweit immer noch zu beklagen sind, die jenen Exzessen ausgeliefert zu leiden haben. Aber nichts gegen Sex und Rock ’n‘ Roll, beides Inbegriffe eines freien Lebens, genau dies zu zelebrieren.

In Russland nahezu undenkbar und doch stattfindend, wie die Dokumentation Liebe und Sex in Russland aufzeigt mit all ihren Schattenseiten, vor allem was die Rechte der Frauen anbelangt, die schutzlos der brutalen Willkür ihrer Ehegatten ausgesetzt sind. Im größten Land der Welt, in Wladimir Putins Russland gilt immer noch, daß ein Mann, der seine Frau schlägt, sie in Wirklichkeit liebt, jenes russisch fragwürdige Sprichwort wird schlichtweg gar von der Polizei selbst akzeptiert.

„Ausländische Agenten“ gefährden russischen Frieden

Sobald sich Organisationen oder auch Privatmenschen einschalten bei Verdacht auf häusliche Gewalt, die in Russland oftmals an der Tagesordnung ist, verdrehen die russische Politik, die Justiz und die Polizei die Tatsachen, gelten jene kritischen Stimmen als „ausländische Agenten“. So simpel agiert Russland, Wladimir Putins Haltung schlägt voll durch, russische Ehemänner dürfen ihre Gewalt erschreckend unbehelligt ausleben, wie auch im Bericht über die Schattenseite des propagierten Familienidylls ausgeführt wird.

Die Duma kippte kurzerhand den refomierten Paragraphen 116 im Strafgesetzbuch, der die Ahndung häuslicher Gewalt von 2016 an vorsah, einfach ein Jahr später, weil dies dem Willen ihres Präsidenten geschuldet war. Für Wladimir Putin gibt es nur liebevolle Ehemänner, mitnichten Homosexuelle, und wenn letztere doch, werden sie kurzerhand aus der Gesellschaft ausgeschlossen oder einfach verprügelt. Basta.

Was im Westen zunehmend selbstverständlich, gilt keinesfalls im Osten

Das Ausleben einer LGBT oder gar LGBTQIA* wäre im Osten, also besonders in Polen, Weißrussland und Russland selbst, undenkbar. Wer es dennoch probiert, riskiert Strafverfolgung und extreme Gewalt, die große Teile in der Bevölkerung billigend jenen Gruppierungen gegenüber anwenden, wobei Ordnungskräfte wegschauen oder mitmischen.

Aber zurück zu den Frauen, zu Müttern und ihren Kindern, die schutzlos den Gewaltexzessen ihrer Ehemänner und Väter ausgeliefert sind. Wie nicht anders zu erwarten, bedarf es einer wesentlich längeren Entwicklung, um im größten Land der Erde jene Zustände zu ändern. Warum? Weil es dort eben keine wirkliche Demokratie gibt mit jenem despotischen Präsidenten, der seine Allmacht auslebt. Und dann zelebrieren hiesige Nazis, also AfD-Politiker und Teile der Linken jenen Herrn Putin als den Heilsbringer des russischen Volkes. Immer schön Mißstände ignorieren in der Welt der Machos, wo der Herr es schon richten wird! Eine rückständige Einbahnstraße, von wegen freie Liebe und Menschlichkeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Lug und Trug soweit das Auge reicht

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Immer schön die Wahrheit ausblenden,
lieber per Schlagzeilen verschwenden,
daß die Corona-Inzidenz sinkt,
dennoch eine hohe Todeszahl hinterherhinkt.

Hauptsache Spaß im baldigen Sommer,
was interessiert schon ein kritischer Donner.
Urlaubspläne und Krankenhausprofite zählen,
weil im Herbst wir wiederwählen.

Dann darf die neue Regierung es richten,
der Bevölkerung manch Mär dichten,
von geschönten Zahlen, Glücksgefühlen,
bloß keine Skandale aufwühlen.

Schließlich braucht die Made im Speck
ihren Reichtum zum Selbstzweck,
während der Bürger nur funktionieren muß,
jedwede Kritik sei daher gezielter Stuß.

So tickt die Welt seit eh und je,
weil seitdem nichts Konstruktives mehr gescheh.
Wer meint, man könne diesen Kurs beenden,
der wird manch Leben noch verschwenden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein Ende in Sicht bei der Corona-Krise

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Da läuft noch vieles völlig verkehrt

Schön, wenn in sozialen Medien wie in Facebook selbst Menschen, die gar in der Prioritätsstufe Vier sich befinden, glücklich kundtun, daß sie bereits einen Impftermin hätten, während gar genügend Betroffene der Prioritätsstufe Zwei nach wie vor geduldig auf einen Impftermin ausharren. Mit blankem Neid hat dies nichts zu tun, aber mit einer unverkennbaren Ungerechtigkeit. Da läuft wohl etwas komplett verkehrt!

Während immer mehr Impfkonflikte festzustellen sind, warum die ersten Ärzte vom Aufgeben sprechen, tönen genügend Politiker in Talkshows oder in manch Plenum, wie toll doch ihre Corona-Politik sei. Weit gefehlt. Unmut breitet sich aus, wobei gar jene Corona-Leugner sich obendrein hämisch daran ergötzen. Das sind keine guten Aussichten.

Zwei Supermächte spielen sich auf

Möchten ziemlich offensichtlich die Corona-Pandemie herunterspielen. Daß die VR-China ihr wahres Gesicht in der Corona-Krise offenbart, war nicht nur absehbar, es bestätigt deren Kurs von Weltherrschaftsphantasien. Die andere betrifft Russland. Obwohl täglich Hunderte an Covid-19 sterben, geht das öffentliche Leben in Russland zur Normalität über, als hätte es Corona nie gegeben, berichtet Maxim Kireev in der Zeit.

Die Zahl der Impfwilligen sinkt rapide, die Menschen scheinen die Angst vor Corona verloren zu haben. Daran sei Wladimir Putin keinesfalls unbeteiligt, im Gegenteil, dieser nimmt die Pandemie in der Öffentlichkeit nicht allzu ernst, das färbt natürlich ab, obwohl die durch Corona Sterbenden real andauern. Nur Zahlen haben offensichtlich in Russland lediglich einen abstrakten Wert, kümmert die Wenigsten, wer das geringe Maskentragen in der Moskauer Metro beobachtet. Die Mächtigen im Kreml erhoffen, das Problem würde sich von allein lösen. Welch trügerische Einschätzung!

Vierte Welle absehbar?

Laut Karl Lauterbach und Hendrik Streeck allemal, sie warnen vor zuviel Sorglosigkeit im Umgang mit Corona. Dabei mahnen sie eindringlich an, wir sollten die Zeit im Sommer nutzen, um Prozesse und Strukturen zu optimieren. Mit Blick zum letzten Sommer 2020 sind Zweifel durchaus angebracht, damals wurde seitens der Politik manches versäumt, obwohl viele in der Bevölkerung sich diszipliniert verhalten hatten.

Genug Gründe pessimistisch in die Zukunft zu schauen? Teilweise schon, obwohl die Hoffnung zuletzt stirbt. Mit Blick gen Indien, Brasilien und anderen Orten, wo das Virus sich gerade heftig austobt, für genügend Tote sorgt, sollten wir zumindest hierzulande alles tun, um den Ernst der Lage zu verdeutlichen. Da muß noch viel mehr geimpft werden, mit lockerem Plausch in Talkshows wird es nicht getan sein, was sich erst recht ein Kanzlerkandidat Armin Laschet hinter die Ohren schreiben sollte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Tränen stehen nicht für Menschlichkeit

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Bild von Михаил Прокопенко auf Pixabay

Du nennst dich menschlich,
du heulst, wenn etwas traurig ist,
diese Gefühle sind nicht nur
Mensch gegeben.

Auch Tiere trauern, weinen gar,
wenn ihre Liebsten dem Tode nah
oder bereits verschieden, das Tier
ist demnach also menschlich.

Du regst dich tierisch auf,
dieser Vergleich verwehrt dir
deine Stellung als Erhabener
über alle anderen Spezies.

Auch zeigt er deine Rückständigkeit
der Kenntnisse über Humanität,
menschlich bist du erst,
wenn Helfen an erster Stelle steht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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