Der steile Hang

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Bild von Henryk Niestrój auf Pixabay

In ihren Beinen zuckte der Schmerz,
Blitze durchfuhren sie, ebenso ihr Herz,
blutende Stichverletzungen an den Händen,
an den Füßen von den schroffen Steilwänden,
naß waren ihre Jacke, Hose, Schuhe, ihr Gesicht,
vom Weinen, vom Regen, sie weiß es nicht,
dunkel der Weg, den sie eiligst beschritten,
längst hörte er nicht mehr auf ihre Bitten,
fest drückte er ihre Hand, zog sie an ihrem Arm
hinter sich her, ohne Rücksicht, ohne Erbarm‘,
sie vertraute seinem Griff, seinem Gang,
meist hielt sie ihre Lider geschlossen, ohne bang,
trotz der Feuchtigkeit roch sie seine Kleidung,
dieser erdige nasse Geruch war auch Beruhigung
für ihre Furcht, ihre Verletzungen, ihre Wut,
die Hütte dort, kannst du sie sehen, alles ist gut,
ab da ist der Weg eben, kann ich dich tragen,
sie nickte in die Dunkelheit, stellte keine Fragen,
auf seinen Schultern saß sie den Rest der Strecke,
schlief dort wohl ein wie unter einer Decke,
keine Erinnerung, gelöscht ist dieser Wegabschnitt,
den Hang hinunter erlebt sie mit Liebe, Schritt um Tritt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Zeig uns, wohin die Menschheit driftet

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Bild von Stefan Keller auf Pixabay

Keine Zeit mehr für lichte Momente im hektischen Dasein

Reihenweise türmen sich Informationen, wollen entladen werden im hektischen Raum einer selbstgefälligen Menschheit, die im Begriff ist, mal wieder Mutter Erde gefährlich nah zu schaden. Doch Hochmut kommt nicht nur vor dem Fall, sondern scheint ganz offensichtlich ein hehres Ziel in den Köpfen einiger Selbstgerechter, die ohne mit der Wimper zu zucken, die Restbestände eines harmonischen Zusammenlebens im Einklang mit der Natur verspielen, gar zerstören.

Trotz all dieses Wissens handeln etliche sorglos, gestalten den Alltag gemäß einer kleinen, elitären Schicht, die keinerlei Skrupel hegt, vielmehr ihr eigenes Wohlergehen anstrebt, in Reichtum versinkt, während weite Teile der Menschheit in Armut ein Dasein fristen. Jenes altbekannte Muster hat schon unzählige Generationen belastet, diese Erde blickte vielen Kriegen entgegen, ohne daß Mensch selbst sich befreite, stets neuen Herrschern sich beugte.

Obwohl die Systeme auf unterschiedliche Weise sich präsentieren, bedeuten die Kernaussagen eine gleichbleibende Ausbeutung der großen Masse, die sich gefälligst unterordnend zu fügen hat. Was nutzen die Errungenschaften einiger Philosophen, die mahnend dem Volk versuchen, die Augen zu öffnen? Ganz wenig bis gar nichts. Stets obsiegt die Angst derer, die eben nicht erkennen, wie simpel sie eigentlich bloß handeln sollten.

Würden sie geschlossen zusammenhalten auf dieselbe Weise wie diese Herrenmenschen, hätten jene nicht die geringste Chance, ihren brutalen Weg fortzusetzen. Das Böse sich nonchalant ausbreitet, durchsetzt, das Herzliche im Menschen den Kürzeren zieht? Antrainierter Gehorsam seit Jahrtausenden sich verinnerlichte, die paar Widerstände viel zu gering ins Bewußtsein einer unterwürfig, stets ahnungslos fragenden Menschheit zu rücken vermochte?

Der Verstand verdeutlicht die nicht wegzudenkende Richtung, wenn Homo sapiens sich nicht weiterhin unterdrücken lassen möchte. Es bedarf aber gleichzeitig die Weitergabe des beherzten Mutes, entschieden zu trotzen. Genau jener Spagat vermittelt die eigentliche Herausforderung, weil eben Zerstörung vielfach einfacher vonstattengeht als das liebevolle Bewahren und Wachsenlassen, um für alle gute Verhältnisse zu schaffen. Nicht zufällig erzeugt Gewalt stets Gegengewalt. Wesentlich gesünder und der Schöpfung entsprechend müßte sich die Liebe und Gegenliebe durchsetzen, will Mensch nicht seinem endgültigen Untergang entgegenblicken.

Und solange jener Kampf auf Erden tobt, muß Menschheit immer wieder seine eigenen Wurzeln neu definieren, deren Ursprung im Paradies sich befanden, die Verlockung der Macht des Bösen an dessen Pforten pochte, ihm Einhalt zu gebieten, er bis heute nicht zu stoppen vermochte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Momente der Besinnung

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Gedanken spielen verrückt
im Traum,
eine Vogelschar total entzückt
im Baum,
während du dich im Bette wälzt,
am nächsten Morgen ihn erzählst.

Illusionen täuschend echt
uns verunsichern,
Kindern machst du gar nichts Recht,
sie völlig befreit kichern,
während Erwachsene sie belehren,
Jugend verweilt in eigenen Sphären.

Ideen wollen geboren werden
am laufenden Band,
das war schon immer so auf Erden,
Mensch pflegt seinen Verstand,
während der Kosmos erstaunt zuschaut,
was diese Spezies sich so traut.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Klimakrise größte Bedrohung der Menschheit

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Politisches Verharren spricht Bände

Was nutzen sämtliche Proteste, Warnungen von Experten, wenn keine Konsequenzen folgen, selbst wenn mittels etlicher Lippenbekenntnisse und in Absichtserklärungen verantwortliche Politiker Besserung versprechen? Taten bleiben real aus, obwohl mit verabschiedetem Übereinkommen von Paris, auch Accord de Paris oder Paris Agreement genannt, vor gut fünf Jahren ein Zeichen gesetzt wurde.

Der Deutsche Wetterdienst warnt, daß die Klimakrise sich dramatisch zuspitzen dürfte. Das sollte eigentlich uns alle nicht verwundern, sondern ist schon die ganze Zeit absehbar. Die beabsichtigten zwei Grad als maximale Steigung bis zum Ende dieses Jahrhunderts kann laut Meteorologen nicht eingehalten werden, längst sei von einem Anstieg von drei bis vier Grad auszugehen. Welch fatales Szenarium!

Greta Thunbergs FFF nur die Spitze des Eisbergs

Als die schwedische Schülerin im Sommer 2018 ihren Protest initiierte, ging noch ein Raunen durch die Weltöffentlichkeit, neben mitleidigem Kopfschütteln folgten gar aggressive Bedrohungen ihr gegenüber, weil immer noch genügend Unkenntnis den Ernst der Lage eben nicht begriffen hat.

Dabei folgte die Schwedin einem pragmatisch-logischen Sinn, nämlich die unverkennbare Beobachtung menschlicher Dummheit und Leichtisinnigkeit mit vorhandenen Ressourcen umzugehen, die Natur zu mißachten und die Umwelt unnötig zu belasten. Alles Kenntnisse, die bereits vor Jahrzehnten Erwähnung fanden, denken wir an den Club of Rome oder Bürgerbewegungen, die schließlich zur Gründung grüner Parteipolitik führten.

Klimaleugner liegen dermaßen daneben

Obendrein machen sie sich mitschuldig am Verhalten all jener, die nach wie vor rücksichtslos wissenschaftlich fundiertes Wissen ignorieren. Es wird einfach weiter in den Tag hineingelebt, als sei nichts geschehen. Das ist einfach indiskutabel und hochgradig kriminell!

Letzten Sommer war es im sibirischen Werchojansk viel zu heiß, am Morgen des 20. Juni wurden gegen 9:00 Uhr gar 38,0° C gemesssen. Ein absoluter Horror, wer sich die Folgen vergegenwärtigt. Es ist keineswegs absehbar, was mit dem Schmelzen der sibirischen Permafrostböden alles an Kettenreaktionen geschehen mögen. Das dürfte fatale Folgen fürs Klima, aber auch unsere Gesundheit selbst haben, denken wir an entweichende Viren, die zuvor eingefroren uns noch von Pandemien bewahrten.

Obwohl im Jahre 2020, dem Corona-Jahr, etliche Länder stillstanden, weil die industrielle Nutzung heruntergefahren wurde, hat dies nicht den erhofften Effekt erzielt, die globale Temperatur zu senken. Ein ziemlich eindeutiges Kriterium, den Handlungsbedarf wesentlich entscheidender zu forcieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Klima/Wetter

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Wunder Punkt

 

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Jeder besitzt ihn,
den wunden Punkt,
sie treten meistens
in der Mehrzahl auf,
eingefrorene Kerne,
verdorrende Keime,
Steine des Anstoßes
für wunde Punkte,
jederzeit bereit
tiefer zu gefrieren,
obwohl nicht möglich,
jederzeit bereit
mehr zu verdorren,
obwohl von Leben
keine Spur mehr,
und doch, und doch,
was,
Nähe erzeugt Wärme,
Mitgefühl Tränen,
und was,
zu was soll das gut sein,
wunde Punkte
wieder zu spüren,
das Eis schmilzt,
die Tränen fließen,
das ist der
springende Punkt
der wunden Punkte.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Autokratie weltweit auf dem Vormarsch

Demokratien sollten alarmiert sein

Dabei brauchen wir gar nicht so weit wegzuschauen, im Osten Europas befindet sich die mit Abstand größte globale Autokratie, selbst wenn diese behauptet, eine parlamentarische Demokratie zu sein. Die Russische Föderation, an deren Spitze Wladimir Putin schalten und walten kann, ohne daß ihn jemand im Riesenreich aufzuhalten vermag.

„Die Deutschen ahnen nicht, wie gefährlich Putin ist“, betont im T-Online-Interview die Historikerin Anne Applebaum. Das hat weder etwas mit Putin-Bashing zu tun noch mit alten Feindbildern während des Kalten Krieges, sondern entspricht einer durchaus realistischen Einschätzung der Expertin, die man unbedingt bestätigen muß. Putin hat von Beginn an es darauf angelegt, der EU zu schaden wo immer möglich, daher auch sein Schulterschluß mit Rechtsradikalen.

Ohne gemeinsamen Konsens lauern sämtliche Despoten völlig unerschrocken

Dabei bedienen diese sich simplen Mitteln, die wir alle doch als längst verarbeitet betrachtet haben. Das Gegenteil trifft viel eher zu. Selbst hierzulande sitzen Nazis wieder im Deutschen Bundestag, Nachbar Ungarn läßt sich von jenem Viktor Orbán anführen, der türkische Pascha hält die despotischen Zügel in der Hand, auch gen Spanien blickend, muß man mit Sorge feststellen, daß dort die Franquisten die Oberhand gewinnen.

Mit Putin wurde in Russland die Demokratie zu Grabe getragen, er regiert dort bis zu seinem natürlichen Ableben. Etliche versuchen, mit ihm gut auszukommen, was generell in der Natur der Sache liegt, schließlich stellt Russland in Euopa ohne weiteres eine gewisse Bedrohung dar, sollte es zu kriegerischen Handlungen kommen. Die Nato hätte vor Ort wohl erhebliche Probleme, ohne daraus jetzt den unheilvollen Ost-West-Konflikt erneut anheizen zu wollen. Putins Politik sollte ziemlich akribisch analysiert werden, dies dient unserem Selbsterhalt.

Natürlich immer den Geldflüssen folgen

Wie die Historikerin völlig zu Recht im Interview empfiehlt. Die EU hätte sehr gut daran getan, Herrn Orbán entsprechend hart auf die Finger zu klopfen, sprich ihm Gelder zu entziehen. Die Toleranz des Westens nutzt er für seine Zwecke gnadenlos aus. Das gilt gleichwohl für die Türkei. Viel zu lang wurde Erdoğan hofiert, ließ man ihn einfach gewähren.

Die Trockenlegung von Geld- und Finanzierungsquellen sind stets geboten, will man Despoten zurechtstutzen. Dafür bedarf es aber auch einer ehrlicheren Politik in Demokratien selbst, wo Korruption sich fleißig weiterentwickelt hat, ohne nennenswerte Erfolge, diese nachhaltig zu stoppen oder wenigstens abzumildern.

Insofern dürfen wir ein Stückweit hoffen mit dem Wechsel des Präsidenten in den USA, aber hier in Europa heißt es dennoch, wachsam bleiben, China und Russland nicht zuviel gewähren zu lassen, Abhängigkeiten abbauen, wo immer möglich.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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In meinen Träumen nachsah

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Als ich in meinen Träumen nachsah,
wie ich so lebe,
was ich so mache,
eine Spielkiste ist sicher aufgeräumter,
habe ich schon erwähnt,
wie bunt ich mir vorkam,
was für ein wunderlicher Blick
mir entgegenschaute,
als ich mich aus meinen Träumen heraussah,
so lebendig, ach, macht auch nichts.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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