Trumps Administration verleugnet die Realität

USA vom Regen in die Traufe

Es geschieht im Hier und Jetzt, was lange bösartig währt, wird keinesfalls gut, sondern ganz im Gegenteil. Die Rede von Vizepräsident James David Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz läßt tief blicken, wenn deren Inhalt auch absehbar war. Trotzdem ätzt er gegen Europa, im Spiegelartikel ist die Rede vom Kulturkrieg statt einer dringend notwendigen Sicherheitspolitik. In der Schule oder in Unis würde dies bedeuten, Thema verfehlt, sechs setzen, Herr Vance!

Dabei unterstellt dieser schlichtweg den EU-Demokratien sowjetische Methoden, um gleichzeitig zu betonen, „there is a new sheriff in town“, die größte Gefahr ginge nicht von Russland oder China aus, vielmehr von den europäischen Regierungen. Was für ein Fauxpas, eine Ohrfeige mitten ins Gesicht der bisherigen transatlantischen Beziehungen! Deutschland und Europa wären sehr gut beraten, dieser Trump-Regierung mit Nachdruck Paroli zu bieten.

Eine bodenlose Frechheit

Was fällt dieser Administration ein, dermaßen unverhohlen Europa zu beleidigen und obendrein unsere gezielt geforderten Brandmauern gegen rechts zu kritisieren? Schlimm genug, was sich dieser Friedrich Merz mit seinem unsäglichen Weg am 05. Februar geleistet hat, mit den Stimmen der rechrsradikalen AfD seinen Antrag durchzusetzen! Obendrein rechtfertigt Vance das Aus zum Klimaschutz per Verunglimpfung von Greta Thunberg, um im selben Atemzug Elon Musk gutzuheißen. Den anschließenden Höflichkeitsapplaus muß man dennoch nicht nachvollziehen, diplomatische Gepflogenheiten hin oder her. Ein konsequentes Schweigen wäre eine treffsichere Reaktion gewesen!

Wer schon im Vorfeld dieser Sicherheitskonferenz anmahnt, daß hierzulande nicht mit der AfD eine Zusammenarbeit zustandekommen wird, der offenbart eindeutig die eigene geistige Haltung: ein Zurück zum Faschismus. Das ausgerechnet von diesen USA, die doch einen wesentlichen Anteil hatten, die Nazis am Ende des Zweiten Weltkriegs zu besiegen.

Europa muß jetzt im Alleingang Prioritäten beschließen

Und zwar möglichst gezielt und mit Nachdruck, bevor das Kind in den Brunnen fällt. Denn Wladimir Putin wird mitnichten gelassen sich zurücklehnen, sondern vielmehr nach einem Diktatfrieden mit der Ukraine, – und es schaut mit dieser US-Regierung sehr danach aus -, gen Baltikum, Moldau und Polen schielen, um dortige Herrschaftsgelüste auszuleben. Was einmal fruchtete, läßt sich locker wiederholen, zumal China, die USA dies nonchalant zulassen.

Insofern kann man Europa nur noch anraten, sich zu sputen, wollen wir nicht zwischen Russland, China und den USA kleinlaut danebenstehen, um jene Supermächte einfach mal machen zu lassen. Der Rest der Welt wäre sehr gut beraten, viel genauer hinzuschauen, was jene Mächte sich erlauben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Was für ein unsäglicher Weg

Dieser Merz ganz schon schräg

Gute zwei Wochen vor der vorgezogenen Bundestagswahl eine einzige Qual. Das hatten wir schon etliche Mal, der Geschmack im Mund ganz schal. Bedenken wir, was letzte Woche im Bundestag geschah, der kritische Wähler schier Unmögliches dort sah. Jener Kanzlerkandidat Merz brach plötzlich sein Wort, schmiß die eigenen Vorsätze hinfort. Wer mit den Nazis sich für Stimmenfang einläßt, der genauso wie jene Schergen hetzt!

Dabei hätte das alles nicht sein müssen. Drauf geschissen, könnte man zwar intervenieren, doch dieser BlackRockMan denkt wohl, er müsse sich dabei nicht genieren. Ähnliches Verhalten wie schon früher der Herr Kohl. Wer voller Arroganz blickt hernieder auf sein Wahlvolk, der vollführt einen schrägen Affentanz auf eigener Wolk‘! Und sowas will Kanzler sein, ohje, oh nein. Die Wähler haben’s jetzt letztendlich in der Hand, zu verhindern jene Schand!

Dabei spielen die Medien zusammen mit einem gewissen Kapital keine untergeordnete Rolle, vielmehr erinnert uns das an manch Dolle. Per Blick gen USA mit diesem Trump, der ganz plump aus der größten Demokratie hinarbeitet zur neuen Autokratie, erleben wir im Herzen Europas ganz ähnliche Muster. Bleib bei deinen Leisten, oh Schuster! Schließlich hatten wir doch jahrzehntelang eine friedliche Zeit, ist es etwa schon wieder mal soweit?

Erleben wir bald ein häßliches Déjà-vu? Nanü? Mal Hand aufs Herz, mit jenem Merz, diesem schlechten Scherz, kann nichts Gutes fruchten, der führt uns in unsäglich gefährliche Schluchten. Eine Union am Gängelband dieser AfD, alles andere als schee. Diese Nazis stehen längst in den Startlöchern, ihr bösärtiges Köchern alles andere als Zufall. Diesen Ball hat Putins Russland geschickt gespielt, doch die deutsche Politik nur noch erschrocken vor sich hinschielt. Statt daraus endlich gescheite Konsequenzen zu ziehen, tut sie vor eigener Courage fliehen.

Es wäre schon sehr lang angesagt, völlig ungefragt diesen Putin in die Schranken zu weisen. Denn der tut auf die westliche Welt bereits viel zu lang scheißen. In despotischer Manier kämpft er ungeniert auf allen Ebenen gegen uns und Europa, spätestens jetzt ist dies völlig klar. Wer mit Sabotageakten sowie Wahlen manipuliert, der bekriegt den Westen ganz gezielt, kapiert?!

Zurück zur 21. Bundestagswahl, schauen wir mal, was für Optionen sich uns bieten. Zunächst mal die größten Nieten: die Liberalen. Die scheinen erneut zu verlieren die Wahlen, wie zuvor schon in etlichen Landtagen haben dann nichts mehr zu sagen. Das wäre nur gerecht, weil jener Verrat an der Ampel sich jetzt rächt. Es schaut nach einer großen Koalition aus: erneut die SPD mit der Union, ei der daus. Ob das fruchten kann nach besagter letzter Woche? Oh, mannomann, wo doch manch Emotion überkochte? Sollten die Sozen und Grünen aber sich nicht mit diesem Merz versöhnen, dann heißt’s laut aufstöhnen. Als grausige Option blieb ein Bündnis mit jenen Nazis, was für ein Hohn!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

Veröffentlicht unter Satire | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kein Davonstehlen

Image by u_e5kyjrfx38 from Pixabay

In Superbunkern überleben,
so das einfältige Streben
von Superreichen.
Egal all die Leichen
beim Weltuntergang,
wenn uns wird angst und bang,
Hauptsache Eliten
bequemlichst gebieten.

Während das gemeine Volk leidet,
man sich akribisch vorbereitet.
Es interessiert sie keine Moral,
egal wie heftig all die Qual,
weil ihr Recht auf ihrer Seite,
auch keinerlei Ethik sie leite.
Das war stets des Welten Lauf
bei jenem verbrecherischen Hauf‘.

Drum stoppt deren Egotrip,
sie hatten euch noch niemals lieb.
Gebt ihnen keine Gelegenheit,
das wäre in der Tat gescheit,
sich derart einzurichten,
sie wollen uns gezielt vernichten.
Am Ende zählt der Humanismus,
verpassen wir’s, ist Schluß.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Fritze bald Kanzler mit den Blauen?

Nicht die Geschichte wiederholt sich, aber Nazis erneut in Deutschland wüten

Am 29. Januar 1933 legte Franz von Papen Paul von Hindenburg die Liste des Kabinetts Hitler, auch Hitler-Regierung genannt, vor. Am darauffolgenden Tag wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. 92 Jahre später reißt Fritze, der bald neunte designierte Bundeskanzler Friedrich Merz, die Brandmauer gegen die neuen Nazis ein, mithilfe der Zustimmung jener AfD-Abgeordneten zu dessen Votum zur Migrationspolitik. Eine Zäsur sondergleichen, die durch nichts zu entschuldigen ist. Entsprechend lautstark erschallen Proteste sowohl im Bundestag als auch im Anschluß im Land. Altkanzlerin Merkel stellt sich gegen Merz – und erhält Zuspruch von SPD und Grünen.

Selbstverständlich reagieren sämtliche Menschen, die noch halbwegs bei Verstand angesichts jenes ungeheuerlichen Vorgangs. „Bergdoktor“-Star und andere Promis schreiben Brief an Merz,  Zahlreiche Promis sehen das als Fall der Brandmauer gegen rechts und demonstrieren. Gut so, der Widerstand hatte bereits am Mittwochabend in Berlin und donnerstags in NRW sich per Demos lautstark Luft gemacht gegen CDU und AfD.

Ein beispielloser Weg jener Nazipartei

Das alles war schon ziemlich lang vorhersehbar! Es begann vor zehn Jahren, als Angela Merkel mit ihrer Haltung „Wir schaffen das“ zu den Flüchtlingsströmen stand, allerdings bereits viel Unmut besonders in rechtsradikalen Strömumgen sich formierte, denken wir an die Pegida-Demos. Zwei Jahre zuvor war jene AfD noch bei der Bundestagswahl gescheitert, 2017 saß sie mit 12,6 Prozent der Stimmen als drittstärkste Partei im 19. Deutschen Bundestag.

2021 mußte sie sich mit 10,4% als viertgrößte Partei hinter die Liberalen einreihen. Die derzeiten Wahlprognosen verheißen jener rechtsradikalen Partei nunmehr als zweitgrößte politische Kraft im Lande zwischen 19 und 23 Prozent. Unfaßbar wie selbstvergessen der deutsche Wähler die eigene dunkle Geschichte ignoriert, um so etwas erneut zuzulassen!

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht

Das gilt erst recht für Politiker. Friedrich Merz hat Wortbruch gegen sich selbst begangen, weil die Brandmauer schon längst vor dem 29. Januar nicht standhielt. Denken wir an den Osten Deutschlands. Auf Kreisebene gab es bereits in Sachsen gemeinsame Abstimmungen der CDU und AfD auch zu Migrationsthemen. In Bautzen votierte die CDU für einen AfD-Antrag, mit dem freiwillige Integrationsleistungen des Landkreises für Asylbewerber gekürzt werden sollen, die ausreisepflichtig seien.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Weiter heißt es: …und wenn er auch die Wahrheit spricht. Auf diese Wahrheit können und müssen wir gern verzichten, zumal sie mit der Wirklichkeit fast nichts zu tun hat. Friedrich Merz möchte mit seinen Migrationsbestimmungen europäisches Recht sowie das Asylrecht aushebeln, von den Belastungen an der 3.500 km langen deutschen Grenze zu seinen europäischen Nachbaren mal ganz zu schweigen.

Sollten die SPD sowie die Grünen nicht mit ihm koalieren, bliebe nur noch ein Bündnis mit den Blauen übrig, damit der 10. Bundeskanzler Friedrich Merz mal ran darf. The worst case!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Demokratien ade – wenn Faschisten übernehmen

Widerstand wird zur Pflicht

Überall Gewalt, soweit nicht nur Augen und Ohren reichen, explizit unser Verstand sollte längst Alarm schlagen, zumal in der größten Demokratie auf Erden ein Psychopath fragwürdig zum zweiten Mal gewählt als 47. Präsident im Weißen Haus erneut regieren darf, sie in einen totalitären, autokratischen Staat umbauen wird, zumal ein Elon Musk per Hitlergruß ungeschoren davonkommt.

Dazwischen der Atlantische Ozean, ein Witz in unserer globalen Weltpolitik, kein Hinderungsgrund für schmutziges Handeln und vor allem Verschandeln, drill baby drill, erschallt in den USA, Mutter Erde mag es hinnehmen, doch die Retourkutsche schadet uns allen, weitreichend, als ob der bereits fortgeschrittende Klimawandel noch nicht genug Schaden anrichtet. Reicht nicht für jene Klientel der Superreichen, die schamlos immer mehr Ausbeutung anstreben. Nützliche Idioten an ihrer Seite, die sie selbst aus-, er- und -gewählt haben. Ein Potpourri der Despoten gut verteilt von West nach Ost: Trump, Meloni, Orbán, Erdoğan, Putin, Xi Jinping, Kim Jong-un, um nur mal die wichtigsten aufzuzählen.

Die drittgrößte Wirtschaftsmacht folgt auf dem Fuße, weil Merz‘ Brandmauer fällt, schließlich tönte doch neulich sein General, äh -sekretär Carsten Linnemann: „Das Nazi-Bashing gegen die (AfD) und Brandmauergerede müssen aufhören.“ Genau, am Besten sie einfach gewähren lassen, zusammen mit ihren Stimmen die Ziele unseres neuen Bundeskanzlers Merz umsetzen… kurz davor eine Koalition mit Nazis zu vereinbaren? Und das ausgerechnet nach unserer deutschen Historie?

Haben die jetzigen Generationen etwa gepennt? Schon vergessen unsere hart umkämpfte Freiheit? Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, freie Wahlen, eine freie Presse, keine Zensur, ein Verfassungsschutz, ein Grundgesetz. Und das wollen wir aufs Spiel setzen, einigen Wenigen überlassen, die ohnehin die Völker spalten, auf das neue Kriege im nationalistischen Gehabe auflodern dürfen? Vergessen wir nicht die jahrhundertealten Kriege und Fehden allein nur in Europa, dem gegenüber steht eine Friedenszeit von 1945 bis heute, Jugoslawien und die Ukraine mal ausgeklammert.

Demos gegen rechts erneut hierzulande aufzeigen, daß Widerstand zur Pflicht wird, wer denn genau jene rechte Brut nicht mehr dulden will! Und daß die Brandmauer schon länger bröckelt, sollte allgemein bekannt sein. Allein schon die drei letzten Wahlen in Ostdeutschland zeigen zusammen mit jenen über 20 Prozent Zustimmung im Bund für jene Nazi-Partei, was die Stunde geschlagen hat. Lassen wir das nicht zu, solange wir noch wählen dürfen, uns frei äußern dürfen!

„Wenn der weiße Mann zum Tyrannen wird, zerstört er seine eigene Freiheit.“ (George Orwell)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

Veröffentlicht unter Meinung | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Familienidyll in Not: Wenn Faktor Wohlstand den Alltag bestimmt

Image by Denise Husted from Pixabay

Konsum und Statusdenken verhindern Familien-sinn

Schnell mal die Wäsche aufsetzen, während draußen die Kinder fröhlich spielend im Garten alles Lebendige entdecken, welches sie tags zuvor noch gar nie gesehen hatten. So äußerte sich zumindest neulich Florian ganz aufgeregt zwischen seinen Weinanfällen, da er wieder mal über sein eigenes Spielzeug gestolpert war. Wie oft hatten wir ihm schon empfohlen, es einfach wegzuräumen. Doch wer nicht hören will, muß fühlen.

Nein, solche Sätze gefielen dem Jüngsten überhaupt nicht, auch wenn er sie langsam begriff. Apropos begreifen: Wie können Eltern nur so herzlos sein, um ihre Kinder einfach ganztags fremdbetreuen zu lassen? Haben sich all die Hoffnungen auf den Kinderwunsch darin bestätigt, schließlich ab einem gewissen Alter ihr Aufwachsen nur noch an freien Tagen, im Urlaub mitzuerleben, während abends ein kurzes Drücken, das schnelle morgendliche Frühstück den überwiegend jährlichen Alltag bestimmen? Und woran mag es wohl liegen, daß so viele Eltern sich dieser Notwendigkeit beugen?

In der Jobfalle – wo seid ihr Eltern, wenn ich weine?

Hat doch prima funktionert in ollen DDR-Zeiten, wo die Alten ganztags ihren Jobs nachgingen, während die Sprößlinge staatlich ordentlich versorgt fremdbetreut wurden. Im Kollektiv lebt es sich leichter, weil alle sich danach richten, keine Widergedanken aufkommen, und die Welt auf diese Weise gut funktioniert. Tat sie das wirklich?

Kinder, die ihre tiefsten Sehnsüchte und Sorgen fremden Betreuern anvertrauen sollen, obwohl viele dies dann bestimmt unterlassen aus Scham, Angst und Unsicherheit? Wo seid ihr Eltern, wenn ich weine, fragten sich die heute längst dem System entwachsenen, weil seit über 35 Jahren Deutschland vereint. Doch inzwischen herrschen wieder neue Überlegungen einer Wirtschaftswelt, in der Kindheitsträume geopfert werden, Hauptsache die Alten funktionieren im Sinne des Wachstums.

Die Familie, Hort der sicheren Geborgenheit, wenn denn ein Elternteil die Chance erhält, für die Kinder auch wirklich da zu sein, wenn Sorgen sie befällt. Das kann keine Fremdbetreuung abdecken, und sei sie noch so pädagogisch wertvoll geschult. Emotionale Verbundenheit läßt sich weder programmieren noch ersetzen, zerrüttete Existenzen mit ihrer eigenen Hilflosigkeit einmal ausgeklammert. Daher auch die Pflege-Mafia und bestimmte Jugendamtsmitarbeiter in trauter Zusammenarbeit mit deutscher Gerichtsbarkeit mehr denn je in Frage zu stellen sind.

Unterordnung vs. Systemrebellion – die Unfreiheiten durch schlecht bezahlte Arbeit

Wer sich unterordnet, wenn beide Elternteile zwei Jobs nachgehen, womöglich gar einem Nebenjob, dem diktiert diese Abhängigkeit die Notwendigkeit, seine Kinder fremdbetreuen zu lassen. Chancen sich diesem System zu entziehen, dagegen zu rebellieren? In Bürgergeldzeiten, im Niedriglohnland Deutschland ein schwieriges Unterfangen, wenn man nicht gleichzeitig gänzlich aussteigt. Die Unfreiheiten durch schlechte und somit zu gering bezahlter Arbeit erfordern den Verzicht der betroffenen Familien, so daß ein ideales Zusammenleben verhindert wird.

Das scheint der Wirtschaft völlig egal zu sein, für sie hat die funktionierende Arbeitskraft oberste Priorität, ob dabei Familien leiden oder nicht, obwohl es längst Modelle harmonischer Vereinbarkeit gibt zwischen Jobsharing und behutsamer Firmenpolitik einzelner Betriebe.

Aber Ausnahmen bestätigen wohl die Regel des weiter fortschreitenden, gesellschaftlichen Zerfalls. Denn was nutzen gut beherrschbare Arbeitskräfte, die an der wichtigsten Nahtstelle menschlichen Daseins ein lebenslanges Defizt aufbauen: dem Urvertrauen emotionaler Bindungen. Wenn das gestört, dann brauchen wir uns nicht weiter verwundern, daß Vereinsamung fortschreitet, die sich nicht ausschließlich beim Singledasein festmacht, sondern generelle Bindungsängste hervorbringt, menschliche Nähe, Vertrauen und Geborgenheit kaum aufholbar nicht mehr sich entwickeln, Einsamkeit, Depressionen, aber auch Aggressionen folgen.

Reinhard Mey formulierte mal: Je kaputter die Welt draußen, desto heiler muß sie zu Hause sein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Feudalismus aus modrigen Gräbern kriecht

Image by Silviu on the street from Pixabay

Landschaften verschmiert,
während der Wind
mir brausend
meinen Kopf umhüllt.

Gutfresser eilen
in jeden Winkel,
getarnt als Weise,
Hirne voll zu scheißen.

Braunes Gift
erstickt Menschlichkeit,
Zukunft in den Kloaken
der Vergangenheit.

Hemmungslosigkeit
zu Unterwerfung
des Geistes der Vielfalt
aus modrigen Gräbern kriecht.

Vor mir Schutt und Asche,
das Vermächtnis
der Dichter und Denker,
ihr Sinnen verbrennt.

Verkommene Charaktere
bejubeln ihre einzige Einigkeit
unter dem Slogan, Verderbtheit
erfüllt die allumfassende Macht.

Ich rase in einer Zwischenzeit
auf diesem Misthaufen,
nicht bereit vor dem Gestank
des Feudalismus zu ducken.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar