Dasein

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Der Tag war dunkler
als die schwärzeste Nacht,
kein Ruf erreichte die Sonne
in den Tiefen des Brunnens,
war sie oder gar ich es,
die Schutz suchte
im fallenden Loslassen,
die Halt fand am Luftzug
des Ohrensausens,
flüchtig vergänglicher Ton
mit der leisen Leichtigkeit
einer ewigen Stärke,
die allumarmende Hülle
von samtenen Daunen,
das schwebende Gefühl
aller Ungeborenen
in den warmen Wogen
einer zarten Mütterlichkeit,
kein Streben nach Licht
dich dort begleitet,
nur Dasein, da zu sein,
erleuchtet dein Wesen,
deine Sinne, dein Geist,
in den dunklen Tagen,
schwärzer als jede Nacht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kein Pardon für jenen Umgangston

Man muß ihn nicht mögen,
den Jens Spahn,
doch an so manchen Freßtrögen
wollen mal wieder andere dran!

Genau jene rechte Brut,
die stets Faschismus will,
Hauptsache sie streut Zwist und Wut,
horcht nach des Führers Drill.

Mit sozialem Frieden hat’s nichts zu tun,
jede Waffe wird von ihnen eingesetzt,
und jene Blender werden mitnichten ruh’n,
es wird im Stakkato gehetzt.

Der Menschheit wäre mit Sicherheit gedient,
wenn dieser Nazihaufen endlich abtritt,
weil sich deren Diktat so gar nicht ziemt,
Gerechtigkeit ist tatsächlich der Hit.

Doch solange der Staat auf dem rechten Auge blind,
um jeden linken Gedanken zu kriminalisieren,
das weiß inzwischen fast jedes Kind,
kann die rechte Brut davon ewiglich profitieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Immer noch

Mensch ohne Gnade
Zitronenlimonade
die größte Menge
Sklaven im Gedränge
abhängig und unfrei
anbiedern vertrieb Unheil

abgeleckt der große Zeh
Schokoladenmousse
gefangen in der Zeitgeschichte
Käfig gleich Therapiegewichte
sozial ist gemeingefährlich
Egoismus naturerklärlich

arrogantes Machtkartell
Pralinenschachtel
mit Speck fängt man Mäuse
im Pelz versteckt die Läuse
Urahnen sitzt Angst im Nacken
alte Wege laufen nur Spacken

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wie eine 5-Prozent-Partei Frau Merkel kritisiert

FDP versagt in der Corona-Krise

Seit dem dramatischen Verrat der FDP den Sozialdemokraten gegenüber, man entsinne sich ans versteinerte Gesicht eines Helmut Schmidts, als dieser ausgerechnet Helmut Kohl zu dessen erlangter Kanzlerschaft aus Anstand gratulieren mußte, haben die Liberalen sich weiterhin mit den beiden anderen großen Parteien zusammengerauft.

Anstatt ihre einzige Auszeit, die Abwahl zwischen 2013 und 2017 vom Deutschen Bundestag, ernsthaft zu überdenken und geläutert zurückzukehren, setzt sie ihren denkwürdigen Kurs nonchalant fort. Kubicki bezeichnet Merkels Appell als „Verzweiflungstat“ wie die Welt zum Besten gibt. Dabei übersieht er wohl, ob absichtlich oder versehentlich bleibt mal dahingestellt, daß er mit seiner unsinnigen Rüge den Covidioten Recht gibt!

Debatten sind keinesfalls zielführend in dieser Krise

Obendrein hat dies mitnichten etwas mit Gängelung oder gar diktatorischen Maßnahmen zu tun, wie jene Querdenker-Proteste gern behaupten. Insofern muß man der FDP-Riege aber auch dem SPD-Rechtsexperten Florian Post widersprechen. Sicherlich mag man die Einbindung des Parlaments missen, anprangern, doch reell verzettelt sich eine verantwortliche Politik dabei ganz schnell. Die Regierung trägt die Hauptverantwortung.

Corona-Schwurbler muß man sowieso als Verbrecher sondergleichen bezeichnen, schließlich tragen sie erheblich dazu bei, daß etliche Menschen das gefährliche Virus verharmlosen, leichtsinnig werden, viele dadurch angesteckt werden und erkranken.

Konstruktive Kritik durchaus berechtigt

Doch die fällt oftmals aus bei den Liberalen, denken wir an Zustimmung von Waffenexporten, ans Hofieren einer aggressiven Nato, dem Wegschauen beim Flüchtlingselend, den Verrat in Thüringen, ausgerechnet einer rechtsradikalen Partei den Teppich auszurollen.

Dabei ist jener liberale Populismus längst bekannt, Wolfgang Kubicki lehrt uns ohnehin schon eine geraume Zeit das Fürchten, dessen Talk-Geplapper hat sich vom Mai bis heute nicht im Geringsten geändert, sondern seine Partei nutzt natürlich jede Gelegenheit, sich wichtig zu tun, wie jüngst die Kanzlerin unnötig zu kritisieren. Daß ausgerechnet Verkehrsminister Andreas Scheuer sie in Schutz nimmt, muß man ihm dennoch zugutehalten, auch wenn er in anderen Bereichen alles andere als glänzt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Als ich meine Heimat verlor und die Welt fand

© Doris Mock-Kamm

Sie gierten nach meiner Farbe
nach meiner Hautfarbe
ließen sich in der Sonne brutzeln
Reihe auf Reihe eingeschmiert mit Öl
das roch man schon von weitem
die glänzenden Körper
die sich auf der Decke wälzten
ständig im Wettbewerb
ständig neidisch auf braun
braun, brauner, am braunsten
aber niemals dein Braun
das Braun ohne Sonne
das Braun, das blieb
das Braun, das nicht verblaßte
das Braun deiner Herkunft
das Braun, das mich ausmachte
das Braun, das man haßte
nicht abwaschbar
verräterisch
Verrat an der Gemeinschaft der Geifernden
nach Exotik, nach Auffallen in der Masse

Sie stierten auf meine Farbe
auf meine Hautfarbe
bedeckten sich mit dunklen Stoffen
möglichst weit und schwarz
das sah man schon von weitem
die unförmigen Körper
die sich versteckten
ständig im Wettbewerb
ständig mißtrauisch bei braun
braun, brauner, am braunsten
aber niemals dein Braun
das Braun ohne Sonne
das Braun, das blieb
das Braun, das nicht verblaßte
das Braun deiner Herkunft
das Braun, das mich ausmachte
das Braun über das man wachte
nicht abwaschbar
verräterisch
Verrat an der Gemeinschaft der Stierenden
nach Erotik, nach Versinken in der Masse

Entwurzelt im heimischen Garten
getränkt mit Liebe der Ahnen
verstreut auf diesem Erdenball
dieses Vermächtnis ist meine Welt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Das Joch der Bürokratie erschwert immer noch den Alltag

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Bild von Jana Schneider auf Pixabay

Völlig unnötige Belastung

Der französische Wirtschaftswissenschaftler Vincent de Gournay hat entscheidend dazu beigetragen, den Begriff der Bürokratie ins Leben zu rufen. Dieses Kunstwort setzt sich aus dem Französischen bureau, welches Arbeitszimmer oder Schreibtisch bedeutet und dem frz. Suffix –cratie, was wiederum aus dem Griechischen krateia, gleich Herrschaft, Macht oder Gewalt bedeutet. Das Wort Büro selbst entstammt dem spätlateinischen burra, was zottiges Gewand, grober Wollstoff bedeutet.

Noch in Zeiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts war im Meyers Konversationslexikon unter der Definition „Bureaukratie“ nachzulesen, daß diese „Schreibstubenherrschaft“ eine Bezeichnung für eine kurzfristige und engherzige Beamtenwirtschaft sei, welche das Verständnis für die praktischen Bedürfnisse des Volkes gebricht. Der Boden der Bureaukratie sei der Absolutismus.

Unter dem Soziologen Max Weber erhält die Bürokratie eine „rationale“ Form der „legalen Herrschaft“. Dabei analysierte er sie aber auch für Unternehmen. Für Weber stellt der Idealtypus der Bürokratie eine Behörde mit beruflichem Verwaltungsstab dar.

Fehlende Transparenz erschwert den Bürgern das Leben mit der Bürokratie

Einerseits dürfen natürlich in einem Rechtsstaat Verwaltungen nie gegen Gesetze verstoßen, andererseits entstanden im Laufe eines „wuchernden Systems“ viele Vorschriften, Gesetze und Verordnungen sowie Anweisungen, die dazu führen, daß in bürokratisch organisierten Systemen der Aufwand an Kosten aber auch die Zeit für die Verwaltung höher werden, als dies der eigentliche Aufwand für den Organisationszweck rechtfertigt.

So beklagen sich immer mehr Bürger über behördliche Entscheidungen, können deren rechtliche Grundlagen allerdings nicht nachvollziehen. Hierbei treffen sich sowohl individuelle Bearbeitungsfehler seitens der Betroffenen, aber auch sind Defizite in den Formularen selbst zu rügen. Das sogenannte „Beamtendeutsch“ stellt immer noch eine Hürde für viele Menschen dar, man könnte fast mutmaßen, es stecke eine gewisse Absicht dahinter, Antragsteller z.B. zur Aufgabe zu bewegen.

Ein Extremfall deutscher Bürokratie zeigte sich im Fall Gerson Liebl

In diesem tragischen Fall haben sowohl bürokratisches Zuständigkeitsgerangel als auch uralte Kolonialgesetze eine entscheidende Rolle gespielt. Gerson Liebl, dessen Großvater Herr Liebl eine Togolesin vor über hundert Jahren geheiratet hatte, benötigte einen kaiserlichen Stempel, der diese Hochzeit verifiziert. Sie können sich selbst erdenken, daß Gerson Liebl nicht die geringste Chance hatte, weil der Stempel eben nicht mehr existierte. Somit wurde er kurzerhand 2009 abgeschoben. Der tragische Kampf um sein berechtigtes Aufenthaltsrecht begann vor 28 Jahren. Er selbst hat auf dieser Seite noch Jahre vor seiner Abschiebung folgendes kundgetan.

Aufgrund einer sehr beherzten Initiative konnte die Abschiebung von seiner Frau Ginette und dem gemeinsamen Sohn Gergi im letzten Moment verhindert werden. Sie dürfen noch in Deutschland bleiben, von einem dauerhaften Bleiberecht durch die Härtefallregel abgesichert darf nunmehr ausgegangen werden. Der Berliner Grünen-Politiker Daniel Wesener wies selbstverständlich darauf hin, daß gerade in diesem Fall es augenscheinlich sei, man grundsätzlich eine neue Regelung der Kolonialgesetze anstreben müsse. Es würde keinerlei Rechtssicherheit für Menschen bestehen, die ähnlich betroffen sind wie die Familie Liebl.

Zur Thematik einer aufgeblähten, bürokratischen Stadtverwaltung hatte der berühmte Satiriker Ephraim Kishon seine tolle Geschichte mit dem „Blaumilchkanal“ uns hinterlassen, bei der einmal mehr aufgezeigt wird, wohin die Bürokratie führen kann, wenn die Auswüchse Überhand nehmen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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ʺI Am Gretaʺ offenbart das Versagen der Politik

Wenig Ahnung verheißt nichts Gutes

Letztendlich läuft uns allesamt die Zeit davon, Mensch kann es sich mitnichten leisten, ewiglich die Klimakrise zu vertagen, um den Raubbau an Mutter Natur fortzusetzen, als sei nichts geschehen. Ignoranz oder halbherziges Vorgehen bedeutet schließlich das Aus für die Menschheit, vielleicht im besten Fall eine ziemlich geringe Überlebenschance mit sehr vielen Opfern.

Florian Reiters Filmkritik im Focus verfährt keinesfalls mit Samthandschuhen, nimmt die verantwortliche Politik entsprechend aufs Korn. Nur zu Beginn vergreift er sich im Ton, wenn er von „einem kleinen Mädchen“ schreibt. Die Körpergröße zusammen mit Gretas Alter zu Beginn ihres Protestes entspricht keineswegs den Maßstäben eines „kleinen Mädchens“, sondern wenigstens einer Jugendlichen mit viel Mut.

Fridays for Future absolut zeitgemäß

Dabei vermittelt sein Artikel durchaus Greta Thunbergs berechtigte Wut über die Untätigkeit, das Versagen der Politik, die sich im Film widerzuspiegeln scheint. Eine nüchterne Bilanz innerhalb jenes dokumentarischen Films, der obendrein die geduldige Rolle ihres Vaters offenbart. Kein leichtes Unterfangen, was dennoch einen tiefen, innigen Familienzusammenhalt bedeutet.

Von einer Klimaneutralität kann ohnehin kaum bis gar keine Rede sein, wie bereits in jüngster Vergangenheit eine Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidentin der EU an den Tag legte. Ein Armutszeugnis und eine  Kapitulation verantwortlicher Politik. Die scheint ganz offensichtlich sich an den Vorgaben eines Wirtschaftsdiktats zu klammern, anstatt beherzt durchzugreifen. Das hat die junge Schwedin mehrfach zu Recht auf die Palme gebracht.

Der potentielle Bundeskanzlerkandidat Merz verfehlt seine Hausaufgaben

Er mag sich winden wie er will, besonders gern öffentlich in Talkshows. Nach dem CDU-Parteitag im Dezember erfolgt die Bestätigung, wenn die Mitglieder der PR-Show folgen, um Friedrich Merz als Bundeskanzlerkandidat zu nominieren. Das ist längst ein offenes Geheimnis, was soll jene Farce?!

Ein Verbot des Verbrennungsmotors sei falsch, zitiert Stefan Hajek den Aspiranten für den CDU-Vorsitz in der Wirtschaftswoche, man könne ihn in ein paar Jahren schließlich CO2-frei mit synthetischen Kraftstoffen betreiben. Bullshit, Herr Merz, wie im Artikel begründet erläutert wird! Diese synthetischen Kraftstoffe sind eben keine „Weißen Ritter in der Not“, sondern bedeuten enorme Stromkosten, die in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

Was sagt das eben über genau diese Politik, die auch von Greta Thunberg in die Pflicht genommen wird? Sie muß das ganz schnell ändern, sich anpassen an die gegebenen Um- und Zustände. Verpaßt sie das, hat sie abzutreten, sollte sie nicht mehr gewählt werden. Basta.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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