Christdemokraten tun sich schwer mit der Frauenquote

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Eigener Quotenbeschluß wird in Frage gestellt

Wen wundert’s wirklich, schließlich braucht man nur einen Blick in die Gepflogenheit der Katholischen Kirche werfen, dann wird ziemlich schnell klar, wo das Übel sich befindet. Frauen haben in Schlüsselpositionen gefälligst zurückzustecken, das entspricht dem weiterhin gängigen Patriarchat. Der Macker hat das Sagen, das Weib zu schweigen, eine völlig verfehlte Einstellung, die weltweit Frauen in etlichen Kulturen benachteiligt.

CDU-Bundestagsabgeordnete kritisieren Quotenbeschluss, wie der Spiegel berichtet. Kurz nach der Einführung einer verbindlichen Frauenquote macht sich vehemente Kritik breit. Der Hamburger CDU-Abgeordnete Christoph de Vries bemängelte, daß dadurch aktive, fleißige Amtsträger aus Quotengründen künftig verprellt werden. Derartige Köpfe unterliegen dem Herrschaftsprinzip des Mannes, der gefälligst das Sagen hat.

Der Eiertanz um die Frauenquote setzt sich fort

Dessen Paradebeispiel beschäftigt mal wieder den Deutschen Bundestag. Dabei verdeutlichen doch schon länger die anderen Parteien wie die Grünen, die Linken und selbst die Sozialdemokraten, daß es auch anders gehen kann. Endlich haben AKK und Gleichgesinnte innerhalb der CDU den Mut, die überfällige Frauenquote anzustoßen, prompt erfolgt jener klägliche Widerstand.

Die Feilscherei um jene Frauenquote ist tatsächlich ein deutliches Armutszeugnis, beweist die Schwäche des Mannes, der nicht wahrhaben will, daß weibliche Konkurrenz ihm das Wasser reichen kann. Eine vollkommen verfehlte Reaktion, die einmal mehr aufzeigt, wie kläglich das angeblich stärkere Geschlecht agiert. Mit Sachverstand und vor allem Respekt hat das mitnichten etwas zu tun.

Junge Union im Ländle legt sich ins Zeug

Das paßt auch hierbei zum Bild jener CDU, die gerade in Baden-Württemberg schon genug Unheil angerichtet hat, wer sich den langen politischen Wandel im Ländle vergegenwärtigt. Machogehabe soweit das Auge reicht. Rücksicht tendiert gen Null, ob in sozialen Fragen, in Umweltproblemen oder in wirtschaftlichen Entscheidungen. Stets obsiegt das Herrschaftsprinzip des Wohlhabenden, dem eine Unterschicht sich gefälligst unterzuordnen hat.

Das entspricht genau jener Mentalität, daß der Mann Herr im Haus die Hosen anhat. Basta. Der  Landesvorsitzende Philipp Bürkle betrachtet die Frauenquote als eine Diskussion aus dem vergangenen Jahrtausend. In anderen Worten, er möchte gegen sie ankämpfen, auch wenn die Junge Union im Bund einem Kompromiß zustimmt. Es bleibt abzuwarten, wie der Wahlparteitag Anfang Dezember in Stuttgart entscheiden wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Hauskatzen mal intensiver betrachtet

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Beliebt, verpönt, verwildert und umgarnt

Der Mensch begann wahrscheinlich vor rund 135.000 Jahren den Wolf zum Haushund zu domestizieren, auch wenn diese Zahl nicht als gesichert gelten kann, jedoch die genetische Trennung zwischen Wolf und Hund allemal. Die Hauskatzen selbst, also die Gattung der Felis, begann sich vor ca. 3,4 Millionen Jahren herauszubilden, aber Homo sapiens konnte erst vor rund 10.000 Jahren sie als Haustier halten.

Als Vorfahren aller Katzen gilt bisherig der Proailurus, dessen Art, Proailurus lemanensis, in Frankreich nachgewiesen werden konnte, und zwar in alten Ablagerungen, die man auf 30 Millionen Jahre datiert. Der Proailurus hatte wohl eine Schulterhöhe von 38 cm, was größenmäßig einer Hauskatze viel eher näherkam als die vergleichsweise großen Raubkatzen.

Aber was  hat es mit den Hauskatzen auf sich, die Menschen in sämtlichen Kulturen beschäftigten? Die meist sehr beliebten Haustiere wurden einerseits hoch verehrt und umgarnt, denken wir ans alte Ägypten, andererseits verpönt und mißachtet, verbannt und gejagt. Völlig verwildert hatten sie sich dann durchzuschlagen.

Ein unbeugsamer Wille und doch ein Schmusetier – fragwürdige Rekorde

Wer mit Katzen zusammenlebt, kann es nur bestätigen: Mit ihnen kann man ganz viel spielen, sie knuddeln und streicheln, aber wenn sie absolut nicht wollen, dann helfen weder gutes Zureden noch andere Methoden, außer man bricht das Tier. Das steht hier mal jetzt nicht zur Diskussion, aber gern die wunderschöne Geschichte über den Versuch, einer Katze eine Pille geben zu wollen.

Jeder Hund ordnet sich unterwürfig ein, eine Katze bleibt stets ihr eigener Herr, wobei zwischen den Katzen und Katern noch ein gewisser Unterschied vorherrscht. Haben Sie mal Katzenkämpfe beobachtet und dabei das Vorspiel, bis sie beginnen? Bei den Katern wird viel markiert, vorgewarnt und gemächlich stolziert, ein langes Prozedere, ehe es zur Sache geht. Katzen verhalten sich wesentlich ruppiger, fackeln nicht lang. Das hat bestimmt auch ganz viel mit dem Mutterinstinkt zu tun.

Und was verursacht Mensch nicht alles, um selbst bei Katzen einiges verkehrt zu machen? Wenigstens stoppte das Guinness-Buch der Rekorde die Kategorie der schwersten Katze der Welt, aber erst nachdem der australische Kater namens Himmy mit 21,2 kg den Rekord erhielt. Bedenken wir, ein Kater wiegt durchschnittlich 4 bis 5 kg. Ein Besitzer meinte, er müsse seiner Katze Blackie 17,6 Millionen Euro vererben, fraglich nur, was die reichste Katze auf Erden davon wohl tatsächlich hat? Um noch einen Rekord zu benennen, laut Guinness-Buch der Rekorde ist die Katzendame Creme Puff die älteste Katze der Welt. Sie verstarb im Alter von 38 Jahren und 3 Tagen im August 2005.

Katzenplage letztlich eine Mär weil menschengemacht?

Eigentlich regelt die Natur alles von selbst, Tierplagen gehören einfach dazu. Heuschreckenschwärme richten sicherlich enormen Schaden an bis hin zu ganzen Ernteausfällen, doch gänzlich verhindern kann sie niemand. Und Katzenplagen? Bedenken wir, daß die Hauskatze die Nähe des Menschen sucht, also selbst eine streunende Katze nicht einfach in die Wildnis sich begibt. Deswegen machen Tierschützer immer wieder auf zu befürchtende Katzenplagen aufmerksam, die allerdings auch mit Kostensenkungen zusammenhängen, wenn die Gemeinden die dringend notwendigen Kastrationen nicht mehr bezuschussen. Vermeldete Katzenplagen letztlich eine Mär, weil menschengemacht initiiert?

Maru – der Karton-Kater

Jeder Katzenbesitzer und -liebhaber kennt die jeweiligen Eigenarten seiner liebgewonnenen Hausgenossen. Und jedes Tier ist ein Individuum, hat ganz eigene Ecken und Kanten, Vorlieben und Macken. Unabhängig davon, daß es in der Literatur jede Menge Berichte, Erzählungen und Romane über unsere vierbeinigen Stubentiger gibt, in der You-Tube-Welt sollte jeder Katzenliebhaber, oder wer es auch gern werden möchte, mal einen Blick auf Maru werfen. In dem vorliegenden Filmchen gibt es lediglich eine kurze Zusammenfassung seiner speziellen Eigenarten. Empfehlenswert sind die vielen Beiträge mit den Kartons.

„Die Katze ist das einzige vierbeinige Tier, das den Menschen eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber nichts dafür zu tun.“  (Kurt Tucholsky)

„Hunde kommen, wenn man sie ruft. Katzen nehmen deine Nachricht zur Kenntnis und kommen eventuell später darauf zurück.“  (Mary Bly)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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Covid-19 alles andere als überstanden

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Von Entwarnung kann gar keine Rede sein

Wieviele Menschen sollen denn noch sterben? Dabei müßte durchaus auch das Wort „verrecken“ benutzt werden, um in aller Deutlichkeit die Gefahr zu betonen, die von jenem Corona-Virus ausgeht. Während hierzulande noch verhältnismäßig wenig Menschen an Covid-19 verstarben, schaut es anderswo ziemlich Übel aus. In den USA, wo ein Mister Trump völlig naiv weiterhin diese Seuche verharmlost, sind bereits über 130.000 Menschen daran gestorben, die Infizierungszahl erhöht sich gar täglich.

Neuestes prominentes Opfer, Broadwaystar Nick Cordero stirbt mit nur 41 Jahren, wie T-Online berichtet, er hatte keinerlei Vorerkrankungen, ihm wurde vor seinem heftigen Leidensweg ein Bein amputiert, er verlor zwischendurch sein Bewußtsein, konnte zwar schwerlich wiederbelebt werden, um letztendlich nach insgesamt 98 Tagen Krankenhausaufenthalt dennoch zu sterben.

Die Gefahr des Virus wird immer noch unterschätzt

Um es mal ziemlich brutal auf den Punkt zu bringen, offensichtlich sind hierzulande noch nicht genug Menschen an Covid-19 gestorben. Was nutzen sämtliche bisherige Vorsichtsmaßnahmen, eine nüchtern fast schon vorbildhafte Politik seitens Bundeskanzlerin Merkel, wenn eine Debatte über die Maskenpflicht sich ausbreitet, von „Zumutbarer Zumutung“ oder Hindernis für den Handel ist die Rede.

Ergebnis lang anhaltender Ignoranz vor allem weil jener tröge Widerstand am Ende seine Wirkung nicht verfehlt? Leichtsinn weicht scharfem, kritischem Verstand, der nicht wahrhaben will, was eigentlich ziemlich offensichtlich um uns herum geschieht.  Nach der dritten Maiwoche waren es in Deutschland noch über 8.000 Todesopfer, inzwischen sind es über 9.000. Und das vor einer zu erwartenden zweiten Welle, die uns noch bevorsteht!

Wirtschaftliche Interessen ignorieren mahnende Stimmen

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann handelt und empfiehlt ziemlich leichtsinnig. Eine typische Reaktion für Menschen jenes politischen Umfeldes. Es zählt weniger Mensch selbst, sondern Überlegungen profitabler Erwägungen stehen im Vordergrund. Kaum verwunderlich, allerdings ekelerregend herzlos. Bleibt zu hoffen, daß sich dessen Chef Stephan Weil am Ende durchsetzt.

Das Verhalten der Liberalen entspricht bisheriger Haltung ihres Parteivorsitzenden Christian Lindner. Jedes weitere Wort darüber erübrigt sich, hoffentlich straft die Wählerschaft die FDP erneut ab und verbannt sie zur nächsten Bundestagswahl im Herbst 2021 zum zweiten Mal. Das wäre mehr als angebracht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Hinter Mauern

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Am Daumen lutschend stand sie da,
wie hoch doch diese Mauer war,
am Dorfrand, eingezäunt ein weites Feld,
nur durch ein Tor ihr Blick nach innen fällt.

Am Daumen lutschend stand sie da,
wie hoch doch diese Mauer war,
auf dem Hügel nahe dem Wald,
ein Eisengitter, sommers wie winters kalt.

Daumen drehend stand sie da,
hinter der Mauer Grab an Grab war,
Blumen schmücken das letzte Zuhause,
die warmen Steine laden ein zur Pause.

Daumen drehend stand sie da,
hinter der Mauer Grab an Grab war,
geordnete Büsche verdammt zur Stille,
im Gutshaus herrscht kein freier Wille.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Grimms Märchenwald geht es an den Kragen

„Wald roden für Windkraft“ gefährdet Reinhardswald

Seit einigen Jahren braut sich etwas Dramatisches im Weserbergland zusammen, das Aushängeschild Grimm’scher Märchen, der 200 km² große Reinhardswald, soll für die bevorstehende Energiewende herhalten, die Betreibergesellschaft Windpark Reinhardswald GmbH unterzeichnete im Mai 2019 gemeinsam mit dem Windkraftanlagenhersteller Vestas die zu erwartende Lieferung von 20 Windenergieanlagen des Typs Vestas V150.

1 Million m² Wald sollen weichen, Waldzerstörung aus Profitgier, wie der Verein Rettet den Reinhardswald in seiner Petition anmahnt. Die zuständige Landesregierung ignoriert von Beginn an die dringenden Appelle betroffener Gemeinden vor Ort, es handle sich ganz offensichtlich dabei um „Greenwashing“, angeblicher Klimaschutz wird insofern mißbräuchlich angewandt.

Bewußt gestreute Fehlinformationen verdeutlichen kriminelle Energie

Wie der Verein klipp und klar zum Besten gibt. Was soll jener markante Spruch, die Naturschutzgebiete des Reinhardswaldes blieben unversehrt? Das Gegenteil trifft zu, Vögel, Fledermäuse und Insekten werden in Mitleidenschaft gezogen, Lärm und Zerstückelung natürlicher Lebensräume machen der Natur den Garaus.

Wer diesen alten Waldbestand mittels Zubetonierung und Versiegelung hochgradig gefährdet, muß sich den Vorwurf gefallen lassen, gewisse Zusammenhänge nicht zu kennen, obendrein mahnende Stimmen gezielt zu ignorieren. Regeneration kann nur mit nachhaltiger Aufforstung funktionieren. Jene Windkraftanlagen schaffen letztlich ein anderes Raumklima zu Ungunsten des Wasserhaushaltes, ohnehin schon kranke Baumbestände werden erst recht in Mitleidenschaft gezogen.

Besonders tragisch verhält es sich mit Falschmeldungen seitens jener rechtspopulistischen AfD, die mal wieder gern Umweltthemen für sich neu entdeckt. Das dient keineswegs dem Reinhardswald und auch mitnichten dem engagierten Verein oder den Betroffenen vor Ort.

Wieviel Proteste braucht es denn noch? Chancen auf Einsicht?

Nach gut sieben Jahren spitzt sich die Lage zu, bereits im letzten Jahr berichtete auch die ZDF-drehscheibe mit einem kurzen Beitrag über Windräder im Reinhardswald. Doch die Landespolitik scheint das mitnichten zu interessieren. Hauptsache profitable Geschäfte werden rücksichtslos durchgezogen.

Dabei summieren sich stetig die Gegenargumente, die einmal mehr verdeutlichen, was hier wohl verkehrt läuft. Anstatt einsichtig die berechtigten Argumente aufzugreifen, um andere mögliche Standorte zu überdenken, verharrt die verantwortliche Politik.

Auch der Verein „Rettet den Regenwald“ hat sich mit einer Petition zu Wort gemeldet: Keine Windkraftanlagen im Wald. Es fehlen noch rund sieben Tausend Unterzeichner, um das Etappenziel von 50.000 Unterstützern zu erreichen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Kastration der Individualität

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Die neuen Wilden sind die blinden Alten,
die uralte Ängste als Eigentum verwalten,
aus aufgestauter Wut geborener Haß,
aus Unzufriedenheit beim kleinsten Anlaß
über die Nachkommen des Triebes Freuden,
die anstatt Macht lieber Friede vergeuden,
eigenständiges Denken bevorzugend
als einzig geltende Pflicht und Tugend,
in ihren Handlungen frei sind zu agieren,
das gilt es zu zerstören, damit sie parieren
nach altbewährtem einengendem Ritual,
als ewig Gefangene im Penisfutteral,
deshalb wird beschnitten die Individualität,
nur genormte Persönlichkeit hat Qualität,
an Geist und Seele kastrierte Geschlechter
sind die vorzüglichsten geblendeten Wächter,
gezüchtete eingeschüchterte Spermien,
das sind deren wahre Ergußphantasien,
die sie geschickt verpackt, wie sie sich freuen,
in die Welt mittels tausenden Lügen streuen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Mit Wehrdienst verhindert niemand Rechtsextreme in der Bundeswehr

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Was reitet dabei nur Wehrbeauftragte Eva Högl?

Die Sozialdemokraten tappen mal wieder ins Fettnäpfchen mit dem äußerst fragwürdigen Vorschlag ihrer Wehrbeauftragten Eva Högl, aufkommenden rechtsextremistischen Tendenzen in der Bundeswehr mit der Wiedereinführung des Wehrdienstes zu begegnen.

Es fragt sich nur, wobei darin der Sinn sein soll?! Nach jahrzehntelangen Diskussionen und Beschwerden über jenen Wehrdienst, der dann endlich vor rund neun Jahren ausgesetzt worden war und somit die Bundeswehr mit einer Freiwilligenarmee stattdessen vorliebnimmt,  kann ein derartiger Vorschlag zu Recht nur auf Ablehnung stoßen. Annegret Kramp-Karrenbauer kündigt neuen Freiwilligendienst an, eine nachvollziehbare Reaktion seitens des CDU-Koalitionspartners.

Die Thematik rechten Gedankenguts ist noch längst nicht vom Tisch

Ganz im Gegenteil, sie hält tief verwurzelt an, unabhängig davon, daß eine rechtsextreme Partei wie die AfD inzwischen im Deutschen Bundestag sitzen darf. Deutschland gewährt Rechtsextremismus zu viel Freiraum, wie wir im Dezember letzten Jahres anmahnten, seitdem kamen immer mehr deutliche Verstrickungen sowohl bei der Polizei als auch bei der Bundeswehr ans Tageslicht. Eine tatsächliche Konsequenz daraus bleibt bis heute offen.

Die Liberalen, die Grünen und die Linken lehnen gleichwohl Eva Högls Vorschlag ab, der ohnehin keine Besserung erbringen kann. Die Juristin mag ja ihre Erfahrungen beim Untersuchungsausschuß „Terrorgruppe nationalsozialistischer Untergrund“ gesammelt haben als Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Das Ergebnis des NSU-Urteils ließ ohnehin zu wünschen übrig, Rechtsradikale fühlen sich bekanntlich erst recht bestätigt.

Wohin steuert dieses Land tatsächlich?

Diese Frage muß explizit in aller Deutlichkeit gestellt werden, wenn man sich vergegenwärtigt, wie lang schon rechtsradikale Tendenzen sich an vielen Orten ausbreiten durften. Man gewinnt den Eindruck, daß die Politik nahezu ohnmächtig jenes Phänomen zwar akribisch beobachtet, im Deutschen Bundestag gar den „geistigen Ergüssen“ jener AfD-Abgeordneten entsprechend Paroli bietet, dennoch tummeln sich jene Kräfte frech weg mitten unter uns.

Daher sollte mit aller Entschiedenheit wesentlich härter durchgegriffen werden. Mit solch laschen Lippenbekenntnissen wird man jene Rechtsradikalen nicht vertreiben. Mehr Zivilcourage ist gefragt, eher die Stärkung einer Antifa statt deren Kriminalisierung!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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