Zeit hat Verspätung

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Und wieder Mal
im Wartesaal
der langsamen Stunden,
der unvollendeten Sekunden,
kein Hauch vertreibt die Zeit,
Stillstand weit und breit,
selbst Staub rührt sich nicht,
alles wirkt kompakt und dicht,
störend selbst der kleinste Laut,
lähmende Energie wohin man schaut,
schweres Lachen rollt durch den Raum,
Donnergrollen, stark wie ein Baum,
zermalmt das steinerne Gefilde,
befreit das gefangene Wilde,
kichern, grinsen gackern, lächeln,
Lachsalven lähmende Wartezeit wegfächeln.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Chemnitzer „Hair-Aufführung“ setzt rassistisches Signal

Das Theater bemüht sich um Schadensbegrenzung

Als ob nicht Sachsen im Osten Deutschlands schon genug Probleme mit seinem Ruf einer Nazihochburg hat. Selbst die  etlichen Vorkommnisse eines Mobs in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt sind keineswegs zufälliger Natur, sondern viel eher die Spitze eines Eisberges.

T-Online setzt sich bei dieser berechtigten Thematik mittels Motsi Mabuse auseinander, die empört über das Theater Chemnitz reagiert, „Hair ohne Schwarze. Gerade wo aktuell über Vielfalt in der Gesellschaft und Rassismus breit diskutiert wird?“

Jede Ausrede wirkt deplatziert

Zumal es etliche farbige Darsteller gibt, die ohne weiteres entsprechende Rollen im Musical übernehmen könnten. Insofern eine völlig berechtigte Aufregung aufkommt. Was hat sich die Theaterführung nur dabei gedacht?

Besonders „Hair“ steht doch für die Freiheit aller Menschen untereinander, ein unbedingter Protest gegen den Vietnamkrieg, in aufkommender Hippie-Bewegung darf kein Platz mehr für Rassismus sein, Krieg und Gewalt im beginnenden Zeitalter des Wassermannes sollten endlich der Vergangenheit angehören. Das ist die Botschaft von Hair.

Theaterführung sollte ihre verfehlte Haltung überdenken

Denn die rassistische Signalwirkung nutzt den rechtsradikalen Kräften in Chemnitz, die das gern aufgreifen werden. Während weltweit Rassismus längst nicht überstanden ist, macht die Theaterführung in Chemnitz Nägel mit Köpfen? Daß hierbei Kopfschütteln aufkommt, sollte mehr als verständlich sein.

Die angedachte Podiumsdiskussion, die die Leitung jetzt auf den Weg gebracht hat, mag ja eine gutgemeinte Idee sein, zumal das exemplarisch in der Theaterwelt gern veranstaltet wird, die direkte Auseinandersetzung zwischen Publikum und Ensemble nach solchen Aufführungen. Dennoch muß man die Entscheidung dieser Fehlbesetzung mit Nachdruck anprangern. Es verbleibt der Eindruck eines rassistischen Vorgehens!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kulturelles

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Zukunftsprognosen überlebenswichtig

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Trübe Aussichten mit verhaltenem Optimismus

Jede Generation hatte ihre ganz eigenen Vorstellungen, wie sie ihr Leben zu gestalten gedachte, wobei sie sich natürlich danach orientierte, was die „Alten“ so trieben, um ja nicht ins selbe Fahrwasser zu gelangen.

Ob die Studentenrevolten der Sechziger Jahre, das Umweltbewußtsein der Siebziger Jahre, um anhand dieser Orientierungen den Sog einer heranwachsenden Jugend zu verdeutlichen, die staunend die Welt beginnt zu begreifen, all das wird vom Blick in die Zukunft begleitet, die niemand ernsthaft vorherbestimmen kann, auch wenn trübe Aussichten mit verhaltenem Optimismus vorherrschen. War das nicht immer schon so, daß oftmals eine gewisse Endzeitstimmung alle Generationen begleitete?

Prinzip Hoffnung als Garant zum Überleben

Als die Welt, eingeteilt in Ost und West, bis an die Zähne bewaffnet, atomar hervorragend aufgestellt und mit dem Finger am Roten Knopf den Atem anhielt, ganz besonders in der Zeit zum NATO-Doppelbeschluß, der letztlich scheiterte, aus dem eine weltweite Friedensbewegung hervorging, da mußte ebenso die junge Generation äußerst ängstlich und somit sorgenvoll in eine Zukunft blicken, die einen Atomkrieg bedeuten könnte.

Dennoch bewältigte sie diese Bedrohung irgendwie, wobei deutlich sichtbare Spuren hinterlassen wurden, auch wenn das gern kleingeredet wird. Nicht zufällig fühlten sich politische Extremisten darin bestätigt, die weltpolitischen Zusammenhänge für ihre eigenen Standpunkte sich zurechtzulegen, was wiederum Terrorzellen hervorbrachte bis hin zum bevorstehenden Fallen des Eisernen Vorhangs nach der Überwindung der Fronten mit dem Mauerfall – mitten in Deutschland vollzog sich ein weltpolitischer Wandel, dessen Folgen bis heute uns beschäftigen. Junge Menschen mußten sich sehr schnell umorientieren, wobei sie zwangsläufig in dieses häßliche vorurteilsbehaftete Ost-West-Denken gerieten, was wiederum die eigene Zukunft nicht gerade begünstigte.

Aber Hoffnung bestand immer. Und so bewahrheitet sich aus der historischen Erfahrung dieses Prinzip, welches schon Ernst Bloch betonte mit der von ihm zitierten Parole aus den Bauernkriegen 1525 in Deutschland, in der es lautete: „Geschlagen ziehen wir nach Haus – unsere Enkel fechtens besser aus.“ Dieses philosophische Prinzip der Hoffnung als Strohhalm, an dem auch Zukünftige sich klammern mögen, ein Garant zum Überleben? Selbstverständlich braucht Mensch einen solchen Ausweg, um nicht gänzlich an den zunehmenden, lebensbedrohlichen Problemen zu scheitern.

Optimismus rechtfertigt sich dennoch trotz dramatischer Entwicklung

Jeden Tag haben wir es selbst in der Hand, unser Leben mit sämtlichen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu gestalten. Während der eine das Gesamtwohl der Gesellschaft im Auge hat und der andere seine eigenen Pfründe selbstherrlich rafft, entscheidet sich stets, inwieweit die Waagschale sich in die eine oder andere Richtung senkt: Aufbau oder Zerstörung, Gutes oder Böses, Frieden oder Krieg.

Trotz der nach wie vor anhaltenden, weltweit dramatischen Entwicklung, was den Raubbau der Ressourcen anbelangt, zerstörerisch menschliches Verhalten sich selbst, anderen und Mutter Erde gegenüber, bleibt all jenen, die längst solche Zusammenhänge verinnerlicht haben und entsprechend behutsam agieren, nichts anderes übrig, als Optimismus an den Tag zu legen. Jene Menschen befinden sich immer noch in der Minderheit, was aber nicht gleich bedeutet, daß eine schweigende, zurückhaltend verharrende Mehrheit sich berufen fühlen darf, genau den selbstherrlichen Demagogen zu folgen. Es gilt daher, diesen Menschen die Augen zu öffnen, damit der berechtigte Optimismus sich auch in der Zukunft entfalten kann, bevor gänzlich Zerstörungsgewalt jedwede Hoffnung zunichtemacht.

Wer möchte, darf aus realer Welt gern mal für einige Augenblicke in John Ronald Reuel Tolkiens „The Lord of the Rings“ tauchen, in der ebenso ein Kampf zwischen Gut und Böse stattfindet, der zunächst aussichtslos erscheint. Nehmen wir genau diese Kraft mit hinein in unsere Wirklichkeit, trotzen den brutalen Herausforderungen, die unser Leben bedrohen, lassen nicht zu, daß einige Wenige über zig Millionen Menschen verfügen und herrschen, um sich selbst nonstop zu bereichern, während das Leid ständig weiter anhält. Wir selbst haben unsere Zukunft in der Hand, außer wir lassen uns Fremdbestimmen, geben uns auf!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Kein Sinn mit Putin

Der Putin, der Putin,
der hat ’nen großen Spleen,
wo will er hin, wo will er hin,
es ergibt keinen Sinn.

Sein rundes Kinn, sein rundes Kinn,
das glänzt wie eine Queen,
fragt sich, wer ich bin, wer ich bin,
mehr Geist sei wohl nicht drin.

Der Putin, der Putin,
der ist zwar kein Stalin,
wo will er hin, wo will er hin,
für Russland kein Gewinn.

Argumente ganz dünn, ganz dünn,
welch dramatischer Beginn,
was für ein Irrsinn, was für ein Irrsinn,
statt win win eher Leichtsinn.

Der Putin, der Putin,
der hat ’nen großen Spleen,
wo will er hin, wo will er hin,
etwa schon bald nach Berlin?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Putin regiert bis zu seinem natürlichen Ableben

Russland trägt die Demokratie zu Grabe

Vergessen seien die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg, als noch die Welt in Gut und Böse eingeteilt sich relativ simpel erklären ließ, weil der Eiserne Vorhang dies anschaulich verdeutlichte, vorneweg die USA symbolisch für den freien, demokratischen Westen, die UdSSR als das diktatorisch kommunistisch personifizierte Übel, welches es zu besiegen galt, nahezu 45 Jahre lang.

Per Glasnost und Michail Gorbatschow nahte das Ende der Mauer, der Kalte Krieg war Geschichte. Von wegen. Ein nimmersatter Raubtierkapitalismus kurbelte erneut das böse Spiel des Wettrüstens an, spätestens mit jenem Donald Trump war Schluß mit lustig, der selbst per faden Tricksereien an die Macht gelangte, so fühlt sich auch ein Wladimir Putin aufgefordert, in Eigenregie per Referendum illegal die Verfassung zu ändern, um sich die Alleinherrschaft zu sichern.

Kremlkritiker Alexej Nawalny hat vollkommen recht

Doch das interessiert den russischen Präsidenten keineswegs, dessen haushoher Sieg beschert ihm das Amt bis ins Jahr 2036, falls er das tatsächlich überleben sollte. Hunderte Verstöße auch bei dieser Wahl sind längst zur Normalität geworden im größten Land der Erde, welches per semipräsidentiellem System die Geschicke der föderalen Republik regiert. Wladimir Putin als eigentlicher Machthaber an der Spitze, ein austauschbarer Michail Mischustin als Ministerpräsident und Chef der Regierung.

Eine „gelenkte Demokratie“ muß sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, daß sie im Sinne des demokratischen Westens keine Gültigkeit hat, sondern viel eher despotische Formen annimmt, ganz ähnlich wie in der Türkei oder im kleinen Ungarn.

Die Weltpolitik auf dem Prüfstand

Keine guten Aussichten, weder für mehr Frieden als auch für Einsicht in Umweltbelangen. Die USA hat mit Trump das Pariser Abkommen aufgekündigt, die VR China reagiert zu zaghaft zum Klimawandel, Putin wird sich nicht beirren lassen, setzt weiterhin auf AKWs, selbst wenn er die Auflösung des sibirischen Permafrostes registriert und mit anmahnt.

Mittendrin die EU, ein Europa im Umbruch, von den neuen Herausforderungen der Corona-Seuche mal ganz zu schweigen. Die Menschheit sollte sich viel mehr rückbesinnen, wieso sie Gast auf Mutter Erde sein darf, statt diese noch mehr zu belasten. Solche Staatsmänner wie Putin oder Trump gefährden den Lauf der Zeit erst recht!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Die Segelfänger

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Sie begehren dich,
hören weder tags noch nachts auf
dich anzubeten,
nicht um deinetwillen,
nein, um ihren Hunger zu stillen
nach deinem Leuchten,
ihnen Ausstrahlung fehlt,
es fehlt ihnen so manches,
vieles,
schrecken vor Raub nicht zurück,
sind gierig nach dir –
nicht nach dir,
nach deiner Gunst, –
die Stürme wurden müde,
die Segel wogen schwer,
noch schwankt das Boot,
dunkel der Schatten sich hebt,
in der schimmernden Röte
des Morgens taucht es auf und ab.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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CDU befindet sich längst auf äußerst dünnem Eis

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In Neuwied ticken die Christdemokraten wohl eher rechtsradikal

Dramatisch genug, was in Thüringen geschah, daß neben der FDP auch die CDU mit der AfD taktierte, im letzten Moment noch Bodo Ramelow seinen Ministerpräsidentenposten berechtigt zurück ergattern konnte. Das allgemeine Fazit des Skandals, mit Rechtsradikalen gibt es keinen Konsens.

Das scheint ziemlich offensichtlich den Neuwieder Stadtrat nicht davon abzuhalten, unter der Führung der CDU setzt diese auf Zusammenarbeit mit der AfD, ein Tabubruch in Rheinland-Pfalz! Damit aber noch längst nicht genug, sowohl die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner als auch Spitzenkandidat Christian Baldauf stehen hinter dem Vorgehen der CDU in Neuwied. Wundert scharfe Beobachter nicht unbedingt, Frau Klöckner hat bekanntlich keinerlei Bedenken, wenn es um die Hofierung von Lobbyisten geht, daher auch keine Berührungsängste mit Rechtsradikalen.

Gestrige Heuchler entpuppen sich als aufrechte demokratische Verräter

Was gegen Ende des letzten Winters im Osten geschah, wo die CDU sich in Thüringen als Heuchler entpuppte, nunmehr auch im Westen in Neuwied am Rhein? Es schaut sehr danach aus. Verständlich, daß der Neuwieder SPD die Haare zu Berge stehen. Doch ändert das etwas? Wohl eher nicht.

Während die rheinland-pfälzische CDU angesichts dieser Vorgänge zu zögerlich reagiert, kann man den dabei entstehenden Schaden wohl kaum noch kitten. Ob ihr das auch bewußt sein möge? Frau Klöckner spielt weiterhin mit gezinkten Karten, obwohl ihr das wenig nützen wird, zumal politische Gegner diese Verfehlungen für eigene Zwecke zu nutzen wissen.

Dadurch die Kanzlerwahl gefährdet?

Mit einem Friedrich Merz an vorderster Front, der doch fortwährend behauptet, mit einer AfD sei jedwede Zusammenarbeit auszuschließen? Angesichts der letztmaligen Vorgänge in Neuwied darf das längst bezweifelt werden. Eine CDU, die dermaßen fahrlässig agiert, muß sich dem Vorwurf stellen, nicht nur heuchlerisch zu sein, obendrein verliert sie auch an Glaubwürdigkeit.

Da könnte dann schnell das derzeitige Hoch der Wahlprognosen von rund 40 Prozent in sich zusammensacken, während eine konsequentere SPD gegenüber jener rechtsradikalen AfD wieder über Stimmenzuwachs sich freuen dürfte. „Des einen Schaden ist des anderen Nutzen“, lautet es doch wohlweislich, oder? Im Endeffekt muß die Demokratie mit aller Härte jedwede Zusammenarbeit mit Extremisten ablehnen. Verpaßt sie das, gefährdet sie ihr eigenes System.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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