Des Drachen Mär

https://pixabay.com/de/photos/fantasie-drachen-frau-wolken-3590934/

Bild von Stefan Keller auf Pixabay

Ein Schwall voll Kälte
verbrennt das Gesicht,
zu Asche zerbröselt
der äußere Schein,
erstarrt zur Skulptur
die Winde zerstreuen,
haftender Tränensand
klebt an seinen Klauen.

Gierig nach Zerstörung,
der stets Verzauberte
entblößt die Schönheit
bewundernswerter Reize,
beglückt er sein Dasein,
Eis aus Schlund spuckend,
dem Schicksal entträumt,
Kristallstaub schluckend.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Begeben

https://pixabay.com/de/photos/alten-bahnhof-station-korail-korea-2808234/

Bild von yeon woo lee auf Pixabay

Abgegeben
ein Paket Leben
ein Bündel
ein kleines Mündel
kleine Worte

Angst in Trauer
Gestern hinter Mauer
kein Findelkind
Tränen im Zugwind
keine Worte

Sprache verrinnt
Schwindel beginnt
in Jahren gewachsen
verschiedene Achsen
kleine Geschichten

Aufgegeben
ein junges Leben
Verantwortung gespart
Seele auf Liebe wart‘
keine Geschichten

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wann wird endlich dieser Vegankoch eingesperrt?

Justiz ist weiterhin unerträglich blind auf dem rechten Auge

Es reicht, schon lange! Was muß denn noch alles geschehen, bis auch die verantwortliche Bundespolitik wirklich reagiert? Da treiben sich die Neuen Rechten herum, zusammen mit Verschwörungstheoretikern, einer Querfront, alles im Namen der Meinungsfreiheit, bedrohen Journalisten, während die Ordnungsmacht, nämlich Polizisten zögerlich schweigend danebenstehen. Ein Unding sondergleichen.

Wo jüngst geschehen? Watson berichtet über Vorfälle aus der Hauptstadt, jener Attila Hildmann bedroht Journalisten, verkündet: „Wir werden eure Namen finden.“ Das alles vor dem Berliner Messegebäude, mit freundlicher Unterstützung einer passiven Polizei. Man stelle sich für einen Moment vor, es hätten welche den ollen Marx hochleben lassen, namentlich. Die Polizisten hätten eingeschritten. So „tickt“ Deutschland im Jahre 2020.

Von „wehret den Anfängen“ gar keine Spur

Wundert Ihr Euch noch, tatsächlich? Mit Blick zur 75-jährigen Vergangenheit bis hinein in diese mißratene Gegenwart, kommt man nicht umhin, einzugestehen, daß zu viele Chancen verpaßt wurden, diesen Nazikult mit Stumpf und Stiel endgültig einzustampfen. Die Politik leistete sich das lächerliche Eingeständnis, eine NPD nicht zu verbieten. Das handhabt sie jetzt auch mit der rassistischen Partei AfD so.

Das sind deutliche Aufforderungen rechtsradikaler Kräfte im Lande, sich zu mobilisieren, alles schön brav gedeckelt im Rahmen sogenannter Meinungsfreiheit. Doch wo hört diese auf, wenn nicht bei der schamlosen Bedrohung Journalisten gegenüber? Unabhängig von den Morddrohungen gegen Politiker, Kunstschaffende, die vermehrt eintreten?!

Besonders die Union trägt eine Hauptschuld

Beim Wegschauen und Dulden dieser Neuen Rechten. Aus ihren Reihen haben sich die meisten eingefunden in jene AfD, die frechweg im Deutschen Bundestag sitzt und pöbeln darf. Alles Indizien für eine Rechtfertigung all derer, die am liebsten morgen schon die Demokratie zu Grabe zu tragen und gegen einen Führer eintauschen wollen.

Dabei kommen ihnen Figuren wie Donald Trump, Wladimir Putin gerade recht, diese favorisieren doch viel eher rechtes Gedankengut, befeuern die Medien nach Gutsherrenart. Währenddessen schauen alle anderen aufrechten Demokraten solchen Entwicklungen mit ziemlich mulmigen Gefühlen entgegen. Warum? Weil die Geschichte sich zu wiederholen scheint. Parallelen zur Nazivergangenheit finden offensichtlich statt. Alles schaut zu, zu wenig wird denen Paroli geboten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung  

Veröffentlicht unter Meinung | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Corona, zieh von dannen

https://pixabay.com/de/illustrations/coronavirus-virus-erreger-infektion-5182842/

Bild von Claudio da Silva Irenio Claudinho Irennio auf Pixabay

Jede Medaille hat ihre Kehrseite,
Corona gerät bereits in Vergessenheit,
hierzulande eine zweite Welle ist soweit,
doch erneut Freiheit sucht das Weite.

Hinweg mit Maskenpflicht,
Feiern steht wieder auf dem Programm,
mit Knuddeln, tanzen, allen Drum und Dran,
kaum jemand von der Seuchengefahr spricht.

Hauptsache Spaß nach dem Frust,
was interessieren Merkels mahnende Worte,
stoßt auf die Partylaunepforte,
auf Gebote, Ermahnungen hat keiner mehr Lust.

Anstatt die Gefahr real zu erkennen,
trotzt man anarchisch herum,
befeuert Rechte, die Querfront eben drum,
tut sich in seiner Unlogik komplett verrennen.

Eine halbe Million Tote sind kein Pappenstiel,
Egoismus fördert diese Spaßgesellschaft,
so daß noch mehr Opfer es dahinrafft.
Heute noch relativ wenige, morgen dann ganz viel?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

 

 

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Schwarz-grüne Regierungskoalition in Sicht?

Der Ausverkauf von Umweltschutz vorprogrammiert

Skepsis und ein gewisser Pessimismus können durchaus angebracht sein, wenn politische Konstellationen antreten, um nach Merkel Deutschland zu regieren. Die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung der derzeitigen Großen Koalition darf man letztlich als gescheitert betrachten, zu groß sind inzwischen die Differenzen zwischen der Union und der SPD.

Mitten in der Klimakrise formulieren die Grünen schon mal Führungsanspruch, immerhin tendieren sie erneut gen 20 Prozent als zweitstärkste Partei im Lande laut Wahlprognosen, während die Union fast das Doppelte erreichen würde, schließlich zusammen satte 60 Prozent der Wählerstimmen im günstigsten Fall. Doch welche Abstriche müßten die Grünen dann hinnehmen?

Ein Friedrich Merz diktiert den Kurs

Selbst wenn der CDU-Kandidat ein Bündnis mit den Grünen anregt, so doch zu seinen Vorgaben und Vorstellungen, die allgemein bekannt sein sollten. Was auf der Hand liegt, Kompromisse zugunsten einer Unionsdoktrin, versteht sich. Wenig Umweltschutz, viel Augenmerk auf profitable Geschäfte. Nicht Mutter Erde soll behutsam geschützt werden, sondern die eigenen Pfründe stehen weiterhin im Vordergrund.

Daß die Grünen keinerlei Probleme damit haben, eigene Standpunkte zu verraten, durften leichtgläubige Wähler unter der rot-grünen Koalition von 1998 bis 2005 leidlich erfahren. Eine Wiederholung jener Praxis zur nächsten Legislaturperiode wäre somit gegeben, da helfen auch keine vollmundigen Programmentwürfe.

Keine Groschen fallen, eher eigene Ideale werden verraten

Genau das entspricht bundespolitischer Praxis, aus Machtgründen versinken eigene Standpunkte in die Bedeutungslosigkeit. Wer heute noch soziale Gerechtigkeit einfordert, schmeißt sie bestimmt über Bord, sobald „Kapitän Merz“ ihnen den Marsch bläst.

Ein eher trauriges Fazit, es sei denn, die Grünen wachen rechtzeitig auf und versagen diesem Bündnis die Bereitschaft zu Kompromißbrüchen. Das wäre doch mal ein korrektes Signal. Im Gegensatz zu den Grünen sind die Linken wesentlich hartnäckiger dabei mit eigenen Standpunkten. Mit ein Grund, daß kein Regierungsbündnis mit ihnen zustande kommen kann. Asozialer Raubtierturbokapitalismus verträgt sich eben nicht mit ihnen, die Grünen werden höchstwahrlich eigene Ziele vernachlässigen, um mitregieren zu dürfen. Kein gutes Omen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | 4 Kommentare

Schleifende Lieder

https://pixabay.com/de/photos/mikrofon-festival-live-sound-1287711/

Bild von Markus Spiske auf Pixabay

Schlürfen
diese Melodie
verträumt
fast berauscht
entflieht sie
mit diesem
Geräusch
dem Jetzt
und zugleich
jedenfalls
zuweilen
die beste
Methode
anderen
die Langeweile
zu vertreiben

Schlürfen
egal beim Essen
beim Gehen
ein Genuß
sie konnte
nie gänzlich
widerstehen
trotz mancher
folgender Strafen
mit diesen
schleifenden Liedern
sich fort zu schleichen
wohl wissend
damit andere
zur Verzweiflung
zu treiben

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mensch im Rausch der Superlative

https://pixabay.com/de/photos/sport-wettkampf-sprint-l%C3%A4ufer-4119570/

Bild von piundco auf Pixabay

Kein Platz für Bescheidenheit?

Stets sich strecken nach einer neuen Herausforderung, sich dabei messend mit anderen Konkurrenten, wer denn wohl der Bessere, der Schnellere, der Stärkere oder Schlauere sei, den es zu bezwingen gilt.

Solange eine gewisse Rivalität vorherrscht, neigen wir Menschen dazu, im Rausch der Superlative uns zu bewegen. Doch bleibt dabei noch Platz für Bescheidenheit, wobei all diejenigen, die sich solchen „Wettbewerben“ eben nicht aussetzen, viel eher nur Zuschauer und Unbeteiligte sind?

Von Rekorden und Überreichtum

Schnelles Laufen, besser als Rennen bezeichnet, hat schon einen gewissen Reiz, oder? Kennen wir doch alle, die bei den Bundesjugendspielen uns haben begeistern müssen während der Schulzeit. Die wohl klassischste Distanz ist der Hundertmeterlauf. Den derzeitigen Weltrekord beansprucht der Jamaikaner Ursain Bolt, der am 16. August 2009 bei den 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin seinen eigenen Rekord noch verbessern konnte und die 100 Meter in nur 9,58 Sekunden lief.

Bleiben wir beim Laufen. Beim Berliner-Marathon vom 16.09.2018 erzielte der damals noch 33-jährige Kenianer Patrick Eliud Kipchoge den neuen Weltrekord und lief die 42,195 Kilometer in nur 2 Stunden, 1 Minute und 39 Sekunden. Den Weltrekord im Weitsprung, den der US-Amerikaner Mike Powell am 30. August 1991 bei den 3. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio mit 8,95 m aufstellte, wurde bislang nicht getoppt. Ähnliches gilt für den Hochsprung. Der Kubaner Javier Sotomayor erreichte den Weltrekord am 23.07.1993 in Salamanca mit einer Höhe von 2,45 m.

Belassen wir es bei diesen vier Beispielen menschlicher Höchstleistungen. Nahezu unendlich viele Superlative ließen sich aufzählen, die Menschen beflügelten, sich hervorzutun, wobei auch der Überreichtum eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Ausgerechnet im größten, verarmten Schwellenland, nämlich in Indien, im Finanzzentrum von Mumbai steht das wohl teuerste, 173 Meter hohe Haus der Welt, welches der indische Milliardär Muskesh Ambani, der Vorstandsvorsitzende der Petrochemiefirma Reliance Industries zusammen mit seinen zwei Kindern und der Großmutter bewohnt. Die 37.000 Quadratmeter Wohnfläche bietet mehr Platz als das Schloß Versailles. Der geschätzte Wert soll ca. eine Milliarde US-Dollar betragen. Einerseits wurde längst die grausame Zahl von über einer Milliarde Menschen überschritten, die zu hungern haben, wobei jedes Jahr ungefähr 9 Millionen auch tatsächlich an den Folgen von Hunger sterben.

Was treibt uns an, Superlative anzustreben?

Darf man von einem „Spiel“ reden, wenn der Mensch sich ständig in nahezu allen Bereichen messen muß am anderen? Und wer unterliegt, hat verloren? Selbst im trivialen Bereich glauben immer noch so einige Männer, daß die Größe ihres „besten Stückes“ einen ganzen Kerl aus ihnen macht, wobei längst bekannt sein müßte, daß die allermeisten Frauen sich davon eben nicht beeindrucken lassen.

Das ließe sich, wenn man schon diesen Bereich zitiert hat, auch auf die PS-Zahl, inzwischen lautet sie ja kW (für Kilowatt), manch motorisierter Vehikel übertragen. Je mehr, desto eindrucksvoller fühlt sich Mann, wobei Frauen im Rahmen der Emanzipation durchaus sich ebenso einreihen. Macht all dieses Gehabe aus uns einen „besseren Menschen“? Mitnichten.

Viel eher zählt doch das harmonische Zusammenleben mit seinen Nächsten, seinen Freunden, Bekannten und seinen Arbeitskollegen. Wobei in allen Gruppierungen stets „Gewinner und Verlierer“ anzutreffen sind. Es stellt sich nur die Frage, ob ein bestimmter Gruppenzwang auch genau diese Superlative einfordert. Ein besonders gelungenes Beispiel einer völlig verfehlten Verhaltensweise seinen Mitmenschen gegenüber stellt diese Werbung dar: mein Haus, mein Auto, mein Boot. Wer dabei nicht mithalten kann, hat versagt. Um dies zu erreichen, bedarf es nur der richtigen Anlage bei der entsprechenden Bank: der Sparkasse, wie die Werbung den potentiellen Kunden in den 1990iger Jahren weismachen wollte.

Und so schließt sich der Kreislauf zwischen den ganz Armen, den Superreichen und einer Menschheit, die immer noch meint, Rekorde in jeglicher Form anzustreben. Ein bißchen  Wettbewerb, so auch sich sportlich zu messen, mag ja völlig in Ordnung sein, doch wo sind die Grenzen, ab wann werden sie überschritten, so daß es fragwürdig sich gestaltet? Dieser Prozeß ist fließend, und es liegt nur an uns selbst, was wir zulassen oder wir verhindern wollen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

Veröffentlicht unter Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar