Als Nächte nicht mehr schwiegen

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Bild von Shany Kasysyaf auf Pixabay

Als Tage kamen und gingen,
Winde nicht mehr mit Wellen spielten,
dumpfe Worte Erdbeben auslösten,
kein Spiegel Gesichter reflektierte,
ich noch nicht geboren war,

Bomben die Liebsten töteten,
Gefolterte um Gnade baten,
keiner wegen Mordes angeklagt wurde,
ich noch nicht geboren war,

das Böse sich als gerecht darstellte,
Leidende mit Spott verhöhnte
man Brutalität mit Orden ehrte,
ich noch nicht geboren war,

Soldatenstiefel hallten durch die Gass‘,
Schüsse die Ordnung schützten,
Zucht statt Liebe menschlich galt,
ich noch nicht geboren war,

als Nächte blieben und schwiegen,
die Schrecken waren fest verankert,
Nächstenliebe nur Versager aussprachen,
Geborgenheit man durch Geld erreichte,
war ich längst geboren,

atmete mit die verwesenden Lügen,
die jetzt wieder in den Köpfen sprießen,
um Freiheit gegen Zwang zu tauschen,
bin ich noch nicht gestorben,

Haß und Häme sollen Furcht einflößen,
Arroganz sich über Wissen erheben,
Ideale sind nach Musterkatalog zu erstellen,
bin ich noch nicht gestorben,

Winde spielen mit Worten des Friedens,
Wellen der Solidarität verbreiten Liebe,
Kosmopolit jeder Mensch sich nennt,
bin ich noch nicht gestorben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Und täglich grüßt der Rassismus in den USA

Chancen auf Besserungen in Sicht?

Wieder trendet #blacklivesmatter, wie jetzt, Partner der Süddeutschen, jüngst berichtet, nachdem mit George Floyd erneut ein Schwarzer Zivilist in den USA von Polizisten getötet wurde. Das Video wurde vielfach in sozialen Medien gezeigt, trotz mehrfacher Aufforderungen anwesender Passanten ließen die weißen Polizisten nicht von George Floyd ab, Minuten Später erstickte er. Ein grausamer Mord mitten in Minneapolis im Norden der USA des Bundesstaates Minnesota, der an Kanada grenzt.

Dabei waren es doch in der Vergangenheit die Nordstaaten, die schon früh begonnen hatten, Sklaverei abzuschaffen, Demokratie und Liberalismus eher hochzuhalten im Gegensatz zum rauhen Süden der Neuen Welt. Dennoch setzten weiße Politiker und etliche Einflüsse aus Finanz und Wirtschaft alles daran, den latent vorhandenen Rassismus köcheln zu lassen.

Polizeigewalt täglich spür- und sichtbar

„Der Terror, den wir erfahren, ist real“, schildert der Bürgerrechtler Jordan Thompson im Interview mit bento, der dramatische Mord an George Floyd erinnere ihn an Eric Garners Ende, der 2014 unter genau den gleichen Umständen per exzessiver Polizeibrutalität ums Leben kam, staatliche Gewalt sei für schwarze Amerikaner allgegenwärtig.

In Zeiten von Martin Luther King hatten viele noch Hoffnung, es würde sich in den USA entscheidendes ändern, zuletzt noch während der Präsidentschaft von Obama. Doch spätestens Ende der 1970er Jahre verschlechterten sich die Lebensbedingungen der Afroamerikaner im Land,  obendrein fiel der US-Gesetzgebung nichts Besseres ein, als mit dem Three-strikes-law auf Abschreckung zu bauen, was schließlich zu einer Vervierfachung der Afroamerikaner in Haft führte. Bei der Bildung setzte sich das Gegenteil durch, die Zahl der Collegeabsolventen sank erheblich.

Mit Love and Peace haben solche Verbrechen nichts gemein

Die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, im wahrsten Sinn des Wortes. Eine Nation, die für sich den Anspruch erhebt, westliche Werte weltweit hochzuhalten, Freiheit zu glorifizieren, die in Wirklichkeit dem weißen Mann dient. Rassismus ist in den USA an der Tagesordnung, unvergessen auch gegen asiatische oder mexikanische Amerikaner, der brutale Völkermord gegen Indianer in der Neuen Welt.

Da möchte man kurzfristig in Erinnerung schwelgen, was den Film Der Club der singenden Metzger anbelangt. Dort obsiegte die Vernunft, die Menschlichkeit, die eben keinen Rassismus duldeten. Leider bestätigen Ausnahmen die Regel. Mit einem Donald Trump wurde erst recht die Tür des Rassismus weit aufgestoßen, so daß noch mehr solche Verbrechen in den USA zu befürchten sind.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Trump schmeißt Steine im Glashaus

Lügen haben ziemlich kurze Beine

Schlimm genug, was sich beim letztmaligen US-Wahlkampf zugetragen hatte, wie jener Donald Trump seine Frauenfeindlichkeit ganz offen an den Tag legte, Hillary Clinton nonstop durch den Dreck zog, nahezu jedes Mittel nutzte, um sie zu diffamieren, ganz abgesehen von den weiterhin ungestraften Missetaten und Wahlkampfbetrügereien.

Aber was nunmehr jener 45. US-Präsident noch draufsetzt, mag man kaum fassen. Er droht ziemlich dreist mit Schließung von Online-Netzwerken. Seinen Haß zelebriert er gen Twitter, genau jene Social Plattform, die er selbst täglich gern nutzt, um seine widerlichen Posts in den Äther zu schicken, statt konstruktive Politik zum Wohle der US-Bürger endlich zu machen. Die Liste seiner Verfehlungen, eigenen Fakenews setzt sich dermaßen lang fort, daß man kaum noch weiß, womit man beginnen möchte, um nicht selbst frustriert das Handtuch zu werfen.

Die Steigerung von blöde ist wohl saublöde, oder?

Mag kaum noch ausgesprochen werden, ganz besonders wer an diesen US-Präsidenten denkt. Lauter Spitzen gegen Trumps Verblödung haben ganz offensichtlich noch längst nicht ihre Wirkung gezeigt. Weiterhin darf jener Choleriker fleißig ungestraft wüten, kraft seines Amtes hat er keinerlei Ärger zu befürchten, obwohl genügend Schockierte auf der Strecke bleiben, wie man sich unschwer vorzustellen vermag.

Wieviel negative Superlative braucht’s denn noch, fragt man sich ratlos. Gibt es tatsächlich eine Steigerung der Steigerung? Es schaut fast danach aus, wer den Werdegang jenes Möchtegern-Politikers beobachtet. Als souveräner Staatsmann kann er nicht wirklich ernst genommen werden. Wer dermaßen ungehobelt über die Sorgen und Nöte im Volk hinwegsieht, obendrein ein Fauxpas nach dem anderen sich leistet, der hat gänzlich versagt.

Twitter dennoch in der Pflicht

Wie der Zeit-Artikel am Ende bemerkt. Social Media haben somit unbedingt eine Mitverantwortung zu tragen, was in ihren Plattformen öffentlich erscheint. Das gilt im Übrigen ebenso für Facebook, wo man unschwer erkennen kann, daß besonders rechtsradikales Gedankengut ungebremst sich ausbreiten darf. Da haben sämtliche Regierungen unbedingt noch mehr Handlungsbedarf, um dem Nachdruck zu verleihen, wo  Grenzen zu ziehen sind!

Angesichts jener Machenschaften, die sich Donald Trump leisten kann und darf, blicken wir einem dramatischen US-Wahlkampf entgegen, wobei am Ende der 45. Präsident nochmal antritt, sollten genügend Wähler ihm ihr Vertrauen schenken. Verstehen muß man das dann aber mitnichten. Es wäre kein Gewinn für die USA, für den Rest der Welt ohnehin nicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Im Schnee geborgen

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Bild von Jasmin Raffaele auf Pixabay

Als es gewesen war,
gefror der Schnee am Tag,
Kälte wärmte sich an Sekunden,
Tratsch den Atem ihr nahm.

Als es gewesen war,
der Baum auf der Straße lag,
keine Matte barg den Schlüssel,
Stille das Leben ihr nahm.

Als es gewesen war,
liebten zwei Herzen den Wind,
Rehe am Waldrand standen,
Schnee ihnen die Sicht nahm.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Weisheit möge folgen

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Trockenheit zunehmend für Dürre sorgt,
was hat Mensch dabei nur ausgeborgt?
Ignoranz treibt Possen ohne Unterlaß,
Kapital und Globalismus macht dies Spaß.

Hauptsache der Profit am Ende stimmt,
Arbeitgeber auf Ausbeutung getrimmt.
Klima- und Umweltschutz interessiert nicht die Bohne,
auf daß Geldflüsse niemand mehr verschone.

Politik dabei sitzt sattelfest mit im Boot,
geprelltes Volk vor Wut sieht oftmals rot.
So hat manch Opfer das Nachsehen,
wie lang soll dies noch geschehen?

Aus der Geschichte bisher wurde wenig gelernt,
Mensch hat sich von seinen Geboten dabei entfernt.
Mögen folgende Generationen es besser machen,
eine andere, weisere Zeitepoche entfachen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bolsonaros Entgleisungen sprechen Bände

Südamerikanischer Faschismus auf dem Vormarsch

Dabei offenbart sich neben eindeutiger Körpersprache, Gestik und Mimik gleichwohl der direkte Sprachaustausch in der Öffentlichkeit, die Dreistigkeit eines diktatorischen Herrschers par excellence, die jenes brasilianische Staatsoberhaupt an den Tag legt, ohne jedwede Scheuklappen seinen Rassismus und die Sympathie zur ehemaligen Militärdiktatur auslebend.

Präsident Jair Bolsonaro entgleist verbal, die Welt schaut einfach zu und läßt ihn kommentarlos gewähren, ein Donald Trump hegt eher freundschaftliche Kontakte zu diesem, anstatt dessen umweltverbrecherischen Entgleisungen zu rügen. Verwundern mag dies mitnichten, die massive Amazonas-Regenwald Zerstörung trotz Klimastreiks wurde unter seiner Fuchtel erst recht fortgesetzt.

Verdoppelung der Amazonas-Regenwaldrodung

Ein Anstieg von 85 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor verzeichnen die Rodungen im Jahr 2019. Dies entspricht einer Fläche von zehn Mal Berlin, wer in der deutschen Hauptstadt gelebt hat, weiß, welche Größe dies folglich sein muß. Ausgerechnet in Zeiten, wo ohnehin völlig berechtigt auf den wertvollen Baumbestand der globalen Lunge im Amazonas stets hingewiesen wird.

Doch das weltpolitische Parkett läßt jene Verbrechen wider Natur und Menschheit einfach zu. Als ob dies noch nicht genug wäre, erdreistet sich Jair Bolsonaro obendrein, die Corona-Krise auszunutzen, um Umweltvorschriften erst recht zu lockern, wie Greta Thunberg völlig berechtigt anmahnt.

Lateinamerika driftet nach rechts

Trotz jener grausamen Vergangenheit. Das kann und muß man nicht verstehen, sondern zeigt gleichzeitig, wie unerschrocken die weltpolitische Lage solche Entwicklungen immer noch duldet. Die Neue Zürcher Zeitung thematisierte jenes unfaßbare Phänomen im Spätherbst des letzten Jahres, vor allem mit dem deutlichen Hinweis bevorstehender Wahlen sowohl in Peru als auch Venezuela in 2020.

Solange jene Verstrickungen bis weit hinein in finanzpolitische Verantwortung reichen, wird sich dieser Rechtsruck kaum bis gar nicht aufhalten lassen, sondern ganz im Gegenteil fleißig gefördert, zum Leidwesen der Bevölkerung vor Ort, der Umwelt und somit auch gegen die westlich-europäische Wertegemeinschaft, die sich den berechtigten Vorwurf gefallen lassen muß, zu wenig Humanismus als auch Umwelt- sowie Naturschutz einzufordern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Der kleine Faschist

Der kleine Faschist
manchmal traurig ist,
nie versteht man ihn nicht,
sein Wort hat kein Gewicht,
nirgends wird er erwähnt,
jeder stets gähnt,
unwichtig seine Sprache,
Langeweile seine Sache.

Der kleine Faschist
denkt, wichtig er ist,
seine Stimme gewaltig,
sein Wissen großartig,
er findet seine Anhänger,
die wie er Kostgänger
beim Laben an anderem Leid,
ihre Minderwertigkeit heilt.

Der kleine Faschist
kein Träumer ist,
wirklichkeitsgetreu ahmt er
jeden Lebensbereich totalitär,
egal ob Horror oder Freude,
er verbrennt Liebe wie Gebäude,
empfindet Haß als Genugtuung,
Zerstören bedeutet Befriedigung.

Der kleine Faschist
kein Einzelgänger ist.
Gefühlskälte ihr Muß,
fördert Hype zu mehr Genuß,
sie lechzen ständig nach Publikum
fürs gegenseitige Handlangertum,
es hilft, unter Zeugen zu quälen,
Helden aus dem Ego sich schälen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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