Kleine Dinge

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Nicht reifer
wurde mein Herz,
nicht verwundbarer
meine Seele,
nicht klarer
mein Verstand,
wenn kleine Dinge
fehlen.

Wenn kleine Dinge
fehlen,
zerbirst das Herz,
beschmutzt die Seele,
erschwert den Verstand,
kann man nicht mehr
fühlen,
spüren,
verstehen.

Kleine Dinge
durch Leben führen
Sternschnuppe
im Dunkel,
der Baum, dein Vertrauter,
Schatz
im Blütenmeer,
der Platz, deine Sicherheit,
Träume
im Wolkengebilde
die Bank, deine Phantasie.

Aus der Asche der Kindheit
bewahrte prägende Kristalle,
Splitter von kleinen Dingen
bespielen die Wesensmelodie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Lockerungen und Maskenpflicht in Deutschland

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Das Risiko schwingt dennoch mit

And the winner is Verharmlosung zusammen mit zunehmendem Leichtsinn. Allen voran jene Querfront mit Rechtsradikalen und Verschwörungstheoretikern, die das Ganze noch mit viel Nachdruck zur Verunsicherung vorantreiben. Ausgerechnet Sachsen bewies besonders wenig Sensibilität mit jener gerichtlichen Zustimmung, die Pegida öffentlich auftreten zu lassen.

Wenigstens folgt auf dem Fuße die Maskenpflicht in ganz Deutschland. Bis zuletzt hatte Bremen noch gezögert, lenkte aber schließlich ein. Seit 22. April besteht in Sachsen die Maskenpflicht, als Schlußlicht wird am Mittwoch, dem 29. April, Schleswig-Holstein sie besiegeln, für die meisten Bundesländer gilt sie ab Montag, dem 27. April. Doch reichen diese Maßnahmen tatsächlich aus?

Deutschland zwischen Musterhaftigkeit und Leichtsinn

Es steht die berechtigte Sorge im Raum, ob die stückweise Öffnung der Geschäfte, das langsame Hochfahren des Schulbetriebes nicht doch verfrüht erfolgt. Mit Panik oder Hysterie haben solche Bedenken nichts zu tun, sondern viel eher mit gebotener Vorsicht. Dabei sollte man nicht außer acht lassen, daß immer noch zu wenige Kenntnisse über Covid-19 vorliegen, was das Virus an Folgeschäden obendrein anrichten kann.

Wenn schon der Virologe Christian Drosten Bedenken hat, „Deutschland verspielt vielleicht seinen Vorsprung“, sollte man das sehr ernst nehmen.  Zieht man noch ein leichtsinnigeres zu beobachtendes Verhalten im Umgang untereinander in Betracht, schaut es noch weniger günstig aus. Manche Zeitgenossen ignorieren schlichtweg social distance, was durchaus als kriminell gewertet werden muß.

Eine Annäherung zur Reprodutionszahl 1,0 gar noch wahrscheinlicher

Niemand will den Teufel an die Wand malen, schließlich hat sich der Großteil der Bevölkerung hierzulande bisherig ziemlich besonnen verhalten trotz jener widrigen Stimmen, die das Coronavirus eher ins Lächerliche ziehen. Doch diejenigen könnten mit der Einführung der Maskenpflicht das Faß zum Überlaufen bringen. Wer sich dann weiterhin weigert, wird sofort erkannt.

Umso problematischer für Ordnungskräfte, die verstärkt ahnden werden müssen, damit kein aufkommendes Desaster entsteht. Keine leichte Aufgabe in dieser Situation, zumal die Nerven vielfach ohnehin blank liegen. Dabei einen besonnenen Überblick zu behalten, bringt eine zusätzliche Herausforderung mit sich. Am Ende schwebt die Gefahr, daß gar die Reproduktionszahl die 1,0 übersteigt, was niemand wirklich möchte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Längs verstreut

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Längs verstreute Gedanken
Samenblüten
Erinnerungsbrücken
von flüchtigen Wörtern
davongetragen
verworfene Ideen
quellende Brösel
übersprudeln
das Gewesene
jeder Weg
neue Flugbahnen
manchmal lese ich auf
beginne zu sammeln
schmücke
mein geistiges Haus
halte sie gefangen
Tränen fließen
Gefühle zu tränken
längs verstreute Gedanken
Samenblüten
Erinnerungsbrücken
von befreien Silben
davongetragen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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So viel Geduld für Polen und Ungarn, Frau von der Leyen?

Terry Reintkes Forderung völlig berechtigt

Eigentlich kann man jene Frage ad absurdem führen, zumal gerade eine Ursula von der Leyen jedwede Verantwortung von sich schiebt, keinerlei Notwendigkeit sieht, ihr Verhalten auch nur ansatzweise zu überdenken. Hat doch bisherig prima geklappt ihr politischer Werdegang, Hauptsache bestimmte Posten erreichen, das wirkt förderlich für die eigene Karriere.

Weniger zufrieden urteilt die stellvertretende Vorsitzende der Grünen/EFA, Terry Reintke, in dem sie sich beklagt, „Von der Leyen sei der Bremsklotz“, weil diese einfach stillhalte, inwieweit Polen und Ungarn die Corona-Krise für eigene Zwecke ausnutzen. Das kommt uns doch ziemlich bekannt vor, oder? Die Albrecht-Tochter hat schon des Öfteren in jener Rolle geglänzt.

Im T-Online-Interview wird Terry Reintke sehr deutlich

Das kann und sollte man der jungen Europaabgeordneten keineswegs verdenken. Ganz im Gegenteil, völlig zu Recht kritisiert sie die gezielten Versuche seitens der Polen und Ungarn, in der Corona-Krise politische Oberhand für eigene Zwecke zu gewinnen, dahingehend, jedwede Proteste die eben nicht stattfinden dürfen, zu umgehen. In Polen eine Verschärfung des Abtreibungsrechts hin zu einem faktischen Verbot und in Ungarn die Alleinherrschaft eines Herrn Orbán mittels der Notstandsgesetze.

Von der Leyens Verständnis und Innehalten Polen und Ungarn gegenüber löst bei Terry Reintke natürlich Kopfschütteln aus, eine EU-Kommission, die eben nicht entschlossen handelt, sondern jene europäischen Alleingänge durch Verharren duldet, wird unglaubwürdig, an dessen Spitze erst recht jene EU-Kommissionspräsidentin.

Wieviel Kritik braucht’s denn noch?

Gegen Windmühlen kämpfen, macht nicht viel Sinn. Wer schon eine Hannover-Connection nicht bezwingen kann, kommt erst recht nicht weiter beim Versuch, die EU-Politik anzumahnen. Von der Leyen hat’s geschafft, vergeblich hatten sich manche aufgerafft, sie zu stoppen. Das kannst du nicht mehr toppen. Obendrein mit dermaßen vielen Vorschußlorbeeren, als Anfang Dezember des letzten Jahres die neuen Chefs in der EU übernahmen.

Vorneweg die deutsche Ursula, alles klar?! Es braucht daher wesentlich mehr Kritik und Gegenwind, der vielleicht doch noch Windmühlen zum Wanken bringt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, schließlich wollen wir kein desolates Europa, wo Nationalismus wieder einkehrt. Was Polen und Ungarn sich erlauben, das geht zu weit! Höchste Zeit, Ursula von der Leyen wesentlich deutlicher anzumahnen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Anziehungskraft bedingt Fliehkraft

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Der Tag, an dem die Sonne auf den Tisch fiel,
meine Gefühle keine Schatten mehr erkannten,
brannten die Ängste im eisigen Feuer nieder,
den Kaugummi habe ich 1972 unter der Schulbank,
Physikraum, zweite Reihe, Fenster, kleben lassen,
er, der streichelbare Trostspender über Wochen,
widersetzte sich standhaft der Anziehungskraft
gegenüber dem Fach und dem Herrn Lehrer Gerber,
sie hieß Frau Weber, meine Furcht vor Entdeckung,
sie putze, sie schruppte, sie schabte, sie saugte,
gründlich, übergründlich, sie, die perfekte Ordnung
fand alle Missetaten, ihr Gespür für jeden Fleck,
fehlgeleitete Merksätze zogen sie magnetisch an,
war nicht von dieser Welt, war magisch pedantisch,
bis die Sonne sich erbarmte, erhellend gesetzlich,
nachprüfbar, aus der Befreiung erwuchs ein Himmel,
eine Ansammlung von klobigen Kaugummisteinchen,
sogar Zitronenbonbons hielten dem Experiment stand,
unter meinem Tisch, Physikraum, zweite Reihe, Fenster,
das Chaos gegen die Anziehungskraft blieb verschont,
nur Eingeweihte kennen den Trick der stillen Trägheit,
sie wissen nur Reibung bringt Leere wieder in Fahrt,
Anziehungskraft bedingt Fliehkraft, war zu lesen,
mein Himmel während des Schuljahres durfte fliegen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Krise längst nicht überstanden

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Leichtsinn macht sich breit

Dabei sollte man zugleich vorneweg ganz besonders Rechtsradikale als auch die Querfront-Bewegung scharf angehen, denen nichts Besseres einfällt, als das Virus zu verharmlosen. Obendrein sorgt ein US-Präsident gleichwohl für Verunsicherung, lenkt von eigenen Verfehlungen ab, um die Gefahr des Coronavirus der Lächerlichkeit preiszugeben.

Nur allzu verständlich, daß die Bundeskanzlerin sich über „Öffnungsdiskussions-Orgien“ ärgert, die sind alles andere als zielführend, sorgen vehement für zusätzlich leichtsinniges Verhalten. Anstatt die Menschen sich mal verdeutlichen, daß nicht grundlos Deutschland noch eine wesentlich geringere Todesrate als manch andere europäischen Nachbarn verzeichnet, werden die verordneten Maßnahmen mal wieder in Frage gestellt.

Doch das hilft keineswegs aus der Krise, ganz im Gegenteil, es kann ziemlich schnell die sich abflachende Infizierungskurve wieder nach oben treiben, was wirklich niemand gebrauchen dürfte. Klammern wir mal diejenigen aus, die unbelehrbar den Verheißungen jener Skeptiker auf den Leim gehen, das bringt ohnehin nichts. Wer Verschwörungstheorien bedingungslos hinterherhechelt, dem kann man sowieso nicht mehr helfen. Da ist dann Hopfen und Malz verloren.

Bereits am 30. April steht der nächste Termin an, wenn Frau Merkel, Bund und Länder über weitere Schritte verhandeln. Unterlassen dabei etliche gebotene Regeln, die bisher im Sinne aller gut befolgt wurden, wäre dies ein dramatischer Rückschlag, würde die sogenannte Reproduktionszahl wieder ansteigen, je weiter sie unter 1,0 sinkt, umso besser. Bereits bei einem Anstieg auf 1,1 würde unser Gesundheitssystem im Oktober seine Leistungsgrenze erreichen.

Das kann und darf es daher nicht sein, daß eine Minderheit die Mehrheit unserer Bevölkerung durch leichtsinniges oder gar ignorantes Verhalten gefährdet. Das ist das Gebot der Stunde! Jener fatale Egoismus, den ganz besonders vorneweg ein Donald Trump mittels seines Verhaltens zur Schau stellt, kostet am Ende etliche Menschenleben. Eine tragische Entwicklung, die durch nichts zu rechtfertigen ist.

Selbstverständlich gilt weiterhin, Rücksichtslosigkeit die rote Karte zu zeigen. Dabei sollte man allerdings wesentlich strenger vorgehen, die Bußgelder sind ganz offensichtlich noch viel zu gering, leider dürfen jene boshaften Ignoranten weiterhin mit Fake News Menschen verunsichern, die dann selber leichtsinnig sich und andere in Gefahr bringen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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In Sand geschrieben

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Sand zermalmte zwischen den Zähnen
zu staubigen auffliegenden Wortflocken,
leicht krümelig rieben sie Pein in Poren,
Schmerz schrieb sich ein, krakelig fein,
vergiß das Ende nicht, es erst vereint
mit dem Anfang zum unendlichen Kreis.

Sand knirschte zwischen den Zeilen,
formte Spuren auf weichem Grund,
prägende Eitelkeiten in den Zeichen,
eine unnötige Selbstverherrlichung,
Partikel sind nicht beugbar, ihr Wissen,
Reibung der Vielfalt schließt den Kreis.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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