Von Zauber Hand

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Es gibt so eine Taktik,
die mag ich,
mit der Wahrheit
rück ich raus,
unmißverständlich,
meinen Unmut
tu ich kund,
dreist natürlich,
sonst interessiert
es keinen Hund.

Es gibt so eine Taktik,
die mag ich,
ist der Hund
erstmal aufgeschreckt,
bellt er laut,
erfüllt seinen Zweck,
verbreitet Hektik,
ich ganz ruhig, zahm,
er gleich mein Bein
ins Maul nahm.

Es gibt so eine Taktik,
die mag ich,
Unruhe gestiftet,
viele böse Worte
auf mich gerichtet,
falsch interpretiert,
reine Wortklauberei,
ein Schlichter muß her,
ein Führer, ein Diktator,
taktische Zauberei.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Große Koalition in Berlin nur noch peinlich

Wo beginnt oder endet Glaubwürdigkeit?

Das Coronavirus dominiert in den weltweiten Schlagzeilen, die Pandemie beschäftigt etliche Abwägungen bis weit hinein in wirtschaftspolitische Belange, wie man unschwer auch bei den Börsen beobachten darf. Eine Belastungsprobe ohnehin schwieriger Ausgangslagen mit Blick zu Kriegen, Nöten oder politischen Koalitionen wie derzeit in Berlin.

Dümmer kann man es nicht machen, behauptet Ursula Weidenfeld in ihrer Kolumne für T-Online. Ansichtssache. Sicherlich möchte die Bevölkerung in Krisenzeiten lieber eine stabile, geschlossene Regierung erleben. Doch was auseinanderbricht, läßt sich eben nicht zwanghaft kitten. Einen nachvollziehbaren Anteil hat gleichwohl die Wende der Sozialdemokraten mit ihrer neuen Doppelspitze. Eventuelle Neuwahlen rücken daher viel eher in den Fokus. Wäre das dermaßen fatal?

Ständige Vergleiche nutzen fast nichts

An anderen Stellen liest man dies ebenso, jene Vergleiche zur letzten großen Wirtschaftskrise 2008. Jedoch sollte man keinesfalls die unterschiedlichen Umstände außer acht lassen. Vor zwölf Jahren gab es noch ein relativ stabiles Kabinett Merkel I mit Finanzminister Peer Steinbrück, selbst wenn ein Michael Glos als Wirtschaftsminister zu schwächeln begann, am 10. Februar ein Karl Theodor zu Guttenberg als Joker es richten sollte, allerdings nur von kurzer Dauer, bereits am 28. Oktober wurde er als neuer Bundesverteidigungsminister vereidigt.

Die heutige SPD hadert ziemlich berechtigt mit dem Kurs der Union, selbst wenn sie in vielen Punkten ihr nacheifert, macht sich fortlaufend Kritik breit, die eigentlich schon überfällig war. Manche behaupten nicht unberechtigt, dies hätten die Sozialdemokraten schon wesentlich früher beherzigen sollen, sie stünden vielleicht jetzt besser in den Wahlprognosen da.

Neuwahlen insofern unabwendbar?

Man darf nicht, sondern sollte davon ausgehen, selbst wenn das die Regierungsparteien strikt von sich weisen. In der Basis aller Parteimitglieder rumort es längst. Warum der Stimmung nicht nachgeben?

Die Wandlung der Grünen sollte nichts Neues darstellen. Mit hohem Unwohlsein denken manche an die unsägliche Agenda 2010 zurück, den Kosovoeinsatz, den das rot-grüne Regierungsbündnis unter Schröder beschloß. Selbstverständlich macht sich daher auch Mißmut breit, wenn Katrin Göring-Eckardt sich ausgerechnet eine Zusammenarbeit mit Friedrich Merz vorstellen könne. Bei Christian Lindner schaut sie genauer hin, beim neoliberaleren Merz gibt es keine Scheuklappen mehr. Muß man nicht verstehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Petronella

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Petronella wohlbehütet wuchs heran,
bestimmt zur Gemahlin für einen Edelmann,
fromm und sittsam mit einfachem Gemüt,
bestimmt als Repräsentantin von Pedros Gestüt,
ward die Ehe seit Kindertagen beschlossen,
arrangierte Ehe und Zwangsbettgenossen,
wie ihre Eltern und die gesamte Vorfahrenschar,
was ihnen Recht, für Petronella bitter war.

Das einzig Erträgliche sie empfand,
bei Pedro Rennpferde in den Ställen stand‘,
Schnelligkeit sie faszinierte und beklatschte,
über Geschwindigkeit sie stundenlang quatschte,
Kurz vor der Hochzeit ein stinkendes ratterndes Ding
durch die Straßen holperte, sie sofort Feuer fing,
dieses glänzende Metall, der Gestank nach Petroleum,
sie verließ ihr Schicksal, fuhr und fuhr bis ihre Zeit war um.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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That’s me making myself great

The Donald entpuppt sich weiterhin als wahrer Experte

Vielleicht steht er aber auch sich selbst im Weg, könnte das Coronavirus dessen Stolperstein sein. Das Fatale daran, weder sieht man, riecht oder erspürt es, die Tücke jenes Lebewesens vermag ihn dennoch nicht imponieren, er brüstet sich damit, die „medizinische Genialität“ seines Onkels geerbt zu haben.

Kinderkram eines pubertierenden Bengels, der noch nie davon hörte, daß Onkel und Tanten mitnichten irgendwas an ihre Neffen oder Nichten vererben können. Ärzte heilen aufgrund ihres Wissens und Erfahrung, Genialität nützt allerdings Kunstschaffenden oder Erfindern. Die Kolumne von Martin Klingst in der Zeit verdeutlicht Trumps Haltung: Politisiere niemals eine nationale Krise.

Eine Vorlage nach der anderen

Gemeint sind Entgleisungen eines Mannes, der als US-Präsident glänzen will, doch niemals ernst genommen werden kann, außer von denjenigen, die sich Vorteile erschleichen wollen. Ansonsten würde es auch diesen Artikel hier sprengen, seine Verfehlungen allesamt aufzuzählen. In der Suchfunktion „Trump“ eingegeben, bringt etliche Ergebnisse hervor. Letztmalig in dieser Satire, in der bereits Donald Trump erneut sich hinreißen ließ, ins Fettnäpfchen zu treten. Darin ist er wahrlich meisterhaft.

Selbst von einem, der auszog, als Kandidat der Demokraten im hiesigen Wahlkampf anzutreten, durfte sich The Donald die Leviten lesen lassen. Michael Bloomberg führte vor knapp zwei Jahren Trump vor, weil dieser das Pariser Abkommen verließ. Das stört „Mr. Me“ mitnichten, „Experten“ wissen halt alles besser.

Narzißten interessieren sich gleichwohl nicht für US-Bürger

Sondern nur eigene Belange rücken in den Vordergrund. Die Steigerung von peinlich kann man nur als „Vorstufe zur Idiotie“ werten, wer dermaßen entrückt auftritt wie jener Donald Trump. Hysterie ist dennoch unangebracht, was die USA anbelangt. Trotzdem handelt ihr Präsident grob fahrlässig, wie in Klingst Kolumne bemerkt wird.

Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, das Virus in den Augen jenes Rassisten ein „illegaler Einwanderer“, den es per Grenzschließung und Einreiseverbot zu bändigen gilt. Na klar doch, Viren haben ganz spezielle Pässe. Kennen Sie nicht? Die sind lila, rund mit roten Noppen und gerade noch unter einer Lupe einzusehen.

Spaß beiseite, Experte Trump meint, alles in Griff zu haben. Dessen Landsleute werden ihn hoffentlich daran erinnern, wenn die Zahl der Betroffenen millionenfach für Aufsehen sorgt. Andererseits möchte man orakelhaft einwenden, daß er erwidert: You’re fired, that‘s me making myself great.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Was mach ich nur

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Was mach ich nur,
wie konnte das geschehen,
ausverkauft
der Lippenstift,
der, der mir hilft
mich schön zu fühlen,
bewundernswert hübsch,
ohne ihn,
das ist einfach zu verstehen,
kann ich nicht raus
auf die Straße, in die Stadt,
nackt bin ich, nackt,
seit Tagen keinen Nachschub,
einen anderen ich nicht will,
denk pragmatisch,
nicht panisch,
einatmen,
ausatmen,
Vorrat anlegen,
dies gewissenhaft pflegen,
Schal umbinden
bis über die Mundpartie,
erkältet im Sommer,
wie schrecklich für sie,
ja fürchterlich nicht,
fühl mich elendig,
das Leid ist ihnen
ins Gesicht geschrieben,
da ist sie die Bestätigung,
ohne Lippenstift,
meinen Lippenstift,
werd‘ ich gemieden,
mein Aussehen
unerträglich,
für alle zu schmerzlich.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Musik als Tor zur Seele

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Bindeglied zum Weltfrieden?

Mit einem übergroßen Mitteilungsbedürfnis bestückt, möchte Mensch sich in jedweder erdenklichen Form äußern, vom Malen zum Schreiben, vom Rollenspiel zum Tanzen und vor allem, Musik erklingen lassen, und das seit Urzeiten.

Was in der Vogelwelt selbstverständlich zu hören, das Formen von Tönen, um diese per Gezwitscher in unterschiedlichen Melodien von sich zu geben, wandte der beobachtende Mensch und dessen Vorfahren an, um selbst sich auszuprobieren, pfeifend, summend, flötend, im Rhythmus trommelnd. Jene damaligen ersten Versuche nur Tor zur Seele oder erst heute auch Bindeglied zum Weltfrieden?

Große Worte und Begriffe lassen Taten folgen

Wer kennt es nicht, das Zusammenkommen am gemeinsamen Lagerfeuer, wenn ausschweifende Gespräche und so manche Geschichte im knisternden Hell zum Besten gegeben werden. Und manchmal das ein oder andere mitgebrachte Musikinstrument plötzlich ausgepackt erklingen darf, die Stimmung steigt, gänzlich ohne großartige Absprache den Tönen freien Lauf lassend durchaus interessante Spontankompositionen entstehen. Musik als begleitend kommunikatives Element einen wesentlichen Beitrag besonders der wortlosen Verständigung leistet.

Musik entstand und entwickelt sich bis heute weltweit sehr unterschiedlich, je nach äußeren Umständen, wobei sich dennoch Gemeinsamkeiten offenbaren, denken wir an die Harmonik, die überall bestimmten Gesetzmäßigkeiten folgend stattfindet. Irgendwann im Laufe der 1980iger Jahre entstand der Begriff der World Music, obwohl schon etliche Zeit vorher ein reger musikalischer Austausch stattgefunden hatte, denken wir an die Beatles, an die Rolling Stones, die indische und arabische Klänge mit einbezogen, zuvor der Jazzsaxophonist John Coltrane bereits auch afrikanische Musik einfließen ließ. Hier in Deutschland verdanken wir dem Jazzmusiker und Physiker Joachim Ernst Berendt das Verbinden globaler Musikstile zum neugeprägten Begriff Weltmusik.

Drei großartige Beispiele wie Weltmusik wirkt

Was in die 1940iger bis hinein in die 1950iger Jahre damals entstand, muß schon eine ziemlich nachhaltig einmalige Musikepoche mitten in Kubas Havanna, im Stadtteil Buena Vista, gewesen sein im dortigen Social Club, als sich verschiedene Spitzenmusiker trafen und einen prägenden Stil kreierten. Ein halbes Jahrhundert später haben wir es besonders dem US-amerikanischen Gitarristen Ry Cooder zu verdanken, der die alten damaligen Musiker zusammentrommelte, um eine CD zu erstellen. Es folgte der 1999 entstandene Dokumentarfilm Buena Vista Social Club unter dem Drehbuch und der Regie von Wim Wenders. Belassen wir es beim musikalischen Erfolg, auch wenn im Hintergrund manch kritische Stimmen das Konzept und die Filmdurchführung zu mäkeln versuchten.

Zunächst 1980 als Band unter dem Namen „Embryo’s Dissidenten“ gegründet, erhielt sie ein Jahr später ihren bis heute bekannten Namen: Dissidenten. Die drei Musiker verstanden es während ihrer Welttourneen sehr schnell, sich auf andere Musiker einzulassen, sie mit einzubeziehen, diese hier alle aufzuzählen, den Artikel sprengen würde.  Neben den bisherig 17 erschienenen Alben sei die dokumentarische Oper „Das Gedächtnis des Wassers!“ („The Memory of Waters“), eine Kooperation der Dissidenten mit dem US-amerikanischen Komponisten Gordon Sherwood noch erwähnt, die im Jahre 2000 beim „Internationalen Donaufestival“ in Ulm uraufgeführt wurde.

Ein wunderbares Beispiel für weltumspannendes Musikverständnis hören wir in den Klängen der 2003 gegründeten Band CocoRosie, die wir den beiden US-amerikanischen Schwestern Sierra und Bianca Cassidy verdanken dürfen. Sierra spielt Harfe und Bianca Flöte, beide singen, werden aber von sehr unterschiedlichen Musikern begleitet: dem Pianisten Antony Hegarty, dem Psychedelic-Folk-Sänger Devendra Banhart, den Beat-Boxern TEZ und Spleen als auch dem Pianisten Gael Rakotondrabe. Wer diese Band hören und sehen mag, hier eine Aufführung in den Bouffes du Nord.

Zuviel Sozialromantik verklärt harte Tatsachen, oder etwa doch nicht?

Spitze Zungen mögen jetzt vielleicht einwenden, was können weltumspannende Musikereignisse schon großartig auslösen? Am Ende siege die Ernüchterung unumstößlicher Fakten, zuviel Sozialromantik verklärt harte Tatsachen. Innehalten, nachdenken, beobachten, am Ende etwa doch nicht? Haben Woodstock, Band Aid, Live Aid sowie diverse Rock-Festivals eine gemeinsame Botschaft an die Menschen, außer der musikalischen?

Natürlich haben sie das! Wer Musik liebt, schreibt und spielt, kommuniziert mit der Außenwelt, dem Publikum, teilt sich, seine Ängste und Sorgen in den Songs mit, wirkt zwischen Wohlklang und Heilung. Das ist gelebte Politik und sollte niemals mit verklärter Sozialromantik verwechselt werden. Dabei fällt auf, daß immer mehr Rockgrößen ins Alter gekommen weiterhin äußerst aktiv dabei sind, nicht nur weil sie es nicht lassen können, das Leben auf der Bühne, sondern auch, weil sie sich engagieren, nicht wegschauen ob der Mißstände auf Erden, insofern am Friedensprozeß sich beteiligen.

„Die Musik wird treffend als Sprache der Engel beschrieben.“ (Thomas Carlyle)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

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Sie war

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Sie war die Feinfühligste
unter den Feinfühligen

Der große Zeh
der rot lackierte

erspürte jede
Dissonanz

egal ob persönliches
oder allgemein

von weither kamen
Mannen und Frauen

um diesen roten Zeh
zu bestaunen

vor lauter Fühlen
feinfühlen

wurde es dem Zeh
zu kalt

er fühlte sich krank
und kränker

nun steckt er
in warmen Socken

und sie fühlt nur noch
das Verändern des Wetters

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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