Alles, bloß nicht herumnölen

Alten weißen Männern geht die Greta auf den Sack

Hoppla, sie retten doch tatsächlich meinen Tag. Schnell muß diese Satire herhalten beim fleißigen Gesellschaftsspalten, wie das geht, wußten schon immer die Alten, dafür ist’s wohl nie zu spät. Ganz im Gegenteil, auch hier bietet sich jemand feil. Was der Dieter Nuhr seit Langem in der Öffentlichkeit von sich gibt, vor kurzem auch ein Jürgen Domian liebt. Immer feste druff der Greta Thunberg kontra geben, das erheitert offensichtlich manch einem dessen Leben.

Die Welt meint, Domians Kritik sei scharf, kann man och anders sehen bei Bedarf. Der bläst lediglich ins selbe Horn wie alle anderen Pappnasen, die es einfach nicht können lassen. Anstatt mal die Berechtigung von FFF zu loben, möcht‘ man sich lieber per Beleidigung und Disqualifikation austoben. Wo Greta Recht hat, hat sie recht, platte Anmache sich dagegen rächt.

Das scheint alte, klar doch och junge, weiße Männer nicht davon abzuhalte, och wenn deftig Widerstand denen entgegenprallte, die schwedische Schülerin zu diffamieren. Da können sie auf ihre dummdreiste Art brillieren. Es wird schon was hängenbleiben beim kläglichen Argumente auftreiben. Mal schnell die Wissenschaft als Fake darstellen, besonders in Social Media bei Haßposts sich hinzugesellen. Wichtigtuer nölen vermehrt herum, dort nimmt ihnen kaum jemand was krumm.

Immer schön sich lustig machen, bloß keene halben Sachen, schließlich waren Umweltschützer schon stets eine leichte Beute für alle möglichen Leute, die lieber eigene Verfehlungen gern vertuschen, jene kleingeistigen Luschen! In der Masse lebt sich’s simpelst bequem, da fühlt man sich angenehm, weil gedeckelt vom grölenden Nachbar nebenan, man ist noch ganz nah dran, ein waschechter Mann. Mackertum flackert auf, auch das gehört zu jenem bösartigen Hauf‘.

Als sinnige Unterhaltung sollte man jene Polemik keineswegs interpretieren, sondern sich dabei nicht genieren, jene unsäglichen Krakeeler beim Namen zu nennen. Nicht etwa ihnen dabei hinterherrennen, das wird unnötig sein, die machen sich schon von selbst ganz klein. Ob Trump, Nuhr, Putin oder jetzt der Domian, sie haben sich allesamt mächtig vertan.

Das Klima kann niemand simpelst wegdenken, egal wie sie sich verrenken. Doch können solch hämische Unkenrufer die Tragweite jener Krise auch nur ansatzweise begreifen? Nö, sie lassen sich von anderen lieber einseifen, weil so selbstherrlich bequem. Bloß keene weitreichenden Gedanken machen, Hauptsache man läßt es ordentlich krachen. Darüber kann man wahrlich nicht im Geringsten lachen. Setzen, sechs… hex hex, – da kiekste völlig perplex?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Bis Wasser brennt

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Haut ab, ihr Plagen,
ihr wollt nur mein Hab wegtragen,
fort mit euch,
sonst den Hund ich auf euch scheuch,
an meinem Gut wollt ihr euch laben,
wir selbst nicht genug zum Essen haben,
Wasser und Brot reicht euch wohl nicht,
mir auch niemand täglich Fleisch auftischt,
verschwindet, ihr Pack, ihr Verlausten,
kriecht zurück, wo eure Ahnen hausten,
versucht euer Elend woanders zu verkaufen,
euch geht’s gut, schließlich ihr könnt laufen.

Die Lunte des Zorns kein Erbarmen kennt,
sie entfacht Haß, bis selbst Wasser verbrennt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Europas Außengrenzen offenbaren Toleranz zum Rassismus

Deutsche Neonazis mischen inzwischen auf der griechischen Insel Lesbos mit

Menschenrechte werden längst über Bord geworfen, teilweise kann man dies regelrecht wörtlich nehmen hinsichtlich des Leids im Mittelmeer, mit der Öffnung der türkischen Grenze spielen sich äußerst dramatische Szenen in der Ägäis, auf den griechischen Inseln ab, während man mit Fug und Recht längst von einem Krieg gegen Flüchtlinge dort vor Ort sprechen muß.

Da paßt aber etwas sehr entscheidendes keineswegs zusammen. Die Betroffenheit zu rechtsradikalen Straftaten wie die Ermordungen in Hanau seitens der Bundesregierung und der stattgegebenen Toleranz zum Rassismus an Europas Außengrenzen, wobei eine Ursula von der Leyen noch die Arbeit der Grenzschützer in Griechenland würdigt. Wie lange können die realen menschenverachtenden Geschehnisse noch gerechtfertigt werden?

Stell dir vor, es ist Krieg und Flüchtlinge werden einfach eingekesselt und abgeschoben

Im Grunde genommen wird vor unser aller Augen das Asylrecht einfach ausgesetzt. Gegen die EU-Konvention, gegen die verbrieften Menschenrechte. Inzwischen werden gar „spitze Geschosse gegen Geflüchtete“ eingesetzt, man nimmt somit den Tod von hilfebedürftigen, in Not geratenen Menschen billigend in Kauf, wie die taz berichtet.

Wohin sollen die Menschen, die ohnehin mehrfach ihr Leben riskiert hatten auf der Flucht, in Syrien schon Assads Regime vor Folter und Mißhandlung flohen? Das Desaster hat gerade mal begonnen, es werden noch wesentlich mehr Menschen folgen.

Rechtsradikale fühlen sich aufgefordert, endlich durchzugreifen

Wie man gestern erfahren durfte, nunmehr sollen deutsche Neonazis eingetroffen sein, von ersten Zusammenstößen ist die Rede. Der Grünen-Europaabgeordnete Erik Marquardt berichtet über die eskalierende Sicherheitslage. Zu Recht wird auch das Verhalten der EU, Europas Politik an den Pranger gestellt, die keineswegs unbeteiligt an dem Vorgehen ist, sondern nahezu jenen rechtsradikalen Kräften den Weg ebnet. Obendrein gesellen sich noch französische Rechtsradikale hinzu.

Eine neue Tummelwiese, sich aufzuspielen auf dem Rücken dort betroffener Flüchtlinge, die ohnehin in den total überfüllten Lagern schon viel zu lang einem unendlichen Leid ausgesetzt sind? Europa wäre sehr gut beraten, diese Einbahnstraße totalitärer, menschenverachtender Grenzschutzpolitik sofort zu beenden, um die verhältnismäßig geringe Zahl von Flüchtlingen europaweit verteilt aufzunehmen. Selbst 10 Millionen könnte die EU aufnehmen, man bedenke, es leben dort immerhin rund 445 Millionen. Es stünde dem Westen zu, humanitär zu handeln.

Während alle Welt über Trump schimpft, er würde mit der mexikanischen Mauer Menschen ausgrenzen, kriminalisieren, setzt Europa noch einen drauf, in dem an seinen Außengrenzen Flüchtlinge massiv bedroht und zurückgedrängt werden. An dieser Stelle möchten wir nochmalig an das Projekt „Rettungskette zum Mittelmeer“ erinnern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Von klein auf

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Sie versuchen dir die Realität zu nehmen,
in dem sie erzählen, nur gutes Benehmen
führe zu Frieden und Freiheit, schrei nicht,
schrei nicht,
wenn Unrecht geschieht, verhalte dich still,
kümmere dich nicht um anderer Unbill,
dein Leben kann so schön sein, sag nichts,
sag nichts,
misch dich nicht in andere Angelegenheiten,
dann bekommst du keine Unannehmlichkeiten,
alle Türen stehen für dich offen, wehre dich nicht,
wehre dich nicht.

Sie versuchten dir die Realität zu nehmen,
von klein auf dich zu zähmen,
anstatt mit dir Hand in Hand
im Dunkel, im Licht jede Wand
zu besteigen, jeden Graben zu überbrücken,
um offen zu werden für die Tücken,
anstatt zu ersticken an der Wirklichkeit,
hört gut zu, ihr vereitelt die Zufriedenheit.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Von wegen Klimaneutralität – Von der Leyen pokert zu hoch

Weder Deals mit der Natur noch der Physik sind machbar

Sonntagsreden mit gewollt geschöntem Optimismus mögen genau jenen passend sein, die ohnehin die Klimakrise leugnen, meinen, FFF sowie die Wissenschaft seien hysterisch. In den Social Media fallen Masken mit diffamierenden Bemerkungen, Greta Thunberg solle doch besser die Schulbank drücken, statt Politiker aufzumischen.

Das könnte jenen Ignoranten passen, besonders eine aufmerksame Jugend wird dies nicht auf sich sitzen lassen, wenn die eigene Zukunft derart gefährdet mißachtet wird. Europa glaubt, es befinde sich auf dem Weg der Klimaneutralität. Wie realistisch ist der Vorschlag für ein EU-Klimaschutzgesetz? Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betrachtet das Vorhaben als Kompaß der nächsten 30 Jahre, Greta Thunberg betitelt es als „Kapitulation“. Wer hat da wohl recht?

Brennende Häuser löscht man sofort

Insofern gelang Greta Thunberg mit ihrem Vergleich im Umweltausschuß des Europaparlaments, direkt den wunden Punkt zu benennen, mit jener Scheinlösung eines Klimaziels für 2050 verliert man wertvolle Zeit, jetzt direkt zu handeln, was dringend notwendig wäre. Auch Umweltschützer vermissen ein schärferes Vorgehen für 2030, einen Vorschlag erst jetzt im September anzubringen, käme reichlich spät!

Wir erleben die Tage erneut lauter Ausreden, wie schon beim Weltwirtschaftsforum Greta Thunberg verlautbaren ließ, was allenfalls ein müdes Lächeln bei den Beteiligten entlocken konnte. Effektive Taten sind weiterhin rar. FFF bleibt wohl nichts anderes übrig, als die Proteste beizubehalten oder gar zu erhöhen. Vermag da etwa ein anderer Aspekt ein Strich durch die Rechnung machen?

Coronavirus verdrängt dringend notwendige Sensibilität

Niemand kann wirklich voraussagen, was der Coronavirus anrichten wird, ob Panik zunimmt, Hamsterkäufe sind längst schon hierzulande zu beobachten. Da könnte die Klimakrise bei manchen unwichtig erscheinen, weil erst in der Zukunft stattfindet, im Hier und Jetzt Angst den Alltag bestimmt. Ob diese angebracht ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ursula von der Leyen setzt auf Verläßlichkeit für die Bürger und Unternehmen mit jenem Entwurf, dem bevorstehenden Gesetz, welches ein klimaneutrales Europa bis 2050 erschaffen solle. Abnehmen möchte man jene Vorgabe allerdings wohl kaum, zu viele Widrigkeiten lassen Türen offen, vor allem wenn andere Mitgliedsstaaten sich eher weigern, Handlungsbedarf verschleppen. Von einem tollen Durchbruch kann daher kaum die Rede sein, Deals mit der Natur oder gar der Physik lassen sich ohnehin eben nicht machen, wie Greta Thunberg zu Recht betont.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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So ist es wirklich

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Noch schnell poussiert,
auch wenn‘s pressiert,
Kußmund vor der Linse,
oft geübt, ich grinse,
gepostet, geht ganz fix,
bis abends zig Klicks,
die mein Aussehen loben,
mein Ego schießt nach oben,
ich narzißtisch, nein,
sowas zu denken ist gemein,
sie, die küren mein Aussehen,
drängen mich im Lichte zu stehen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Deutschland blieb ein Nazi als Ministerpräsident erspart

Nur ein Schuß vorm Bug oder nachreichende Konsequenzen?

Vergessen jener dusselige Hufeisenvergleich, der von Beginn an sowieso keiner ernsthaften Diskussion standhalten vermag. Im dritten Wahlgang wurde Bodo Ramelow erneut per einfache Mehrheit als Ministerpräsident von Thüringen gewählt, wobei er natürlich die Wahl annahm, allerdings den Handschlag von Björn Höcke verweigerte.

Letzterer trat nicht mehr als Kandidat an. Ramelow betonte, er würde erst dann Höcke die Hand schütteln, wenn dieser die Demokratie verteidige, statt Demokraten Fallen zu stellen. In anderen Worten, da wird kein Handschlag mehr folgen, weil Nazis nur eines im Sinn haben, ihren Führer an der Macht zu sehen.

Endlich kann Thüringen wieder aufatmen – die AfD spaltet weiterhin

Das Bundesland ist wieder vollumfänglich geschäftstauglich und kann den dringend notwendig liegengebliebenen Handlungsbedarf aufarbeiten. Das „Geschwätz“ von Partei-Vize Beatrix von Storch kann man getrost beiseiteschieben, weil die AfD alles andere als eine bürgerliche Mitte-Rechts-Partei ist, sondern tatsächlich eine Nazi-Partei, die im Gegensatz von einer gespaltenen Zunge wie sie Ramelow seitens Höcke angedichtet wurde, selbst die Gesellschaft gezielt spaltet, um ihre Macht auszubauen.

Erwartungsgemäß hat sich Ramelow zum neuen Kabinett geäußert. Demnach wird der bisherige Fraktionschef der Grünen im Thüringer Landtag, Dirk Adams, Justizminister, das Infrastruktur- und Agrarministerium wird Benjamin Immanuel Hoff (Die Linke) geschäftsführend vertreten, der zugleich auch Chef der Staatskanzlei und Kulturminister ist. Die ehemalige Agrarministerin Birgit Keller fungiert nunmehr als Thüringens Landtagspräsidentin.

Reaktionen auf die Wahl

Man kann der Thüringer SPD nach dieser Wahl nicht verdenken, daß sie u.a. folgenden Twitter gegen die FDP richtet:

Zum Verhalten der @FDPFraktionTH hat unser #FraVo Matthias Hey eine klare Meinung: „Das F in FDP steht für mich ab heute für feige“ #kemmerich #dammbruch

Was lernen wir deutschlandweit daraus?  Nur ein Schuß vor den Bug? Man muß jene AfD meiden wie die Pest, heute paßt eher das Corona-Virus, gleichzeitig sogenannte Protestwähler davon überzeugen, daß niemand in diesem Land Nazis will. Punkt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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