Trumps ständige Grenzüberschreitungen exemplarisch

„Unmaking the Presidency“ verdeutlicht dies

Autokratische Herrscher wußten stets sehr genau, welche Instrumente sie einzusetzen hatten, um ihre Macht auszubauen. Nur in demokratischen Staaten hat dies nicht im Geringsten stattzufinden. Ein Richard Nixon scheiterte spätestens mit der Watergate-Affäre daran, Ronald Reagan war zu sehr mit seiner schauspielerischen Schwäche beschäftigt, aber The Donald  hat tatsächlich mit seiner unverfrorenen Aura es verstanden, sich durchzusetzen.

Darüber verfaßten Susan Hennessey und Benjamin Wittes ein Buch, Unmaking the Presidency, welches nunmehr erschien, Dirk Peitz interviewte beide für die Zeit. „Königliche Rechte“ nutzt er völlig unerschrocken für sich, letztlich keineswegs verwunderlich für all jene, die von Anfang an skeptisch diesen 45. US-Präsidenten beobachtet haben.

Robert Muellers „Niemand steht über dem Gesetz“ eigentlich eine Lachnummer?

Angesichts der Dreistigkeit, mit der Donald Trump unerschrocken agiert, keineswegs von der Hand zu weisen. Jene viel gescholtene Trumpomanie hat sich daher durchgesetzt, als sei nichts geschehen. Benjamin Wittes weist im Interview explizit darauf hin, daß eben die amerikanische Verfassung vor über 200 Jahren gegründet wurde, damalig keiner einkalkulierte, daß ein US-Präsident seine Macht mißbrauchen würde. Trump hat die Finten und Schlupflöcher keinesfalls alleinig erkannt, aber das notwendige Potential an Leuten um sich geschart, die jene aufspürten.

Eine unaufhebbare Immunität genießt The Donald erst recht nach dem Desaster dieses mißglückten Impeachment-Verfahrens. Mister Twitter-Gewitter dreht nunmehr wesentlich heftiger auf, wie auch die beiden im Interview bestätigen.

Trotzdem Chancen gegen Trump vorhanden?

Die dürften ziemlich gering sein, erst recht wer  sich das Verhalten der Republikaner in den USA vergegenwärtigt. So gut wie kein Gegenwind, Donald Trump kann somit nahezu ungebremst agieren, was er natürlich ausnutzen wird.

Auch hinsichtlich einer nuklearen Bedrohung schaut es eher düster aus, wie Susan Hennessey ausführt. Dessen möglicher Machtmißbrauch sei furchteinflößend. Ein cholerischer Narzißt könne somit entscheidend dazu beitragen, die Welt per Knopfdruck zu zerstören. Ein „gedanklicher“ Wermutstropfen die russischen Einflüsse in Wahlkampfzeiten als letzte Hoffnung, dies nicht geschehen zu lassen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Schäbig und schäbig

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Hab ich schon mal erzählt,
erwähnt vielleicht,
schäbig,
schäbig wirkte er,
ungepflegt, ungewaschen,
Hände in den Taschen,
ä fuchzgerl hätt er gern,
hob i nit,
a Zigarettn,
Tabak,
so solls sei,
freundlich war er,
bedankt hat er sich,
geraucht haben wir,
gelächelt, tschau.

Hab ich schon mal erzählt,
erwähnt vielleicht,
schäbig,
schäbig war er,
gestriegelt, gewaschen,
Hände vor den Taschen,
fünf Euro die Stund,
mach i net,
zu faul zum Schaffen,
arbeitsscheu bists,
nei nit,
er war nicht freundlich,
geflucht hat er,
billige Arbeitskraft gesucht,
ausgelacht, tschau.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Berliner Verkehrswende sollte Mut machen

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Regine Günther geht mit gutem Beispiel voran

Verfolgt man die vielen Negativschlagzeilen in der Causa Scheuer, vorher war es Dobrindt beim Posten des Bundesverkehrsministers, so verbleibt die Feststellung, vieles falsch gemacht, der Job birgt jede Menge Risiken, ins Fettnäpfchen zu treten. Für die beiden Genannten kommt noch der Makel jener CSU hinzu, der entsprechenden Spott nach sich zieht.

Ganz anders und ohne weiteres eindrucksvoll gibt sich die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther, seit über drei Jahren im Amt, äußert sich im T-Online-Interview: „So einen Plan hat es noch nie gegeben.“ Bereits in zehn Jahren sollen demnach Benziner und Diesel verschwinden, „wir erfinden die Stadt neu.“

Bundesrat lehnt Tempolimit ab

Die Länderkammer entschied sich gestern gegen ein generelles Tempolimit auf Autobahnen, folgt damit der Empfehlung und den werbewirksamen Kampagnen des Herrn Scheuer, der sich somit in diesem Punkt mit durchsetzen konnte. Allerdings waren der „(be)scheuerte Tempovirus“ und die Raserei der CSU absehbar, insofern auch die Entscheidung des Bundesrates, man gönnt sich doch sonst nichts, oder?!

Dennoch hat Regine Günther ihren Anteil am Tempolimit, erst recht als Grünen-Politikerin versteht sich von selbst. Sie polarisiert dementsprechend mit ihrer Haltung zum Ende der Verbrennungsmotoren in Berlin bis 2030. In Zeiten einer Klimakrise völlig berechtigt, nur haben das die Herren der CSU und etliche andere noch nicht verinnerlicht, bzw. ignorieren jene dringende Notwendigkeit.

Verkehrsplanung entpuppt sich als Mammutaufgabe

Dazu benötigt es gerade mal eine Erstsemester-Erfahrung, z.B. in Architektur, um zu wissen, wie Planfeststellungsverfahren im Bauwesen sich verhalten, das gilt erst recht für den Verkehr. Ein komplexer Prozeß, den man eben nicht soeben kurzfristig abhandeln vermag. Dennoch möchte man ihr unbedingt zustimmen, daß Berlin sauber, leise und mit noch mehr Grün eine Portion Lebensqualität erhält, unabhängig von gleichzeitiger Verkehrssicherheit mit weniger Kfz-Verkehr.

Nicht nur in Berlin ist Radfahren lebensgefährlich, in Städten mit weniger bis gar keinen Radwegen erst recht. Schaut man sich obendrein die Statistiken von verunglückten Fußgängern an, wird deutlich, wie gefährlich der Stadtverkehr ist. Selbstverständlich gehören zu all den Planungen die Wohn- und Arbeitsmarktsituation dazu. Das beinhaltet das gesamte Verkehrswesen zusammen mit touristischen Abwägungen, gerade auch für Berlin als Deutschlands größte Stadt. Wesentlich mehr Anerkennung sollte schon dabei sein, wer sich die Aufgaben von  Regine Günther vergegenwärtigt, ob sie nun beliebt oder unbeliebt sein mag.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Ich hatte meine Zeit

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Ich hatte meine Zeit, sagte sie,
nicht nur Männer sanken in die Knie.

Ich hatte meine Zeit, war zu lesen,
vieles so nah, als wäre es gestern gewesen.

Ich hatte meine Zeit, sie lachte,
jung sein war schneller vorbei, als ich dachte.

Ich hatte meine Zeit, hab sie noch,
nicht gebeugt, meinen Kopf halte ich hoch.

Ich hatte meine Zeit, schreibt sie eben,
nicht alles entstammt meinem Leben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Stilles Gebet

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Lieber Gott im Himmel,
hab noch schnell gebetet
vor lautem Kirchengebimmel,
laß die Menschen mehr friedlich sein,
nicht nur so zum Schein,
auch hat Berta keineswegs Recht,
weil abends ward mir schlecht,
der Rudi hat’s zu doll mit mir getrieben,
ich möchte‘ aber keine Kinder kriegen.

Lieber Gott an Regentagen,
hab noch schnell gebeichtet,
muß dir was wichtiges sagen.
Warum stehst du mir nicht immer bei,
so wie kürzlich des nachts um drei?
Hätt‘ meine Schwester mich nicht gewarnt,
daß der Rudi hat zuvor Anita umgarnt,
das Kondom ich nie ihm geraten hätt‘.
Bertas Frühwarnsystem traf sich nett.

Lieber Gott auf Erden,
hab das Beten ausgelassen,
mit uns kann’s nichts mehr werden.
Seit zwei Jahren plagen mich die Kinder,
meine Trauer sieht fast jeder Blinder,
mit dem Rudi war’s schnell passé,
seine Versprechen tun mir nicht mehr weh.
Seitdem ich vom Glauben hab abgeschworen,
fühl ich mich wie neu geboren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Mütterlichkeit

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Sie war wie Parfüm,
Temperament versprühend,

ihr Wesen ungestüm,
Schwäche aufspürend,

eine Urne ihr neues Kostüm,
ihr Duft ewig mich berührend,

ihrer Mütterlichkeit Résum‘
mich hin zur Liebe führend.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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So ganz ohne Scherz, jetzt macht’s doch der Merz

Kaum ist AKK weg, rührt er sich vom Fleck

Man muß sie ertragen, all die neuen Fragen. Da hülft kein Klagen, man sollte es direkt sagen, wie es ist. Es siegt nunmehr jene banale List. Anfangs treudoof fast genannt in Kameras glotzen, manch Antwort mit heftigem „Nein!“ trotzen. Bloß keine Stellung nehmen, man wird wohl noch das Publikum zähmen, um am Ende doch für den CDU-Vorsitz zu kandidieren. Jetzt werden’s wohl die Letzten kapieren, Schluß mit kritisieren.

Wer zuvor das Ganze nicht glauben hat wollen, mag sich entrüstet davontrollen. Die Partei mit C vorneweg und dem U hintendran nur noch Mittel zum Zweck, weil sie nicht anders kann? Glaubt man der ewigen Leier von jenem Merz, es gehe mit ihm aufwärts, entpuppt sich das eher als billigster Kommerz. Wer ewiglich mit alten Rezepten hausieren geht, der tatsächlich schnell im Regen steht.

Hat der den Knall nicht gehört? Da guckst du verstört, bist gar empört? Wer dermaßen frauenfeindlich, asozial und neoliberal auftritt, der ist alles andere als fit. Da machste Sachen mit! Wie dumm müssen Wähler wohl sein, daß sie ewiglich auf sowas fallen drauf rein?! Vor allem hat hierbei die Werteunion keineswegs ihren geringen Anteil. Wer bot wohl mit wem sich feil? Na, diese Pappnasen, meist olle Hasen mit jener AfD. Dat tut weh.

Der Merz will solche Wähler für die CDU zurückholen, obwohl im Hintergrund klingelt manch Kungelei. Oh weih! Man kann es kaum glauben, was Politiker sich so alles erlauben. Hoffnungsträger wetzen längst ihre Messer, wer macht auf welche Fässer? Was im Verborgenen so alles liegt, später hervorkriecht, etwa doch noch siegt? Einerlei solch Konterfei, Hauptsache der Ex-BlackRock-Mann fühlt sich jetzt frei.

Es kreisen die Geier über Merkels Kopf. Wer ergattert bald den entscheidenden Topf? Der mit den frechsten Argumenten, möglichst die präsenten, die aktuell beschäftigt sind in allen Parlamenten. Ob der Merz kütt am End‘ zu spät? Ist gar bereits obsolet?

Folgt man dessen angeblichen Visionen, möchte man die Republik vor solchem verschonen. Da tut sich dessen politische Macht für kaum jemand lohnen. Am ehesten fürs Kapital, das wäre dann unter ihm erste Wahl, jeder arme Schlucker hätte ne beschissene Qual: nix mehr an Sozialleistungen entdecken, dafür möglichst schnell verrecken!

Die Medien spielen bereits seit Wochen fleißig mit, kaum jemand verpaßt ihm nen heftig kritischen Tritt. Nach 16 Jahren Kohl und 15 Jahren Merkel, jawohl, muß mal wieder ran ein Mann, ein geldgeiles, asoziales Ferkel. Der Merz will es tatsächlich richten, – beendet das Dichten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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