Wirklich nicht bekannt

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Er kann sagen, was er will,
stets sind alle still,
flüsternd oder drohend,
sie ihn mit Applaus belohnend.
Rücksichtslosigkeit ist sein Begehr,
genau dies lieben sie sehr.

Er kann sagen, was er will,
stets sind alle still,
sein Erfolgsrezept ist einfach,
nur er weiß was Sach‘.
Er stellt sich als gottähnlich hin,
handele in dessen Sinn.

Er kann sagen, was er will,
stets sind alle still,
er weist hin auf das Böse,
auf Verachtung fürs Religiöse.
Voll Zorn darf er hetzen, fluchen,
deshalb sie bei ihm Zuflucht suchen.

Er kann sagen, was er will,
stets sind alle still,
jahrhundertelang auf diese Weise
Menschen geschickt auf die Reise,
zu Terror, Krieg, Verdammnis.
Das ist nun wirklich kein Geheimnis.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Weihnachten ohne Schnee und Glamour

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Eindrücke eines scheinbar gesättigten Lebenswandels

Das Wetter spielt erneut nicht mit, so wie letztes Jahr schon geschehen. Hermann sagt, der Klimawandel habe längst auch Deutschland erreicht, obwohl Erna ständig zetert, daß dies Unsinn sei, es gebe immer mal milde Winter, wo sogar Krokusse plötzlich blühen, von weißer Pracht keine Spur. Was Erna aber zu übersehen scheint: Die Wetterextreme haben dennoch zugenommen, insgesamt ist eine konstante Erwärmung festzustellen.

Einige Tage vor Heiligabend will sowieso kaum andächtige Stimmung aufkommen, die Sorgen drücken allenthalben mit Blick auf den Weltfrieden. Die Amis möchten unbedingt einen großen Krieg mit Russland provozieren, während an vielen Orten in der Welt ohnehin die Waffen sprechen, sehr viele Flüchtlinge das Weite suchen, oftmals gen europäische Festung, die alles versucht, um dem Ansturm Herr zu werden, mit vielen bedauernswerten Toten, meist im Mittelmeer.

Davon sind etliche keineswegs betroffen, es feiert sich so schön gelassen, am besten gar weit weg an exotischen Orten, manchmal im hellen Sonnenschein, wohltemperierten 25 bis 30 Grad, wobei es an nichts fehlen darf im luxusverwöhnten Tagesverlauf. Das hat man sich schließlich verdient. Hat man das? Die meisten doch nur, weil sie sich auf der Gewinnerseite befinden, Gehälter einkassieren, die ein vielfaches eines einfachen Angestellten oder Arbeiters bedeuten. Überreichtum hat sich schon immer abheben müssen von gaffenden, keineswegs bemitleidenswerten Untergebenen, dem einfachen Volk. Apropos Armut und Verzweiflung.

Irgendwo an einem Ort, in einer hellerleuchteten, lauten Stadt, voller Autos, Einkaufszentren, Rotlichtmilieus, gestreßten Menschen, die beruflich oder zum Einkaufen unterwegs, so kurz vor Weihnachten, dort befinden sich abseits und doch unübersehbar Obdachlose, Verlierer, Verlassene und Einsame, um sich ein Stück Leben zu ergattern, teilweise gar glücklich mal nicht klirrender Kälte ausgesetzt zu sein, im ständigen Überlebenskampf der stillen Süchte, meist Alkohol, in Konkurrenz zu anderen Betroffenen, vereint, entzweit, verächtlich geschlagen, bespuckt oder ignoriert. Sehr selten ehrliche Anteilnahme ihnen widerfährt, weil jeder sich selbst der Nächste in einer Welt der Superlative, eines gesättigten Lebenswandels.

Da sitzen andere in Talkshow-Runden, labern über mögliche Szenarien, giften sich an, wer denn die besseren Argumente, während da draußen Zerstörung tobt, weil Waffen nicht nur gekauft, sondern auch eingesetzt werden, schließlich funktioniert nur so dieser Kapitalismus, dem wir alle frönen. Ohne Wachstum, folgt die Rezession, wird uns eingetrichtert, dabei müßte nicht ein Menschenwesen hungern, aber das will niemand, da die Verantwortung stets verschoben wird in Ausflüchte wie die UNO, eine angeblich funktionierende Demokratie, Rechtssysteme, die das regulieren sollen. Der Zerbombte, der Hungernde und Wohnungslose am Rande der Gesellschaften, im Überlebenskampf, den interessieren jene einfachen, bequemen Lebensmodelle keineswegs, er hat nichts mehr zu verlieren, außer sein Leben.

Der moralisch-ethische Zeigefinger erhebt sich sich zaghaft, besonders zu Weihnachten, wenn plötzlich die Nächstenliebe wiederentdeckt, Spendenaufrufe folgen, in Kerzenlichtstimmung wehmutsvoll der Geburt Christi gedacht. Jedoch die globale Verrohung, die latente Armut bleibt, während manche Zeitgenossen gewissenlos Sekt- und Champagnerkorkern knallen lassen, Kavier in sich hineinschaufeln, per Weiber, Wein und Gesang die wohlgefertigten Lebenslügen auf Kosten anderer in vollen Zügen genießen. Nein, kein Neid kommt auf, sondern ein mitleidiges Lächeln ob derartiger Dekadenz, die wohl nie vergeht, solange Menschen sich dermaßen leichtfertig unterjochen lassen.

Halleluja – Weihnachten ist bald da.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Abgang

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Es war mir eine Ehre,
nicht daß ich mich beschwere,
vergangen die Zeit,
nun bin ich es leid,
euch weiter zu beehren,
ich ziehe meine Lehren
aus unserer Gemeinsamkeit,
der steten Bitterkeit,
die sich daraus ergab,
weil jeder jeden umwarb,
bloß nicht auf die Füße treten,
lieber scheinheilig beten,
möge es dir gutgehen
und bereits beim Umdrehen,
dem gönn‘ ich, so wird gedacht,
Schlaflosigkeit jede Nacht,
jahrelang ich weiß dies,
Zusammenleben kein Paradies,
als Kind schon war mir bewußt,
Erwachsene lieben Dauerfrust,
um sich daran zu ergötzen,
wer ist Meister im Messer wetzen,
Wut war nie mein Begleiter,
mein Wesen ist dafür zu heiter,
der Vorhang senkt sich nun hernieder,
zur Feier im Foyer sehen wir uns wieder.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Globalismus setzt destruktiven Kurs fort

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Chancen für eine friedlichere Welt ferner denn je?

Keine Aussicht auf Umkehr der Verhältnisse, weil Menschheit schon zu weit fortgeschritten im Kurs unbedarften Raubbaus sämtlicher Ressourcen, einem ständigen Geifern nach noch mehr Reichtum, einer endlosen Welle der Gewalt in kriegerischen Auseinandersetzungen?

Wer sich hineinsteigert in solch Endzeitszenarien, in denen so gar kein Ausweg vorhanden zu sein scheint, der könnte wahrlich vor lauter Resignation verzweifeln. Andererseits bedeuten gerade all jene aufrechten Widerstandskämpfer im Sinne einer gerechteren, friedlicheren Welt Hoffnung auf vielen Ebenen. Sie sind es doch, die uns den Mut geben, nicht aufzuhören, an solche Zielsetzungen zu glauben, sie zu verinnerlichen.

Allerdings bedarf es dabei einer schier unendlichen Geduld, einer inneren Ruhe und Gelassenheit, eben weil die historischen Ereignisse sich stellenweise dramatisch überstürzen. Das hat sehr viel mit einer zunehmenden Erkenntnis derjenigen zu tun, die vorher eher keine Möglichkeiten hatten, an den Weltmärkten teilnehmen zu können. Als Folge des voranschreitenden Globalismus wuchsen auch bisherig unbekanntere Nischen zusammen, erschufen Wirtschaftsbündnisse neue Wege, auf die Märkte vorzudringen.

Jene Entwicklungen gingen aber oftmals viel zu rasant vonstatten, das Nachsehen hatten jeweils die Bevölkerungen in diesen Ländern, während einige wenige Clanführer oder Weltkonzerne sich die Gewinne teilten. Und erneut zeigt sich eine vollkommen verkehrte Politik, die eher den Vorgaben eines Wirtschaftsdiktats sich unterordnet, als die Menschen zu berücksichtigen. Wie sollte daraus etwas sozial Ausgewogenes fruchten, wenn stets einige Wenige an gewissen Schalthebeln bestimmen, inwieweit überhaupt reale Gerechtigkeit einsetzt? Sie wird schlicht und ergreifend mißachtet.

Wieviele Opfer braucht es denn noch, bis Menschheit endlich wirklich ein Umdenken real praktiziert? Die großen Organisationen, all die vielen Friedensbemühungen haben letztendlich nur punktuell die Not lindern können, mußten meist der Sprache der Militärs und Waffengewalt weichen, die sich zu oft dann durchsetzt, wenn Politik es nicht versteht, Mißstände im Kern zu entschärfen, vor allem die eigentlichen Ursachen zu beseitigen.

Dabei schließt sich der Kreis der Erkenntnis, daß eine generelle, weltweite Verteilung das Grundproblem darstellt. Solange auf der einen Seite ein paar sich fürstlichst bereichern, während die große Masse zu überleben versucht, viele gar erkranken oder an den ungerechten Folgen sterben, ändert sich nichts an den Verhältnissen.

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (Mahatma Gandhi)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Alles ist gut

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Es eilt, es schwebt,
es fliegt, es taumelt,
mit Glück,
genau an die Stell‘
die es von Ferne sieht
und ihm gefällt.

Es landet, es plumpst,
es knallt, es sinkt
nicht am
gewünschtem Ziele,
oh Jammer,
sie sind zu viele.

Abseits, daneben,
seitlich, entfernt,
von der Wiese,
der Traum zunichte,
die Welt länger
haben zu Gesichte

Rollen, drehen,
stampfen, wenden,
alles ist gut,
gekugelt die Flocken,
es darf als Schneemann
auf der Erde hocken.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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UN-Klimakonferenz wartet lediglich mit Minimalkompromiss auf

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Greta Thunbergs Worte verhallen ungehört

Ganz besonders beim Klimawandel hat Nationalismus so gar nichts verloren. Jene tiefgreifend logische Erkenntnis kam aber keineswegs an bei den verhandelnden Mitgliedern der UN-Klimakonferenz in Madrid. Sie endet ohne Einigung in wichtigen Punkten. Erneut vertagte sie eines der notwendigsten Themen, nämlich wie Industrieländer Klimaschutz auch im Ausland betreiben können.

Wirtschaftliche Interessen standen weiterhin im zentralen Mittelpunkt der viel zu zähen Verhandlungen. Svenja Schulzes Klimapäckchen kann niemand wirklich ernst nehmen, erst recht nicht ihr Unmut über den Ausgang der Klimakonferenz.

Seit 40 Jahren Weltklimakonferenzen

Vom 12. bis 23. Februar 1979 fand die erste First World Climate Conference (WCC-1) in Genf statt, neun Jahre später die zweite in Toronto, 1990 erneut in Genf, um schließlich 1992 beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro eine globale Klimakonvention, die Agenda 21, ins Leben zu rufen. Danach folgten 10 Klimakonferenzen bzw. 11, 2001 mußte die 6. von Den Haag in Bonn fortgesetzt werden, mit einer Einigung über die Ausgestaltung des Kyōto-Protokolls. Ab 2005 fanden jährlich die UN-Klimakonferenzen statt.

Die viel zu geringen Verpflichtungen der Industrieländer zur Reduktion ihres Ausstoßes an Treibhausgasen, wie sie im Kyōto-Protokoll festgeschrieben wurden, verdeutlichen die Verharmlosung jener Konferenzen, der Ernst der dramatischen Lage wurde keineswegs wirklich verstanden.

Opposition verärgert – manche Staaten blockierten Entscheidungen

Vierzig Stunden nach dem geplanten Ende der UN-Klimakonferenz kam es dennoch zu keiner Einigung, den globalen Handel mit Klimaschutz-Gutschriften zu regeln, ein Armutszeugnis. Gretas Anmahnung in Madrid haben die Mitglieder wohl nicht beherzigt. Katja Kipping bemängelte, daß Madrid die Chance geboten hätte, klare weltweite Regulierungen einzuführen, um das Zwei-Grad-Ziel erreichen zu können.

Der klimapolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Lukas Köhler, vermeldet hingegen gedämpften Optimismus, die lang diskutierten Regeln könnten Grundlage für eine internationale Zusammenarbeit bilden, Taschenspielertricks wie die doppelte Anrechnung von Emissionsminderungen sollten allerdings rigoros ausgeschlossen werden.

Weit entfernt von irgendwelcher Einsicht sind Staaten wie die USA, Brasilien, Saudi-Arabien, Australien und Polen. Ob im nächsten Jahr in Glasgow die COP 26 als wohl wichtigste Weltklimakonferenz seit dem Pariser Weltklimaabkommen zu verbesserten, dringend notwendigen Ergebnissen führt, darf angezweifelt werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Klima/Wetter

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Fingierte Wut

Es war nicht neulich,
viele Jahre ist es her,
die ersten Frühlingstage,
Lebensfreude umgarnte
die Menschen,
grüßten sich freundlicher,
lächelten mehr,
manche tänzelten gar,
so schien es mir,
lauter vernahm
ich ihre Stimmen,
nicht prahlend,
eher melodisch heiter,
viel befahren war
die Turmstraße
momentan nicht,
die Berliner schlenderten
durch die Straßen,
auf die Fahrbahn
werde ich geschubst,
mein Kind an der Hand,
Judensau,
dich hat man vergessen
zu vergasen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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