Nur zu

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Diese Gewalt
Gott erhalt
Worte laß knallen
sie in den Ohren schallen
Argumente zerschlage
keiner Widerrede wage
auf den Putz haue
dein Gewissen klaue
das brauchst du nicht
sie auf ihr Verschonen erpicht

Diese Gewalt
Gott erhalt
sei bereit zu jedem Gefecht
das ist mehr als billig und recht
Moral auf Vordermann bringen
in Reih und Glied singen
Geselligkeit vernichte
Kameradschaft Liebe andichte
jedem den Arsch versohle
der nicht käuflich mit Kohle

Diese Gewalt
Gott erhalt
Schlagende Verbindungen
sind Grundbedingungen
anderer Freiheit zu unterdrücken
ohne die Messer zu zücken
Furcht vor der Apokalypse
bekehrt die verbohrteste Schickse
Überheblichkeit mit Zucht paare – nur zu –
und Ordnung ist und Ruh.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Prophetie, wo führt sie hin?

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Und macht sie tatsächlich Sinn?
Wo doch jetzt ein neues Jahr beginnt,
weil die Zeit so schnell verrinnt.
Einerlei,
fühlen wir uns frei dabei,
den Blick in ne Glaskugel zu wagen,
nur zu, bloß nicht verzagen.
Was bereits im alten Jahr geschah,
macht sich im neuen erst recht rar.
Da wäre zum einen der Brexit,
manche meinen, igitt igitt,
immer noch dieses Problem,
dat der Brite sich nicht schäm‘.
Mit der Klimakrise ist längst nicht Schluß,
die meisten hausen weiterhin im Überdruß,
als ob nichts geschehen wäre.
Wer kann’s jenem trögen Haß erkläre?
Kein leichtes Unterfangen,
wo doch rechte Parolen überall prangen,
gar bis hinein in den Bundestag.
Woran das wohl lag?
Neuwahlen stehen vielleicht bevor,
weil die Union dies längst heraufbeschwor.
Schnell den Sozen alles anlasten,
schon klappern die Twittertasten,
weil ne neue Doppelspitze bei der SPD am Start,
in Thüringen manch Nazi an der CDU-Tür scharrt.
Zu allem Übermut gesellt mehr Rüstung sich hinzu,
schon wird daraus nen Schuh.
Denn wer von Friedensabsichten spricht,
den interessiert Krieg und Elend nicht,
Hauptsache man macht Profit,
hilfreich sind Fake News, der Hit.
So blicken wir besorgt ins neue Jahr,
wer der Politik glaubt, ist ein Narr.
Wer aber den Kopf in den Sand steckt,
den zu viel Mißmut reichlich neckt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Jahreswechsel 2019-2020

© Doris Mock-Kamm

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Kein Ziel verfehlt

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Aufwachen, grübelnd erinnern,
was tags zuvor geschah,
ganz tief im Innern
manch Gedanke gebar.

Zweifel kommen auf,
wie meistern Probleme,
zu viele auf einem Hauf‘,
nicht für alles gibt’s eine Creme.

Lösungen liegen auf der Hand,
obwohl nicht gleich zu ersehen.
Dennoch kein Garant
für manch unerwartetes Geschehen.

Gespräche mögen hilfreich sein,
wenn Erfahrung mit im Spiel.
Du zögerst, fühlst dich noch klein,
verlier dabei nur nicht dein Ziel.

Am Ende lernst du doch schnell,
was das Leben von dir will.
Du stehst im Licht, strahlend hell,
verweigerst dich zu Recht jedem Drill.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Moment mal

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Augenblicklich
ist bereits geschichtlich
ein Wimpernschlag
die Zeit vorgab
ein schlagendes Argument
das Wort benennt
mit diesem Wissen
kann man auf alles pissen
man darf sich bekriegen
schlagen um zu siegen

Augenblicklich
ist bereits geschichtlich
ein Augenstreichler
klingt nach Wortaufweichler
mit Zärtlichkeit sehen
die Welt besser verstehen
neue Wörter können vereinen
worüber wir sonst weinen
man darf den Augenblick genießen
ohne auf alles und jenes zu schießen

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Dem Globalismus zum Trotz: Ewig lockt der güldene Westen

Schwarz-Weiß-Denken alles andere als hilfreich

Für einen Jacques Schuster von der Welt schaut das politische Dasein deutscher Bürger ziemlich simpel aus, ex oder hopp scheint hierbei als Frage im Raum zu stehen. Bei Russland setzt der Verstand vieler Deutscher aus, gibt er zum Besten. Wobei er nicht unbedingt Unrecht hat, sei schon mal vorweggenommen. Aber am Ende seiner Ausführung gelangt Schuster zum dialektischen Aspekt, sich für die ein oder andere Seite doch entscheiden zu müssen, einzig im Westen würden die Bedürfnisse einer Partnerschaft liegen.

Daß die Welt sich politisch vielfach wesentlich komplexer gestaltet, verändert und unbedingt daran anknüpft, scheint dem Chefkommentator der Springer-Redaktion entgangen zu sein, sonst hätte er sich nicht auf jene zwei Hauptargumente beschränkt, gegen oder für Putin, austauschbar hinsichtlich eines Donald Trump als Pendant im Westen. So what?! Welch Nonsens.

Scharfe Trennlinie als Hauptargument

Ähnlich einem Cäsar, Daumen nach oben oder nach unten, friß oder stirb, USA oder Russland. Das Ganze bei der Frage des Bündnispartners. Die olle Kamelle eines Ost-West-Konfliktes, die real entfernte Mauer spukt immer noch in den Köpfen, und sei es bei Herrn Schuster. Sicherlich offenbart sich Putins Russland zunehmend autokratisch, doch gleich dem Deutschen zu viel Milde anzulasten, weil fast zwei Drittel mehr Wert auf bessere Beziehungen zu Russland legen, geht dennoch zu weit.

Seit wann sind denn die Grenzen Europas gleich verschoben, wenn die Krim plötzlich zu Russland zählt, im Donbass man nicht dem US-Westen zujubelt, sondern den Russen mehr vertraut? Zumal bekanntlich bereits mit Minsk II seit über vier Jahren weiterhin kein Frieden zu erwarten ist. Das hat weder mit Putin noch mit der Führung der Ukraine etwas zu tun, sondern mit der unbedingt geschürten Intervention des US-Westens durch sogenannter Maidan-Revolte. Ein Schelm, wer hierbei anders denkt!

Vorbereitung zur eskalierenden Kriegshetze eigentlicher Beweggrund?

Wenn wir’s nicht besser wüßten, könnte man daher erahnen, was die Welt in Wirklichkeit reitet, selbst wenn eine gewisse Spekulation im Raume steht, dennoch offensichtliches zutage tritt. Nichts geringeres, als das Volk auf Krieg vorzubereiten, deren Zeichen schon längst unheilvoll uns bevorstehen. Was als Übung für den Ernstfall jetzt im kommenden Frühjahr unter Defender 2020 uns „verkauft“ werden soll, könnte sich schnell als Generalprobe entpuppen, kurz vorm Ernstfall gen Russland. Welch Dramatik, mittendrin Deutschland im Herzen Europas.

Sicherlich handelt Wladimir Putin despotisch, kontrolliert Medien, verunglimpft jedwede Opposition in Russland, traurig genug, brüskiert plötzlich Polen und Tschechien, die Vergangenheit ruht nicht, nur daß Geschichtsklitterung längst neben der Neuen Rechten auch er selbst sich auf die Fahnen geschrieben hat. Im Kontext eines neu entflammten Ost-West-Konflikts wird jene Reaktion logisch, aber dadurch keinesfalls haltbar.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Weißt du noch

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Der Himmel hatte sich mit glitzerndem Pulver bestreut,
großzügig verteilt mit den Farben des Regenbogens
tauchte er die Landschaft in mattes perliertes Licht,
diffus wirkten der Sonne Strahlen, wie im Morgengrauen.

In ihren Gesichtern spiegelte sich der rot-bläuliche Puder,
wie die Abziehbildchen in ihrer Jugend glänzte die Haut,
in Kaugummipackungen als Beigaben wurden sie verkauft,
Spucke reichte, um sie für jeden sichtbar zur Schau zu tragen.

Weißt du noch, lächelten sie in den leuchtenden Abendhimmel,
und er wußte, Mutter gab ihm die Schokolade, Bonbons, Kekse,
nicht weil sie ihn so viel mehr liebte als die anderen Geschwister,
sie zollte ihm Tribut, damit er an Vaters statt für Ordnung sorgte.

Weißt du noch, lächelten sie in den leuchtenden Abendhimmel,
und sie wußte, Vater prügelte mit den Fäusten nicht auf sie ein,
weil er sie nicht liebte, er verzieh sich selber nicht seine Ängste,
an denen er litt, seit er aus dem Krieg heimgekehrt, als Invalide.

Ein leichter Händedruck, zärtliche Berührung, Vertrautheit,
in ihren Schritten die Vergangenheit mittragend, ohne Last,
sie hatten keine Eile, warm malte der Horizont Lichtgebilde,
auf ihren Rücken funkelnde Sandbilder, Atemhauch aus Zeit.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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