In jungen Jahren

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Er hieß Stenzel,
Stänzel, ach egal,
er gewann
den 100 Meter Lauf,
jedes Mal.

Blick geradeaus,
Stänzel hieß er,
oder doch Stenzel,
lief allen davon,
im Laufen war er Meister.

Staub wirbelte er auf,
Stenzel Fritz,
Friedrich, Fabian,
rannte barfuß
schneller als ein Blitz.

Er sah nur das Ziel,
Zielke, verdammt,
nicht Stenzel, Stänzel,
Stanilaus Zielke,
wurde Stenzel genannt.

Bewundert haben wir ihn,
gewann viele Medaillen,
Gelder, sogar ein Motorrad,
der Stenzel Zielke,
starb auf der Fahrt nach Italien.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wann folgt endlich das „Bella Ciao“ gegen Rechtsextreme?

Tausende Italiener vertreiben Salvini per eindeutigem Gesang

Nie wieder Faschismus, so die Lehre aus letztmaligen Regimen hierfür in Europa, mit Blick gen Südamerika oder in anderen Teilen der Welt gilt dies natürlich genauso. Und was lernt Mensch daraus? Leider nicht viel, er fällt mal wieder auf bösartige Versprechungen herein, ist offen für deren simple Phrasen der Verachtung, Rassismus kann sich ungestört erneut ausbreiten.

Europaweit kann man das Aufleben eines neuen Rechtsextremismus beobachten, der bereits ziemlich selbstverständlich in demokratischen Parlamenten Platz nehmen darf, so wie es auch mit Salvini in Italien geschah. Nach dessen Abwahl faßten viele Italiener wieder mehr Mut, sich öffentlich zu präsentieren, Tausende singen „Bella Ciao“ gegen Salvini-Auftritt.

Mit dem Widerstand muß auch die Politik selbst vehementer reagieren

Verpaßt sie diesen notwendigen Schritt, werden jene rechtsradikalen Schergen sämtliche Register ziehen, um ihre einmal wiedergewonnene Macht auszubauen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, sollte uns eigentlich die Geschichte lehren, Beispiele gibt es zu genüge.

Dementsprechend läuft es somit auf ein Verbot extremistischer Parteien hinaus, die Demokratie darf eben nicht länger einfach wegschauen. Damit wird es leider nicht getan sein. Haben vor allem die Parteien der sogenannten Mitte wirklich den Mut, jenen Schritt nachzuvollziehen? Mit Blick zur CDU mag man dies durchaus bezweifeln, wie wir bereits in Thüringen beobachten durften.

Mit Zivilcourage allein wird es nicht getan sein

Somit gilt es, jene schweigenden, eher stillhaltenden Teile in der Bevölkerung zu überzeugen, ihr eigenes Verhalten zu überdenken, darunter all die Nichtwähler, die sich enttäuscht von der Parteipolitik abgewandt haben.

Das erreicht man am besten durch gezielte Bildung, aber auch damit, soziale Mißstände zu beseitigen. Davon ist allerdings die jetzige Bundesregierung ziemlich weit entfernt, etliche Gesetze und Beschlüsse verdeutlichen das eben nicht. Andererseits hofiert man lieber Konzerne, den Überreichtum, kürzt den Sozialhaushalt, um gleichzeitig z.B. die Militärausgaben erheblich zu erhöhen. Keine guten Signale, die letztlich eher Mißtrauen schaffen.

Derartiges Versagen verantwortlicher Politik nützt am Ende jener rechtsradikalen Klientel, die mit simplen Mitteln besonders all jene „Abgehängten und Alleingelassenen“ zu umgarnen versucht, obwohl gerade die Neue Rechte einmal an die Macht gekommen, im Anschluß mit Arbeitszwang, dem jähen Ende lang errungener Freiheiten aufwarten wird. Folglich ein Trugschluß sondergleichen, wer denen auf den Leim geht. Grund genug, erst recht das Bella Ciao zu verinnerlichen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Geschriebene Schreie

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Sie schrieben Briefe,
viele Briefe,
Liebesbriefe,
sie schrieben Worte,
viele Worte,
Liebesworte,

sie schrieben Briefe,
viele Briefe,
Wortbriefe,
sie schrieben Worte,
viele Worte,
Briefworte,

sie schrieben Liebe,
schrien Liebe,
Liebesschreie,
sie schrieben Laute,
schrien Laute,
Liebeslaute,

sie schrieben ins Leere,
schrien aus der Leere,
leere Schreie,
sie schrien lauter,
lautere Briefe,
verschickten sie aber nie.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Müllsünder im Visier

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Deutschlandweit bald schon Wiener Verhältnisse?

Für manche Kommunen mag dies durchaus zutreffen wie z.B. in Mannheim, welches in manchen Punkten eine vorbildhafte Vorreiterrolle eingenommen hat, dort etliche Bußgelder erheblich erhöht wurden. Doch wird es auch tatsächlich helfen, wenn Städte Müllsündern den Kampf ansagen?

Wohin solche Zustände führen, konnte man bereits seit etlichen Jahren in europäischen Nachbarländern wie Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland oder Portugal beobachten. Dort ist das sogenannte Littering längst an der Tagesordnung, macht das nicht mal in der Nähe von Touristenzentren halt.

Recycling kommt weiterhin viel zu kurz – mehr Konsum ohne Sinn und Verstand

Selbstverständlich kann man dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) nur noch zustimmen, daß die Idee mit dem „teuren grünen Punkt“ letztlich gescheitert ist, was die Müllvermeidung anbelangt. Hinsichtlich einer zunehmenden Plastikflut an Verpackungsmaterialien wird die Umwelt ohnehin heftig belastet, vor allem mit Blick gen Weltmeere. Weg vom Müll, hin zum Verzicht immer noch keine Option? Ganz offensichtlich wohl eher nicht.

Man muß leider feststellen, daß Umweltschutz auf halber Strecke versagt, was nützt ein erhöhtes Bewußtsein über bekannte Mißstände, wenn das alles in der Praxis scheitert, der Verbraucher oftmals unnötigem Konsum verfällt? Da besteht noch ein enormer Handlungsbedarf im Alltag, ein gezieltes Umdenken möglichst praxisnah direkt zu verwirklichen.

Bußgelder helfen tatsächlich

Weil es ziemlich schmerzt, wenn man dermaßen hohe Summen berappen muß, nur weil man sich selbst nicht im Griff hat. Das Ganze nützt aber auch nur bedingt, da schließlich entsprechendes Personal die Müllsünden ahnden und mittels Ordnungshüter dingfest machen muß. In Wien scheint dies offensichtlich zu funktionieren. Andernorts hapert’s noch.

Zivilstreifen wie in Berlin eine gute Möglichkeit, weil eine erkennbare Uniform schnell als eventuelle Flucht hilfreich ansteht, was daher kaum einen Sinn ergibt. Letztlich muß sich derjenige fragen, der schon immer seinen Müll korrekt entsorgt hat, wieviel Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit bei all jenen herrschen muß, die einfach Müll in der Landschaft liegen lassen. Ob sie mit derselben Intension in den eigenen vier Wänden hausen? Sicherlich, die gibt es schon. Aber ein Großteil rennt dort jedem Krümmel mit dem Kehrwisch hinterher. Welch Widerspruch!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Tristesse

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Tristesse
ergriff die Komtesse,
kein Galan
kündigte Besuch an,
einsam im Schloß,
Hände auf dem Schoß,
jünger wird sie nicht,
erste Fältchen im Gesicht,
bei einem Turnier
stehen Männer Spalier,
sprach die Gouvernante,
die sich auskannte
in der Männer Welt,
Miene der Komtesse aufhellt,
der Gewinn, der Pokal,
die Gunst als Komtesse‘ Gemahl,
ein Leben als Herrscher
über Palast und Gemächer,
die Kämpfe fanden statt,
etwas später die Hochzeitsnacht.

Tristesse
ergreift die Komtesse,
ihr Angetrauter
vor lauter
Pflichtbewußtsein
in seinem Comte Dasein,
ist schwer beschäftigt
und zwar heftig,
in allen Gemächern beizuschlafen,
macht ihm sehr zu schaffen,
müde ist er ständig,
seine Antwort kennt sie auswendig,
wenn sie nach dem Grunde fragt,
er gähnend sagt,
das Schloß hat viele Zimmer,
ich fürchte, es wird eher schlimmer,
wenn ich die Güter inspiziere,
womöglich ich mich im Wahn verliere,
aus Sorge um seines Geistes Zustand
stiert sie betend auf das Kreuz an der Wand.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Neue Kassenzettel und bargeldlose Zahlung

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Was reitet hier wohl die verantwortliche Politik?

In etwa Ängste, das Volk könne den eigentlichen Kurs durchschauen, um die Menschen tunlichst auf Abstand zu halten, sie in Sicherheit wiegen, der Staat mache das schon für sie, überhaupt sei ein sorgloses Leben keineswegs nur ein Wunschkonzert, vielmehr umsetzbar? Mag sein, aber auf wessen Kosten wohl? Dreimal dürfen sie raten, genau, wie stets schaut der Pflichtbewußte in die Röhre, während manch kriminelle Energie sich auszahlt.

Völlig zu Recht fürchten Bäcker fünf Milliarden neue Kassenzettel, die per Bonpflicht offiziell ab 01. Januar 2020 gelten sollen. Eine Übergangsfrist bis 30. September wurde inzwischen seitens des Bundesfinanzministeriums eingeräumt. Umweltschutz scheint keine Option zu sein, nicht weiter verwunderlich mit Blick gen Klimaschutz, der ebenso dürftig behandelt wird.

Keine kleinen Brötchen mehr backen

Industriebäcker haben ohnehin alle jene Betriebe vom Markt gedrängt, die sich noch redlich bemühten, qualitative Brötchen und Brote zu backen. Mit Blick zu jener Industrieware könnte man ohnehin aus der Haut fahren, was dabei den Kunden zugemutet wird. Hier hatten wir uns mal über jene Mißstände ausgelassen.

Dennoch kann man ohne weiteres den Unmut der Bäckereibetriebe und den Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks nachvollziehen, die Umrüstung schafft viele Probleme, belastet erwartungsgemäß die Umwelt. Das alles nur, weil der Fiskus meint, er könne auf diese Weise ein Auge drauf werfen. Kriminelle Energie läßt sich allerdings nicht lumpen, das weiß jeder, der sich ausführlicher mit dem Thema befaßt. Nur die Politik meint, sie müsse rasch handeln.

Kein Bargeld mehr in absehbarer Zeit?

Wie dies vonstatten gehen könnte, läßt sich in Schweden beobachten, ausgerechnet dem Land, welches als erstes in Europa im Jahr 1661 Banknoten druckte. Absicht oder Zufall? Weder noch, Schweden fast ohne Bargeld, wenn das WC-Geld nur noch per App bezahlt wird. Ein gutes Omen oder eher nicht?

Die Menschen vor Ort befürworten eher die bargeldlose Zahlung, die Banken im Land sind aber skeptisch. Kein Wunder, denn sehr wohl fraglich, weil die Zahl der täglichen Hackerangriffe und Betrugsversuche im Online-Zahlungsverkehr oder auf Onlinekonten ebenfalls in die Millionen geht, Tendenz steigend. Ganz zu schweigen vom Szenario eines kompletten Stromausfalls.

Die Frage, ob Bargeld die Schwarzarbeit eher fördert, ist hinfällig, denn Einnahmen entgehen dem Staat auch anderweitig. Das eigentliche Problem in weiten Teilen der deutschen Wirtschaft ist nicht die Schwarzarbeit, sondern daß ganz legal Mindestlöhne ausgehebelt werden wie z.B. durch Subunternehmer-Konstrukte. Diese Unternehmen sitzen meist im Ausland, wo sie keine Abgaben an den deutschen Staat abzuführen haben.

Wie gut, daß ein Großteil der Bevölkerung sich noch zum Bargeld bekennt. Es käme auf einen Versuch an, Brötchen nur überall dort zu kaufen, wo keine Quittung mehr erfolgt. Der Konsument hätte schon Möglichkeiten des Widerstandes, nur ob dies auch geschieht, darf eher bezweifelt werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

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Lockmittel

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Sie ließen nach der Wurst uns schnappen,
für jeden einen Biß, einen Happen,
sie lachten, die, die den Köder hinhielten
und die, die nach dem größten Stück schielten.

Zur Fasnet erdacht als neckische Narretei,
in Wirklichkeit der Anfang von Kumpanei,
die, die sich durch Rempelei andienten,
den Köder durch Ellbogenschubsen verdienten,

die, die Tauglichkeit auf Schwäche ausloteten,
im Schein eines ulkigen Spieles benoteten.
Wer das uralte Gesetz des Stärkeren benützte,
der zählt fürderhin als des Volkes Führungsstütze.

Sie warfen Köder aus in kleinen Happen,
um Zöglinge für Althergebrachtes zu schnappen,
die Gierigsten wurden mit diesen Ködern bestochen,
satt werde nur, wer andere kann unterjochen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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