Kein Millimeter nach rechts

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Entsiffung des Kulturbetriebes – ein Affront

Herbert Grönemeyers Slogan soll aufmerksam machen auf seinen Song “Fall der Fälle”, wo auch die Parole erklingt. Das gilt generell und natürlich im Kontext zur Kunst und Kultur. Die wird gerade in AfD-Zeiten erheblich angegangen, Stephan Brandner hatte bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Udo Lindenberg diesen als „Judaslohn“ geschmäht. Das ließ Claudia Roth nicht gelten, nimmt Udo Lindenberg gegen die AfD in Schutz.

Ausgerechnet, wo doch sie selbst als auch Cem Özdemir seitens mutmaßlichen Rechtsextremen Morddrohungen erhalten hatten, was jetzt parteiübergreifende Bestürzung hervorruft. Eine selbstverständliche Reaktion, vielleicht mit einem wehmütigen Blick gen deutsche Justiz und Ordnungshüter etwas zu spät.

Trotz mancher Kritik, die durchaus berechtigt ist, sollte man spätestens jetzt wesentlich härter durchgreifen, die Zeit rennt, weil eine militarisierte Entfesselung jener rechtsextremen Kräfte genügend Möglichkeiten hat und auch kennt, um den ohnehin schon stattfindenden Terror vehementer fortzusetzen. Kein Millimeter nach rechts, das gilt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurznachrichten

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Fanatismus höchste Form der Intoleranz

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Vom grenzenlosen Haß sich übersteigernder Ideologien

Jede Form der Gewalt muß mit aller gebotenen Entschiedenheit negiert werden, will Mensch sich nicht in ihrem Strudel der Eskalation ziehen lassen. Das gilt genauso für die unübersehbaren Ereignisse wie Prügeleien auf den Schulhöfen, vor und in Discotheken, in Kriegen oder beim Terror.

Aber ebenso sollte man die versteckten Formen der Gewaltausübung keineswegs unterschätzen oder gar ignorieren, die weltweit in einer gewissen Selbstverständlichkeit stattfinden, wie wir beim Sozialabbau, dem Raubbau der Ressourcen, den Landenteignungen, den Hungersnöten, den Lebensmittelspekulationen, an den täglichen Demütigungen mittels Mobbing, Vergewaltigungen und besonders den psychischen Unterdrückungsmechanismen feststellen. Der Ursprung all dieser Gewaltexzesse findet sich sehr oft im Fanatismus, dessen Folgen vom grenzenlosen Haß sich übersteigernder Ideologien die Opfer belasten.

Überzeugung wider jedweder Logik?

Oder bestimmt das Wesen der trügerischen Illusion, die einzig wahre Erkenntnis für sich zu beanspruchen, um nur diese Meinung nach außen vertretend zu dulden? Daß aus dem Lateinischen entsprungene fanaticus für „göttlich inspiriert“ zunächst harmlos wirkend, was die Bedeutung bzw. die Übersetzung anbelangt?

In der angewandten Praxis haben sich Betroffene der Autorität all den heftigen Erscheinungsformen des Fanatismus auseinanderzusetzen. Denken wir an religiöse, politische oder auch banal wirkende Gruppierungen wie Fußballfans, die allesamt eines gemein haben: Sie halten mit nahezu missionarischem Eifer an ihrer Grundhaltung und ihren Überzeugungen fest.

Das ganze Ausmaß der fanatischen Gesinnung entfaltet sich mit Nachdruck, wenn jedwede kritische oder hinterfragende Äußerung fällt. Kein Wunder, daß es Aussteiger aus solchen Gruppierungen besonders schwer haben, denken wir an die Scientologen, extremistisch ultrarechte oder linke politische Flügel. Fanatismus letztendlich darüber hinaus die höchste Form der Intoleranz, eines Scheuklappendenkens bis hin zu mörderischen Gewaltexzessen? Wer hierbei schönredet, hat das Wesen dieser dramatischen Erscheinungsform nicht wirklich verinnerlicht.

Humanismus und Liebe eine moderate Antwort

Werfen wir einen Blick in die Umwelt, in die Natur. Nur der Homo sapiens lebt in all seinem denkwürdigen Haß Fanatismus dermaßen penetrant aus, im Gegensatz zur Tierwelt. Genau deshalb orientieren sich Menschen am Wesen der Schöpfung, dessen größte Kraft, nämlich die Liebe, keinerlei Fanatismus im Ansatz zulassen kann, daher dieser im Keim ersticken sollte.

Der Rest offenbart sich im angewandten Humanismus, obwohl immer wieder Haß und Zerstörung nach fanatischen Handlungsweisen uns die grenzüberschreitenden Extreme verdeutlichen, besonders Idole und der damit verbundene Personenkult entscheidend das Lemmingverhalten unterstreichen, wenn die Ohnmacht der Schwachen zunimmt. Wehe denjenigen, die den Mut haben, Fanatismus entgegenzutreten. Dann bleibt nur noch der Widerstand bis zum Äußersten, weil rastlose Bösartigkeit mit Gewaltlosigkeit in der Regel nicht beendet werden kann. Das verdeutlicht unsere Historie, darf man als gelebten Erfahrungswert feststellen.

„Ein Fanatiker ist – in psychologischen Begriffen definiert – ein Mensch, der bewußt einen geheimen Zweifel überkompensiert.“ (Aldous Huxley)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Graphische Handwerkskunst liebäugelt mit Marxloh

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Norbert Thyssen ordnet sein kreatives Chaos

Im Nordwesten von Duisburg liegt der Stadtteil Marxloh, der früher zum Stadtkreis Hamborn gehörte, vor 90 Jahren der kreisfreien Großstadt zugeordnet worden war. Dorthin verschlug es nahezu zwangsweise den ehemaligen Creative-Direktor, Norbert Thyssen, der mal in der Werbebranche arbeitete, in einer Marxloher Senioren-WG lebt, an den Rollstuhl gebunden.

Für den Designer stellt sich nicht die Frage nach Kunst, er nennt sich viel eher Ideeist, seine Einfälle letztlich in die Tat umzusetzen. Neben dem Entwerfen photographiert er noch oder macht auch Musik.

Von wegen „No-Go-Area“ Marxloh

Das läßt Norbert Thyssen keineswegs zu, kämpft auf seine Weise dagegen an, große, unübersehbare Graphiken schmückten das Stadtbild, sind zurzeit bis Ende November ausgestellt in der Marxloher Kreuzeskirche, danach sollen sie im Marxloh-Center, dem Hamborner Rathaus und dem Landtag in Düsseldorf zu sehen sein.

Das macht Sinn und vor allem Hoffnung. Kreative Ideen, nicht immer unbedingt politisch korrekt, dafür mit entsprechend zwinkerndem Auge. Man fühlt sich teilweise zurückversetzt in die plakative Zeit eines Klaus Staeck, der zu Beginn der 1970er Jahre mit politisch-satirischen Plakaten auffiel, die schließlich auch als Postkarten gedruckt für Aufsehen sorgten.

Kreative Ideen gegen Haß und Gewalt

Eine passende Antwort, ein Entgegensetzen, um auf diese Weise Menschen wachzurütteln, sich eben nicht aufzugeben, wenn gewisse Kräfte am Werk, die nur noch mit Haßparolen für Unfrieden sorgen wollen. Humor kann folglich durchaus Brücken schlagen, Menschen verbinden, die allzu schnell resignieren.

Wer wirklich etwas ändern möchte in den Köpfen der Menschen, deren Alltag bewegen, der provoziert halt gern, nichts anderes versucht Norbert Thyssen mit seinen Werken. Es darf dann schon mal ein Titelblatt des Politmagazins Emma sein, mit dem Slogan: Mama kocht (Essen) und Papa kocht (Stahl).

Wichtig dabei für ihn, den Schalk im Nacken pflegen, schließlich gehört das wohl zum Leben, mit Trübsal blasen ändert sich kaum was zum Guten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kulturelles

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Spät abends

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Entgleist
zusammengeschweißt
verreist
wer hier wohl wen verscheißt

Gesoffen
keine Kohlen im Ofen
viele hoffen
an jeder Straßenecke sich zoffen

Verliebt
falls es sich ergibt
ausgeflippt
zu später Stund’ am Glas genippt

Getanzt
auch mit dickem Wanst
du das kannst
hinter Ausreden sich verschanzt

Diskutiert
weltoffen ungeniert
was dabei wohl passiert
keiner verliert

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wenn der Vize dem Mohring in den Rücken fällt

Hat sich dann die CDU am Ende selbst abgewählt?

Eines sollte man tunlichst unterscheiden, Bundespolitiker haben sich eben nicht in Landespolitik einzumischen, wie das jüngst Friedrich Merz für welche Zwecke auch immer tat, der CDU im freien Fall eher verhalf, statt sie aufzufangen. Damit hat der BlackRock-Mann bereits genügend Erfahrung in der Vergangenheit hinsichtlich seines Verhaltens Angela Merkel gegenüber.

Mike Mohrings Vize, Michael Heym, erklärt tatsächlich, wie ein Bündnis mit der AfD aussehen könnte, legt wert darauf zu betonen, man könne doch die fast 25 Prozent Wähler nicht ignorieren, immerhin sei in seinen Augen die Partei „konservativ“, um gleichzeitig keineswegs zu beantworten, wie eine Zusammenarbeit mit dem Nazi Björn Höcke möglich sein würde.

Mohrings Nein wird einfach ignoriert – Ramelow bestimmt den Kurs

Machtspielchen und eine nicht minder günstige Vorgehensweise, die da Mohrings Vize an den Tag legt, obendrein brandgefährlich angesichts der Tatsache, daß wir es bei der AfD mit Rechtsradikalen zu tun haben, ob manche dies schönreden wollen oder nicht. Bei Lanz betonte der Vorsitzende der Thüringer CDU-Fraktion noch seine deutliche Haltung, eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht zuzulassen, mit der Linken könne man ohne weiteres reden, mehr sei da nicht.

Dies scheint Michael Heym egal zu sein, Hauptsache regieren, selbst mit Nazis. Doch die CDU ist mitnichten in der Lage, den weiteren Regierungskurs zu bestimmen, das obliegt dem Wahlsieger und somit Bodo Ramelow.

Faschisten kurz vor der Machtergreifung?

Und das mitten in Europa, ausgerechnet in dem Land, welches hauptsächlich den Zweiten Weltkrieg zu verantworten hat mit rund 60 Millionen Toten, Nazi-Deutschland 2.0 folgt auf dem Fuße keine hundert Jahre später? Das wäre der Untergang Europas, der Demokratie und somit durch nichts zu rechtfertigen!

Einserseits bescheinigt die deutsche Gerichtsbarkeit, Herrn Höcke als Nazi und Faschist bezeichnen zu dürfen, das gilt längst für jene blaue AfD, braun sei eine NPD, blau adelt die neuen Nazis, um die Farbe dahingehend zu interpretieren. Mit Blick zur asozial neoliberalen Ausrichtung paßt eine derartige Einstellung, auch wer sich fragt, woher wohl die vielen Gelder kommen, um jene rechtsradikale Partei zu finanzieren.

Andererseits tappt die deutsche Justiz im nebulösem Dunst des NSU, verschleiert und gewährt, während andere Seilschaften höchstwahrscheinlich längst in den Startlöchern stehen, um bei Gelegenheit einen Umsturz zu initiieren. Die sich auflösende politische Mitte ist genauso gefragt wie all jene, die viel zu unschlüssig hadern, schweigen und dulden, bevor die Neue Rechte letztendlich regieren darf. Ein Weg in die richtige Richtung offenbarte sich kürzlich in Dresden, wo vom Stadtradt mehrheitlich ein „Nazinotstand“ ausgerufen wurde.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Das Gänseblümchen in dir

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Sind wir nicht alle Gänseblümchen,
wer weiß das besser als ich,
auf mich wird getreten
beim Gang über den Rasen,
Kinder und Bälle
rollen über mich hinweg,
Hunde pissen auf mich,
auf breiten Decken
wälzen Leiber mich platt,
abgerissen werde ich,
aus Unwissenheit,
er liebt mich, er liebt mich nicht,
sie liebt mich, sie liebt mich nicht.

Ich liebe mich, ich liebe mich,
ich liebe dich, ich liebe dich,
das Grauen der Welt
ich mit dir teile,
Mensch!

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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