Seelenrundgänge

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Gestern war ich schön,
wäre ich in der Stadt gewesen,
jeder hätte sich nach mir umgesehen.

Abgeschlagene Köpfe, aufgeschlitzte Körper,
Vergewaltigung Frauen, Männer, Kinder,
verbrannte Leiber, Weltenschinder.

Folter, Qual, Pein, Schmerz
vertrieben mit Kommerz,
lindern kein Wehklagen,
verhindern keine Generationssagen.

In Serie vollbrachte Gräueltaten,
überbracht durch Übertragungswagen,
Erzählungen, Bilder, Gesänge,
bilden das Weltgestänge.

Heute bin ich schön.
Ich brauche nicht in die Stadt zu gehen.
Jeder kann sich umdrehen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Außenseiter im Schatten der großen Masse

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Querdenker unbeliebt aber dennoch ein Ventil

Im Zeitalter des Wassermanns offenbaren sich inzwischen ungeahnte Möglichkeiten geistiger Schöpfung, auch wenn diese selbst schon immer den Homo sapiens begleitet, denken wir nur an die großen Philosophen. Die Liebe zur Weisheit wurde dem Menschen seit seiner ersten Entstehung mit in die Wiege gelegt, garantiert schon weit vor den uns bekannten Zeugnissen der alten Philosophen. Das liegt schlicht daran, daß mit dem Bewußtsein bereits die ersten Fragestellungen verknüpft sind, und wer Probleme wälzt, hat den Pfad der Weisheit betreten.

Das Leben sollte stets als ein dynamischer Prozeß betrachtet werden, wer sich bewegt, natürlich gilt dies im physischen ebenso, bleibt geistig rege, weil mit jeder gefundenen Lösung bereits neue Fragen auftauchen. Das klingt zunächst sehr abstrakt, ist aber Grundvoraussetzung, um das Dasein des Menschen zu bestimmen, der ja für sich in Anspruch nimmt, sich von allen anderen Leben auf Erden zu unterscheiden. Betrachten wir alles, was diesem Planeten infolge der Gestaltung des Homo sapiens widerfahren ist, muß dies wohl bestätigt werden. Und doch verbleiben Restzweifel bei ausführlicher Analyse. Haben Sie sich schon mal jemals die Frage gestellt, worin der Sinn des Menschendaseins besteht, auch oder gerade durch Nichteinbeziehung göttlicher Vorsehung, also ganz pragmatisch? Die meisten unter Ihnen bestimmt.

Geistige Bescheidenheit ein Schutz vor dem Genius, der dem Wahnsinn ausgeliefert?

Manchmal sind genau die am Glücklichsten, die geistig bescheiden in ihrem Leben innerhalb eines bestimmten Rahmens sich bewegen ohne jedwede Hinterfragung ihrer eigentlichen Bestimmung. Klingt ein wenig hochmütig? Keineswegs, sondern es gab schon immer zu allen Zeiten Menschen, die eben kaum oder keine Fragen stellen, sondern sich anpassend unterordnen, dabei aber nicht das Gefühl einer Unterdrückung verspüren.

Auf der anderen Seite tun sich ganz besonders Grübler, also Denker schwer, in dem sie alles und jeden hinterfragen. Wer da im Alltag nicht klarkommt, erst recht in bestimmten Gesellschaftsmodellen- und normen meist eher versagt, sich nicht zurechtfindet, steht sehr schnell im Abseits der großen Masse. Jene haben sich stets irgendwie arrangiert, während Querdenker, wie man sie zu Recht bezeichnet, meist eine Außenseiterrolle darstellen.

Aber genau sie sind es, die zum Fortschritt des Menschen wesentlich beigetragen haben, sei es als Forscher, als Künstler oder einfach nur als Phantasten. Zwischen den beiden Gegensätzen, dem einfachen, manchmal leicht beschränkten Menschen und dem Genie entwickelt sich das Dasein der großen Masse. Was macht den Wahnsinn aus? Das Nichtzurechtkommen mit einem Zuviel an Erkenntnis bei gleichzeitiger Entrückung moralischer Normvorstellung des Zusammenlebens in einer bestimmten Gesellschaftsform? Menschen beobachten sich ständig beim Zusammenleben, müssen sie auch, ob mit oder ohne Regeln, es zählt stets die Harmonie.

In Streitereien und Kriegen herrscht dann Ausnahmezustand im wahrsten Sinn des Wortes. Das will der Mensch eigentlich nicht, weil mit der Geburt zunächst das Gute auf Erden entstanden ist, welches geformt wird und selbst handeln möchte im Sein. Das Zusammenleben im Umfeld des Heranwachsenden entscheidet zunächst seinen Werdegang: Erlebt er Gewalt und Haß, wird die Saat in dieser selbst münden. In Liebe aufgewachsen wird diese sich entfalten wollen. Die Menschheit bewegt sich stets zwischen jenen beiden Gegensätzen, wobei immer noch das Maß der Gewalt sehr entscheidend unser aller Leben beeinflußt!

Wohin steuert das Boot der Menschheit?

Ein Blick in die Zukunft ist sehr müßig. Endzeitszenarien gibt es vielfältig, ob der berüchtigte Maya-Kalender, dessen Bestimmung nicht griff, bis hin zu den alten Vorhersagen des Nostradamus, der Hopi oder eines Edgar Cayce. Sie alle aber haben eines gemein: Sie prophezeien eine „neue“, eine andere Welt. Nun, wenn wir nur die Ereignisse der letzten Jahre betrachten, muß jedem halbwegs klar denkenden Menschen auffallen, daß wir längst uns in einem Paradigmenwechsel befinden: Das System des Großkapitalismus wird ernsthaft hinterfragt, weltweit, ganze Völker erheben sich aus ihrer Unterjochung, dem Terror der Gewalt werden mehr geistigdurchdachte Lösungen präsentiert, fern ab aller bisherigen Bemühungen. Mit anderen Worten, da blüht eine völlig neue Generation heran, deren erste Versuche einer anderen Auseinandersetzung schon längst stattgefunden haben.

Jetzt liegt es folglich nur noch daran, all diese Zusammenhänge zu ordnen, zu akzeptieren und vor allem umzusetzen, einfließen zu lassen in unseren Alltag, ohne vorschnelle Rückschlüsse und langes Herumzögern, weil gleichzeitig die Zeit eilt, um die Verfehlungen einer unbedachten Maßlosigkeit zu korrigieren. Lassen wir es zu, denken wir quer, Mittelmäßigkeit und vor allem das einfache Überlassen an sich selbst erkorene Eliten dürfen wir nicht weiter zulassen. Jedes Leben hat seine Berechtigung, wenn es den anderen toleriert, akzeptiert und somit respektiert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Gespaltener Schädel

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Nur sein eigenes Schnaufen und das Stapfen durch den Schnee zu hören, schien Bertram immer wieder ein Gefühl der tiefen Beruhigung zu vermitteln. Inzwischen, das wußte er, waren diese Tage eine Köstlichkeit, die es zu genießen gilt wie das Lutschen an einem Stück Schokolade, am liebsten die ganz dunkle, die harte, die er oft bei der Frau Liesl zugesteckt bekommen hatte, wenn er mit dem Einkaufskorb unterm Arm und einem krakeligen geschriebenen Zettel bei ihr im Laden stand und sie sich mühsam das Geschriebene entziffernd die Waren zurechtlegte, die er nach Hause bringen sollte.

Weder seine Mutter noch Frau Liesl waren im Lesen und Schreiben so gut wie er bereits nach der ersten Klasse. Es gab nicht viel Abwechslung der Dinge, die auf dem Zettel standen, meistens Mehl, Zucker, Seife, was stand da noch, ach ja, manchmal Wurst, eine ganz bestimmte, eine Salami, die kam aus Frankreich und war sehr teuer. Obwohl Frau Liesl wußte, was Mama einkaufen wollte, die Dinge sich nie änderten, waren beide darauf versessen, die eine den Zettel zu schreiben, die andere ihn zu lesen, und sie taten meistens so, als ob dies eine wichtige Mitteilung wäre, die fast schon so etwas wie geheimnisvoll anzusehen sei. Grüß mir die Kati, gab mir Frau Liesl auch immer mit, und Mama freute sich, daß Frau Liesl an sie gedacht hatte und alles, wie sie es aufgeschrieben hatte, im Korb lag. Einmal hat Mama auf dem Zettel, einen gelben Lutscher, geschrieben, weil sie mich damit erfreuen wollte. Frau Liesl hatte keine gelben Lutscher mehr, da hat sie zwei rote Lutscher in Papier gewickelt. Als Mama mir den Lutscher geben wollte, jetzt halt den roten, hat sie aber zuerst das gelesen, was auf dem Einwickelpapier stand. Mama lachte und wir lutschten danach beide an den roten Lutschern.

Bertram fühlte trotz des Windes, der immer mehr Schnee verteilte, berauschende Wärme durch seinen Körper sprühen, und er bewegte sich kurz schneller, es kam ihm vor, wie wenn er bestrahlt durch Frühlingssonne unter blühenden Apfelbäumen den Wiesenhang herunterrollte. Auch so eine Köstlichkeit, die nur noch in der Erinnerung mitzuerleben, ihm vergönnt ist.

Lange hat er früher mit sich gehadert, ob die Entscheidungen seiner Eltern das Richtige für ihn waren. Sie drängten ihn, das Gymnasium zu besuchen, und nach dem Abitur waren sie diejenigen, die ihm alle Vorzüge aufzählten, fast gebetsmühlenartig, das Studium der Architektur in Berlin zu beginnen, obwohl sie wußten, Besuche und Wiedersehen sind höchstens einmal im Jahr möglich. Lieber wäre er hier geblieben, hätte den Hof übernommen, irgendein Handwerk gelernt, Schlosser oder Schmied. Ab und an schlich sich in dieser Zeit der Gedanke ein, sie wollten ihn loswerden. Er war doch ihr einziges Kind, und er liebte diesen Ort, das kleine Haus etwas abseits vom Dorf auf der Anhöhe, erreichbar über einen ausgetretenen Pfad, windgeschützt durch den Wald auf der einen Seite und auf der anderen mit Blick auf eine hügelige Wiesen- und Heckenlandschaft. Nach dem Tod der Eltern war er monatelang zwiespältig, ob er das Anwesen verkaufen sollte. Das Zuhause war ihm fremd geworden, eine Fremde, die es ihm unmöglich erscheinen ließ, dort je wieder wohnen zu können.

Dickschädel, sagte Mutter zu ihm, wenn er sich wegen etwas, was ihm nicht paßte, querstellte. Sein Vater meinte, er hätte einen gespaltenen Schädel, deshalb würde er so lange über alles nachdenken und doch nicht zu einer Entscheidung kommen. Bertram zögerte den Verkauf von Jahr zu Jahr hinaus. Zwischendurch vermietete er das elterliche Haus, aber immer nur befristet. Selbst seine Frau und seine Kinder waren durch das ständige Für und Wider immer unschlüssiger geworden, was denn nun besser wäre, Verkauf oder Vermieten, oder selbst wieder das Anwesen zu bewohnen.

Bei einem Kurzbesuch, seine Kinder waren bis auf seine jüngste Tochter Amelie bereits ausgezogen, fand er im Schuppen, der in seiner Kindheit Holzlager für die Befeuerung des Hauses war, sämtliche Gerätschaften für den Hof beherbergte und als Werkstatt für seinen Vater diente, einen Holzschädel. Als solchen hatte er das etwas oval runde Holzstück nie gesehen, erst als er es in der Hand hin und her drehte, bemerkte er Einkerbungen. Bertrams Schädel, entzifferte er und ließ sich dies von seiner Frau, den Kindern bestätigen. Ein Jahr später sind sie in das Haus seiner Kindheit gezogen.

Von weitem sah er das Dorf, keine fünfhundert Meter sind es mehr, dann kann er sich im Café am Markt aufwärmen, bevor er die paar Kleinigkeiten besorgt, die ihm seine Frau aufgetragen hat, mitzubringen. Mit ihrer zierlichen Schrift auf einem Zettel notiert, damit er nichts vergißt. Er stapfte fester auf den frisch fallenden Schnee, in seinem Rucksack spürte er den gespaltenen Schädel, den er seither immer bei sich führte, er spürte die gerissene vertiefte Stelle, die sich längs des Holzstücks befand, in seinen Fingern. Eine Köstlichkeit, die, das wußte er, nicht zu oft ihn zurückführen sollte in eine Zeit, die längst vergangen war und dennoch, je älter er wurde, intensiver ihn zu sich selbst fesselte. Dahin, wo er sein innerstes Wesen erkannte, ohne Hadern, ohne Zweifel.

„Dafo krichst au rot Lippa, weis no, wie mer kriese gklaut händ“, stand auf dem Zettel, mit dem Frau Liesl die beiden roten Lutscher eingepackt hatte.

„Ich werde für Ella und mich Lutscher kaufen, rote Lutscher, eine Köstlichkeit von früher und für heute Nachmittag“, sprach er laut gegen den kälter werdenden Wind.

„Vergangenheit und Zukunft eine Köstlichkeit in der Gegenwart, du Dickschädel, du gespaltener.“

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Hartz IV: Wenn Promis keine Ahnung haben

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Sozialrassismus etablieren – wer toppt den nächsten beim Bashing?

Hatten noch nach sechzehn Jahren Kohl-Regierung etliche hoffnungsfroh der rot-grünen Ablösung entgegengeblickt, wurden sie eines Besseren belehrt, nachdem die sozial-rassistische Hartz-IV-Gesetzgebung sie vor vollendete Tatsachen stellte. Besonders der Slogan „Fördern und Fordern“ sorgte mit Nachdruck für entsprechende Irritationen, beflügelte den Aufruf zur Zwangsarbeit, Gängelung und Hetze.

Allen voran ausgerechnet von der Politik selbst, die massenweise auf die Betroffenen eintrat, keine Gelegenheit ausließ, sie zu verunglimpfen. Dem politischen Versagen folgen stets ausgerechnet diejenigen, die ohnehin ihren Reichtum meist unrechtmäßig mittels Ausbeutung erlangten in historisch belegter Vergangenheit bis hinein in die Gegenwart. Insofern kann man nur entsetzt den Kopf schütteln, zu welch haarsträubenden Urteilen Promis gelangen wie jüngst ein Fürstenpaar, welches für einen viel zu kurzen Zeitraum von Hartz IV lebte.

Jens Spahn brachte den Stein erneut ins Rollen

Was eine zeitlang in den Schlagzeilen verschwunden, obwohl tatsächlich eher von kurzer Dauer, denken wir an das Engagement der Linken, die immer wieder die Hartz-IV-Gesetzgebung aufs Schärftste rügen, an Inge Hannemanns und Michael Bohmeyers Aufruf zur Sanktionspraxis, daß eben der Gesetzgeber auf ganz Linie versagt hat.

Mit jener dekadent naiven Äußerung des neuen Gesundheitsministers Jens Spahn, Hartz IV bedeute nicht Armut, sondern sei die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut, brachte er den Stein erneut ins Rollen. Es entspricht demselben Jargon eines Franz Müntefering, wer nicht arbeite, solle auch nicht essen. Die Politik fördert in Wirklichkeit den Niedriglohnsektor im großen Stil mit jener menschenverachtenden Gesetzgebung, um „Unwillige“ zu zwingen, jeden schlecht bezahlten Job annehmen zu müssen. Ausbeutung im ganz großen Stil, per deutscher Gründlichkeit nonchalant um- und eingesetzt, per billige Hetze immer wieder flankiert.

Als gut ausgebildeter Bankkaufmann, Bachelor auf Arts, Master of Arts, als European Young Leader aus den Fittichen deutscher Denkfabrik Atlantikbrücke, last but not least letztjährig als Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz in Chantilly (Virginia) prädistiniert man sich ganz offensichtlich, dermaßen unqualifiziert die Hartz-IV-Gesetzgebung hoch-zuhalten. Da kam Jens Spahn wohl auch Sandra Schlensogs Petition ganz gelegen, die ohnehin wirkungslos verpuffte, um sich selbst im Bade der Öffentlichkeit zu sonnen. Eine entsprechend scharfe Kritik ließ wenigstens nicht lange auf sich warten.

Was nutzen Appelle von Gabriele Gillen oder Christoph Butterwegge?

Wer es noch nicht gelesen hat, dem sei das Buch „Hartz IV – Eine Abrechnung“ angeraten. Die Politik- und Kulturredakteurin des WDR rechnete pünktlich bei Inkrafttretung jener fragwürdig menschenverachtenden Gesetzgebung mit der Politik, aber auch der Wirt-schaft ab.

Ebenso der Bildungsforscher und Sozialwissenschaftler Christoph Butterwegge, der sich gleichwohl gegen Rassismus und Rechtsextremismus verwehrt, prangert den Abbau des Sozialstaates an, der mit der Fortsetzung des Neoliberalismus einhergeht.

Doch was nutzen all die Appelle, wenn Politik einfach ihren Kurs fortsetzt? Man könnte resignieren, andererseits sollten erst recht all jene sich einsetzen und aufgefordert fühlen, die jenes perfide Spiel bösartiger Ausbeutung durchschauen, gemeinsam an einem Strang ziehen. Mit der Spaltung der Gesellschaft wie sie besonders die Neue Rechte vorantreibt, aber auch Rechtskonservative, erreicht man Ausgrenzung, Haß und Armut, um sie gegeneinander ausspielen zu lassen, beste Voraussetzung für Krieg und Elend auf der einen Seite, Glanz und Gloria auf der anderen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Letzter Vogel

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Zigarettenkippen waren seine Nackenstützen.
Sein Lächeln will sich nicht vertreiben lassen.
Wir fuhren an die Küste, da war kein Meer,
karge Felsen, wir schluckten verbrannten Sand.

Die Schaukel zündelte im Wind, ein Seil am Balken.
Seine Worte hallten im Ohr wie durch Kies gerieben.
Kein Storch bringt dich in die verlassene Weltkloake.
Unsere Schritte schrieben an Ratten Wegwerfgedanken.

Scherben von Blumentöpfen standen auf dem Herd.
Gekrümmt trug er mich aus der feuchten Feuerhölle.
Die Schwingen gestutzt, mit Eisen beringt die Füße,
seine Krallen öffneten den Käfig, nie ist es zu spät dafür.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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The Donald im Fadenkreuz der Medien

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Und somit erst recht der Presse. Nun denn, dann gibt’s halt eins auf die Fresse. In solchen Bahnen denkt, wer dermaßen ungehobelt ein Land lenkt wie Humpty-Trumpty die USA, viel zu viele schreien darüber sogar Hurra. Anstatt die Gefahren zu erkennen, tun sie ihm lieber hinterherrennen. Man nennt sie och Speichellecker ohne Sinn und Verstand, nur mal so am Rand.

Verständlich wenn die Franzosen sauer reagieren, wenn The Donald mit seiner Rede vor der US-Waffenlobby NRA tut flanieren, man müsse einfach bei Terror zurückschieße, wenn man den Menschen nur all die Waffen ließe. Ja, hat dieser Präsident denn überhaupt noch Hirn? Nö, aber sich in protzigen Posen bei dieser Gelegenheit verlieren! Obwohl in den Staaten fast jeder mit ner Knarre herumrennt, verbleibt Gewalt dort dermaßen ungehemmt.

In der Tat hat’s den Opfern keineswegs helfen können, das jedoch tut der blonde Dolle völlig verkennen. Mit Respekt hat er ohnehin nix am Hut, dafür geht’s ihm in seiner Rolle jetzt viel zu gut. Deshalb ist ja The Donald im Fadenkreuz der Medien, da hilft och kein Predigen, er möge dies unterlassen, stattdessen heißt’s für ihn, sie weiterhin hassen. Dies bekommen sie immer öfters zu spüren, er weist ihnen längst etliche Türen. Seine Wut geht gar soweit und ist daher bereit, sämtliche Wahlkampfansagen unerschrocken umzusetzen. Das bedeutet, viele verletzen.

Nur wer cholerisch, mafiös unterwegs seine Ziele angeht, selbst wenn man ihn anfleht, hat keinen Sinn für Mitmenschlichkeit, ist zu allem bereit, um selbst in seinem Sinne gut dazustehen. Wer ihm widerspricht, muß halt gehen. Jene „You are fired“-Mentalität hat längst diese gewohnte Irrationalität, die dem Land nicht gut bekommt. Wann wird dann weltweit noch mehr gebombt?

Die Antwort läßt bestimmt nicht allzu lang auf sich warten, es lauern viele Krisen in Mutter Erdes Politikergarten. Haste nen Trump am Sack, egal mit welchem Pack an dessen Seite, suche am besten schnell das Weite. Das kann latürnich nicht gutgehen, da hilft kein inniges Überstehen, sondern besser die Seiten zu wechseln. Da kannste anderes Holz zwar drechseln, aber deine Lage bleibt fatal, wird sowieso zur Qual.

Mit Blick ins politische Weltgeschehen werden eben keine Wunder geschehen, vielmehr mit The Donald die Apokalypse schneller forciert, genau das passiert. Man könnte es positiv betrachten, auch wenn grauenvoll solch Gedanken böse Träume entfachten, die Welt kommt dennoch zeitiger zur Ruhe. Na, passen uns echt solche Schuhe? Oder sollte jemand diesen blonden Dollen besser stoppen? Kann man das echt toppen? Wer weiß, ganz ohne Scheiß, nicht jeder ist einfach austauschbar, das ist schon klar. Am Ende siegt vielleicht der Verstand, dann steht auf mancher Wand:

Humpty-Trumpty sat on the wall,
Humpty-Trumpty had a great fall,
all the women and all the men
won’t put Trumpty together again.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Badeausflug fällt ins Wasser

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Sonnendurchflutet die Landschaft,
Badegäste lärmend sich tummeln.
Manche auch versteckt fummeln,
andere haben sich mühsam aufgerafft.

Eine leise Brise Wind,
Kinder plantschen freudestrahlend.
Halbstarke unterwegs, prahlend,
andere sich fragen, wo sie sind.

Dunkle Wolken am Horizont,
die Menge packt aufgeregt ihre Sachen.
Schon hört man überall Donnerkrachen,
ganz schnell naht eine Schlechtwetterfront.

Regennaß, verlassen der schöne Ort,
Vögel suchen geschwind manch Wurm.
Inzwischen tobt dort draußen ein Sturm,
die Menschen sind allesamt fort.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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