Sprachverloren bei jeder Witterung

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Ich schau sie mir an, die Wand,
grau, Moos in den Ritzen,
Sonnenstrahlen reflektierend,
rötlich schimmernde Konturen,
Gesichter, die verschwimmen.

Ihre Tränen nicht verwischt,
Tropfenrinnsale auf Wangen,
Lippen, Kinn beglänzt
durch Wasserlichtreflexe, weil
kein Trost den Schmerz trocknet.

Die Wand eine Mauer voll Leid,
sprachverloren jeder Witterung
ausgesetzt, ich sehe ihr Blinzeln,
die Worte ihrer Verletzlichkeit
fließen in meine Augen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Mordor, also Russland, du Tor!

Geht uns auf den Senkel, Medwedew’sches Putingeplänkel

John Ronald Reuel Tolkien ein Hellseher sondergleichen, denn was beim Herrn der Ringe so anklinge, sollte letztlich reichen, Russland mit Mordor zu vergleichen. Lesen wir doch mit Interesse die Äußerungen jenes Dmitri Medwedew, welch bösartiges Gekläff, schaut es in dieser unfriedlichen Welt gar nicht gut aus, per eigenem Haß fordert er Applaus. Die angebliche Spezialoperation gen Ukraine gleicht einer Lawine von Schuld und Sühne, sie gehöre nun mal zu Russland, das liege doch auf der Hand. Wer ein Land einfach überfällt, der brauche wohl nicht die Genehmigung beim Rest der Welt. Er fühle sich sicher mit China als Freund, nun denn, bald hat’s sich ausgeträumt!

Mal Hand aufs Herz, welch dummdreister Scherz! Hatten wir bereits im Kalten Krieg keinen Gewinn oder gar Sieg, faseln die neuen Herren der Krim vom selbstgemachten Klimbim. Wer die Geschichte dermaßen durcheinanderbringt, bei dem keene Glocke mehr im Hirn richtig klingt. Sie sollten mal lieber die Kirche im Dorf lassen, statt weiterhin dermaßen zu prassen und zu hassen. Das Leid nimmt durch sie weltweit zu, was für eine schräge politische Crew!

Zurück zu Tolkiens Herrn der Ringe, auf daß dieser uns Hoffnung bringe. Der Vergleich keinesfalls so verkehrt, wie uns die Vergangenheit wohl lehrt. Mit einfacher Dialektik wird’s dennoch nicht getan sein, dies wäre eher ein trüber Schein. Betrachten wir’s lieber mal nüchtern, nur nicht so schüchtern. Was will dieser Despot Putin mit seinem Krieg erreichen? Nix danach mit davonschleichen! Oder hat er etwa ein brutales Ende geplant, wie manchem vielleicht schwant? Deshalb die Androhung mit russischen Atomwaffen? Gänzlich ohne dabei zu blaffen?

Rätselraten bingt uns dennoch nix, verflix‘. Die Menschheit wäre gut beraten, nicht nur vor lauter Angst abzuwarten. Selbst diplomatische Wege mögen immer noch fruchten, auch wenn etliche den Putin bisher verfluchten. Es geht um Menschenleben retten, zu lösen jene teuflischen Ketten, die nur Leid bringen, bis in unsere Träume erklingen. Die Welt braucht keinen letzten dritten Weltkrieg, der ohnehin bringt keinerlei Sieg, sondern eine besonnene Politik mit sehr viel Weitblick.

Den hat die Heerschar im Kreml vollkommen ausgeblendet, russisches Menschenleben dabei mit verschwendet, um die eigene Propaganda per Fakenews zu bestücken, wahre Zusammenhänge zu unterdrücken. Denn wer sein Mordor rechtfertigen will, dem ist recht jedweder Drill, um sich selbst als unfehlbar zu nennen, dabei dem eigenen Volk nichts Gutes zu gönnen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Am Scheideweg

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Die Welt zerfällt,
ein Hoch auf Despoten,
Demokratie unerwünscht,
Chaos auf bestem Wege,
Kriege die Konsequenz,
keine Chance auf Resilienz.

Es regiert das Geld,
Kritik dabei verboten,
die Wahrheit übertüncht,
auf daß sie sich nicht mehr rege,
Propaganda heißt die Audienz,
hinweg mit jeder Intelligenz.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Morgen

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Morgen, sagte sie der stickigen Luft
in der Küche, die soeben durch
ein weißlich gelbes Licht ihren
vollgestellten Raum wiedersieht.

Später wird die Kamera
eine geöffnete Schublade zeigen,
in ihr eine Mappe, auf der
mit großer Schrift morgen steht.

Morgen, flüsterte sie zur Wand,
auf der Eiskristalle warteten,
um in ihrer Pracht bewundert zu werden,
bevor sie als Tropfen ins Gemäuer versinken.

Später wird das Photo auf dem Sessel
hinter zersprungenem Glas eine Lokomotive
zeigen, auf den beschlagenen Fenstern
in Schreibschrift zu lesen, bin morgen bei dir.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Imperialismus vor lauter Verdruss

Geistesgestörtes Handeln
zieht Krieg nach sich,
sinnloses Töten,
ohne Sinn und Verstand,
Flucht außer Rand und Band.

Beleidigt wie ein Kind
befiehlt Putin Rachegedanken,
grenzenloser Haß auf dem Weg,
Propaganda ohne Wahrheitsgehalt,
Hauptsache er die Lichtgestalt.

Kein Ende in Sicht,
die Welt verharrt ratlos,
Frieden mehr als fraglich,
Eskalationen nicht auszuschließen
in erneutem Blutvergießen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Klimaschützer im Fadenkreuz offener Kritik

Ausgerechnet politische Versager polarisieren

Die Zeit rennt uns davon, das weiß ganz besonders die letzte Generation, deren Widerstände einerseits durchaus verständlich sind, andererseits manche ihrer Mittel oftmals grenzwertig Kopfschütteln verursachen. Allerdings sollte die verantwortliche Politik nicht mit Dreck werfen, denn wer im Glashaus sitzt und Steine schmeißt, zieht unbedingt den Kürzeren.

Beim Streit um Klimaschützer haben ziemlich offensichtlich gewisse Politiker jedes Maß verloren, wie Nicole Diekmann kürzlich bei T-Online anschaulich zum Besten gab. Dort ist die Rede von einer Spitzenpolitik, bei der seit einigen Monaten ein bestürzender Überbietungswettbewerb zu beobachten ist, wie sie bemerkt.

Vier konservative Parteien können sich offensichtlich nicht zurückhalten

Allen voran, wen wundert’s, die CSU, wobei Alexander Dobrindt des Öfteren vor der Entstehung einer „Klima-RAF“ warnt, während ausgerechnet die CDU-Politikerin Julia Glöckner ihren Nazi-Vergleich angemessen findet. Man möge sich daran erinnern, wie die ehemalige Ernährungs- und Landwirtschaftministerin frechweg Konzerne hofierte, denen Klimaschutz nicht interessierte!

Aber auch der FDP-Politiker Frank Müller-Rosentritt betitelte die Klimaschützer als „Abschaum“, während Michael Roth von der SPD sich hinreißen ließ mit seiner Behauptung, „sie scheißen auf die Grundrechte, zerstören Kunst ähnlich wie die Taliban“. Dabei erinnert Nicole Diekmann zu Recht daran, daß doch gerade die Politik vom Bundesverfassungsgericht gerügt wurde, das Klimagesetz der ehemaligen Großen Koalition sei in Teilen verfassungswidrig.

Diese Entwicklung hat gerade erst begonnen

Vor gut einem Jahr startete der Aufstand der letzten Generation durch mit ihren Protesten, auch wenn manches fragwürdig ist. Die Wut muß und sollte die Gesellschaft aushalten und nachvollziehen, die Zeit des Verharrens läuft ohnehin ab, denn Halbherzigkeit rächt sich beim Klimawandel, wie jeder halbwegs Gescheite längst wissen sollte.

Das Fazit von Diekmanns Kolumne kommt zu einem plausiblen Schluß. In der Tat, das Internet vergißt nichts, das gilt sowieso für eine Menschheit mit entsprechendem Geschichtsbewußtsein. Uns verbleibt keine Zeit mehr zu lamentieren, sondern die Politik muß jetzt Taten folgen  lassen ohne Wenn und Aber. Verpaßt sie das, geht es besonders der Menschheit an den Kragen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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China offenbart sein wahres Gesicht

Autokratie vs. Demokratie

Wer die historisch-politischen Zusammenhänge akribisch analysiert, kann nur zu dem Ergebnis gelangen, daß die VR China ihren autokratisch-herrschaftlichen Anspruch mit aller Härte verfolgt und somit auch nicht davor zurückschreckt, die Weltordnung in Frage zu stellen. China droht, wie T-Online in seinem Artikel feststellt.

Dabei hat die weltweit zweitgrößte Supermacht inzwischen etliche Verbündete an ihrer Seite, erhofft sich dadurch gewisse Vorteile. Bereits im Herbst 2019 verdeutlichte dieser Artikel, daß China zwischen Kontrollverlust und Weltherrschaftsphantasie sich einpendelt. Mit der jüngsten Drohung gen USA und Europa bestätigen sich die Beobachtungen.

Wenn eine neue Supermacht an die Spitze drängt

Hat die Welt das Nachsehen bis hin zu möglichen Kriegsszenarien, die niemand ernsthaft erleben möchte. Einerseits will China den USA den Run ablaufen, andererseits beteuert die VR, sie werde unterdrückt, wie Staatschef Xi behauptet. Dabei offenbart das Reich der Mitte überdeutlich, wie eine Unterdrückung im eigenen Land stattfindet. Die Bevölkerung hat sich dem Staatsapparat zu fügen, Minderheiten werden gegängelt oder gar gezielt unterdrückt.

Gleichzeitig spielt sich China auf, was besonders beim Positionspapier zu Friedensverhandlungen deutlich wird. Keine Rede von einem Angriffskrieg Russlands, sondern Putins Handlung wird als Krise betitelt. Verharmlosung par excellence bei gleichzeitiger Behauptung, die „legitimen Sicherheitsinteressen aller Parteien seien zu respektieren“. In anderen Worten eine Zustimmung dessen, Putins Krieg sei berechtigt.

Während Qin Gang von einem „Foulspiel“ fabuliert, welches die USA zusammen mit ihren verbündeten anstreben, verdeutlicht explizit sein Land, welche Absichten es verfolgt: mit aller Macht die Weltherrschaft an sich zu reißen.

Was obsiegt, die Vernunft oder eine dramatische Kapitulation?

Lieber mit einer Supermacht kooperieren, die zumindest demokratische Gepflogenheiten lebt, anstatt mit Autokratien eine Supermacht wie China zu begünstigen. Letzteres will sich jeder freiheitsliebende Mensch besser nicht vorstellen!

Wohin ein solches Dasein führt, können wir in der VR China selbst beobachten. Das kann und darf nicht Sinn und Zweck irdischen Lebens werden, weil nur ein freier Geist sich entsprechend entfalten und entwickeln kann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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